Euro-Krise : "Lasst Banken pleitegehen"

Nach Ansicht eines Pimco-Managers schlagen EU und Bundesregierung bei der Euro-Rettung den falschen Kurs ein. Bankenpleiten seien nötig, auch wenn sie Folgen hätten.
Die Unternehmenszentrale von Pimco in Kalifornien © Lori Shepler/Reuters

Die europäischen Banken zu retten ist nach Einschätzung des Fondsmanagers Andrew Bosomworth nicht richtig. Der Deutschland-Chef bei Pimco, dem weltweit größten Investor in Staatsanleihen, kritisierte den Euro-Rettungskurs der EU und der Bundesregierung . In einem Gespräch mit der ZEIT sagte Bosomworth: "Ja, eine Bankpleite wird Folgen haben, aber sie werden weniger dramatisch sein, als wenn wir so weitermachen wie bisher und alle Banken retten."

Die Angst vor einer Ausweitung der Finanzkrise sei nicht mehr verständlich, nachdem auch Spanien unter den Rettungsschirm flüchten musste. Die Ansteckung sei "längst passiert", sagte der Pimco-Manager. "Ich denke, es ist wichtig, diese Angst jetzt über Bord zu werfen."

Nach Ansicht Bosomworths sind die Folgen einer Bankpleite geringer, als die der Rettung aller Banken. Doch seit dem Ende von Lehman sei insbesondere in der Euro-Zone kaum eine Bank pleitegegangen. "Sie wurden immer verstaatlicht, und die Verluste wurden sozialisiert." Es sei höchste Zeit, die Verluste der Kreditinstitute nun auch an die Kreditgeber und Aktionäre weiterzugeben. "Lasst insolvente Banken pleitegehen", sagte er. Der Markt könne sonst nicht funktionieren.
 
Der Pimco-Manager forderte eine "europäische Regierungserklärung". Gebraucht werde "ein glaubwürdiges Konzept, so wie es 1989 den Delors-Bericht gab, der den Weg in die heutige Währungsunion vorzeichnet." Ein solcher Fahrplan für den Weg in eine politische Union, mit gegenseitiger Haftung der Staaten, würde den Investoren Sicherheit geben, sagte Bosomworth. "Wir erwarten keinen kostenfreien Weg in die politische Union. Aber wir brauchen ein Ziel."
 
Bosomworth warnte vor einem Rückfall in Nationalismus und einer Entwicklung wie in den 1930er Jahren: "Mich beunruhigt die einseitige Angst vor Inflation . Ich halte diese Furcht für überzogen. Hyperinflation wie 1923 wird es nicht mehr geben. Und hoffentlich auch nicht die Deflation der frühen 1930er Jahre." Sorgte mache ihm aber, dass immer mehr Bürger das Vertrauen in die Währung verlieren und Sparkonten plündern könnten. "Das ist derzeit die größte Gefahr."

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Kommentare

64 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

niemand t r e i b t Banken in den Ruin

das besorgen die schon ganz alleine selber!

Man treibt hiuer allenfalls Menschen die man um ihre Lebensleistung wie Renten , Lbensversicherungen etc bingt in den Ruin.

Gestatten Sie mir 2 Fragen:

1. Warum wurden von den Überdurchschnittlichen Zinsen, die als Risikoprämie gerechtfertigt wurden, keine Rücklagen eben zur Absicherung dieses bekannten Risikos gebildet? Jeder Seriöse Kaufmann würde das tun!

2. Warum liest man nie etwas über Kapitalerhöhungen dieser Banken, sind die Aktionäre nur für Dividenden und Kursgewinne zuständig?

Bankenpleiten sind notwendig

Arbeitnehmer oder Unternehmen sind in einer Marktwirtschaft ebenfalls systemrelevante Elemente, und trotzdem lässt man Unternehmen pleite gehen oder schickt Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit. Das muss im gewissen Umfang auch so sein, weil der Markt sonst keine Korrekturen durchführen kann. Warum soll das gerade bei Banken anders sein? Richtig ist doch nur, dass bei der Pleite einer Bank nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Gläubiger betroffen sind, und zu denen gehören auch alle, die Einlagen gemacht haben. Da könnte man jetzt überlegen, welche Gläubiger man für besonders schützenwert hält, und denen einen unmittelbaren Schadensausgleich geben oder wenigstens einen Teil ersetzen. Nach der Pleite der Bank könnte man auch Modelle entwickeln, wie die Banken vom Staat aufgefangen und weitergeführt werden, dann aber nur mit einem staatlichen Gesellschafter, der für seine Aufwendungen und Kapitalspritzen auch den Gewinn einstreicht, wenn die Bank wieder auf die Füsse kommt. Dass der Aktionär in guten Zeiten Gewinne macht und in schlechten Zeiten sein Kapital gerettet bekommt - auf Staatskosten - ist weder einzusehen noch für das System notwendig.

