USAWarum die Amerikaner ihre Waffen so lieben

Jeder darf in den USA Gewehre und Pistolen besitzen. Der Amoklauf in Denver wird das nicht ändern. Denn das Recht auf eine Waffe hat historische Gründe. Von E. T. Hansen

Ein Kunde in einem Waffenladen in Colorado legt eine Pistole an.

Ein Kunde in einem Waffenladen in Colorado legt eine Pistole an.

Wir Amerikaner lieben unsere Waffen, und daran sind die Europäer schuld.

Es fing vor mehr 250 Jahren an. Damals herrschte in Europa noch das mittelalterliche Prinzip: Nur der Adel darf Waffen tragen. Zwar leisteten sich schon manche Länder so etwas Neuartiges wie ein stehendes Heer, in dem auch ausgewählte Mitglieder des Pöbels im Umgang mit Waffen trainiert wurden. Dennoch blieben Waffen insgesamt Sache der Obrigkeit.

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In Amerika gab es keine solchen Gesetze. Im Gegenteil: Das Land war Wildnis. Man brauchte zum Überleben eine Waffe. Der größte Teil der Bevölkerung war bewaffnet, Frauen und Kinder eingeschlossen.

Eric T. Hansen

Eric T. Hansen ist Amerikaner, Buchautor (Planet Germany) und Satiriker, der sein halbes Leben in Deutschland lebte, heute in Berlin. Sein aktuelles Buch ist Die ängstliche Supermacht: Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Auf ZEIT ONLINE erklärt er einmal in der Woche die Eigenheiten seiner Heimat – und der Deutschen.

Diese existenzielle Beziehung zur Waffe setzte sich im wilden Westen fort, und der Westen war noch bis in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts wild. Das ist gar nicht so lange her. Im Süden und im Westen ist der Umgang mit der Waffe immer noch ein Symbol der Eigenständigkeit und für junge Männer auch ein Schritt ins Erwachsenenalter.

In den Medien – in Amerika wie auch in Deutschland – wird der amerikanische Waffenbesitzer meist als primitiver Redneck dargestellt. Davon gibt es ja auch genug. Der durchschnittliche Waffenbesitzer aber sieht eher aus wie mein Vater. Er wuchs in einer Holzhütte tief im Westen im ländlichen Washington State an der Grenze zu Kanada auf. Es war mitten in der Großen Depression, als die gesamte Wirtschaft um ihn herum zusammenbrach und die Arbeitslosigkeit teilweise bis auf 30 Prozent stieg.

Nur die Waffen ließen viele Amerikaner überleben

Zum Glück lebten er und sein Vater am Rande eines Waldes. Wurde das Essen rar, nahmen sie ihre Gewehre – mein Vater die Schrotflinte, sein Vater sein Gewehr aus dem Ersten Weltkrieg – gingen in den Wald und kamen mit Hasen, Eichhörnchen und Vögeln wieder heraus. Illegal, versteht sich. So haben sie überlebt. So haben viele Amerikaner überlebt.

Als er dann in der Armee war und im Zweiten Weltkrieg in Übersee diente, machte er mit anderen Waffen Bekanntschaft und brachte ein paar davon mit zurück. Waffen begleiteten ihn sein ganzes Leben lang. Sie waren auch Teil unserer Erziehung.

Es war ihm wichtig, dass wir Jungs wussten, mit Gewehren umzugehen. Wie man sie trägt, hält, wie man sie sicher aufbewahrt. Er brachte uns den Unterschied zwischen Spiel und Ernst bei, lehrte uns, dass man mit manchen Dingen niemals spaßt. Als er starb, bekam ich die alte Schrotflinte. Das macht mich zu einem der rund 80 Millionen Amerikanern, die Waffen besitzen.

Leserkommentare
  1. dem Schutz des Bürger zur Selbsverteidigung.
    Gerade auch vor staatlicher Willkür bei antidemokratischen Entwicklungen und da gerade das ein großes Thema in den USA ist wird der Bürger diese Recht bis unter die Zähne bewaffnet verteidigen.

    15 Leserempfehlungen
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    was dabei herauskommt

    • hladik
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Wann wurde das letzte Mal in den USA eine private Waffe zum "Schutz vor staatlicher Willkür bei antidemokratischen Entwicklungen" eingesetzt?

    Wie Hansen voellig richtig schreibt, liegt die Ursache dieser Angst im 18. Jahrhundert. Vielleicht war sie damals berechtigt, heute sicher nicht mehr. Und niemals seit der Unabhaengigkeit ist durch private Milizen eine Tyrannei verhindert oder beendet worden.

