DissertationPlagiatsvorwürfe gegen Rumäniens Regierungschef

Der erst seit Kurzem amtierende rumänische Regierungschef soll große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben. Ponta vermutet eine Attacke des politischen Gegners. von dpa

Rumäniens neuer Regierungschef Victor Ponta

Rumäniens neuer Regierungschef Victor Ponta  |  © Dieter Nagl/AFP/GettyImages

Der neue rumänische Ministerpräsident Victor Ponta soll weite Teile seiner juristischen Doktorarbeit abgeschrieben haben. Das berichtete das Magazin Nature unter Berufung auf einen anonymen Hinweisgeber.

Dem Bericht zufolge sollen auf mehr als der Hälfte der 432 Seiten langen Dissertation korrekte Quellenangaben fehlen.

Anzeige

Ponta wies die Vorwürfe zurück. "Ich stelle mich hierzu jeder Prüfung", sagte er. Den Plagiatsvorwurf führte Ponta auf Manöver des Staatspräsidenten Traian B ă sescu zurück.

Der Sozialist Ponta und der bürgerliche B ă sescu sind politische Gegner. Ponta muss sich in diesem Herbst Parlamentswahlen stellen.
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Sie könnt ruhig etwas stolz sein auf die konzerninterne Enthüllung.....auch wenn es ausnahmsweise einen sozialisten trifft

  2. ...sind mal wieder die, die ihre Titel ehrlich erarbeiten. Der Schlussabsatz des Nature-Artikel bringt es auf den Punkt:

    “One could almost feel pity for all these guys who have power and money, and who are now craving intellectual recognition,” says Aligica. “Unfortunately these incidents just add to the disrepute of Romanian academic standards and create extra pressure that real Romanian scholars and scientists will now have to fight against.”

  3. Nun also auch der Ministerpräsident in Rumänien. Sicher kann man den Plagiatoren Eitelkeit oder mehr oder weniger fast kriminelle Energie vorwerfen. Je mehr Fälle von - meist - Politikern in allen Ländern aber aufgedeckt werden, desto mehr zeigt sich auch das Bild, dass der Wissentschaftsbetrieb in einer Krise steckt. Was sind alle die vielen Doktorprüfungen wert, wenn in der Prüfung gar nicht überprüft wird, welche Leistungen der Prüfling denn tatsächlich erbracht hat? Es reicht offenbar, dass die angehenden Doktoren beschriebenes Papier vorlegen und dazu ausdrücklich oder stillschweigend sagen, das stamme alles von ihnen und denen, die sie in Fußnoten aufgeführt haben. Die Prüfer nicken dann wohlgefällig und das wars dann. Ob der Doktor in spe wirklich wissenschaftlich gearbeitet und die Standards eingehalten hat, wozu das richtige und vollständige Zitieren gehören, interessiert in den Unversitäten offenbar keinen. Eine wissenschaftliche Prüfung, die nicht überprüft, ob jemand wissenschaftlich arbeitet, ist keine Prüfung. Das muss man den Universitäten und ihren Professoren einmal klar sagen.

  4. Schwieriger wird es, einen Namen zu finden der Premier "Copy Paste" toppen kann. Nachdem 12 Jahre in seinem Lebenslauf angegeben war, das er an einer Italienischen Uni einen Master absolviert hat, meldet sich die Uni aus Italien und verneint!

    • Truth7
    • 10. Juli 2012 22:56 Uhr

    Er wurde wirklich mit einem Plagiat ertappt und ist trotzdem noch Ministerpräsident...was sagt man dazu? Was für ein Beispiel für die junge Generation!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Dissertation | Doktorarbeit | Parlamentswahl | Herbst | Ministerpräsident
Service