Mohammed MursiEin Dogmatiker führt Ägypten
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Gegenüber Israel ist Mursi ein Falke

Nachdem die Hohe Wahlkommission den Wunschkandidaten der Muslimbruderschaft, den charismatischen Millionär Khairat el Schater, wegen seiner Gefängnisstrafe unter Mubarak disqualifiziert hatte, sprang der konservative Apparatschik Mursi als Ersatzmann ein. "Er wehrte sich und wollte nicht, wir mussten ihn hart bedrängen", berichtete ein Mitglied des inneren Führungszirkels über die turbulenten Stunden der Entscheidung. Am Ende unterwarf sich Mursi der Disziplin seines islamistischen Politbüros, dem er selbst viele Jahre angehörte.

Im August 1951 in der Provinz Sharqia im Nildelta geboren, blieb der Bauernsohn seiner Heimat bis heute treu. Bis zuletzt arbeitete er als Professor an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften in der Provinzhauptstadt Zagazig. Zwischendurch lebte die Familie auch in Kairo und sieben Jahre in Kalifornien . Zurück in Ägypten machte Mursi rasch Karriere in der Muslimbruderschaft, wurde ihr politischer Sprecher und gründete die "Ägyptische Kommission gegen den Zionismus".

Im Verhältnis zu Israel gilt er als Falke, bezeichnete Israelis als "Killer und Vampire". Im Wahlkampf hatte er meist den radikalen Prediger Safwat el Hegasi dabei, der in Großbritannien Einreiseverbot hat, weil er "terroristische Gewalt verherrlicht". "Wir wollen die Vereinigten Staaten von Arabien mit Jerusalem als Hauptstadt", rief dieser den Anhängern zu. Mit Mursi an der Spitze werde man nach Jerusalem ziehen – und wenn das eine Million Märtyrer koste.

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Leserkommentare
    • deDude
    • 25. Juni 2012 10:48 Uhr

    "Wir wollen die Vereinigten Staaten von Arabien mit Jerusalem als Hauptstadt"

    Jaja, und in Brüssel wollen sie schon seit ewigen Zeiten die "Vereinigten Staaten von Europa"... zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft ja bekanntlich meist eine große Lücke und ob ein Großteil der eher sakulären Ägypter Lust auf erneute Eskalationen mit Israel hat halte ich für unwarscheinlich.

    Letztlich wird sich auch ein Mohammed Mursi an seinen Taten messen lassen müssen und ich glaube da liegt innenpolitisch mehr im Argen als das man viel Zeit für die Außenpolitik hat.

    Nach der drohenden "Intervention" in Syrien und dem "Türaufstoßen" nach Iran werden sich in der Region sowieso ganz andere Probleme ergeben...

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    Für die Außenpolitik ist Morsi laut "Übergangs"verfassung durch den Militärrat so gut wie gar nicht zuständig. Vielleicht darf er mit anderen Ländern reden, aber das wäre dann auch alles.

  1. Mursi ist schon längst ein Bündnis eingegangen mit dem Militärapparat und den USA. Während seines Wahlkampfes hat er noch die Einführung der Scharia gefordert und mächtig gegen Israel gehetzt. Davon ist nichtsmehr zu hören. Er scheint seine Instruktionen schon erhalten zu haben.

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    ....vielmehr die Sachzwaenge, die einem als pragmatiker erscheinen lassen.

  2. Ein Land hat gewählt, in dem es noch vor wenigen Monaten nicht möglich war, zu wählen.
    Das Ergebniss gefällt vielen in Deutschland nicht.
    Wäre der Gegenkandidat die bessere Wahl gewesen?
    Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage, bin ich verwundert über die, wie ich sie erlebe, Abwertung des gewählten Kandidaten. Vergleichbares habe ich bei einem Wahlergebnis in Europa noch nicht erlebt.
    Wie man auch immer zu dem neuen Präsidenten Ägyptens steht: Er ist der Ansprechpartner für die deutsche Politik. Mit demonstrativer Abwertung seiner Person, seines Glaubens, seiner Intentionen kommt hier niemand weiter.
    Vorsicht ja. Doch gilt das nun mal bei allen, die Macht ausüben.

  3. Willst du nicht ...., so....

    Ein VOLK hat gewählt und die Rechte des Präsidenten wurden vorher von den Militärs beschnitten, mit welcher Legitimation?

  4. Diese Islam hysterie wird mir immer befremdlicher. Unser westliches Wirtschaftsgebaren zersetzt weltweit jedes menschliches Miteinander viel erbarmungsloser schneller als die rückständige fanatisches Minderheit innerhalb des Islams jemals dazu Imstande wäre.
    Aber vielleicht ist das auch Hauptzweck dieser "ewigen" Angst. Wir sollen darüber vergessen, was unsere Kultur wirklich bedroht.