    Es sei denn, man moechte den Mord an Lincoln ("Sic semper tyrannis!") dazu zaehlen...

    • GDH
    • 24.07.2012 um 11:08 Uhr

    Wenn der allgemeine Waffenbesitz wirklich die Folge einer besonderen Skepsis gegenüber der Macht einer Zentralregierung ist, stellt sich mir die Frage, warum diese Skepsis nicht den Überwachungsbefugnissen der Regierung entgegensteht.

    Auch in den USA hat die Regierung letztlich mehr und stärkere Waffen.
    Als Bollwerk gegen einen tyrannischen Staat sind klassische Bürgerrechte und Transparenz wirksamer.

    Mal davon abgesehen, dass ich weniger den US-ameriaknischen Staat, als vielmehr wirtschaftliche Interessengruppen für verdächtig halte, die USA weiter in eine Diktatur zu treiben:

    Was sollen Handfeuerwaffen gegen Panzer, Artillerie und Drohnen ausrichten? Diese sind alle in staatlicher Hand.
    Die Verteidigung gegen staatliche Unterdrückung mag im 18. Jh mit Gewehren funktioniert haben, heute sähe diese "Verteidigung" allerdings anders aus.

    führt doch zu einer diffusen Allmacht des Staates bzw. der lokalen Gemeinschaft.

    Naja das "Privatarmeen" die Demokratie erkämpft haben ist auch so ein Mythios der USA.
    Französisches Geld und Schiffe haben da wohl eher zu beigetragen, verbunden mit einer Schwächephase der Royal Navy, als jagdmäßig bewaffnete Siedler.

    Denn wenn Großbritannien die Revolte in den 1770ern ernstgenommen hätte, von Anfang an, dann wäre das eine frühe Variante des zweiten Burenkriegs geworden.

    was dabei herauskommt

    • hladik
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Wann wurde das letzte Mal in den USA eine private Waffe zum "Schutz vor staatlicher Willkür bei antidemokratischen Entwicklungen" eingesetzt?

    Wie Hansen voellig richtig schreibt, liegt die Ursache dieser Angst im 18. Jahrhundert. Vielleicht war sie damals berechtigt, heute sicher nicht mehr. Und niemals seit der Unabhaengigkeit ist durch private Milizen eine Tyrannei verhindert oder beendet worden.

    Es sei denn, man moechte den Mord an Lincoln ("Sic semper tyrannis!") dazu zaehlen...

    • GDH
    • 24.07.2012 um 11:08 Uhr

    Wenn der allgemeine Waffenbesitz wirklich die Folge einer besonderen Skepsis gegenüber der Macht einer Zentralregierung ist, stellt sich mir die Frage, warum diese Skepsis nicht den Überwachungsbefugnissen der Regierung entgegensteht.

    Auch in den USA hat die Regierung letztlich mehr und stärkere Waffen.
    Als Bollwerk gegen einen tyrannischen Staat sind klassische Bürgerrechte und Transparenz wirksamer.

    Mal davon abgesehen, dass ich weniger den US-ameriaknischen Staat, als vielmehr wirtschaftliche Interessengruppen für verdächtig halte, die USA weiter in eine Diktatur zu treiben:

    Was sollen Handfeuerwaffen gegen Panzer, Artillerie und Drohnen ausrichten? Diese sind alle in staatlicher Hand.
    Die Verteidigung gegen staatliche Unterdrückung mag im 18. Jh mit Gewehren funktioniert haben, heute sähe diese "Verteidigung" allerdings anders aus.

    führt doch zu einer diffusen Allmacht des Staates bzw. der lokalen Gemeinschaft.

    Naja das "Privatarmeen" die Demokratie erkämpft haben ist auch so ein Mythios der USA.
    Französisches Geld und Schiffe haben da wohl eher zu beigetragen, verbunden mit einer Schwächephase der Royal Navy, als jagdmäßig bewaffnete Siedler.

    Denn wenn Großbritannien die Revolte in den 1770ern ernstgenommen hätte, von Anfang an, dann wäre das eine frühe Variante des zweiten Burenkriegs geworden.

