Mali : Islamisten zerstören Weltkulturerbe in Timbuktu

In Malis Wüstenstadt Timbuktu wüten Islamisten. Mehrere jahrhundertealte Heiligtümer haben sie bereits zerstört, berichten Augenzeugen. Und sie wollen weitermachen.
Kämpfer der Islamistengruppe Ansar Dine nahe Timbuktu (Archivbild) © Romaric Ollo Hien/AFP/GettyImages

In Timbuktu in Mali haben Islamisten mit der Zerstörung der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen begonnen. Drei der insgesamt 16 Grabstätten von Schutzpatronen der alten Handelsmetropole seien bereits dem Erdboden gleichgemacht worden, berichteten Augenzeugen am Samstag. Die mit Kalschnikow-Schnellfeuergewehren und Spitzhacken bewaffneten Kämpfer der al-Kaida-nahen Gruppe Ansar Dine kündigten weitere Zerstörungen an.

"Die Bevölkerung schaut dem Treiben hilflos zu", sagte ein Journalist aus der Stadt. Laut Augenzeugen zerstörten die Islamisten binnen weniger Stunden die Grabstätten der Heiligen Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya und zogen anschließend in Richtung weiterer Mausoleen weiter. Die Berichte wurden aus dem Umfeld eines muslimischen Imams bestätigt. Wegen des bewaffneten Konflikts in Mali hatte das Unesco-Welterbekomitee die Wüstenstadt Timbuktu erst am Donnerstag auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

"Was ist die Unesco?"

Die Islamisten reagierten mit ihrem Zerstörungszug nach eigenen Angaben auf die Entscheidung des Welterbekomitees vom Donnerstag. Ihr Sprecher Sanda Ould Boumana kündigte an, Ansar Dine wolle noch am Samstag "ohne Ausnahme jedes Mausoleum in der Stadt zerstören". Dies sei ein Auftrag "im Namen Gottes". "Wir sind alle Muslime. Was ist die Unesco?", sagte Boumana.

"Das sind tragische Nachrichten für uns alle", erklärte die Vorsitzende des Unesco-Exekutivkomitees, Alissandra Cummins. Sie appelliere an alle an dem Konflikt in Timbuktu Beteiligten, Verantwortung zu zeigen. Ähnlich äußerte sich die russische Sitzungsleiterin in St. Petersburg , Jeleonor Mitrofanowa: "Verschonen Sie das (kulturelle) Erbe", sagte sie an die Islamisten gerichtet.

Das rund tausend Kilometer nördlich von Malis Hauptstadt Bamako gelegene Timbuktu am Rande der Sahara wird auch "Perle der Wüste" oder "Stadt der 333 Heiligen" genannt und zählt seit 1988 zum Weltkulturerbe. Die zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert von Tuareg-Stämmen gegründete Stadt war ein geistiges Zentrum des Islam und beherbergt Tausende historische Manuskripte. Neben drei großen Moscheen gehören 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe.

Ansar Dine hat seit April im Norden Malis zwei Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Die Islamisten kämpfen gegen die Regierungstruppen um die Herrschaft in dem afrikanischen Wüstenland, das mehr als dreimal so groß ist wie Deutschland, aber nur rund 14,5 Millionen Einwohner hat.

Kämpfe zwischen Islamisten und Tuareg

Die Islamisten hatten sich in ihrem Kampf gegen Regierungstruppen mit Kämpfern des Tuareg-Volkes verbündet , doch traten schnell Spannungen auf. Inzwischen gab es mehrmals heftige Gefechte zwischen beiden Gruppen, insbesondere in der südlich von Timbuktu gelegenen Stadt Gao. Die Tuareg wurden von den Islamisten aus Gao und Timbuktu vertrieben.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas forderte den UN-Sicherheitsrat unterdessen auf, mit einer Resolution die Entsendung einer regionalen Eingreiftruppe nach Mali zu unterstützen. Der Einsatz müsse so schnell wie möglich vorbereitet werden, hieß es in der Abschlusserklärung des Treffens. Die Ecowas warnte darin vor einer terroristischen Bedrohung durch die Islamisten.

Die Ecowas bereitet seit mehreren Wochen die Entsendung einer regionalen Eingreiftruppe von mehr als 3.000 Soldaten nach Mali vor. Dazu ist jedoch die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates erforderlich. Einen ersten Antrag hatte dieser als zu ungenau zurückgewiesen.

