SyrienRegierungsgegner berichten von neuem Massaker

Nach Berichten von Oppositionellen soll das syrische Militär in der Provinz Hama bis zu 100 Menschen getötet haben. Erst kürzlich hatte es in Hula ein ähnliches Massaker gegeben. von afp

Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad in Syrien nahe der Stadt Hama (Archiv)

Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad in Syrien nahe der Stadt Hama (Archiv)  |  © REUTERS/Handout

Bei einem Massaker in der zentralsyrischen Provinz Hama sind am Mittwoch nach Angaben von Regierungsgegnern etwa Hundert Menschen getötet worden. Der Sprecher des syrischen Nationalrats, Mohammed Sermini, sagte, unter den Toten in den Dörfern Al-Kubeir und Maarsaf seien auch etwa 20 Frauen und ebenso viele Kinder.

Sermini machte syrische Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen für das Blutbad verantwortlich . Er rief die internationale Beobachtermission auf, die Tatorte sofort aufzusuchen.

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Der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sprach ebenfalls von einem Massaker. Nach ersten Informationen seien mindestens 87 Menschen getötet worden. Nach dem Beschuss durch Regierungskräfte seien Milizen in die beiden Dörfer eingedrungen und hätten die Einwohner erschossen oder erstochen.

Am 25. Mai waren in der syrischen Kleinstadt Hula nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 108 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Nach wie vor ist unklar, was genau geschah. Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte ergaben erste Untersuchungen, dass weniger als 20 der 108 Toten durch Artillerie- oder Panzerbeschuss der Regierungstruppen getötet wurden.

Einwohner berichteten laut UN , es habe zwei "Sammelhinrichtungen" durch regierungsnahe Milizionäre gegeben. Die Regierung Syriens wies jede Verantwortung für die Taten zurück und machte "bewaffnete Terroristen" dafür verantwortlich.

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Leserkommentare
  1. Die Realität ist nicht so, wie sie es gerne auf ihrem Schachbrett hätten...

    Antwort auf "Was ist das denn?"
  2. Leugnen, nicht wahrhaben wollen, die Medien sind an allem schuld,man selber hat aber den vollen Durchblick ...und dabei wird tunlichst vermieden auf die Sache einzugehen,es könnte ja wahr sein.

    Dabei war vorauszusehen,dass es noch viele Houlas geben wird, genauso wie es viele My Lais inm amerikanischen Vietnamkrieg gab.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Auch vor Gericht werden in der Regel ALLE Zeugen gehört. Es werden ALLE Informationen gesammelt. ALLE Beweise gesichtet und beleuchtet. Gerade vor Gericht wird eine Neutralität und Objektivität vorrausgesetzt um Vorgänge zu bewerten.
    Vielleicht ist es wahr, was die Opposition sagt zu Hula, vielleicht auch nicht.
    Fakt ist, dass man schlicht gerne beide Seiten lesen würde, anstatt täglich die gleichen Quellen aufgetischt zu bekommen, denn damit sinkt schlicht der Informationsgehalt.
    Es ist eigentlich nicht sooo schwer diesen Konflikt differenziert zu betrachten, jedoch werden die Foristen, die dies tun immer als "Diktatorenfreund" abgestempelt, nur weil sie in der Regel anmerken, dass diverse Quellen nicht sonderlich vertrauenswürdig sind (nachweislich), dass beide Seiten Gräul begehen und man eventuell auch die Berichte der syrischen Zivilbevölkerung beachten sollte.
    Stellen Sie sich im übrigen vor, zwei Kinder prügeln sich und nur das eine darf schildern, wie es dazu kam und weiß das auch. Wird es dann wirklich IMMER die Wahrheit sagen?

  3. Auch vor Gericht werden in der Regel ALLE Zeugen gehört. Es werden ALLE Informationen gesammelt. ALLE Beweise gesichtet und beleuchtet. Gerade vor Gericht wird eine Neutralität und Objektivität vorrausgesetzt um Vorgänge zu bewerten.
    Vielleicht ist es wahr, was die Opposition sagt zu Hula, vielleicht auch nicht.
    Fakt ist, dass man schlicht gerne beide Seiten lesen würde, anstatt täglich die gleichen Quellen aufgetischt zu bekommen, denn damit sinkt schlicht der Informationsgehalt.
    Es ist eigentlich nicht sooo schwer diesen Konflikt differenziert zu betrachten, jedoch werden die Foristen, die dies tun immer als "Diktatorenfreund" abgestempelt, nur weil sie in der Regel anmerken, dass diverse Quellen nicht sonderlich vertrauenswürdig sind (nachweislich), dass beide Seiten Gräul begehen und man eventuell auch die Berichte der syrischen Zivilbevölkerung beachten sollte.
    Stellen Sie sich im übrigen vor, zwei Kinder prügeln sich und nur das eine darf schildern, wie es dazu kam und weiß das auch. Wird es dann wirklich IMMER die Wahrheit sagen?

