LuftwaffeTürkische F 4 stürzt vor syrischer Küste ab

Konfusion über den Absturz eines türkischen Kampfjets im Mittelmeer. Noch ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder einen Abschuss durch die syrische Armee handelt. von afp, dpa und reuters

Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-4

Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-4  |  © Stringer/Reuters

Ein türkischer Kampfjet ist vor der syrischen Küste abgestürzt. Das meldete der Nachrichtensender CNN Türk. Dessen Angaben zufolge stürzte das Flugzeug vom Typ F 4 ins Mittelmeer . Die türkische Regierung berief ein Krisentreffen ein, an dem neben Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan auch Außenminister Ahmet Davutoglu , Verteidigungsminister Ismet Yilmaz und Generalstabschef Necdet Özel teilnehmen sollen. Das Verhältnis zwischen der syrischen Führung und der türkischen Regierung, die mit den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad sympathisiert, ist seit Beginn des Aufstands 2011 sehr angespannt. Die syrischen Deserteure unterhalten ein Lager in der Türkei .

Türkische Militärs hatten mitgeteilt, den Funk- und Radarkontakt zu der Maschine verloren zu haben. Es handele sich um ein Kampfflugzeug mit zwei Besatzungsmitgliedern, nach denen gesucht werde. Die türkische Zeitung Hürriyet schrieb, das Flugzeug sei in internationalen Gewässern abgestürzt, die beiden Besatzungsmitglieder seien gefunden und wohlauf.

Anzeige

Nach Angaben der türkischen Armee war das Flugzeug um 7.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) im osttürkischen Malatya gestartet und danach im Südwesten der Provinz Hatay an der Grenze zu Syrien vom Radar verschwunden. Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass das Flugzeug über syrischem Hoheitsgebiet ins Meer gestürzt sei. Die syrische Grenze sei dabei nicht verletzt worden. Syrische und türkische Küstenwache würden nun gemeinsam das Wrack suchen.

Erdoğan sagte bei einer Pressekonferenz in Ankara : "Wir haben ein Flugzeug verloren und wir haben keine Informationen darüber, was passiert ist und ob es abgestürzt ist." Er wies Onlineberichte der türkischen Zeitung Hürriyet zurück, wonach sich Damaskus wegen des Flugzeugs bei ihm entschuldigt habe. "Ich habe keine solche Information erhalten", sagte er. Fragen, warum der türkische Jet so nahe an der syrischen Küste unterwegs war, beantwortete er nicht.

Der TV-Sender der libanesischen Hisbollah hatte als erste Quelle berichtet, die syrische Luftabwehr habe den türkischen Jet abgeschossen. Syrische Sicherheitskreise hätten dies bestätigt. Augenzeugen berichteten einem Reporter der BBC , dass die syrische Luftabwehr ein unidentifiziertes Flugzeug in der Nähe der Stadt Ras al-Baseet abgeschossen habe.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Ein Blick in die UN- Charta genügt, um zu wissen das türkisches Militär in Syrien nichts zu suche hat.
    Interessant zu wissen, auf welche Art die türkische Armee die Putschisten unterstützt.

    10 Leserempfehlungen
  2. Hab gar nicht gewusst dass der Traktor noch fliegt.
    Da dürften die meisten Piloten wohl jünger als ihre Maschinen sein.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ne Wild Weasel auf SEAD Vorbereitung, immerhin ein Indikator das man sich verschiedene Optionen offen halten will.

    OPCW steht ja auch schon länger in den Startlöchern;)

    MfG KM

    Auch hier fliegt noch die F-4!

    • Lukan
    • 22. Juni 2012 18:43 Uhr

    http://www.welt.de/politi...

    War wohl doch eher syrisches Hoheitsgebiet, nicht internationales Gebiet. Sonst müsste man kaum die Erlaubnis zur Bergung des Wracks bei den Syrern einholen oder nicht?

    Zudem hätte man die Entschuldigung seitens Syriens durchaus im Text erwähnen könne.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich habe keine Meinung dazu, ob das Flugzeug nun in syrischem oder internationalem Luftraum war, ich war ja nicht dabei und traue beiden Seiten gleich wenig. Dass das Flugzeug in syrische Gewässer gestürzt ist muss aber nicht heißen, dass es auch darüber abgeschossen wurde. Je nachdem welche Reichweite die Rakete hatte und auf welche Art sie das Flugzeug beschädigt hat sind mitunter auch mit herausgeschossener Besatzung und extremen Beschädigungen noch erstaunliche Flugweiten möglich.

