Nato-RaketenschildRussland testet Langstreckenrakete

Moskau will beweisen, dass es die Nato-Raketenabwehr umgehen kann und hat eine atomar bestückbare Langstreckenrakete nach Kasachstan abgefeuert. Der Test sei geglückt. von dpa

Während die russische Regierung und die Nato weiter über ein geplantes Raketenabwehrsystem in Europa streiten, hat Russland eine Langstreckenrakete getestet, die mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden kann. Es gehe darum, jedes Abwehrhindernis zu überwinden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nach Angaben der Agentur Interfax. Die Topol-M mit dem Nato-Code SS-27 Sickle B habe punktgenau ihr Ziel im Nachbarland Kasachstan getroffen. Russland und die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik sind enge Verbündete.

Erst vor zwei Wochen hatte Russland eine neue atomwaffenfähige Interkontinentalrakete getestet, bei der es sich um eine Weiterentwicklung der Topol-M handeln soll. Russland sieht sich vom Nato-Raketenschirm stark bedroht.

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Die Nato hatte im Mai mit dem Aufbau ihres Raketenabwehrsystems in Europa begonnen. In dem Abwehrsystem werden Satelliten, Schiffe, Radaranlagen und Abfangraketen mehrerer Nato-Länder zusammengefügt , um Europa vor möglichen atomaren Angriffen von Staaten wie dem Iran zu schützen. Die Raketenabwehr soll im Jahr 2020 voll einsatzbereit sein.

Die Nato und die Regierung in Moskau hatten zwar eine Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr vereinbart , Russland fordert von der Nato aber mehr Sicherheitsgarantien und eine stärkere Einbindung, als die Militärallianz der Regierung in Moskau zugestehen will. In dem Streit hatte Russland auch mit einem Militärschlag gegen den Raketenschild gedroht .

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Leserkommentare
  1. 1. Yep...

    Es spricht alles dafür, das sich das Verhältniss "Ost" - "West" wieder stark abkühlen wird. Und so wie es scheint ist das auch so gewollt; zumindest wenn man sich das Verhalten des "Westens" vor Augen führt. Denn so dilletantisch kann man sich eigentlich nicht ungewollt verhalten...

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    Die VSA wollen um jeden Preis eine Annäherung zwischen Mitteleuropa und Russland verhindern. Deshalb lassen sie sich immer was neues einfallen, um das Verhältnis zu Russland zu trüben. Die Horrorvorstellung für die Transatlantiker ist eine Synchronisierung zwischen Berlin und Moskau. Das wird irgendwann passieren, denn es liegt näher als alles andere. Solange allerdings die deutschen Poltiker in ihrem Dünkel gefangen sind, haben die Amis und ihre Freunde mit ihren Ränkespielen Erfolg.
    Zwei Sachen in diesem Kontext:
    - Jürgen Trittin war auf Einladung von Matthias Nass (ZEIT) bei der diesjährigen Bilderbergkonferenz
    http://www.heise.de/tp/ar...
    - Keine westliche Raketenabwehr hat jemals eine ICBM abgefangen. Abgefangen werden könnne Raketen, deren Kurs man kennt, und die einen Sender haben
    http://www.de.rian.ru/sec...
    Bei der "Raketenabwehr" geht es nur um politische Landnahme. Europa soll an Washington auf Gedeih und Verderb gebunden werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes wird erhöht, wobei man hofft dass die Russen kuschen, aber der Ausgang wird im Ernstfall nicht beeinflusst.

    Ist natürlich sehr unschön, dass Russland offenbar wieder aufrüstet. Aber es ist nur zu verständlich. Ein modernes Heer ist die einzige Möglichkeit, sich den Westen auf Dauer vom Leib zu halten.

    Der Westen provoziert mit Raketenschilden, Russland reagiert. Und am Ende wollen sie beide unschuldig sein, wie immer.

    Ich verstehe die Russen nicht: was für eine Bedrohung soll der Raketenschild darstellen? Sicher: die russischen Raketen mögen dann wertlos sein, aber jede abgeschossene atomar bestückte Rakete enthält auch spaltbares Material, Material welches wahrscheinlich nicht in Russland den Boden berührt, sondern irgendwo in der Nähe der Zielländer landet. Darüber hinaus ist Europa weiterhin konventionell angreifbar. Wenn Deutschland Freitag ab 16:00 angegriffen werden würde, würde man gegen Mitternacht schon an der französischen Grenze stehen, wenn das Geheimdienste nicht vorher rausbekommen würden.

    Nichtsdestotrotz wären einige Anstrengungen nötig, um eine große Armee wenigstens ein paar Stunden aufzuhalten. Man vergleiche nur mal die Situation mit der des 2. WK:

    ca 20.000 Panzer + ca 15.000 Sturmgeschütze + 5.000 Jagdpanzer (natürlich nie gleichzeitig, aber im verlauf des Krieges wurden die alle gebaut bzw. waren vorhanden), dazu deutlich mehr als 200.000 Soldaten (je gleichzeitig)

    heute, bei viel mehr Einwohnern, haben wir vielleicht 80.000 Soldaten, und wenns hochkommt mit allen reaktivierbaren Einheiten u.ä. vielleicht 2000 Panzer. Genaue Zahlen liegen mir natürlich nicht vor, das ist nur etwa das, was man beim Suchen findet.

    Fazit: solange man den Raketenschild nicht gegen Bodentruppen einzusetzen weiß, sehe ich überhaupt keine Gefahr für die Russen, schon gar nichts was in Russland einfallen könnte [...].

    • joG
    • 08. Juni 2012 13:28 Uhr

    ....dem Westen demonstrieren zu wollen, dass man den Schirm umschiffen kann. Ein nuklearer Krieg mit Russland würde. eigentlich muss man das vermuten, so viel Radioaktivität freisetzen und Staub in die Luft wirbeln, dass es egal wäre, wo die Atomraketen einschlagen.

    • Nibbla
    • 08. Juni 2012 8:19 Uhr

    ich dachte immer die russischen 1. und 2. Schlagfähigkeiten sind so gewaltig, dass man sie nicht ernsthaft aufhalten kann mit unseren Schildchen oder sind die mitlerweile so alt, dass nur noch paar einsatzfähig sind.
    Zur Not kann man sie ja alle auf dem eigenen Land hochgehen lassen. So könnte man einen Nuklearen Winter erzeugen und muss niemand direkt angreifen (Nicht ganz ernstgemeint, aber bei den Größenordnungen machts doch eh kaum Unterschied ob kurz oder lang wo sie einschlagen)

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    Ich warte nur darauf dass es soweit kommt wie in dem Film "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb".
    Irgendwann ist eine Partei das Wettrüsten leid und baut eine Weltvernichtungsmaschiene, die ausgelöst wird sobald irgendwo im Land ein atomarer Sprengsatz einschlägt. Anscheinend die einzige Beendigung dieses Wahnsinns.

  2. 3. Yep...

    Es ist natürlich immer wieder erfreulich zu hören, wenn Langstreckenraketen auch ihr Ziel treffen. Gerade Russland hatte derletzt in dieser Hinsicht einige technische Schwierigkeiten. Was mich im konkreten Fall aber nun wirklich wundert ist... haben die Kasachen ein adäquates Raketenabwehrsystem welches hier, wie gezeigt, umgangen werden konnte? Offenbar schon, denn sonst hätte dieser Test wohl keine Aussagekraft. Man hörte in der Vergangenheit so wenig davon. Gegen wen richtet sich diese kasachische Raketenabwehr?

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    Hr. Nasarbajew hat tatsächlich zwischen 2006 und 2011 im Rahmen eines Geheimprogramms eine eigene Raketenabwehr entwickeln lassen. Es handelt sich dabei um das retro-ballistische System EL-AST-24 (Nato Code Hell Bound). Das System basiert auf einem einfachen Actio-Reactio Prinzip. Zur Bedienung des Systems wird ein Infanterie Regiment der Kasachischen Volksarmee benötigt. Die Soldaten packen gemeinsam das System am Rand und spannen es. Das einfliegende feindliche Projektil wird daraufhin aufgefangen und mit einer synchronen Spannbewegung der Soldaten dem Absender entgegengeschleudert.
    Quelle Jane’s Defence

  3. gerade bei MSNBC über Russland in bezug auf Syrien
    gesagt hat, es gilt eigentlich generell :

    “I think Russians have a stake in larger cooperation with us, but not on terms dictated by us. That’s a very significant difference.”

    Der Ton, die Art und Weise, wie arrogant die USPolitiker
    sich öffentlich äußern, wie sie rücksichtslos ihre
    Bedingungen diktieren,und das dann"Aussenpolitik" nennen,
    das ist ein Grund dafür,warum ein Entgegenkommen der "anderen Seite" nicht möglich ist, nicht bei Rußland,
    nicht beim Iran.

    Europa als direkter Nachbar Russlands sollte
    endlich seinen eigenen Weg durchsetzen.
    Seine Interessen werden schon lange nicht mehr
    von den USA durch deren Politik vertreten.

    Im Gegenteil !

    http://www.presstv.ir/det...

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    America and the Imperialism of Ignorance von Andrew Alexander.

    Sehr interessant, gibt es auch bei Amazon

    • joG
    • 08. Juni 2012 13:33 Uhr

    ...diesen Dingen relativ zurückhaltend und vor allem Anderen berechenbar. Dass man nun beginnt die neuen Normen und einige alte der UNO durchzusetzen ist und dabei Gruppen und Länder weniger einbezieht, die die Normen nicht mehr wollen ist erforderlich und legitim. Das wissen die Russen auch.

  4. man man , ich dachte diese Zeitung setzt sich erheblich
    von der mit den anderen 4 Buchstaben ab? !

    aber atomar , kommt im Text n i c h t mehr vor !

    warum derart Parolenartiges in -Zeit- ?? Habt ihr das auch schon nötig ?
    GUT dass es ein Test ohne "Atom" ging; denn dann sähe vieles anders aus !!!! Wetten ?

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  5. Die VSA wollen um jeden Preis eine Annäherung zwischen Mitteleuropa und Russland verhindern. Deshalb lassen sie sich immer was neues einfallen, um das Verhältnis zu Russland zu trüben. Die Horrorvorstellung für die Transatlantiker ist eine Synchronisierung zwischen Berlin und Moskau. Das wird irgendwann passieren, denn es liegt näher als alles andere. Solange allerdings die deutschen Poltiker in ihrem Dünkel gefangen sind, haben die Amis und ihre Freunde mit ihren Ränkespielen Erfolg.
    Zwei Sachen in diesem Kontext:
    - Jürgen Trittin war auf Einladung von Matthias Nass (ZEIT) bei der diesjährigen Bilderbergkonferenz
    http://www.heise.de/tp/ar...
    - Keine westliche Raketenabwehr hat jemals eine ICBM abgefangen. Abgefangen werden könnne Raketen, deren Kurs man kennt, und die einen Sender haben
    http://www.de.rian.ru/sec...
    Bei der "Raketenabwehr" geht es nur um politische Landnahme. Europa soll an Washington auf Gedeih und Verderb gebunden werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes wird erhöht, wobei man hofft dass die Russen kuschen, aber der Ausgang wird im Ernstfall nicht beeinflusst.

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    Antwort auf "Yep..."
  6. das Russland diese Schlagkraft besitzt und ein Putin weis was er hat. Ich möchte mir nicht vorstellen wenn heute noch der "Suffkopp" Jelzin an der Macht wäre , dann wäre Russland wahrscheinlich schon vom "friedlichen " Westen unterwandert.

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    ob man die USA aus der NATO werfen sollte.

  7. Ist natürlich sehr unschön, dass Russland offenbar wieder aufrüstet. Aber es ist nur zu verständlich. Ein modernes Heer ist die einzige Möglichkeit, sich den Westen auf Dauer vom Leib zu halten.

    Der Westen provoziert mit Raketenschilden, Russland reagiert. Und am Ende wollen sie beide unschuldig sein, wie immer.

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    ... standen sich die Blöcke an der innerdeutschen Grenze gegenüber. Können wir uns nicht glücklich schätzen, dass dies jetzt an die polnischen Ostgrenze verschoben ist?
    Das komische, eigentlich eine unpassende Formulierung, daran ist, keiner lernt aus der Vergangenheit. Schon Napoléon ist an dem Russen gescheitert.
    Man versucht es immer wieder. Erst ging es um das System, jetzt geht es um die Rohstoffe. Wobei früher auch die Rohstoffe nicht uninteressant waren. Aber erst war mal das System schlimmer.
    Und ja böse sind die Russen allemal: Machen den Amerikanern die Atombombe nach, sind die ersten im Weltall, marschieren in Afghanistan ein.
    Ganz im Gegenteil die Amerikaner. "Friedliche" Einmischung in Korea, Vietnam, Irak.
    Entwicklung von Verteidigungswaffen wie Cruise Missles oder Stealth-Bomber.
    Beide Länder sind kritisch zu beobachten. aber reißerisch von atomarer Langstreckenrakete, wurde ja inzwischen entfernt, zu sprechen, ist doch reine Meinungsmache.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Nato | Russland | Agentur | Kasachstan | Raketenabwehr | Schiff
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