    • Ewok
    • 24.07.2012 um 10:39 Uhr

    Schön mal einen differenzierten Kommentar zu dem Thema zu lesen der den Waffenbesitz nicht bloß demonisiert. Im Mittelalter war es in der Tat so, dass das Recht Waffen zu Tragen eines der wesentlichen "Grundrechte" des freien Bürgers/Adels war. Seltsamerweise haben die meisten westlichen Gesellschaften, je freier sie politisch insgesamt wurden bei der Entwicklung hin zu modernen Demokratien, dieses Grundrecht im gleichen Zuge beschränkt oder ganz aufgehoben.

    Ich fordere sicher nicht dass wir ein Grundrecht auf Waffenbesitz ins Grundgesetz schreiben müssten, aber die teils völlig sinnlosen Beschränkungen für Sportschützen (warum darf ich eine 45 mm lange Gewehrpatrone Gewehrpatrone besitzen und damit schießen aber keine 39 mm lange?) müssen aufgehoben werden.

    Der Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und Kriminalität/Mordrate ist in keiner weise linear. In Großbritannien ist die Gewaltkriminalität nach dem weitgehenden Verbot von privaten Schusswaffen enorm gestiegen. In Kanada ist sie viel niedriger als in den benachbarten USA, trotz ähnlich hohem Waffenbesitz. Meiner Meinung nach liegen die jeweiligen Ursachen dafür in dem gesellschaftlichen Klima (wie gut klappt der Gesellschaftsvertrag, wie gut sind Einkommensverteilung und Aufstiegschancen?) als im Waffengesetz.

    Wer, wie der Autor, früh den verantwortungsvollen Umgang mit Schusswaffen lernt wird auch weniger "Unsinn" (im weitesten Sinne) damit machen wenn er später selbst welche besitzt.

    28 Leserempfehlungen
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    Wie leicht es in einem Land ist, Schusswaffen zu besitzen, mag wohl kaum der einzige Faktor für Gewaltkriminalität in einem Land sein, da stimme ich Ihnen zu. Kanada und einige skandinavische Länder sind da sicherlich gute Beispiele. Fakt ist aber: Es ist *auch* ein Faktor. Nun haben wir in Deutschland meiner Einschätzung nach keine Stadtteile oder Städte wie Oakland, die ärmeren Viertel von Washington oder Los Angeles. Ich möchte mir aber nicht vorstellen, wie sich das Bild in deutschen Kriminalitätsschwerpunkten wie dem Wedding in Berlin oder Teilen von Neukölln ändern würde, wenn diejenigen, die heutzutage pöbelnd, prügelnd und messerstechend dort hin und wieder für Krawall sorgen mit Leichtigkeit an Schusswaffen kommen könnten oder diese auch noch völlig legal in aller Öffentlichkeit mit sich führen könnten. Waffenbesitzer reden gerne die Gefährlichkeit von Schusswaffen im "Nahkampf" im Vergleich zu z.B. Messern runter. Fakt ist aber: Es ist bedeutend leichter, mit einer Schusswaffe zu töten, als es das ist, wenn man sich dabei "schmutzig" macht.
    Zu den unnötigen Vorschriften im Schießsport: Wenn Sie eine 45mm lange Gewehrpatrone besitzen dürfen, warum sollten Sie dann eine 39mm lange haben wollen? Ich bin kein Schütze und kenne mich damit nicht aus, gibt es ballistische Vorteile? Falls dem so ist, was ist mit der sportlichen Herausforderung? :-P Ein Marathonlauf wäre auch leichter, wenn er nur 2 km lang wäre.

    Redaktion

    Die Kollegen vom Guardian haben hier sehr schön Daten der UN visualisiert: http://www.guardian.co.uk...

    @ewok (Kommentar #2)
    > In Kanada ist sie viel niedriger als in den benachbarten
    > USA, trotz ähnlich hohem Waffenbesitz.

    Völlig unzutreffend, Kanada hat nur ca. ein Drittel des privaten Waffenbesitzes der USA
    (http://en.wikipedia.org/w...)
    und wesntlich strengere Waffengesetze.