Kaufmannsehre

Der seriöse Kaufmann mit seiner Kaufmannsehre gilt in den Kreisen der Hochfinanz als "von gestern" - oder steht gleich unter "Sozialismus-" oder gar "Kommunismusverdacht".

Und trotzdem: der seriös wirtschaftende Kaufmann mit seiner Kaufmannsehre wird auch die schwerste aller schweren Wirtschaftskrisen überstehen. Hamburg, Bremen und Lübeck stehen immer noch. Sie haben allen Stürmen getrotzt - eben wegen der speziellen ethischen Berufsauffassungen ihrer Kaufleute und Reeder. Dasselbe gilt für Venedig, Antwerpen und Genua.

Unseren täglichen Freiheitsfreund gib uns heute ...

"Banken sind in einer freiheitlichen Marktwirtschaft systemrelevante Elemente."

Das ist ein Widerspruch in sich. Wenn es "systemrelevante Elemente" gibt, ist dieses System nicht mehr frei sondern abhängig.

"Sie leichtfertig in den Ruin zu treiben hieße, einem drohenden Systemwechsel Munition zu liefern."

Wie schon in einem anderen Kommentar korrekt erwidert, treibt hier niemanden irgendwen in den Ruin, und schon gar nicht leichtfertig. Es wird spekuliert. Es wird gezockt, weil die Renditen welche vom Wachstum der Realwirtschaft gedeckt sind, den Investoren nicht mehr ausreichen.

Wo es dann Gewinner (Zins) gibt, muss es aber auch Verlierer (Risiko) geben.

Wenn ein System ständig Gewinner und Verlierer produziert, und die Gewinner (Kapitaleigner) nicht mehr verlieren, und die Verlierer (Steuerzahler) folgerichtig auch nicht mehr gewinnen können, dann ist dieses System nicht nachhaltig - und es ist allerhöchste Zeit für einen Systemwechsel!

Oder, um schlicht den Artikel zu zitieren:
> "Lasst insolvente Banken pleitegehen", sagte er.
> Der Markt könne sonst nicht funktionieren.

Nicht, daß dies auch nur ansatzweise eine neue Erkenntnis wäre. Umso erstaunlicher ist es, daß es selbst im sechsten Jahr der Finanzkrise noch Leute gibt, die das nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen - und dieses völlig degenerierte System auch noch verteidigen ..

Re: Bankenpleiten sind notwendig

> Dass der Aktionär in guten Zeiten Gewinne macht und in
> schlechten Zeiten sein Kapital gerettet bekommt - auf
> Staatskosten - ist weder einzusehen noch für das System
> notwendig.

Das hieße ja, die oberen 10.000 Kapitalbesitzer sind Kapitalismus-befreit. In welchem System leben sie dann, wenn sie dieses System doch für schützenswert halten und das Schreckgespenst ("Kommunismus") regelmäßig aufscheuchen?

Das meinen Sie als Scherz, nicht wahr?

"Banken sind in einer freiheitlichen Marktwirtschaft systemrelevante Elemente"

Und ich dachte, in das relevante an dem System einer Marktwirtschaft sei, dass der Verursacher auch die Konsequenzen zu tragen hätte - und nicht Unbeteiligte?

Aber vielleicht verwechsele ich Ihre "freiheitliche" auch mit fer "Neuen Sozialen marktwirschaft". (Da ist das Relevante wie das Soziale ja das Sozialisieren der Verluste.)

Wie der erste Leserbrief sagt!