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Kommentare

216 Kommentare Seite 1 von 18 Kommentieren

Barbaren

Und weil die Kreuzritter sich im Mittelalter so verhalten haben kann man daraus in der Jetztzeit die Berechtigung ableiten, sich genau so borniert zu verhalten? Das ist doch absurd. Die Welt wird sich weiter drehen und in 500 Jahren wird jeder Moslem wissen was das für Barbaren gewesen sind. Aber vielleicht ist das der einzige Weg auf dem für den Islam der Hintergrund für so etwas wie eine Reformation entstehen kann.

@ 63 Und vor den Kreuzrittern wirkte segensreich der Islam.....

... an der Vernichtung der Bibliothek von Alexandria: "Als Alexandria 642 durch den Kalifen Umar ibn al-Chattab für den Islam erobert wurde, befahl er, noch vorhandene Bücher zu vernichten, die dem Koran widersprachen. Da nach islamischer Auffassung die übrigen Werke nur das wiederholten, was bereits im Koran stehe, seien sie überflüssig, und hätten guten Gewissens vernichtet werden können. Die Handschriften wurden zur Beheizung der öffentlichen Bäder verbrannt."

Ein schöne alte Tradition. Gelebte Steinzeit.

Seit über 100 Jahren umstrittene Theorie

Es ist ein Mythos das die Bibliothek von Alexandria durch den Weggefährten Umar verbrannt wurde. Seit dem 18. Jahrhundert ist diese Theorie umstritten.
Die Bibliothek wurde laut Fakten durch Christen und christianisierungs Prozess niedergebrannt.

Gerne können Sie auch den Wiki Artikel hinzunehmen.

http://www.muhajabah.com/...
In fact several Western writers dealt with the topic of the Library of Alexandria such as Gibbon, Butler, Sedillot and others but they didn't reach a final judgment. Many writers suspect the whole story. Gustav Lebon in "The Arab Civilization" emphasizes that the story is only a myth and says that "The said burning of the Library of Alexandria is a barbarian action which does not agree with Arab or Muslim morality. Man would enquire: 'How could prominent scholars believe such a story for a long time?' This story which was rejected in our time need not be discussed again. Nothing is easier than proving that Christians themselves burnt the books of the polytheists before Islamic conquest." Jack. S. Wrestler

„Strebe nach Wissen, selbst wenn du zu diesem Zweck bis nach China gehen müsstest.“ Prophet Mohammed
In 50 Jahren wird diese Aussage sehr aktuell sein, wenn nicht früher.
LG

Apologeten, selbst für die Barbarei

"The said burning of the Library of Alexandria is a barbarian action which does not agree with Arab or Muslim morality." - Ein wahrhaft zündendes Argument, bedenkt man das Thema des Artikels, um den es hier geht. Offenbar ist es ein Mythos zu behaupten, es wären Moslems, die dabei sind, die Stätten des Weltkulturerbes in Mali zu vernichten. Und auch Bamyan ist ein Mythos, die Taliban waren keine Moslems. Und als die Bücher des Averroes in Andalusien verboten und verbrannt wurden, waren keine Moslems am Werke, Allah bewahre - denn dies "does not agree....".
Da nun es aber nun auch keine Christen gewesen sein können, die die Bibliothek in Alexandria niederbrannten - denn dies "does not agree with Christian morality" und Caesar es aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls nicht war, so sind wir in der komfortablen Situation, nur etwas länger in Alexandria suchen zu müssen - irgendwo muß sie doch sein, die Bibliothek - denn keiner kann sie vernichtet haben, "because of the morality of....".

Unauffindbares Zitat

Zu Ihrem Zitat: „Strebe nach Wissen, selbst wenn du zu diesem Zweck bis nach China gehen müsstest." - Auf dem Wege nach China ist der Islam ja bis nach Indien vorgedrungen. Nur hat er dabei nicht Wissen gesucht, sondern tausende hinduistische Tempel und Klöster geschleift und, waren wohl wieder Irregeleitete?, alte Manuskripte und Schriftrollen in immenser Zahl vernichtet. Aber was mich mehr Interessiert: in welchem Hadith steht eigentlich dieses Zitat? Im Internet wird es gerne erwähnt, mit Quelle Sahih Muslim. Aber ich habe Sahih Muslim in meiner Bibliothek, auch in digitalisierter Form, und das Wort "China" taucht in keinem Hadith auf, dieses Zitat ist nicht zu finden. Was soll man daraus schließen.....? Oder können Sie es belegen?