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    Welche Islamhysterie? Ich für meinen teil habe garnichts dagegen, dass Ägypten z.B. das Scharia-recht einführt. Solange die Ägypter sich demokratisch für sowas entscheiden ist das völlig legitim. Das Problem ist nur, dass es in Ägypten KEINERLEI Demokratie gibt bisher. Mursi hat etwa soviel Macht wie ein Gauck hier in Deutschland.

    Solange es kein parlament gibt und diesem die Befehlsgewalt über das Militär gegeben wird, ist Ägypten nachwievor eine Militärdiktatur. Da hat sich bisher nichts geändert.

    Und was die Moslembrüder angeht, so kann diese niemand richtig einschätzen. Einerseits haben sie sich vor Jahren zu demokratischen Grundsätzen geeinigt, andererseits gibt es innerhalb der Brüder gefährliche Splittergruppen die mit diesen Gruppen spinnefeind sind.

    In Syrien sind die Brüder z.B. alles andere als demokratische Partei. Sie sind Waffenbrüder der Saudis und schmuggeln Waffen im großen Stil. Mal ganz abgesehen von ihren terroristischen Hintergründen in der Vergangenheit.

    Generell halte ich eine Pakt mit den Moslembrüdern für sehr gefährlich, weil diese nur sehr schwer einzuschätzen sind. Ich hoffe in Ägypten werden sich die gemäßigten Kräfte durchsetzen.

    ... na ja, es ist ja nicht so als ob das von ungefähr käme !
    Wann ist das letzte Mal etwas Positives dabei heraus gekommen, wenn ein Klerikaler die Macht übernommen hat ? Und das gilt nicht nur für den Islam !

    »Wir sollen darüber vergessen, was unsere Kultur wirklich bedroht.«
    Klären Sie uns auf, was gibt es schlimmeres wie die politische Macht in in den Händen von gewaltbereiten Islamisten, deren Botschaft auch nach Europa ausstrahlt!
    "Der Kandidat der Muslimbrüder, Mohammed Mursi, der auch von den Salafisten unterstützt wurde, ist neuer Präsident. Er gründete einst die „Ägyptische Kommission gegen Zionismus“, umgibt sich mit radikalen Predigern, hat bereits eine Wiederaufnahme der Beziehungen zum Iran angekündigt und unterhält gute Beziehungen zur Hamas. Israels Regierung gibt sich betont zurückhaltend, ist aber zu Recht besorgt." aus: http://www.tagesspiegel.d...
    Auch wenn die Kommentarfunktion von tagesspiegel.de Islamkritik unterdrückt - der Kommentar von Malte Lehming ist lesenswert!

  5. ....vielmehr die Sachzwaenge, die einem als pragmatiker erscheinen lassen.

  6. Welche Islamhysterie? Ich für meinen teil habe garnichts dagegen, dass Ägypten z.B. das Scharia-recht einführt. Solange die Ägypter sich demokratisch für sowas entscheiden ist das völlig legitim. Das Problem ist nur, dass es in Ägypten KEINERLEI Demokratie gibt bisher. Mursi hat etwa soviel Macht wie ein Gauck hier in Deutschland.

    Solange es kein parlament gibt und diesem die Befehlsgewalt über das Militär gegeben wird, ist Ägypten nachwievor eine Militärdiktatur. Da hat sich bisher nichts geändert.

    Und was die Moslembrüder angeht, so kann diese niemand richtig einschätzen. Einerseits haben sie sich vor Jahren zu demokratischen Grundsätzen geeinigt, andererseits gibt es innerhalb der Brüder gefährliche Splittergruppen die mit diesen Gruppen spinnefeind sind.

    In Syrien sind die Brüder z.B. alles andere als demokratische Partei. Sie sind Waffenbrüder der Saudis und schmuggeln Waffen im großen Stil. Mal ganz abgesehen von ihren terroristischen Hintergründen in der Vergangenheit.

    Generell halte ich eine Pakt mit den Moslembrüdern für sehr gefährlich, weil diese nur sehr schwer einzuschätzen sind. Ich hoffe in Ägypten werden sich die gemäßigten Kräfte durchsetzen.

    Antwort auf "befremdliche Hysterie"
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    • deDude
    • 25. Juni 2012 13:03 Uhr

    "[...]Und was die Moslembrüder angeht, so kann diese niemand richtig einschätzen. Einerseits haben sie sich vor Jahren zu demokratischen Grundsätzen geeinigt, andererseits gibt es innerhalb der Brüder gefährliche Splittergruppen die mit diesen Gruppen spinnefeind sind."

    Also sind die Muslimbrüder sozusagen die ägyptische CDU und ihre radikalen Ableger soetwas wie die CSU?

  7. ... na ja, es ist ja nicht so als ob das von ungefähr käme !
    Wann ist das letzte Mal etwas Positives dabei heraus gekommen, wenn ein Klerikaler die Macht übernommen hat ? Und das gilt nicht nur für den Islam !

    Antwort auf "befremdliche Hysterie"

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