Die Iren haben deutlich für den europäischen Fiskalpakt gestimmt. Nach Auszählung aller Wahlbezirke stimmten 60,3 Prozent der Wähler für den EU-Vertrag, 39,7 Prozent dagegen. An der Abstimmung hatten sich 1,59 Millionen der 3,1 Millionen stimmberechtigten Iren beteiligt, also etwas mehr als die Hälfte.

Die Volksabstimmung in Irland war im Rest Europas mit Spannung verfolgt worden. Ein Nein der Iren hätte die Diskussion um die Notwendigkeit strikter Sparmaßnahmen verschärft. Irland ist der einzige EU-Staat , in dem ein Referendum über den Fiskalpakt abgehalten wurde.

Der Fiskalpakt sieht eine striktere Haushaltsdisziplin und verpflichtende Schuldenbremsen vor. Bei Verstößen drohen automatische Strafverfahren. Irland hatte aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im Jahr 2010 Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds beantragen müssen.

Die EU-Kommission zeigte sich erleichtert. Die Iren hätten ein "starkes Statement der Unterstützung für den Aufbau einer stabileren Euro-Zone" abgegeben, sagte die irische EU-Kommissarin Màire Geoghegan-Quinn, die in Brüssel für Forschung und Wissenschaft zuständig ist. Investoren würden Irland nun als sicheren Partner ansehen, wodurch die Rückkehr des Landes an die Finanzmärkte beschleunigt werde.