    Wie leicht es in einem Land ist, Schusswaffen zu besitzen, mag wohl kaum der einzige Faktor für Gewaltkriminalität in einem Land sein, da stimme ich Ihnen zu. Kanada und einige skandinavische Länder sind da sicherlich gute Beispiele. Fakt ist aber: Es ist *auch* ein Faktor. Nun haben wir in Deutschland meiner Einschätzung nach keine Stadtteile oder Städte wie Oakland, die ärmeren Viertel von Washington oder Los Angeles. Ich möchte mir aber nicht vorstellen, wie sich das Bild in deutschen Kriminalitätsschwerpunkten wie dem Wedding in Berlin oder Teilen von Neukölln ändern würde, wenn diejenigen, die heutzutage pöbelnd, prügelnd und messerstechend dort hin und wieder für Krawall sorgen mit Leichtigkeit an Schusswaffen kommen könnten oder diese auch noch völlig legal in aller Öffentlichkeit mit sich führen könnten. Waffenbesitzer reden gerne die Gefährlichkeit von Schusswaffen im "Nahkampf" im Vergleich zu z.B. Messern runter. Fakt ist aber: Es ist bedeutend leichter, mit einer Schusswaffe zu töten, als es das ist, wenn man sich dabei "schmutzig" macht.
    Zu den unnötigen Vorschriften im Schießsport: Wenn Sie eine 45mm lange Gewehrpatrone besitzen dürfen, warum sollten Sie dann eine 39mm lange haben wollen? Ich bin kein Schütze und kenne mich damit nicht aus, gibt es ballistische Vorteile? Falls dem so ist, was ist mit der sportlichen Herausforderung? :-P Ein Marathonlauf wäre auch leichter, wenn er nur 2 km lang wäre.

    Redaktion

    Die Kollegen vom Guardian haben hier sehr schön Daten der UN visualisiert: http://www.guardian.co.uk...

    @ewok (Kommentar #2)
    > In Kanada ist sie viel niedriger als in den benachbarten
    > USA, trotz ähnlich hohem Waffenbesitz.

    Völlig unzutreffend, Kanada hat nur ca. ein Drittel des privaten Waffenbesitzes der USA
    (http://en.wikipedia.org/w...)
    und wesntlich strengere Waffengesetze.

  2. was dabei herauskommt

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    Antwort auf "Die Waffen dienen "
  3. Das Recht eine Waffe zu Besitzen ist ein Indikator der politischen Freiheit in einem Lande. In Diktaturen wird der Waffenbesitz, wenn überhaupt möglich, schäftstens kontrolliert und reguliert. Die Angst vor dem eigenen Bürger.
    Das sollte uns, unabhängig von der Haltung und Einstellung gegenüber Waffen, zu denken geben.

    15 Leserempfehlungen
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    "Die Angst vor dem eigenen Bürger.
    Das sollte uns, unabhängig von der Haltung und Einstellung gegenüber Waffen, zu denken geben."

    Die Geschichte hat, gerade uns Deutschen, gezeigt, dass man dem Volk nicht unbedingt trauen kann. Von daher ist die Angst nicht ganz unberechtigt.

    "Das Recht eine Waffe zu Besitzen ist ein Indikator der politischen Freiheit in einem Lande."

    Unsinn. Trotzdem lassen sich die Amerikaner massive Beschneidungen ihrer Grundrechte gefallen:

    -Patriot Act,
    -Einschränkung der Versammlungsfreiheit (um die unliebsame Occupy-Bewegung loszuwerden)
    -Einschränkung des Rechts auf freie Tarifverhandlungen (nach der UN Charta immerhin ein Menschenrecht),
    nur um hier ein paar Beispiele zu nennen.

    Ein Indikator für die politischen Freiheit in einem Lande ist mitnichten das barbarische "Recht" auf eine Knarre, sondern ein allgemein hoher Bildungsstand im Volk.

    Niemand kann mir erklären, dass man zur Selbstverteidigung vollautomatische Militärwaffen benötigt. Wer das glaubt braucht ne Therapie.

    Aber "ein Bild sagt mehr als tausend Worte"
    http://www.spiegel.de/spa...

    Wie wärs mit Boden boden Raketen? Mörsergeschütze? Oder gleich einen voll bewaffneten Flugzeugträger oder ein Atom U-Boot?

    Übrigens, selbst Mitt Romney hat als Gouverneur von Massachusetts ein Verbot dieser Waffen erlassen.

    "Die Angst vor dem eigenen Bürger.
    Das sollte uns, unabhängig von der Haltung und Einstellung gegenüber Waffen, zu denken geben."

    Die Geschichte hat, gerade uns Deutschen, gezeigt, dass man dem Volk nicht unbedingt trauen kann. Von daher ist die Angst nicht ganz unberechtigt.

    "Das Recht eine Waffe zu Besitzen ist ein Indikator der politischen Freiheit in einem Lande."