leider

sind keine verlässlichen aufzeichnungen über das verschwinden der bibliothek erhalten
sollte es sie gegeben haben
was in anbetracht des scandales den der brand für die bildungsschichten bedeutete warscheinlich ist,
(allerdings ist dies nur zu vermuten, nicht nachzuweisen)
genau wie die verbreitung der kunde von britanien bis indien
so haben sie die zensur, bücherverbrennungs und umschreibewellen der nachvollgenden jahrhunderte nicht überlebt
weder in der christlichen
noch in der islamischen welt

soviel zur verschonung von büchern

Keine brauchbare Antwort

Tut mir leid, das beantwortet meine Frage nicht. Ich fragte nicht nach Sekundärquellen, sondern nach der Hadithen-Sammlung, die es enthält: Sahih Bukhari, Sahi Muslim, Ibn Madscha ,Abu Dawud as-Sidschistani, At-Tirmidhi, an-Nasa'i, ad-Darimi, al-Muwatta, Musnad ibn Hanbal und Abd ar-Razzaq ibn Hammam.
Das Câmiü’s-Sağîr ist keine Quelle der Sunna, sondern selbst ein Konglomerat von (zum Teil unechten) Aussprüchen. Da in den oben genannten Quellen der Sunna dieser Ausspruch Mohammeds nicht auftaucht, stellt sich die Frage, woher er wohl kommen mag?

Quelle?

Ich will nicht ähnliche Hadithe, ich will wissen, ob DIESES authentisch ist. Darum nochmal: eine seriöse Hadithsammlung gibt die Quelle an, und wenn Sie dieses Zitat aus einer solchen haben, sollte es Ihnen doch möglich sein, einfach zu sagen, in welcher Sammlung, welchem Buch unter welcher Nummer es zu finden ist. Und da Sie offenbar türkisch verstehen, und dort angeblich die Quellen angegeben sind: teilen Sie diese doch einfach mit und reden nicht um den Brei herum.

Es gibt auch solche "Heiligenschrein"

auch in der Türkei(googlebilder Türbe). Mit der Zeit entstehen Aberglauben in Bezug auf diese Gräber, bei einem war das so das man sich dort vor dem Grab auf ein wackeligen Stein stellte und ein Bittgebet ablegte, und wenn dieser Stein dabei gewackelt hat, war das ein Zeichen dafür, das das Gebet erhört wurde. Es gibt sehr viele ähnliche Geschichten. Zu Mali kann ich genausowenig wie sie etwas sagen. Man kann es wahrscheinlich mit Umerziehung bewerten, damit die Leute wieder auf den "Rechten Pfad" rücken.

@ 190 Ach so.

"Gustav Lebon in "The Arab Civilization" emphasizes that the story is only a myth and says that "The said burning of the Library of Alexandria is a barbarian action which does not agree with Arab or Muslim morality."

Na dann ist doch auch klar, daß die Kulturdenkmäler Timbuktus nicht durch Muslime, sondern vermutlich durch Christen zerstört werden. Vermutlich durch Touristen.

Die Größte und Beste Lüge der Menschheit

ist: Wenn du tust was wir (also eigentlich ja Gott) von dir verlangen und dein Leben für die Sache opferst, wirst du natürlich nach deinem Tod auf ewig im Paradies belohnt.

Wie Atatürk, türkischer Staatsgründer, sagte: "Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!"

Ich würde das noch Ausweiten: Jede Religion, allgemeiner: jede Ideologie, benebelt den Geist und macht den Menschen zum Untertanen. Man lässt sich leicht manipulieren und von irgendwelchen Predigern einflößen, dies oder jenes sei im Sinne Gottes.

Warum es mehr Gläubige als Atheisten gibt

Unsere Moderne Gesellschaft hat es verpasst, den Menschen wichtige Fragen zu beantworten: Worauf kommt es an im Leben, wie soll ich mein Leben gestalten, was ist der Sinn? Religion gibt Antworten, sie gibt Orientierung, einen Lebensentwurf (Beten, Fasten, Verhaltensregeln etc) und nicht zuletzt den Trost, dass es nach dem Tod weitergeht. Deshalb sehnen sich mMn viele Menschen nach Religion.