Wir müssen die Banken/Fonds mit sammt den Investoren auch pleite gehen lassen, damit es Folgen hat.
Und zwar Folgen in den Hirnen, damit nicht selbst solche Leute wie unserer Kanzlerin den Stuß daher schwätzen" Wir dürfen die Märkte nicht verunsichern".
Es hat sich in unseren Hirnen die Überzeugung eingenistet die Märkte wären der Üol um den sich alles drehen muß. Aber in Wirklichkeit nutzen diese Märkte nur nicht eingezogene Leitblanken ähnlich dem Motto: Ich muß die Waffen ins Spannungsgebiet verkaufen, weil sonst macht ein anderer das Geschäft.
Würden wir aber Gedankengänge an erste Stelle stellen wie:
"Sparen zu können ist eine Gabe der Realwerteschaffenden Tätigen und der diese Werte pflegenden Personenkreis außerhalb der Erwerbstätigkeit. Richtig wäre es, daß der Anleger dafür das er diese Möglichkeit hierzulande nutzen darf, an den Staat einen Obolus bezahlt."
Dann würde die Welt wieder bei A beginnen und wir könnten wieder richtige Entscheidungen in einem richtigen System treffen.

Der Verursacher, daran will ich nur kurz erinnern.....

.....ist derjenige, der verursacht. Die Staatsschulden wurden nicht von den Banken gemacht, sondern auf Geheiß des Souveräns. So weit es die Banken betrift, haben sie sich meist nur an Regeln gehalten, die Ihre Vertreter gemacht haben.

So wären Ihre Vertreter Handlungsgehilfen und Sie wären Verursacher. Oder sind Sie nicht Wähler und Bürger?

@ 3. Hier steht nun alles auf dem Kopf

"...Banken sind in einer freiheitlichen Marktwirtschaft systemrelevante Elemente. Sie leichtfertig in den Ruin zu treiben hieße, einem drohenden Systemwechsel Munition zu liefern..."
Wenn hier Banken pleite gehen, dann doch wohl nicht, weil sie einer in den Ruin getrieben hat, sondern es das eigene Unvermögen, die Gier und die Spekulation waren, ohne dass sie über eigenes Geld verfügten. Ein paar von den Verantwortlichen mal richtig an den Pranger gestellt und dann hätte der Rest vielleicht Vernunft angenommen.

So viele offensichtlich Fehler Behauptungen in so wenig Sätzen

Respekt, ab an die Uni und BeWi/VoWo gelehrt. Da sind Ihre Meinungen wohl noch zeitgemäß.

Aus dem echten Leben wissen echte Menschen mit echten Bedürfnissen und Sorgen, dass die fanatische, religionsähnliche Verehrung von Geld ein Problem ist, nicht die Lösung.

Aprospos Religion: Jesus hat die Geldverleiher aus dem Tempel vertrieben und im Islam ist die Forderung nach Zinsen untersagt. Es könnte gut sein, dass da Erfahrungen eingeflossen sind, die zum Beispiel unsere C-Parteien noch nicht begriffen haben =;)

Kai Hamann
PS: Ich bin kein religiöser Mensch, akzeptiere aber, dass sich in tausenden Jahren Geschichte Regeln für den erfolgreichen Umgang im Miteinander herausbilden können, die man begreifen sollte, bevor man sie ändert.

@ K. Nr.45

Die Krise vieler Banken hat mit den Staatsverschuldungen bzw. dem Geheiß der Staatssouveräne, einem regelkonformen Verhalten der Banken, eher wenig bis gar nichts zu tun.

Viele Banken befinden sich nicht deshalb in Schwierigkeiten, weil sie hochverschuldeten Staaten (weiter) Kredite gegeben oder deren Anleihen gekauft haben, sondern weil sie zu oft zu riskante Kredite an nicht-staatliche Kunden vergeben haben.

In den USA wurden massenhaft Eigenheimkredite an Private ohne ausreichende Bonität vergeben. Die Banken setzten auf immer weiter steigende Immobilienpreise, also darauf, die als Sicherheit erhaltenen Immobilien rentabel verwerten zu können, wenn der Kreditnehmer zahlungsunfähig wird: Zahlt der Kunde seinen Kredit zurück, verdienen sie an den Zinsen, zahlt er ihn nicht zurück, verdienen sie auch, indem sie das Haus zum gestiegenen Marktwert verkaufen. In den USA kam dann noch dazu, dass es den Investmentbanken gelang, aus Immobilienkreditforderungsbündel, in denen reichlich aufgekaufte notleidende Kredite steckten, Anlageprodukte mit Topratings zu machen und an den Mann zu bringen.
Eine wesentliche Ursache der spanischen Bankenkrise ist ebenfalls, dass die Banken, auf immer weiter steigende Immobilienpreise spekulierend, die Kredite nur so hinterherwarfen ohne auf die Kreditwürdigkeit zu achten.