    Unsinn. Trotzdem lassen sich die Amerikaner massive Beschneidungen ihrer Grundrechte gefallen:

    -Patriot Act,
    -Einschränkung der Versammlungsfreiheit (um die unliebsame Occupy-Bewegung loszuwerden)
    -Einschränkung des Rechts auf freie Tarifverhandlungen (nach der UN Charta immerhin ein Menschenrecht),
    nur um hier ein paar Beispiele zu nennen.

    Ein Indikator für die politischen Freiheit in einem Lande ist mitnichten das barbarische "Recht" auf eine Knarre, sondern ein allgemein hoher Bildungsstand im Volk.

    Niemand kann mir erklären, dass man zur Selbstverteidigung vollautomatische Militärwaffen benötigt. Wer das glaubt braucht ne Therapie.

    Aber "ein Bild sagt mehr als tausend Worte"
    http://www.spiegel.de/spa...

    Wie wärs mit Boden boden Raketen? Mörsergeschütze? Oder gleich einen voll bewaffneten Flugzeugträger oder ein Atom U-Boot?

    Übrigens, selbst Mitt Romney hat als Gouverneur von Massachusetts ein Verbot dieser Waffen erlassen.

    • ThorHa
    • 24.07.2012 um 10:47 Uhr

    es der deutsche Staat war, der in wenigen Jahren mehr Unheil anrichtete, als alle private Bewaffneten in den nächsten 1.000 Jahren je anrichten können. Und wenn man den Staat in alle Ewigkeit für gütig, mitfühlend und verantwortungsbewusst hält, kann man nur gegen Waffen in Privathand sein.
    Denn Waffen bei Privatleuten stellen eine Möglichkeit dar, sich effektiv gegen einen Staat zur Wehr zu setzen, wenn der aus dem Ruder läuft. Nur die Deutschen haben, entgegen jeder historischen Evidenz, beschlossen, dass ihrem Staat das nie passieren wird. Weshalb bewaffnete Bürger einfach inakzeptabel sein müssen.

    13 Leserempfehlungen
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    • Ewok
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Guter Punkt. Obwohl ich nicht zu jenen Verschwörungstheoretikern gehöre die ständig Angst haben demnächst (oder vielleicht jetzt schon?) in einer fremdbestimmten Diktatur zu leben kann man sich schon fragen wie man denn das grundgesetzlich verankerte Recht auf Widerstand (Art. 20 Abs. 4 GG) wahrnehmen soll wenn vorher bereits alle Waffen aus Privatbesitz verschwunden sind? Soll man dann mit Stöcken und Steinen auf die (vermutlich gut bewaffnete Staats-)Macht drauflosgehen die die grundgesetzliche Ordnung überworfen hat?

    was für eine vorstellung:

    dass das deutsche politsche system wurde durch einen bösen österreicher in einer nacht und nebelaktion ausgehebelt und die armen deutschen fortan opfer eines tyrannischen diktators, hätte man nur waffen gehabt um sich zu wehren!

    lächerlich und geschichtsklitternd, wir wollten hitler, wir haben ihn bekommen.
    entgegen auch dem kommentar ihres vorgängers ist der legale waffenbesitz kein indikator für politsche freiheit sondern zeichen des misstrauens in die demokratie!

    kein wunder das soch ein unsinn in, sagen wir mit blick auf die eurokrise, unsicheren zeiten geäußert wird!

    • okmijn
    • 24.07.2012 um 13:18 Uhr

    Welche Grad an Bewaffnung braucht man denn um sich gegen den Staat verteidigen zu können? ATGMs oder reichen moderne halbautomatische Scharfschützengewehre?

    Mit einer Pistole verteidige ich mich ganz sicher nicht gegen einen totalitären Staat.

    Die Verteidigungslinie gegen den Staat sind die Bürgerrechte und die gerichtliche Durchsetzung. Deshalb sollte man da auch viel kritischer sein als die deutsche Öffentlichkeit es ist. Sich zu bewaffnen bringt nichts angesichts der militärtechnischen Entwicklung.

    wofür wurden die waffen erfunden? nahrungssuche - jagd. gut. das haben wir ja hinter uns. heutzutage jagt man im supermarkt.

    wofür noch? zum erschießen anderer menschen.. und das soll eine lösung sein? eigentlich bin ich davon ausgegangen, wir hätten das zeitalter des fühzeitlichen primitiven höhlenmenschen schon hinter uns und hätten mittlerweile gelernt miteinander zu kommunizieren.
    naja offenbar wohl nicht.

