Staatsbesuch: Putin wehrt sich gegen Militäreinsatz in Syrien
Präsident Putin hat sich bei seinem Berlin-Besuch als Pazifist inszeniert. Gewalt sei keine Lösung – gleichwohl ist davon auszugehen, dass er Waffen nach Syrien liefert.
© Alexey Nikolsky/Ria Novosti/Government Press Service/Pool/Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin in Berlin
Trotz internationaler Kritik an der russischen Syrien-Politik ist ein Einlenken der russischen Regierung nicht in Sicht. "Man darf nichts mit Gewalt bewirken", sagte der russische Präsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Obwohl in diesen Tagen drei russische Frachter mit Munition auf dem Weg nach Syrien sein sollen, versicherte Putin, weiterhin keine Waffen an Syrien zu liefern, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten. "Im Großen und Ganzen glaube ich, dass eine politische Lösung gefunden werden kann", sagte der russische Präsident.
US-Außenministerin Hillary Clinton reagierte umgehend darauf, dass Putin bei seinem Antrittsbesuch in Berlin Waffenlieferungen dementiert hat. Sie warf Moskau vor, die syrische Führung mit Waffen an der Macht zu halten. "Wir wissen, dass es selbst im vergangenen Jahr einen sehr stetigen Waffenhandel von Russland nach Syrien gab", sagte Clinton in Oslo. Die Tatsache, dass Russland diesen Handel trotz der internationalen Bemühungen um Sanktionen aufrechterhalten habe, rufe in Washington "ernsthafte Sorgen" hervor. "Wir glauben, dass die anhaltende Versorgung mit Waffen von Russland das Regime Assads gestärkt hat", sagte Clinton.
Anders als Clinton scheint die Bundeskanzlerin den Druck auf Russland trotz des Massakers von Hula nicht zu erhöhen. "Wir haben beide deutlich gemacht, dass wir auf eine politische Lösung setzen", sagte Angela Merkel. Beide Regierungen seien sich in der Analyse einig, dass die Lage für die Menschen in Syrien schrecklich sei. Man müsse alles tun, um zu verhindern, dass es zu einem Bürgerkrieg kommt und noch mehr Menschen leiden, sagte Merkel. Differenzen gebe es bei der Diskussion möglicher Auswege.
Merkel und Putin halten weiter an dem Plan des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan fest, obwohl der syrische Präsident Baschar al-Assad den Waffenstillstand seit Anbeginn ignoriert hat. Die Bundeskanzlerin sieht bei der Umsetzung des Plans besonders den UN-Sicherheitsrat in der Pflicht. Gegebenenfalls müssten ergänzende politische Aktivitäten gefunden werden, sagte Merkel. Beide setzten sich damit von Überlegungen in den USA und Frankreich ab, notfalls auch militärisch gegen die syrische Führung vorzugehen.
Ein Bürgerkrieg in Syrien soll verhindert werden
Nach dem Treffen mit Merkel wies er Vorwürfe zurück, wonach Moskau einseitige Unterstützung für das Regime in Syrien leiste. Russland habe zwar enge Beziehungen zur Führung in Damaskus, unterstütze aber weder die Regierung noch die Opposition in dem Konflikt. Seine Regierung werde die Kontakte mit der syrischen Führung aufrecht erhalten, sagte Putin. Hintergrund ist die Ausweisung der syrischen Botschafter aus den USA und zahlreichen EU-Staaten.
Die gemeinsame Aufgabe liege jetzt darin, einen Bürgerkrieg zu verhindern. Die Mission Annans dürfe nicht scheitern. Es müsse jetzt alles getan werden, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. "Niemand hat Interesse an einem Bürgerkrieg", sagte Putin.
Russland ist einer der letzten Verbündeten des weltweit nahezu isolierten syrischen Regimes. Im UN-Sicherheitsrat hatte Russland wiederholt ein schärferes Vorgehen gegen Damaskus verhindert. Nach dem Treffen mit Merkel wollte Putin am Abend in Paris den neuen französischen Präsidenten François Hollande treffen.