Die in Not geratenen Banken haben ihre Krise v.a. durch Leichtfertigkeit und Spekulationsfreude selbst (mit-)verursacht, nicht die Staatssouveräne, Wähler, Steuerzahler.

don't feed the troll

"Banken sind in einer freiheitlichen Marktwirtschaft systemrelevante Elemente. Sie leichtfertig in den Ruin zu treiben hieße, einem drohenden Systemwechsel Munition zu liefern."

Wollen wir mal das beste hoffen,
so können wir dann endlich die "Die freiheitliche Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft" umsetzen.

eine Wirklich freie Marktwirtschaft und keine "Freiheitliche", in der gewinne privatisiert und Verluste solidarisiert werden.

So besitzen wir dann die "Freiheit" nicht für den Erhalt der Kapitalreserven einer verschwindend geringen Minderheit zu bezahlen.

Das wär doch was mein lieber "Freiheitsfreund"

"Nachteile der repräsentativen Demokratie"

"Die repräsentative Demokratie konzentriert die Macht in den Händen einer Oligarchie, was die Wahrscheinlichkeit von Korruption und Lobbyismus erhöht.
Da das Volk die tatsächliche Regierungsgewalt mit den Wahlen vollständig an seine gewählten Vertreter Abtritt, hat es auf gesetzlicher Ebene keine Möglichkeiten mehr zur Einflussnahme auf politische Entscheidungen seiner Vertreter.
So besteht die Gefahr, dass Wählerstimmen mit Wahlversprechen geworben werden, diese Versprechen jedoch nicht eingehalten werden und letztlich zu Gunsten von Einzelinteressen an den Interessen des Volkes vorbei regiert wird."

http://de.wikipedia.org/w...

wenigstens haben wir hier kein 2 Parteien System wie in der USA Dort sind die "Handlungsgehilfen" wesentlich liberaler wenn es um Spitzensteuersätze etc. geht.

Bei allem Respekt den ich vor ihren Kommentaren habe,

sie wissen genau für wen Politik gemacht wird und wer der Souverän ist.

Ist es der der Wählt oder
der der die Kandidaten aufstellt und deren Wahlkampf Bezahlt ?

Ist es der Der sich Persönlich mit Abgeordneten Trifft, die ihm noch etwas schulden oder der den er nie zu Gesicht bekommt, dessen Leid er getreu nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn, ausblenden kann ?

auf wen würden sie hören als "Politiker"

Graben sie weiter..

Ihre Analyse ist korrekt aber unvollständig.
Die Frage ist doch, warum sich das Geschäftsmodell der Banken überhaupt gelohnt hat.
Damit so hohe Risiken eingegangen werden müssen sie erstmal die entsprechende Rendite abwerfen - und hier kommen Zentralbanken und auch Staaten ins Spiel.

Beide spielen eine große wenn es ums Wachstum der Geldmenge geht.
Diese wächst stark an wenn z.b. Zentralbanken den Leitzins unter den natürlichen Zins(der durch Angebot & Nachfrage entsteht) setzen; aber auch wenn Staaten mehr Schulden machen (Schulden = Kreditkontrakt = Geldschöpfung).
Wächst nun diese Geldmenge stärker als die Summe an Güter und Dienstleitungen kommt es entweder zu Güterpreisinflation oder zu Vermögenspreisinflation(Assetinflation)'Blasenbildung'.
Es kam zu letzterem.
Die Nachfrage nach Immobilien stieg(housing bubble), plötzlich rechnete es sich sogar Habenichtsen einen Immobilienkredit geben(subprime bubble) und Staatsanleihen zu kaufen ohne "genau hinzuschauen"("Eurokrise")..
Wenn man zu fast 0% Geld bekommt, da lohnen sich auf einmal die riskantesten Investments. Selbst wenn 1, 2 Schuldner ausfallen, es gibt immernoch genug Profit.
Solang bis die Zentralbanken irgendwann ihr Geld wieder haben wollen...
Oder Staaten zahlungsunfähig werden.

http://www.youtube.com/wa...