Meine Familie hat einen christlichen Hintergrund, ich habe Freunde mit islamischem Hintergrund, und bei Gesprächen staunen wir nicht schlecht: Die Geschichten vom Wirken Gottes, von Wundern, von Erscheinungen ähneln sich, hier war es Maria, dort Mohammed. Und doch beanspruchen alle Lager für sich, die "wahre" Religion zu sein. Ein Paradoxon von außen betrachtet.

Das Bedürfnis, die Welt zu erklären und zu verstehen ist psychologisch verankert, und Religionen geben einfache Antworten auf schwierige Fragen.

"Religionen geben einfache Antworten auf schwierige Fragen"

Aber geben sie die Richtigen?

In diesem Sinne hat es unsere "moderne Gesellschaft" ganz und gar nicht "verpasst", uns wichtige Fragen zu beantworten.

Sie lässt uns die Freiheit, diese Fragen selbst zu beantworten.

Was Sie schreiben ist alles richtig: für jemanden der noch Führung braucht.

Fragen Sie sich aber, welche Indizien gibt es, dass die Religionsgründer es besser wussten, dass ihre Erkenntnisse auch ein Modell für Ihr Leben ist.

Meine Antwort: Sie wussten es nicht.

Kurzum: "Wurzellosigkeit ist der neue Humanismus" so drückt es ein NASA-Manager aus.

Damit kommen nicht alle zurecht, wenden Sie ein? Das ist richtig. Die Bilder vieler zu Boden gebeugter Männer zeigt es.

Herzlichst Crest

zum Thema 'Kulturverbrechen'

Sie schreiben: ' diese islamisten die weltkultur zerstören sind fanatische verbrecher und hasser blind und skruppellose gestalten aus dem tiefsten mittelalter .'

1. Jeder, der will, kann im Internet eine virtuelle Gedenkstaette der demolierten Sufisten-Graeber aufstellen. Heutzutage sogar 3-dimensional, mit Vertonung, Spendensammlung und Gaestebuch.

2. Religionsfreiheit erfordert den Respekt vor dem Denken und Handeln anderer. Wollen wir stattdessen anfangen, in die Aera der Kolonialzeit zurueckzukehren, und der Bevoelkerung Malis erklaeren, dass sie unseren Regeln zu gehorchen haben?

3. Es ist noch nicht ganz so lange her, da wurden auch in Deutschland ganze Haeuserzeilen abgerissen oder gesprengt, die heutzutage auch Weltkulturgut haetten sein koennen. Wollen wir in den Archiven nachschauen, und herausfinden, wer damals daran alles beteiligt war? Als Politiker, Bauunternehmer und Nutzniesser? Wenn wir alle diese Leute, 'fanatische verbrecher und hasser blind und skruppellose gestalten aus dem tiefsten mittelalter', fuer ihre Untaten bestrafen wollten, dann muessten wir unsere alterheime entleeren und stattdessen neue Gefaengnise bauen.

Die 'Verbrechen', die die Bevoelkerung Malis heute begeht, die haben sich in Deutschland schon vor Jahrzehnten abgespielt - und bleiben noch immer ungesuehnt.

Vor dem Gesetz sind alle gleich - da spielt es keine Rolle ob die 'Verbrecher' malische Islamsten sind, oder deutsche Christen und Atheisten.

Ganz genau

Vielleicht haben wir uns missverstanden, ich werbe nicht für Religion, ganz im Gegenteil.

Es scheint mir nur, dass viele Menschen mit der Freiheit überfordert sind. Freiheit bedeutet, falls es sich ins Negative umkehrt, Orientierungslosigkeit. Und man darf auch nicht vergessen: Einige Menschen sind erfolglos, von Schicksalsschlägen geplagt, chronisch krank etc. Sich da von ganz alleine wieder aufraffen ist unglaublich schwerer als in Gottglauben.

In unserer Gesellschaft bedarf es eigener Initiative und einer gewissen Charakterstärke. Was machen wir mit den Menschen, die diese Eigenschaften nicht besitzen?

Ich sehe hierauf keine Antwort in unserer Gesellschaft, und deshalb werden genau diese Menschen von Religion angezogen. Insofern dient Religion als psychologisches Instrument, um mit seinem eigenen Leid fertigzuwerden.

