Balkankonflikt : Zwei deutsche Soldaten im Kosovo verletzt

Im Nordkosovo sind zwei deutsche Soldaten bei der Beseitigung serbischer Barrikaden angeschossen worden. Einer der Soldaten musste im Krankenhaus behandelt werden.

Bei der Räumung einer Straßensperre im Norden des Kosovo sind zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Die beiden Männer wurden angeschossen, als sie eine von Serben errichtete Barrikade beseitigen wollten, berichtet das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam . 


Nach Angaben von Augenzeugen versuchten in der Nähe einer Ortschaft nördlich von Mitrovica etwa 500 Serben, die gewaltsame Räumung einer ihrer Barrikaden durch deutsche Kfor-Soldaten zu verhindern. Die Soldaten setzten Tränengas ein, um weiteren Serben den Zugang zur Barrikade zu versperren. Daraufhin fielen Schüsse.



Nach Angaben des Einsatzführungskommandos musste einer der Männer wegen einer Schussverletzung am Oberarm ins Krankenhaus gebracht werden. Der andere wurde am Ohr getroffen. Er konnte vor Ort versorgt werden. Die umkämpfte Straßensperre war von den Serben vor knapp einem Jahr errichtet worden. Sie wollen damit verhindern, dass die albanisch geführte Regierung in Prishtinë die Kontrolle über den von Serben bewohnten Norden Kosovos übernimmt. 



Die Kfor unter dem deutschen Oberbefehlshaber Erhard Drews hatte wiederholt vergeblich versucht, diese und zahlreiche andere serbische Straßenblockaden zu brechen. Die von der Nato geführte Kfor-Truppe hat den Auftrag, die volle Bewegungsfreiheit im Nordkosovo sicherzustellen. Insgesamt hat die Nato im Kosovo derzeit etwa 6.200 Soldaten im Einsatz. Die Bundeswehr beteiligt sich mit etwa 1.300 Soldaten .

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Kommentare

25 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Es mag durchaus sein, dass Serbien als eine Art russischer Vorposten betrachtet wird, für die Rolle des Agressors bedarf es jedoch keiner Vorurteile; das hat das serbische Volk auch ganz von allein hinbekommen. Ich will damit nicht die übrigen Völker von jeglicher Schuld reinwaschen, aber die Konzentrationslager in Bosnien und Herzegowina sowie der Genozid in Srebrenica hinterlassen nun mal die ein oder andere Spur bzw. Eindruck, den man nicht ohne weiteres einfach mal vergessen kann. Zumal mir niemand glaubhaft klar machen kann, dass niemand den Kriegsverbrecher R. Mladic in dem einen kleinen Dorf erkannt haben soll. Das sagt einiges über die Solidarität und die Einstellung des serbischen Volkes aus.

Im Übrigen kann ich interessierten Mitforisten bzgl. des Zerfalls von Ex-Jugoslawien und den Versuch der ethnischen Säuberung in Bosnien die BBC-Dokumentation (The death of Yugoslavia)nur empfehlen!
Es spricht ganze Bände, wenn z.B. der ehemalige kroatische Präsident Franjo Tudman davon redet, wie sie (Kroaten&Serben) am liebsten Bosnien aufgeteilt hätten.

Den verwundeten deutschen Soldaten gute Besserung. Hoffentlich spitzt sich die Lage nicht noch weiter zu...

sehr lächerlicher Kommentar

in sehr vielen Ländern dieser Welt leben mehrere Völkchen nebeneinander, auch in Deutschland. Dies ist unbestritten.

bis auf wenige Ausnahmen würde aber niemand auf die Idee kommen, in seinem Land Straßensperren zu errichten. Werden diese beseitigt, um Freizügigkeit innerhalb des Landes herzustellen, ist dies eine berechtigte, rechtmäßige Tat.

