Russland verlegt zum Schutz seiner Marinebasis in der syrischen Hafenstadt Tartus zwei schwere Kriegsschiffe ins Mittelmeer . An Bord der Nikolai Filtschenko und der Cäsar Kunikow der Schwarzmeerflotte sind auch Marineinfanteristen und Panzer vom Typ T-55. Die Schiffe könnten die Sicherheit von russischen Bürgern auf dem Stützpunkt im Notfall gewährleisten, teilte der Generalstab mit. Russland befürchtet wegen der Gewalt in Syrien den Verlust seines Militärstützpunktes Tartus. Der Hafen hat als einzige russische Basis am Mittelmeer eine große strategische Bedeutung. Russland ist der wichtigste Verbündete Syriens .

Die beiden Landungsschiffe würden für den Einsatz vorbereitet, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Offizier im Generalstab der russischen Marine. Sie könnten eine große Zahl von Soldaten aufnehmen und neben russischen Bürgern auch Material aus dem Hafen abtransportieren. Der stellvertretende Kommandeur der russischen Luftstreitkräfte, Wladimir Gradussow, hatte am Wochenende gesagt, sollten Schiffe zur Rückholung russischer Bürger nach Syrien entsandt werden, stünden Flugzeuge zu ihrem Schutz bereit.

Homs unter Beschuss

Der Artilleriebeschuss der zentralsyrischen Stadt Homs dauert an, wie Aktivisten der Opposition berichteten. Der Belagerungsring sei von den Streitkräften des Präsidenten Baschar al-Assad enger gezogen worden. Nach Angaben der Führung der Revolutionskomitees töteten die Regierungstruppen am Montag landesweit 33 Menschen, darunter auch Kinder und einen Deserteur. Die meisten Opfer habe es in der Umgebung der Hauptstadt Damaskus gegeben. In Homs sind nach Angaben der Oppositionellen 1.000 Familien in vier vom Regime belagerten Stadtteilen ohne Lebensmittel und medizinische Versorgung.

Freies Geleit für Zivilisten gefordert

Die UN-Beobachtermission in Syrien verlangte freies Geleit für alle Zivilisten in Not. Die Konfliktparteien müssten Frauen, Kindern, Alten und Verletzten erlauben, die Konfliktzonen ohne Vorbedingungen zu verlassen, sagte der Chef der Mission, Robert Mood . Die von ihm geführten unbewaffneten Blauhelme hatten am Samstag ihre Beobachtertätigkeit wegen der eskalierenden Gewalt vorläufig eingestellt .

Mit dem Beschuss der Städte begeht Syriens Regime nach Einschätzung der Vereinten Nationen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, forderte die Regierung auf, "sofort" die Verwendung schwerer Geschütze und den Beschuss bewohnter Gebiete zu beenden. Dies stelle Verbrechen gegen die Menschlichkeit und möglicherweise auch Kriegsverbrechen dar, sagte Pillay zu Beginn einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. 

Verteidigungsminister Thomas de Maizière kann sich humanitäre Hilfe der deutschen Marine in der Krisenregion rund um Syrien vorstellen. Die an der Unifil-Mission vor der libanesischen Küste beteiligten Schiffe seien "sicher auch eine Art Notreserve für humanitäre Katastrophen, die in der Region stattfinden könnten", sagte der Minister am Montag bei einem Besuch deutscher Unifil-Soldaten im zyprischen Hafen Limassol. Er verwies auf die Transportkapazitäten der neun an dem Einsatz beteiligten Schiffe, von denen drei mit rund 230 Soldaten aus Deutschland stammen.