LuftwaffeTürkischer Jet wurde offenbar von Syrien abgeschossen

Die türkische Regierung geht davon aus, dass die syrische Armee eine ihrer F4 über dem Mittelmeer getroffen hat. Die Suche nach Piloten und Wrack dauert an.

Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-4

Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-4

Ein über dem Mittelmeer abgestürztes türkisches Kampfflugzeug ist nach offiziellen Angaben aus Ankara von der syrischen Armee abgeschossen worden. Das wurde nach einer Krisensitzung des Sicherheitskabinetts unter Leitung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan mitgeteilt. In einer Stellungnahme von Erdoğans Büro hießt es, eine Auswertung der gesammelten Daten habe ergeben, dass das Flugzeug von Syrien abgeschossen worden sei.

Das in Malatya gestartete Flugzeug war am Mittag vom Radarschirm verschwunden. Das Büro teilte weiter mit, die Suche nach den beiden Piloten und dem Wrack werde gemeinsam mit Syrien fortgesetzt. Sobald die Umstände des Vorfalls geklärt seien, würden die notwendigen Schritte unternommen. An dem Treffen hatten neben Erdoğan auch Außenminister Ahmet Davutoglu, Verteidigungsminister Ismet Yilmaz und Generalstabschef Necdet Özel teilgenommen.

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Am Nachmittag hatte Erdoğan Onlineberichte der türkischen Zeitung Hürriyet zurückgewiesen, wonach sich Damaskus wegen des Flugzeugs bei ihm entschuldigt habe. "Ich habe keine solche Information erhalten", sagte er. Fragen, warum der türkische Jet nahe an der syrischen Küste unterwegs war, beantwortete er nicht.

Der Fernsehsender der libanesischen Hisbollah hatte als Erstes berichtet, die syrische Luftabwehr habe den türkischen Jet abgeschossen. Syrische Sicherheitskreise hätten dies bestätigt. Augenzeugen berichteten einem Reporter der BBC, dass die syrische Luftabwehr ein unidentifiziertes Flugzeug in der Nähe der Stadt Ras al-Baseet getroffen habe.

Das Verhältnis zwischen der syrischen Führung und der türkischen Regierung, die mit den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad sympathisiert, ist seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Syrische Deserteure unterhalten ein Lager in der Türkei.

 
Leserkommentare
  1. ... oder so ähnlich auch schon gestellt, ozanberlin. Es ist ein Link in meinem Kommentar drin, der andeutungsweise oder auch mehr als das Aufschluss geben könnte; aber der Link bezieht sich auf die zivile Luftfahrt.

    Es steht natürlich jedem frei, in einer Diskussion einfach von bestimmten, persönlich gewählten Axiomen auszugehen (z. B., wer sind die Guten, wer sind die Bösen), aber ich finde es bedauerlich, dass es meistens im Wesentlichen dabei bleibt.

    Jedenfalls interessiert die Formalie (was darf eine Luftabwehr?) jetzt schon mindestens zwei Foristen...

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    justrecently für den Hinweis. Ich habe es nach meinem Kommentar gemerkt, und ihren kommentar mit einer empfehlung unterstützt.

    "Es steht natürlich jedem frei, in einer Diskussion einfach von bestimmten, persönlich gewählten Axiomen auszugehen (z. B., wer sind die Guten, wer sind die Bösen), aber ich finde es bedauerlich, dass es meistens im Wesentlichen dabei bleibt."

    -> das sehe ich auch so. oft haben einige mitforisten eine intuition oder was auch immer wie etwas eigentlich sein müsste, behaupten dann, dass es so sein müsste und verteidigen dies dann mit aller härte :)

    justrecently für den Hinweis. Ich habe es nach meinem Kommentar gemerkt, und ihren kommentar mit einer empfehlung unterstützt.