Wird dabei auf die Ordnungsmacht geschossen, dann ist wohl der Rubikon überschritten. An dieser Stelle verliert sich jeglicher Respekt, den ich für die Situation dieser Minderheit hätte. Stellen Sie sich vor: die Sorben riegeln die Lausitz ab .... unfassbar wie Sie an dieser Stelle darauf bestehen können, dass die Serben anders behandelt werden wie die anderen Kosovaren. Die Serben hätten dieses Problem ja nicht mal, wenn sie nicht einen Krieg vom Zaun gebrochen hätten.

absolutes Unverständnis

Status vor Standards

Die Situation stellt sich natürlich anders dar: Die Serben sind in Serbien die Mehrheit, die Albaner eine Minderheit. Diese Minderheit hat sich mit Hilfe ausländischer Protektion auf einem Gebiet für unabhängig erklärt, dass ethnisch durchmischt ist und das während der letzten 100 Jahre, besonders über die zwei Weltkriege hinweg, von der dort ansässigen serbischen Bevölkerung gesäubert wurde. Mit dem Verbot Titos zur Rückkehr der Serben nach ihrer Verteibung durch die mit NAZI-Deutschland kollaborierenden Kosovo-Albaner hat sich die ethnische Karte definitiv geändert. Die NATO hat 1999 völkerrechtswidrig Jugoslawien angegriffen, angeblich um die Zivilbevölkerung zu schützen. Warum sind dann nach dem NATO Einmarsch 200'000 Serben durch die Albaner vertrieben worden, weil es nicht um Humanität geht. Von dem angekündigten Standards und dem Rechtsstaat ist aber nichts umgesetzt worden. Kirchen und Glaubensdenkmäler sind mit Stacheldraht umzäunt, die Serben haben keine Bewegungsfreiheit in ihrem eigenen Land. Wie kann man die Souveränität Serbiens über Kosovo abstreiben aber gleichzeitig den Anspruch der sogenannten Verwaltung in Prishtina auf Gebiete ausdehnen, die von Serben bewohnt sind, man kann es in einem Rechtsstaat eben nicht. Dies geht nur unter Gewaltanwendung und dies ist es, was seit 1999 täglich geschieht.

@Statist

Den Krieg haben die Serben nicht vom Zaun gebrochen, diese haben einen legitimen Anti-Terror Krieg geführt, bis dieser Terror nicht westlich legitimiert wurde und aus Terroristen Freiheitskämpfer machte, der auch viele Albaner zum Opfer fielen.

Am besten Rudolf Scharping fragen, der muss es ja wissen: http://www.youtube.com/wa...

Zu dem Beispiel Sorben - bildlich gesprochen: Warum sollten sie keine Barrikaden errichten, wenn sie von deutschen Übergriffen nur unzureichend duch die DFOR, UMNIK und NATO geschützt, deren Häuser in Brand gesetzt, und immer wieder Attacken ausgesezt werden?!?

Hoffe Ihr Verständnis angeregt zu haben.

"Die Serben hätten dieses Problem ja nicht mal..."

Sie sollten nicht vergessen,daß es sich bei der UCK um eine paramilitäruische Einheit handelte,unterstützt von den USA und der NATO, die den Namen Terrororganisation durchaus zu Recht tragen könnte. Anschläge auf serbische Polizisten, serbische Zivilisten und Alabanern ddie der Kollaboration bezichtigt wurden, sind bekannt.
Morde, Vergewaltigungen, Brandstiftungen und Plünderungen, die sich gegen die Serben und Roma im Kosovo richten waren ebenfalls keine Einzelfälle.

Die bevorzugenden Maßstäbe für die serbische Minderheit...