Clindamycin

6.
110. bitte bedenken Sie: Der Islam ist die religion des Friedens

"bitte bedenken Sie: Der Islam ist die Religion des Friendes, die Menschen die die Zerstörungen begangen haben sind keine wahren Muslime. Richtige Muslime sind friedlich. Es ist schlimm, dass solche Taten immer mit der religion in Verbindung gebracht werden"

Dann erklären Sie doch bitte mal, warum soviele, es sind doch inzwischen nicht nur "versprengte" sich immer wieder auf den Islam berufen?Ist es nicht auffällig, dass unter diesem Deckmantel soviel Gewalt angewandt wird ?( Keine Unterstellung: 11. Sept. U-bahn London, Karikaturenreaktion etc etc..)
Wenn Sie den Islam als Frieden bezeichnen, warum stiftet er dann soviel Unfrieden? Wie sollen Außenstehende das verstehen, wenn nicht einmal die Vertreter dieser Religion eine Antwort haben?

Pauschalierungen - gute und schlechte

Wo bleibt die sonst so übliche Reaktion: "Bitte unterlassen Sie Pauschalierungen und unzulässige Verallgemeinerungen"?
Oder gilt dies nur in einer Richtung? Es gibt "gute" und "schlechte" Pauschalierungen, gern gesehene und zu unterdrückende? Oder ist es vielleicht gar keine Pauschalierung, sondern eine Meinungsäußerung? Dann wäre die entgegengesetzte Äußerung: Islam ist die Religion der Unterdrückung, der Kriege im Namen Allahs, ist protofaschistisch in der Apartheid gegenüber Frauen und Nicht-Gläubigen und der versuchten Etablierung einer religiösen Ordnung, in der dann Bilderstürme wie in Mali und irgendwann vielleicht auch Bücherverbrennungen nötig sind, doch ebenfalls eine zulässige Meinungsäußerung (vielleicht unterstützt durch ein paar Zitate aus Koran etc - ach ja, das ist nicht gern gesehen - aus dem Buch zu zitieren, daß den Islam begründet. Einmalig, nicht wahr? über eine Religion sprechen dürfen, ohne seine Schriften zitieren zu dürfen - wie über Kant diskutieren, aber aus der Kritik der reinen Vernunft bitte nichts bringen.
Also: ist das nun eine Pauschalierung oder nicht?

@109/110

Wenden wir mal Ihre Argumentation auf die kommunistische Ideologie an. Da argumentierten auch immer die kommunistischen Parteien im Westen - die Lehre ist ganz prima, leider haben in der Sowjetunion Verirrungen stattgefunden, die Machthaber dort waren eigentlich keine Kommunisten.
Gilt aber eigentlich nicht der Spruch: an ihren Taten sollt ihr sie erkennen?
Wenn Sie Recht hätten: wo bleibt die Fatwa gegen die die den Islam nicht friedlich durchsetzen wollen?

Es ist leichter in einer überschaubaren Gruppe zu leben als in einer riesigen Gemeinschaft wo keiner keinen richtig kennt und sich um ihn kümmert! Die REligion fasst eine Gruppe zusammen, die sich auf gemeinsame Werte geeinigt hat. "Gott " ist dabei einer dieser Werte.
Radikale Gruppen sind in der Regel noch kleiner und exklusiver, fordern noch mehr Einsatzt und absolute Hingabe an die Gruppe und deren Ziele. Das brauchen manche Charaktere um sich zu etwas nütze zu fühlen. Um sich sicher und gebraucht und aufgehoben zu empfinden. Gerade die Bereitschaft zur Gewalt ist dabei oft eine zusätzliche Stimulanz.: Ich bin etwas ganz Besonderes, ich setze etwas in Bewegung...usw. Wenn eine Gesellschaft ihre jungen Männer ( es sind meistens Männer , die zur Axt greifen (natürlich nicht immer) nicht beschäftigen kann und ernst nimmt ihnen das Gefühl gibt eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft zu spielen, dann muss man sich nicht wundern.Dann tut das jemand anderes. Das gilt natürlich jetzt für unsere Region.
Religion ist nicht das worum es dabei wirklich geht. Es ist die Gemeinschaft!!

Es ist die Gemeinschaft ...

Mal ne Frage in dem Zusammenhang:
Kann es sein, dass jede Gemeinschaft einen, ich sag das jetzt mal vorläufig so, quasireligiösen Unterbau hat? Einen übergreifenden Konsens, der von den Mitgliedern der Gemeinschaft getragen wird und der auf nichts als Treu und Glauben beruht?
Wobei die Gemeischaft offenbar auch eine nur gefühlte, gewissermaßen virtuelle sein kann. Siehe z.B. der Norweger Breivik ist ziemlich einsam. Seine Gemeinschaft ist eine seltsame nicht so ganz real vorhandene Gemeinschaft, die letztlich nur in seinem Kopf exisiert und die anhand von Gerüchten und Mythen als Realitätsindizien Wirklichkeit für ihn gewinnt.