Nebenbei:

Die massive Verbriefung der Hypotheken liegt an dem historischen Trennbanken System(bis Ende der 90er, aber immernoch vorhanden) der USA.. Die Investmentbanken hatten kaum Zugriff auf das Geschäftsmodell der Immobilienbanken.
Komisch das die Linken jetzt nach so einem System schreien.

Und es waren/sind auch staatliche Regulierungen: Erst hohes Eigenkapital vorschreiben, viel Staatsanleihen ausgeben und diese für Mündelsicher erklären damit sie zum Kernkapital zählen, dann den Banken niedrige Zinsen geben und auf einmal wundert man sich wenn sie ihre Bilanzen so riesig aufblähen dass sie andere Banken und ganze Staaten mit in den Abgrund ziehen können.

Leman Returns

Super Idee. Wir lassen einfach mal eine Hand voll Banken in Europa pleite gehen. Als hätte man mit der Leman Pleite nicht schon genug Chaos verursacht.

Wenn jetzt mehrere Banken umfallen, dann ist das Misstrauen wieder groß. Die Banken leihen sich kein Geld mehr, die Zinsen steigen, Kredite an Unternehmen werden nicht mehr vergeben, Investitionen werden abgewürgt, daraufhin können Kredite nicht mehr abbezahlt werden, Kreditausfälle reißen Löcher in die Bankbilanzen, diese liquidieren ihre Aktien, was die Börsen komplett crasht. Daraufhin gerät die Wirtschaft in eine Depression, Arbeitnehmer werden entlassen, Sozialausgaben steigen, Konsum wird zurückgefahren, Staaten verschulden sich noch mehr usw.

Das klingt zwar Paranoid, aber wir konnten dies 2008/2009 sehr schön beobachten. Die Wirtschaft ist ein Kreislauf und die Banken sind ein sehr wichtiger Teil davon. Dann soll der Staat lieber Banken mit Liquidität stützen und in besseren Zeiten auf eine ordentliche Gewinnbeteiligung bestehen.

Ist halt so:

auf internationaler Ebene sind bisher so ziemlich alle Versuche, Banken zu einem vernünftigen Risikomanagement zu zwingen (Basel XY), gescheitert. Gibt es jetzt noch etwas anderes, das sie zu weniger riskantem Verhalten anregen kann, als die Möglichkeit einer Pleite? Wenn die Banken stets aufs neue gerettet werden, besteht für sie doch nie der Anlass, einen Kurswechsel einzuschlagen.

Das ist der IST-Zustand

Wenn jetzt mehrere Banken umfallen, dann ist das Misstrauen wieder groß. Die Banken leihen sich kein Geld mehr, die Zinsen steigen, Kredite an Unternehmen werden nicht mehr vergeben...

Das ist der IST-Zustand derzeit. Vorschlag: Mit den eingesparten Milliarden die Staatsbanken austatten (z.B. KFW) und Privatpersonen und Unternehmen bis einer bestimmten Grenze (z.B. Privat: 50.000 €, Kommerziell: 5 Millionen) erlauben ihre Kredite umzusiedeln.

Der Rest geht pleite. Wir müssen ja nicht jeden Großinvestor retten, oder?

Karl Marx hat recht.

Das Problem des aktuellen Kapitalismus ist der Umstand, dass sich in zahlreichen Vorstandsetagen der Finanzindustrie Allmachtsphantasien breit gemacht haben: man kann, so glaubt man, ganze Volkswirtschaften in Geiselhaft nehmen, demokratische Prozesse quasi ausschalten und bei Zuwiderhandlung seitens politischer Akteure zu drakonischen Maßnahmen greifen: Das Ausspielen der Standortkarte, wie weiland Josef Ackermann während der Lehman-Pleite ist dabei noch die mildeste Form. Auftragskiller, Privatarmeen bestehend aus Söldnern lassen sich mit vergleichsweise wenigen finanziellen Mitteln rekrutieren. Auch das Zocken gegen ganze Staaten, die Quasi-Enteignung der Bevölkerung oder die Installierung von bezahlten Diktatoren sind möglich. Unter solchen Vorraussetzungen werden politische Amokläufe einzelner Allmachtsphantasten und deren Zöglingen wie weiland einst im April leider wieder möglich.