    • foerdi
    • 22. Juni 2012 18:52 Uhr

    Ich glaube Assad wäre der Letzte der sich entschuldigt, wenn er sich im Recht sehen würde. Nein, die Maschine war nicht in syrischem Raum. Und liebe deutsche Geografie-Experten, nehmt Euch mal die Karte vor Augen und ihr werdet sehen dass sich die Hoheitsgebiete auf See schön überschneiden in der Region. Da ist es normal dass ein Jet über "fremden" Seegebiet fliegt - weil es auch gleichzeitig "eigenes" ist!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • fatiha
    • 22. Juni 2012 18:57 Uhr

    Vor 10 Minuten laut Live ticker wisse Erdogan nichts von einer Entschuldigung. Es ist unklar ob die Maschine abgeschossen wurde. Die Piloten werden noch vermisst. Sturmboote und Helikopter suchen noch nach den Piloten, auch syrische Sturmboote sollen sich beteiligen. Detail Angaben wird es nach einer Sicherheitskonferenz geben.

    http://www.internethaber....

    • foerdi
    • 22. Juni 2012 18:54 Uhr

    Diese latent rechten Forumler, die gleich die Türkei an den Pranger stellen. Egal um welches Thema es geht, immer das selbe Vorgehen. Buhmann Türke

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Lukan
    • 22. Juni 2012 19:02 Uhr

    Entfernt. Bitte gehen Sie sachlicher auf andere Kommentare ein. Danke, die Redaktion/se

    Es geht weniger um die Türkei an sich, sondern darum, dass das mal wieder nach einer typischen Kriegseintrittslüge klingt. Oder schon den Irak vergessen?

    • Lukan
    • 22. Juni 2012 19:21 Uhr

    Kritik an der Moderation richten Sie bitte an community@zeit.de. Des Weiteren bitten wir Sie, auf Ihre Wortwahl zu achten. Danke, die Redaktion/se

    ...wäre nun eine Option, dass die Türkei die Regie übernimmt. Frei nach dem Polen-Slogan: "Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!"

    ...von denen sie hier schreiben, sympathisieren sicher eher mit den offiziellen Verlautbarern, die Assad als alleinigen Verursacher des Konflikts darstellen. Die Foreign Policy Initiative oder Foundation for Defense of Democracies, die immer lauter nach einem militärisches Eingreifen in Syrien schreien, zählen wohl zu Neokonservativen Initiativen,die man- wenn sie so wollen, zu Rechten zählen darf.

    • LaoLu
    • 23. Juni 2012 0:38 Uhr

    Auch gut, da war ich noch nie...

    • fatiha
    • 22. Juni 2012 18:57 Uhr

    Vor 10 Minuten laut Live ticker wisse Erdogan nichts von einer Entschuldigung. Es ist unklar ob die Maschine abgeschossen wurde. Die Piloten werden noch vermisst. Sturmboote und Helikopter suchen noch nach den Piloten, auch syrische Sturmboote sollen sich beteiligen. Detail Angaben wird es nach einer Sicherheitskonferenz geben.

    http://www.internethaber....

    Eine Leserempfehlung
  3. Da wird sich Clinton aber freuen. Dieses blöde Herumgeeier hat endlich ein Ende. Keine nervtötenden Verhandlungen mehr mit den Russen oder Chinesen.

    Der NATO Bündnisfall tritt ein und alle müssen extrem widerwillig den Türken zu Hilfe eilen.

    Das Regime Assad hat ja schliesslich einen Hang zur Selbstzerstörung. Kurz mal ein paar Kinder meucheln kurz vor der Konferenz mit Annan und jetzt den NATO Bündnisfall provozieren.

    Wers glaubt wird seelig...

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gehen sie hin und melden sich freiwillig!

    @Leipzig89: Die gehen nie hin und melden sich freiwillig, die schicken nur gerne andere in den Krieg, so wie es unsere Politiker tun. Ich erinnere mich gerne an den "patriotischen" Aufruf von Michael Moore vor dem amerikanischen Kongress, als die Abgeordneten nicht schnell genug das Weite suchen konnten. Patriotismus ist, wenn du deinen eigenen Schmerz überwinden kannst, andere ins Verderben zu schicken. Was würde aus Kriegen, webn sie jene selbst ausfechten müssten, die sie verursachen: sie wären nicht existent.

    • Lukan
    • 22. Juni 2012 19:02 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte gehen Sie sachlicher auf andere Kommentare ein. Danke, die Redaktion/se

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
  • Schlagworte Luftwaffe | BBC | CNN | Hisbollah | Militär | Flugzeug
Service