    "Es steht natürlich jedem frei, in einer Diskussion einfach von bestimmten, persönlich gewählten Axiomen auszugehen (z. B., wer sind die Guten, wer sind die Bösen), aber ich finde es bedauerlich, dass es meistens im Wesentlichen dabei bleibt."

    -> das sehe ich auch so. oft haben einige mitforisten eine intuition oder was auch immer wie etwas eigentlich sein müsste, behaupten dann, dass es so sein müsste und verteidigen dies dann mit aller härte :)

    • Eipi
    • 23.06.2012 um 13:22 Uhr
    42. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie ihre Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

  2. ... schließt - lt. RIA Novosti - eine Luftraumverletzung nicht aus.

    Sein - lt. dem selben Bericht - angefügtes "Shit-Happens"-Argument erscheint mir allerdings kaum geeignet, die syrische Luftabwehr erheblich zu belasten.

    Bliebe immer noch die Frage nach dem Recht; und den Flugverlauf sollte am besten eine unabhängige Behörde prüfen, wenn das denn politisch und technisch möglich ist.

    Eine Leserempfehlung
    • Lukan
    • 23.06.2012 um 13:47 Uhr
    44. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

  3. 45. danke..

    justrecently für den Hinweis. Ich habe es nach meinem Kommentar gemerkt, und ihren kommentar mit einer empfehlung unterstützt.

    "Es steht natürlich jedem frei, in einer Diskussion einfach von bestimmten, persönlich gewählten Axiomen auszugehen (z. B., wer sind die Guten, wer sind die Bösen), aber ich finde es bedauerlich, dass es meistens im Wesentlichen dabei bleibt."

    -> das sehe ich auch so. oft haben einige mitforisten eine intuition oder was auch immer wie etwas eigentlich sein müsste, behaupten dann, dass es so sein müsste und verteidigen dies dann mit aller härte :)

  4. .. aber wo ist die quelle für :

    "Abwehr durch Abschuss von in den Luftraum eindringenden unbekannten Flugzeugen ist immer noch eine souveräne staatliche Maßnahme" ?

  5. Hier ist der wichtigste Teil des viel zitierten und wenig gelesenen Art. 5:

    "The Parties agree that an armed attack against one or more of them in Europe or North America shall be considered an attack against them all and consequently they agree that, if such an armed attack occurs, each of them, in exercise of the right of individual or collective self-defence recognised by Article 51 of the Charter of the United Nations, will assist the Party or Parties so attacked by taking forthwith, individually and in concert with the other Parties, such action as it deems necessary, including the use of armed force, to restore and maintain the security of the North Atlantic area."

    Im Zusammenhang mit der vorliegenden Situation sind zwei Bemerkungen angebracht. Erstens: Der Abschuss eines einzigen Flugzeuges, zumal wenn es unauthorisiert in fremden Luftraum eintritt, wird in aller Regel noch nicht als bewaffneter Angriff gewertet. Natürlich kann das auch anders ausgelegt werden, ich sage nur, wie es in der Regel gehandhabt wird. Zweitens: Die Integrität des Nord-Atlantik Gebietes ist durch diesen Akt der syrischen Streitkräfte in keinster Weise gefährdet worden - es liegt ja auch kein Angriff auf türkisches Territorium vor.

    Von daher wäre eine Berufung auf Art.5 arg an den Haaren herbeigezogen.

    2 Leserempfehlungen
  6. Ich denke nicht, dass die Türkei ein Interesse hat, direkt militärisch einzugreifen. Man stellt lieber der syrischen Opposition Rückzugsraum bereit, während die USA und Saudi-Arabien sie finanzieren. Wesentlich bequemer und deutlich unverfänglicher. Das verstößt natürlich eklatant gegen die Friendly Realtions Declaration, aber 'im Gegenzug' hat Assad seine Legitimität längst verloren - weshalb dieses Vorgehen zumindest aus moralischer Sicht deutlich unproblematischer scheinen mag. Was bleibt, sind vor allem (geo-)politische Interessen.

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