Es ist für mich absolut unbegreiflich, dass man anscheinend immer noch nicht an vielen Stellen in der Bevölkerung begriffen hat, worauf es die ihrem Selbstverständnis nach "Verteidiger des Privateigentums" abgesehen haben: nämlich auf das Vermögen der einzelnen Menschen.

Dieser Kapitalismus ist auf dem Weg des vollständigen Zusammenbruchs. Moralisch und politisch ist er bereits am Ende und steht genau da, wo der Staatssolzialismus stalinistischer Prägung im Jahre 1989 stand. Inklusive Funktionärsunwesen und einer selbsternannten, nach außen hermetisch abgeschlossenen "Elite". Marx hat recht.

Geldflut

"Das ist der IST-Zustand derzeit"

Meiner Meinung nach sieht der IST-Zustand so aus:
Die EZB verschenkt das Geld an die Banken, welche sich fleißig bedienen können und im Geld schwimmen. Quasi eine Gelddruckmaschine.

Fakt ist: Im System ist sehr viel Geld im Umlauf, die Frage ist nur, wohin damit?

Im Moment kann sich die Wirtschaft extrem günstig Geld leihen. Sei es über Kredite, oder über Anleihen.

Wieso? es war doch gut, dass Lehmann und Bear....

....pleite gingen. So wurde den Anlegern klar, dass sie auch aufpassen müssen. Das ist doch sehr wichtig. Ob man alle Banken pleite gehen lassen sollte hingegen, ist fraglich. Da wäre das Resultat wahrscheinlich eine Depression. Das wäre zu desruptiv. Nachdem Lehmann pleite war, rettete man andere Banken indem die Eigentümer ihr Kapital verloren. Das wäre hier vermutlich auch der richtige Weg gewesen. Wie man allerdings das Gebot staatlicher Handlungen nach dem Allgemeinheitsprinzip damit vereinbaren will....

Nur weil die Finanzkrise nach der Lehman Pleite

schlimmer wurde, ist dies noch lange kein Indiz, das die Lehman Pleite eben dieser Verschlechterung verursacht hat. Insgesamt wurde die Krise durch die enorme Menge an faulen Wertpapieren aus der US Immobilienkrise verursacht. Ob die Lehman Pleite den Gesamtumfang ausgefallener Wertpapiere deutlich erhöht hat, lässt sich kaum sagen. Es ist jedoch bezeichnend, das sich anscheinend niemand die Mühe macht, dies einmal zu untersuchen. Die Banken haben an Antworten auf diese Frage natürlich kein Interesse.

DIe Verursacher der Katastrophe solle "gerettet" werden

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man nuir noch lachen- wie schon Kurt Tucholsky sagte "lerne lachen, ohne zu weinen"
Wie fing das an?
Die Politik, unter anderen auch unsere "Retterin" Merkel, waren nach Bearbeitung durch die Banken vor Jahren der Meinung dass das Kapital seine gesetzlcihen Fesseln verlieren müßte- und die gleichen Mehlaugen,die das gemacht haben, versuchen uns nun zu erzählen wie sie die Staaten (sprich die Banken) mit unserem Geld retten wollen.
[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/lv

Das mit den Banken versteht eh kein Mensch mehr

Was nach dem Zusammenbruch von Lehmann noch logisch erschien, versteht heute eigentlich keiner mehr so richtig. Warum sind plötzlich private Firmen so "systemrelevant", dass sie um jeden Preis - auch um den Preis einer Staatspleite wie in Irland und Spanien - "gerettet", (teil-)verstaatlicht, werden müssen? Warum zahlt der Steuerzahlen für die Risiken von Firmen, natürlich nur wenn Verluste schlagend werden?

Die Zeit wurde nicht genutzt, ein passendes Insolvenzrecht für Großbanken auszuarbeiten. Es wurde auch keine einzige "systemrelevante" Bank zerschlagen, um die Risiken für die Volkswirtschaften handhabbar zu machen.

Ich war vor 2 Jahren wütend auf die Bundesregierung, inzwischen ist es mir nur mehr egal. Der EURO bleibt oder nicht, es gibt eine Wirtschaftskrise oder nicht, ... werd' eh nix dran ändern... traurig irgendwie.