    • Ewok
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Guter Punkt. Obwohl ich nicht zu jenen Verschwörungstheoretikern gehöre die ständig Angst haben demnächst (oder vielleicht jetzt schon?) in einer fremdbestimmten Diktatur zu leben kann man sich schon fragen wie man denn das grundgesetzlich verankerte Recht auf Widerstand (Art. 20 Abs. 4 GG) wahrnehmen soll wenn vorher bereits alle Waffen aus Privatbesitz verschwunden sind? Soll man dann mit Stöcken und Steinen auf die (vermutlich gut bewaffnete Staats-)Macht drauflosgehen die die grundgesetzliche Ordnung überworfen hat?

    was für eine vorstellung:

    dass das deutsche politsche system wurde durch einen bösen österreicher in einer nacht und nebelaktion ausgehebelt und die armen deutschen fortan opfer eines tyrannischen diktators, hätte man nur waffen gehabt um sich zu wehren!

    lächerlich und geschichtsklitternd, wir wollten hitler, wir haben ihn bekommen.
    entgegen auch dem kommentar ihres vorgängers ist der legale waffenbesitz kein indikator für politsche freiheit sondern zeichen des misstrauens in die demokratie!

    kein wunder das soch ein unsinn in, sagen wir mit blick auf die eurokrise, unsicheren zeiten geäußert wird!

    • okmijn
    • 24.07.2012 um 13:18 Uhr

    Welche Grad an Bewaffnung braucht man denn um sich gegen den Staat verteidigen zu können? ATGMs oder reichen moderne halbautomatische Scharfschützengewehre?

    Mit einer Pistole verteidige ich mich ganz sicher nicht gegen einen totalitären Staat.

    Die Verteidigungslinie gegen den Staat sind die Bürgerrechte und die gerichtliche Durchsetzung. Deshalb sollte man da auch viel kritischer sein als die deutsche Öffentlichkeit es ist. Sich zu bewaffnen bringt nichts angesichts der militärtechnischen Entwicklung.

    wofür wurden die waffen erfunden? nahrungssuche - jagd. gut. das haben wir ja hinter uns. heutzutage jagt man im supermarkt.

    wofür noch? zum erschießen anderer menschen.. und das soll eine lösung sein? eigentlich bin ich davon ausgegangen, wir hätten das zeitalter des fühzeitlichen primitiven höhlenmenschen schon hinter uns und hätten mittlerweile gelernt miteinander zu kommunizieren.
    naja offenbar wohl nicht.

  4. mag man daran erkenne, daß nahezu jeder kleine Kiosküberfall heute mit einer Schußwaffe durchgeführt wird. Die Rocker, so scheint es, horten in großem Stil Schußwaffen. die Stasi hat in der BRD Waffendepots angelegt usw.
    Nein, mittlerweile habt sich die Situation umgekehrt. Früher sollten die Waffengesetze unbescholtene Bürger vor kriminellen schützen. Heute ist jeder Kleinkriminelle mit der Waffe ausgerüstet, die ihm nützlich erscheint und der Bürger ist ihm schutzlos ausgeliefert.

    9 Leserempfehlungen
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    Dass sich jeder eine Knarre zulegen darf? Stand your ground? Schauen Sie sich im Straßenverkehr um, wie aggressiv dort die Leute schon sind ... und denen wollen Sie jetzt auch noch erlauben, legal eine Schusswaffe mit sich zu führen, nur weil sie es sich leisten können? Pandemonium auf Erden sag ich dazu nur ..

    Das mag daran liegen, dass Kriminelle sich selten auf den mühevollen Weg machen eine legale Schusswaffe zu erwerben. Während der Staat und ideologische Waffengegner vor dem illegalen Waffenbesitz weitgehend die Augen verschließen ("da kann man 'eh nichts machen"), werden legale Waffenbesitzer die sich freiweillig einer erheblichen staatlichen Kontrolle unterwerfen, drangsaliert.

    Als legaler Waffenbesitzer habe ich es in meinem Schützenverein bisher selten gehört, dass sich ein neues Mitglied mit seiner Absicht vorgestellt hat, sich nach einem Jahr Mitgliedschaft und nach Ablegung seiner Waffensachkundeprüfung, an seinen ersten Bank- oder Kiosküberfall zu machen.

    • H.v.T.
    • 24.07.2012 um 13:59 Uhr

    " Übrigens, wie wirksam unsere Waffengesetze sind,

    mag man daran erkenne, daß nahezu jeder kleine Kiosküberfall heute mit einer Schußwaffe durchgeführt wird."
    -----

    Hierbei handelt es sich in der Regel um Gaspistolen, die ab 18J. frei erworben werden können. Diese ´Schusswaffen´ sind optisch nur schwer von ´echten´ Schusswaffen zu unterscheiden.