  4. "Vielleicht ist es wahr, was die Opposition sagt zu Hula, vielleicht auch nicht."

    Diese Relativierung sagt alles.Man kann noch soviele UN-Berichte vorlegen,es stösst auf taube Ohren.Ihr restlichen Erklärungen halte ich für vorgeschoben.
    Und als Dikatorenfreund wird man häufig nur dann bezeichnet,wenn man erkennbar und nicht wahrheitsgemäß Die Umstände so umdreht, dass es aussieht, als sei Assad das Opfer.Im landläufigen Sinn ist das Propaganda,wenn auch versteckt. Von wegen Assad verteidige sich nur vor Terroristen,die Erschiessungen der Demonstranten sind erlogen (da von zweifelhafter Quelle) usw. - Überhaupt ist Assad ein "Guter", da er die Islamisten und Konsorten in Schach hält ergo umbringt.Das neuese Modewort scheint hier ja Salsfist zu sein.Jedenfalls brauchen wir uns dann nicht mehr selber darum zu kümmern.Diese postkoloniale Denkweise ist zutiefst zynisch und verachtet eigentlich die Menschen dort.
    Und einen abstrakten Wahrheitsbegriff in einem handfesten Bürgerkrieg zu ersinnen,kann nur von jemanden stammen,dem es offensichtlich zu gut geht.Beovr man sich auf die Suche nach irgendwelcehn Wahrheiten macht, sollte man erst einmal den Bürgerkrieg beenden.Und da sage ich:Das geht nur noch mit einer wie auch gearteten Intervention und einem Regime Change.Eigentlich weiss das jeder.Trotzdem versucht man aber die syrische Krise immernoch auszusitzen.

    • LaoLu
    • 07. Juni 2012 3:36 Uhr

    Mein Posting war von einer frühmorgentlichen, resignierten Stimmung getragen.

    Zwischenzeitlich gab's Frühstück, das Wetter ist schön, und das Deutsche Welle Kurzjournal um 01:00UTC hat berichtet, daß es in Syrien

    - nach Aussage von Aktivisten wieder zu 25 (?) Toten gekommen sei, darunter viele Frauen und Kinder,

    - daß die Opposition das Regime und regimetreue Milizen für das Blutbad verantwortlich macht

    - und daß das Regime jegliche Verantwortung LEUGNET.

    Ein weiteres schönes Beispiel für unvoreingenommene Berichterstattung.

    Antwort auf "Und trotzdem werde ich"
  5. dass Assad so unklug ist und Massaker an der eigenen Bevölkerung anrichten lässt. Warum sollte er das tun? Für IHN ist der Friedensplan von Annan eine Chance, die eigene Macht zu erhalten, für die "Rebellen" hingegen ist es ohne Waffengewalt schwieriger ihre Ziele zu verwirklichen. Daher halte ich es aus rein logischen Gründen für naheliegender, dass Massaker an der Zivilbevölkerung nicht von Assad, sondern von Kräften verübt werden, die an einer Destabilisierung der Lage in Syrien Interesse haben.

  6. Wann greift die Internationale Gemeinschaft ein, um der Aggression einiger westl. Staaten, Saudi-Arabiens und Katars gegen Syrien endlich wirkungsvoll einen Riegel vorzuschieben?

    Seit fast 15 Monaten muss die Welt mit ansehen, wie Syrien mit einem Angriffskrieg bedroht wird. Die Drohung ist alleine und für sich schon verbrecherisch.

    UN-Charta:

    "Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt."

    http://www.unric.org/de/c...

    Lt. UN-Resolution 3314 gibt es keine "guten Gründe" für einen Angriffskrieg:

    "Keine Überlegung irgendwelcher Art, sei sie politischer, wirtschaftlicher, militärischer oder sonstiger Natur, kann
    als Rechtfertigung für eine Aggression dienen."

    Das gilt ebenfalls für "...das Entsenden bewaffneter Banden, Gruppen, Freischärler oder Söldner durch einen Staat oder in seinem Namen,
    wenn diese mit Waffengewalt Handlungen gegen einen anderen Staat ausführen, die auf Grund ihrer Schwere den
    oben aufgeführten Handlungen gleichkommen, oder die wesentliche Beteiligung daran."

    http://www.un.org/Depts/g...

    Wann werden also endlich die notwendigen Schritte eingeleitet? Insbesondere Russland, China und die Gemeinschaft der BRIC-Staaten stehen hier in der Verantwortung, den geplanten Überfall auf Syrien zu verhindern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Syrien | Dorf | Information | Provinz | Tatort | Vereinte Nationen
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