UN-Menschenrechtsrat verurteilt syrische Regierung
Unterdessen hat der UN-Menschenrechtsrat das Assad-Regime auf einer Dringlichkeitssitzung für das Massaker verurteilt. In der Resolution forderte der Rat zudem eine umfassende unabhängige Untersuchung der Bluttat und Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen. Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sagte, die Vorfälle in Hula könnten als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gewertet werden. Sie forderte den UN-Sicherheitsrat auf, eine Anrufung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zu prüfen.
Russland, China und Kuba stimmten gegen die Resolution. Ihre UN-Botschafter kritisierten den Text als einseitige Schuldzuweisung an die Regierung in Damaskus. Der Vertreter Syriens wies jegliche Verantwortung seiner Regierung zurück. Demnach hätten 600 bis 800 Terroristen mit in Israel hergestellten Waffen das Massaker verübt, um einen Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen zu schüren.







"....Unterdessen hat der UN-Menschenrechtsrat das Assad-Regime auf einer Dringlichkeitssitzung für das Massaker verurteilt...."
könnte die Redaktion bitte den Link zum Originaldokument veröffentlichen - das würde ich gerne schwarz auf weiss lesen.
in Welt Online steht es weitaus differenzierter - da nicht klar ist, wer das Massaker begangen hat kann auch noch niemand dafür verantwortlich gemacht verurteilt werden, oder....? es sei denn, man würde vorverurteilen - aber das wollen wir doch nicht tun, oder?....
Welt Online, heute:
In der jüngsten Syrien-Resolution des Menschenrechtsrats heißt es, die Führung in Damaskus habe ihre Pflicht zur Einstellung aller Gewaltakte verletzt. In der Resolution, die in Genf mit 41:3 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen wurde, fordert der Rat eine umfassende unabhängige Untersuchung der Bluttat und Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen
http://www.welt.de/newsti...
Ich habe jetzt nicht alle 100 Beiträge gelesen, aber ich würde gerne hinsichtlich des Statesments des Menschenrechtsrats auch noch einmal die Frage nach der Originalquelle aufgreifen.
Anderweitig wird berichtet, dass der UN-MR lediglich eine Untersuchung der Vorfälle beschlossen hat.
http://german.ruvr.ru/201...
Dann kann es aber unmöglich sein, dass er die syr. Regierung bereits für etwas verurteilt/verantwortlich gemacht hat.
Ich habe jetzt nicht alle 100 Beiträge gelesen, aber ich würde gerne hinsichtlich des Statesments des Menschenrechtsrats auch noch einmal die Frage nach der Originalquelle aufgreifen.
Anderweitig wird berichtet, dass der UN-MR lediglich eine Untersuchung der Vorfälle beschlossen hat.
http://german.ruvr.ru/201...
Dann kann es aber unmöglich sein, dass er die syr. Regierung bereits für etwas verurteilt/verantwortlich gemacht hat.
der Pazifist".
Wann und in welchem Theater findet die Premiere dieser Tragikkomödie statt?
Che cassino!
ist eben alles was bei bestimmten Kreaturen zählt.
E' cosi!
Merkel und Putin betonen die gemeinsame Haltung zu politischen Lösungen und der Unterstützung des Annan-Friedenplanes im Gegensatz zur Haltung Frankreichs und Großbritanniens.
Für Merkel und Putin darf es keine kriegerischen Eingriffe in Syrien geben.
Hoffentlich gibt es keine neuen Wenden der Kanzlerin und sie kann die anderen Interessen in der NATO austrahieren.
einmal mehr nicht, Unterstellungen von Tatsachen zu trennen:
"Merkel und Putin halten weiter an dem Plan des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan fest, obwohl der syrische Präsident Baschar al-Assad den Waffenstillstand seit Anbeginn ignoriert. "
Welche Belege hat die "Zeit" für diese Behauptung, die ja stillschweigend unterstellt, daß sich die "Opposition" an den Waffenstillstand hält?