Der Herr kennt Antworten..

Ihre Klarsicht und Realitätswissen ist äusserst überzeugend,darum sollten sie ihren text nocheinmal lesen und sich endlich einmal sicher werden.
Ist nämöich unglaublich scharfsinnig ihr sinn für Zusammenhänge,Bedrohungsängste sowie selbsterläuterung ihrer Unsicherheiten.

berühmtes Zitat:
Nicht jeder der in einer Höhle lebt,weiss was alles sich darin befindet oder hat das licht gesehen.

Breivik. als Einzeltäter.

Sich und andere einer Überzeugung opfern die man alleine vertritt. Gott hat mich beauftragt sein Reich zu schützen, mich alleine?. Bei Breivik ist nun echt ein Maß an Einsamkeit zu sehen, das einen irritiert. Vielleicht kommt einem so eine Tat dann gleich doppelt so "unbegreifbar" vor. Interessanterweise erklärt man sich gewöhnlich gemeinschaftlich begangene Gräueltaten wesentlich einfacher!

# 216 rosalix,

das ist die Frage. ... muss erst mal nachdenken darüber.
Im Fall der Tuareg ist das anders. Das ist ein freiheitsliebendes stolzes Volk. Sie haben sich falsche Freunde ausgesucht. Schon wieder. Das ist tragisch. Die Islamistengang, das sind Verbrecher, Drogenhändler, Söldner, denen ihre Macht alles und ein Menschenleben nichts ist. Das schiere Gegenteil der Nomadenkultur. Es ist möglich, dass die der Tuaregkultur den Garaus machen, weil sie ihnen letztlich nichts bedeutet.
Angesichts der Zeichen, sollten wir uns daran machen, unsere für wichtig erachteten Bedeutungen belastbar zu machen oder wenigstens sie verstehen. Die Halunken werden früher oder später auch hier auftauchen und uns gewaltsam über das, was Bedeutung hat aufklären.

Antwort "Breivik u. Glauben" die Zweite:

Der religiöse Unterbau einer Gemeinschaft ist ja letztendlich auch "nur" im Kopf der Einzelnen vorhanden, die sich mit den jeweils anderen einig wähnen. Das fiel mir nach längerem Überlegen noch zur Frage zur eingebildeten Gruppenüberzeugung des "Einzeltäters" ein. Im Grunde ist also jeder ein Einzeltäter, oder? Unsere Fähigkeit in Gruppen zu handeln ist natürlich ein hervorstechendes Merkmal und zur Kulturbildung sehr wichtig!
Wir haben ja ausschließlich die Möglichkeit uns über "Glaubensinhalte " mit unsren Mitmenschen zu einigen. Stellen wir uns nur einmal vor was los wäre, wenn plötzlich keiner mehr daran glauben täte dass Geld mehr wert sein soll als sein reiner Papierwert! Alles Glauben. Reiner Glauben.

Die hilfswilligen NATO -.Zivilistenschützer aus Libyen

sind für mich die tatkräftigen Unterstützer der Islamisten in Mali. Es führt imho ein gerader Weg von den USA - Saudiarabien unterstützten islamistischen Freedom Fighters in Afghanistan zu der Unterstützung ehemaliger Al Kaida Mitglieder in Libyen und zur Zerrüttung des Staates Mali, Dass auf dem Weg zur "Demokratie" a la Libyen -zigtausende Menschen von den Bombern der westlich humanen Wertegemeinschaft umgebracht wurden ist schon wieder vergesen. Denn merke, auch die Soldaten der libyschen Armee, die sich gegen eine ausländische Bomberflotte zur Wehr setzten, waren Menschen und hinterließen -zigtausende Witwen und Waisen. Aber die haben wir nicht vergessen, die wurden gleich von Anfang von unserer Presse totgeschwiegen, völlig ignoriert. Witwen und Waisen von getöteten Soldaten zu erwähnen odr gar zu zeigen war politisch inkorrekt.Was nicht in der Presse steht, existiert nicht, und es braucht daher kein westlich - humanes Gemüt bekümmern. Tat und tut es bis heute auch nicht.