US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßt Afghanistans Präsident Hamid Karsai. © Kazuhiro Nigo/Getty Images

Die internationale Staatengemeinschaft will den zivilen Wiederaufbau in Afghanistan auch nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 weiter unterstützen. Bis einschließlich 2015 würden 16 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 13 Milliarden Euro – zur Verfügung gestellt, hieß es in der Abschlusserklärung der Afghanistan-Geberkonferenz in Tokio.

Bis inklusive 2017 solle die Hilfe etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahrzehnts bleiben, "um die von der Weltbank geschätzten Finanzlücken des Landes zu schließen". Die zugesagten Gelder belaufen sich auf vier Milliarden Dollar jährlich. Die afghanische Zentralbank hat den Bedarf auf sechs Milliarden Dollar geschätzt.

Die Zahlungen seien an strenge Bedingungen geknüpft, hieß es in der Erklärung. So sollen im Jahr 2014 transparente und demokratische Wahlen stattfinden, die Menschenrechte und die Rechte der Frauen geachtet und die Korruption in den Behörden bekämpft werden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die Sicherheit Afghanistans könne nicht nur über die Abwesenheit von Krieg gemessen werden.

Dass diese Ziele in Sachen Menschenrechte hochgesteckt sind, untermauert die öffentliche Hinrichtung an einer Frau in der Nähe von Kabul , die am Wochenende bekannt wurde. Eine 22-jährige mutmaßliche Ehebrecherin war auf der Straße unter den Augen jubelnder Männer von einem Mann, den ein Provinzgouverneur als Taliban bezeichnete, erschossen worden.

Deutschland ist drittgrößter Geldgeber

In Tokio waren am Sonntag Vertreter aus mehr als 80 Staaten sowie von Hilfsorganisationen und Weltbank zusammengekommen, um über die Hilfen für das Land zu beraten. Deutschland war durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel vertreten.

"Wir brauchen gute Regierungsführung in Afghanistan, wir brauchen bessere Regierungsführung", sagte Westerwelle. Nach seinen Worten zahlt Deutschland Afghanistan jährlich bis zu 430 Millionen Euro. Damit ist Deutschland nach den USA und Japan drittgrößter Geldgeber. Eine konkrete Summe für ihren Beitrag nannten die USA nicht.

Das eintägige Treffen war das zivile Gegenstück zu den Beschlüssen des Nato-Gipfels in Chicago im Mai. Dort hatten die Truppensteller zugesagt, die afghanischen Sicherheitskräfte nach 2014 mit 3,6 Milliarden Dollar jährlich zu unterstützen. Die Regierung in Kabul soll mindestens weitere 500 Millionen Dollar selbst aufbringen. Von 2024 an muss sie die Einheiten selbst unterhalten.