"Russland ist einer der letzten Verbündeten des weltweit nahezu isolierten syrischen Regimes."
Was versteht die "Zeit" unter "weltweit"? Doch wohl eher den "Westen", der sich nach wie vor anmaßt, über die Geschicke der Welt zu entscheiden. In der dritten Welt, in Südamerika, Asien oder Afrika sieht man die Dinge meines Wissens völlig anders.
Es ist traurig mitanzusehen, wie der Journalismus hierzulande sich zum Erfüllungsgehilfen einer geopolitischer Agenda macht, deren Ziel gewiß nicht die Freiheit und Demokratie ist, wie das Beispiel Libyen überdeutlich zeigt.
Die Beziehung zwischen Deutschland und Russland werden sicher nicht in der Frage Syrien entschieden. Wir sind nach China zweitwichtigster Handelspartner der Russen (ca. 75-80 Milliaden Export nach Russland). Wir bekommen den Großteil unseres Gases von Russland.
Die Beziehung Russland/Deutschland ist enorm wichtig für die Stabilität und Sicherheit unseres Landes. Wir haben es in letzter Zeit (seit der Regierung Merkel) ein bisschen vernachlässigt die Beziehungen zu Russland auszubauen. Frau Merkel hat sich im Gegensatz zu Schröder immer im Zweifelsfall auf die Seite der USA geschlagen. Das halte ich für falsch. Deutschland muss im Verhältnis der Großmächte eine neutrale Rolle einnehmen.
Wir sollten den Russen genauso aufmerksam zuhören wie den Amerikanern. Vielleicht sogar aufmerksamer. Denn das Verhältnis zu den USA hat sich in den letzten Jahren nicht als sehr fruchtbar erwiesen. Die Destabilisierung des Nahen Ostens. Die Aggressivität der NATO-Politik. Die Ursachen der Krise und die völlig ausser Kontrolle geratenen Finanzmärkte. All das hat seinen Ursprung in den USA und schadet uns.
Wir sollten Putin nicht mit Schmutzkampagnen überziehen, sondern respektieren dass er demokratisch gewähler Präsident der Großmacht Russland ist. Wir sollten vermitteln und uns nicht unnötig auf eine Seite schlagen.
Putin ist gegen einen Militäreinsatz weil er im Zweifelsfall gegen sein eigenes Volk genauso vorgehen würde, man denke nur an die Verbrechen in Tschetschenien.
Tschetschenien? Ein interessanter Vergleich eigentlich:
Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Chassawjurt 1996 wurde Tschetschenien de facto, allerdings nicht de jure eine unabhängige Republik. Die Macht rissen jedoch bald die intensiv aus dem Ausland unterstützten islamistischen Gruppierungen an sich. Der 1997 noch demokratisch gewählte Präsident Aslan Maschadow musste schon bald einwilligen, die Schari’a einzuführen, und seine Macht mit den Kriegsherren und ihren wahhabitischen Mentoren aus dem arabischen Raum teilen. Dem Aufbau der staatlichen Exekutivstrukturen widersetzten sich kriminelle Clans. Bis zum Jahr 1999 verwandelte sich Tschetschenien auf diese Weise in ein sicheres Rückzugsgebiet für Mitglieder mafiaähnlicher Vereinigungen, die im ganzen GUS-Raum operierten. Parallel dazu fanden eine erzwungene Islamisierung des öffentlichen Lebens, Übergriffe auf nicht-muslimische Minderheiten und ihr Exodus statt.
http://de.wikipedia.org/w...
Sucht mal in Youtube nach
"Aufgedeckt - Die Schauspieler von Syrien"
da wird einiges klarer
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren