Rauch steigt auf über der syrischen Stadt Homs (Aufnahme vom 30.05.12). © Shaam News Network/Handout/Reuters

Amnesty International hat der syrischen Regierung vorgeworfen, beim Vorgehen gegen mutmaßliche Unterstützer der Aufständischen systematisch Gewalttaten gegen Zivilisten zu verüben. In einem Bericht heißt es , Soldaten und Mitglieder der Shabiha-Milizen begingen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

So würden Menschen, die der Unterstützung der Rebellen verdächtigt würden, aus ihren Häusern geholt und erschossen, heißt es. Darunter seien immer wieder auch Kinder. Selbst Alte und Kranke würden gefoltert. Armee und Milizen würden wahllos in Wohngebiete schießen und unbeteiligte Passanten töten. Die Menschenrechtsorganisation beruft sich auf Zeugenberichte aus 23 Städten und Dörfern.

"Diese verstörenden neuen Beweise für ein Muster schwerer Verstöße unterstreichen die drängende Notwendigkeit eines entschiedenen internationalen Vorgehens", sagte Donatella Rovera bei der Vorstellung des neuen Berichts . Die Organisation rief den UN-Sicherheitsrat auf, den Fall an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen, sowie ein Waffenembargo zu verhängen.

Russland korrigiertLawrowsAussage zu Waffenlieferungen

Das russische Außenministerium hat derweil dementiert, dass Außenminister Sergej Lawrow während seines Aufenthalts in Teheran den USA vorgeworfen habe, die syrischen Rebellen zu bewaffnen. Es habe sich um einen Übersetzungsfehler vom Russischen ins Persische gehandelt, erklärte das Ministerium. Laut der korrigierten offiziellen Übersetzung sagte Lawrow: "Wir liefern nicht nach Syrien oder anderswohin Dinge, die im Kampf gegen friedliche Demonstranten eingesetzt werden können, anders als die USA selbst, die regelmäßig derartige Spezialausrüstung an Länder der Region liefern."

Er sagte demnach, Russland habe an Syrien nur Waffen verkauft, die das Land zur Verteidigung gegen Angriffe von Außen benötige. Zuvor war Lawrow mit den Worten zitiert worden, die USA lieferten "der Opposition Waffen, die in den Kämpfen gegen die syrische Regierung verwendet werden". Der Sprecher des Weißen Hauses hatte diesen Vorwurf umgehend zurückgewiesen.

Die US-Regierung indes bekräftigte ihren Vorwurf, dass von Russland gelieferte Hubschrauber in Syrien gegen Zivilisten eingesetzt werden. US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland blieb auch bei der Darstellung, dass neue russische Militärhubschrauber auf dem Weg nach Syrien seien, wie dies Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag erklärt hatte . Russland hatte Clintons Vorwurf des Verkaufs von bewaffneten Hubschraubern strikt zurückgewiesen.