... im kosovarischen Alltag scheinen Sie ja gänzlich auszublenden, vielleicht aus Unwissenheit oder bewusst? Fakt ist doch, dass nach wie vor auf kosovarischem Staatsgebiet, diese jene serbische Minderheit sich dem geordneten Zusammenleben und der staatlichen Administration gänzlich entzieht und dieser mit aller Gewalt widerstrebt. Serbische Mitbürger auf kosovarischem Territorium zahlen keine Steuern, fahren z.B. ihre Autos mit ungültigen serbischen Kennzeichen die es schon lange nicht mehr gibt, zahlen dementsprechend auch keine Fahrzeugversicherung und sonstige Abgaben in dem Land in welchem sie beharrlich weiterhin Ihren großserbischen Illusionen nachtrauern welche durch dunkle Spenden vom benachbarten Vaterland Serbien gesponsert werden. Die gesetzlosen Zustände im Nordkosovo - also ab der nördlich getrennten Stadthälfte Mitrovicas wo z.B. kürzlich erst zwei albanische Familienväter (einer als Polizist im Einsatz) per Kopfschuss hingerichtet wurden - müssen wir nicht weiter kommentieren. Über so viel Gesetzlosigkeit hat die kosovarische Regierung zusammen mit EULEX schon genug Milde und Amnestie walten lassen. Wieviel Bevorzugung und Toleranz soll noch eingeräumt werden, für einen Agressor der sich immer noch die Maske der Opferrolle aufsetzt und die internationale Staatengemeinschaft mit Gewalteskalationen und Heuchlerei an der Nase rumführt?

Grossalbanien im Blickpunkt

Können Sie Ihre Behauptung belegen, die "Polizisten" seien hingerichtet worden?

Mit welchem Recht beanspruchen die Kosovo-Albaner Territorien, die ihnen weder historisch, ethnisch oder rechtsstaatlich angehörig sind, mit keinem. Die partielle albanische Bevölkerungsmehrheit ist nur auf Basis ethnischer Vertreibung entstanden. Wenn die Kosovo-Albaner als Minderheit in Serbien einen Selbstbestimmungsrecht erheben, können sie nicht gleichzeitig die Selbstbestimmung der Serben negieren. Daraus folgt zwangsläufig, dass der Anspruch auf das von ihnen postulierte "Territorium" nur unter Gewaltanwendung, Vertreibung und Enteignung erfolgen kann. Das Ziel ist ein Grossalbanien, egal mit welchen Mitteln, und folgende Gebiete umfassend: Kosovo, Westmazedonien, Nordgriechenland, Albanien, OstMontenegro. Dast sind die Fakten und keien Unwahrheit die sie vorbringen, kann daran etwas ändern. Die EU sponsert diesen ethnische Wahnsinn mit Milliarden, die unseren Bürgern in den bereits klammen Geldbeuteln wirklich fehlen.

Ihr Verständnis (1/2)


Für Ihren Kommentar gilt:

1) Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

Ihr "Vergleich" mit der Lausitz ist frei von jeglicher historisch-sachlichen Grundlage.
Da Sie - entgegen elem. Fakten - dabei auch noch stark verallgemeinern und offenbar eine hierzulande übliche, schlichte Erklärung (Krieg vom Zaun gebrochen) für den Zerfall Ex-Jugoslawiens pflegen, so ist Ihr (sic!) "absolutes Unverständnis" eine durchaus verständliche Folgerung. Bei Mitbürgern mit einem solchen, von kontextualen Zusammenhängen unbelasteten "Verständnis" der Lage da unten empfiehlt sich auf die paar Kleinigkeiten hinzuweisen:

a) die Befreier Kosovos haben auch Mazedonien ebenso "befreien" wollen, obwohl dort im Unterschied zu Serbien, bzw. Kosovo keine Albaner weder zum damaligen Zeitpunkt noch heute über eine autonome Provinz mit eigener offiziellen Amtsprache, Regierungsbeteiligung, Entwicklungshilfe, alban. Universität, usw. verfügten (alles von Belgrad errichtet),

b) alle als UNESCO-Welterbe aufgelisteten Kulturdenkmäler Kosovos sind serbisch-othodox und jahrhunderte alt; kein einziges gehört den Kosovo-Albanern, obwohl diese schon immer dort gelebt haben,

c) K-Albaner haben eine Geburtenrate, mit der sie bereits jahrzehntelang die Weltspitze beanspruchen, und so mancher stolzer Kommentator aus dieser Gruppe hier im Forum hat es mit einem einfachen Satz schon mehrere Male offen gelegt: "wir werden aber immer mehr". (dazu siehe z.B. als leichte Kost SPIEGEL, 17, 2008)

Ende Ihr Verständnis (1/2), Fortsetzung folgt.