    • palmax
    • 26.07.2012 um 7:08 Uhr

    ... alle Menschen bewaffneten, damit auch die Unbewaffneten mal töten dürfen?
    Ich halte es für äußerst problematisch, Schusswaffengebrauch in richtigen und falschen Gebrauch zu unterteilen. Schusswaffen sind grundsätzlich verkehrt. Und wenn einer etwas falsches tut, heißt das nicht, dass der Andere das ebenso machen sollte. Minus und Minus ergibt diesbezüglich nicht plus.

    Dass sich jeder eine Knarre zulegen darf? Stand your ground? Schauen Sie sich im Straßenverkehr um, wie aggressiv dort die Leute schon sind ... und denen wollen Sie jetzt auch noch erlauben, legal eine Schusswaffe mit sich zu führen, nur weil sie es sich leisten können? Pandemonium auf Erden sag ich dazu nur ..

    Das mag daran liegen, dass Kriminelle sich selten auf den mühevollen Weg machen eine legale Schusswaffe zu erwerben. Während der Staat und ideologische Waffengegner vor dem illegalen Waffenbesitz weitgehend die Augen verschließen ("da kann man 'eh nichts machen"), werden legale Waffenbesitzer die sich freiweillig einer erheblichen staatlichen Kontrolle unterwerfen, drangsaliert.

    Als legaler Waffenbesitzer habe ich es in meinem Schützenverein bisher selten gehört, dass sich ein neues Mitglied mit seiner Absicht vorgestellt hat, sich nach einem Jahr Mitgliedschaft und nach Ablegung seiner Waffensachkundeprüfung, an seinen ersten Bank- oder Kiosküberfall zu machen.

    • H.v.T.
    • 24.07.2012 um 13:59 Uhr

    " Übrigens, wie wirksam unsere Waffengesetze sind,

    mag man daran erkenne, daß nahezu jeder kleine Kiosküberfall heute mit einer Schußwaffe durchgeführt wird."
    -----

    Hierbei handelt es sich in der Regel um Gaspistolen, die ab 18J. frei erworben werden können. Diese ´Schusswaffen´ sind optisch nur schwer von ´echten´ Schusswaffen zu unterscheiden.

    • palmax
    • 26.07.2012 um 7:08 Uhr

    ... alle Menschen bewaffneten, damit auch die Unbewaffneten mal töten dürfen?
    Ich halte es für äußerst problematisch, Schusswaffengebrauch in richtigen und falschen Gebrauch zu unterteilen. Schusswaffen sind grundsätzlich verkehrt. Und wenn einer etwas falsches tut, heißt das nicht, dass der Andere das ebenso machen sollte. Minus und Minus ergibt diesbezüglich nicht plus.

    • hladik
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Wann wurde das letzte Mal in den USA eine private Waffe zum "Schutz vor staatlicher Willkür bei antidemokratischen Entwicklungen" eingesetzt?

    Wie Hansen voellig richtig schreibt, liegt die Ursache dieser Angst im 18. Jahrhundert. Vielleicht war sie damals berechtigt, heute sicher nicht mehr. Und niemals seit der Unabhaengigkeit ist durch private Milizen eine Tyrannei verhindert oder beendet worden.

    Es sei denn, man moechte den Mord an Lincoln ("Sic semper tyrannis!") dazu zaehlen...

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    Die DDR sind ein Beispiel wo unbewaffneter Widerstand zum Einlenken einer Diktatur geführt hat.
    Syrien ist ein Beispiel dafür, dass der Ausgang eines bewaffneten Aufstandes gegen eine Diktatur unvorhersehbar ist.

    Details genug? Ihre US-Amerikanischen Bürgerrechte werden momentan zugunsten eies Al-Qaida-Geistes zusammengeschmolzen.
    Darum wäre es sicherlich nicht verkehrt auch den friedlichen Protest in Erwägung zu ziehen. Recht hilft nur solange es von der Obrigkeit geduldet wird, was in den USA ist das nur noch bedingt der Fall.

    Dieses Waffengesetz zu ändern ist vergleichbar mit der Föderalismusreform in Deutschland: es hat sehr große und starke Wurzeln in der Geschichte, der Kultur und der Gewohnheit...nun kann man hier nur leichte Veränderungen erzielen, aber eine grundlegende Neuordnung des Gesetzes ist sehr sehr schwer. In der Politikwissenschaft nennt man das "Pfadabhängigkeit". Das Interesse der mächtigen Waffenlobby hilft außerdem kräftig mit, dass sich hier nichts ändert. Die Debatte passt wunderbar ins Bild des Historischen Institutionalismus....hier gehts nicht um Rationalität oder sinnvoll/nicht sinnvoll. Die Amis haben ihre Waffen, und das bleibt wohl leider auch so. Punkt.

    Die DDR sind ein Beispiel wo unbewaffneter Widerstand zum Einlenken einer Diktatur geführt hat.
    Syrien ist ein Beispiel dafür, dass der Ausgang eines bewaffneten Aufstandes gegen eine Diktatur unvorhersehbar ist.

    Details genug? Ihre US-Amerikanischen Bürgerrechte werden momentan zugunsten eies Al-Qaida-Geistes zusammengeschmolzen.
    Darum wäre es sicherlich nicht verkehrt auch den friedlichen Protest in Erwägung zu ziehen. Recht hilft nur solange es von der Obrigkeit geduldet wird, was in den USA ist das nur noch bedingt der Fall.

    Dieses Waffengesetz zu ändern ist vergleichbar mit der Föderalismusreform in Deutschland: es hat sehr große und starke Wurzeln in der Geschichte, der Kultur und der Gewohnheit...nun kann man hier nur leichte Veränderungen erzielen, aber eine grundlegende Neuordnung des Gesetzes ist sehr sehr schwer. In der Politikwissenschaft nennt man das "Pfadabhängigkeit". Das Interesse der mächtigen Waffenlobby hilft außerdem kräftig mit, dass sich hier nichts ändert. Die Debatte passt wunderbar ins Bild des Historischen Institutionalismus....hier gehts nicht um Rationalität oder sinnvoll/nicht sinnvoll. Die Amis haben ihre Waffen, und das bleibt wohl leider auch so. Punkt.

    • Ewok
    • 24.07.2012 um 10:58 Uhr

    Guter Punkt. Obwohl ich nicht zu jenen Verschwörungstheoretikern gehöre die ständig Angst haben demnächst (oder vielleicht jetzt schon?) in einer fremdbestimmten Diktatur zu leben kann man sich schon fragen wie man denn das grundgesetzlich verankerte Recht auf Widerstand (Art. 20 Abs. 4 GG) wahrnehmen soll wenn vorher bereits alle Waffen aus Privatbesitz verschwunden sind? Soll man dann mit Stöcken und Steinen auf die (vermutlich gut bewaffnete Staats-)Macht drauflosgehen die die grundgesetzliche Ordnung überworfen hat?

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    ...ob mit Stein oder Pistole - gegen einen Leopard 2 PSO/2A7+ macht das keinen großen Unterschied.

    • xpeten
    • 24.07.2012 um 18:35 Uhr

    Auch das ist ein interessanter Punkt:

    Habe noch nie davon gehört, dass Waffenfans Angst vor Diktaturen haben, ganz im Gegenteil, sind sie doch im Falle eines Falles diejenigen, die an vorderster Front mithelfen, die Diktatoren erst in den Sattel zu heben,

    danach ist dann oft auch ein schöner Job für sie frei.

    in den deutschen wäldern und auen schlummert genug gerät für 3-5 bürgerkriege
    nicht schön
    aber realität
    und kampfpanzer sind gegen infanterie so wehrlos wie gegen drohnen
    deswegen erleiden sie auch das schicksal der schwergepanzerten ritter
    ein jahrhundert...das wars dann

    ...ob mit Stein oder Pistole - gegen einen Leopard 2 PSO/2A7+ macht das keinen großen Unterschied.

    • xpeten
    • 24.07.2012 um 18:35 Uhr

    Auch das ist ein interessanter Punkt:

    Habe noch nie davon gehört, dass Waffenfans Angst vor Diktaturen haben, ganz im Gegenteil, sind sie doch im Falle eines Falles diejenigen, die an vorderster Front mithelfen, die Diktatoren erst in den Sattel zu heben,

    danach ist dann oft auch ein schöner Job für sie frei.

    in den deutschen wäldern und auen schlummert genug gerät für 3-5 bürgerkriege
    nicht schön
    aber realität
    und kampfpanzer sind gegen infanterie so wehrlos wie gegen drohnen
    deswegen erleiden sie auch das schicksal der schwergepanzerten ritter
    ein jahrhundert...das wars dann

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