Bürgerkrieg: Aleppo unter Feuer
Die entscheidende Schlacht um Aleppo hat begonnen; mit Panzern, Hubschraubern und Jets rücken Regierungstruppen vor. Internationale Politiker fürchten ein Massaker.
© Stringer/Reuters

Rauch über einem Vorort von Aleppo
Die seit Tagen erwartete Großoffensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Aufständischen in der Millionenmetropole hat begonnen. Unterstützt von Militärjets, Hubschraubern und schwerer Artillerie rückten am Samstag im Morgengrauen Panzer und Soldaten gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) vor.
Die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten von schweren Kämpfen im südwestlichen Außenbezirk Salaheddin, einer FSA-Hochburg. Der Stadtteil sei von Hubschraubern aus beschossen worden. Auch in anderen Teilen der Stadt habe es schwere Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Gegnern gegeben. Die Rebellen haben nach eigenen Angaben mehrere Panzer zerstört, drei Rebellen sollen bei den Kämpfen bislang getötet worden sein.
In ganz Syrien sollen durch die Kampfhandlungen nach Angaben von Oppositionellen am Samstag mindestens 91 Menschen gestorben sein. Gefechte gab es auch in den Provinzen Homs, Hama, Daraa und Damaskus-Land.
Keine unabhängigen Informationen
"Sie setzen alle Arten von Waffen ein, aber unseren Rebellen gelang es, Vorstöße der Regimetruppen gegen Salaheddin und Al-Hamdanija abzuwehren", sagte der FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi in einem Telefonat mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur über die Lage in Aleppo. Die Aufständischen hätten zehn Panzer der Angreifer zerstört, fügte er hinzu. Am Nachmittag hätten dann Helikopter Luftlandetruppen in Salaheddin abgesetzt.
Die Informationen lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, weil die Medien in Syrien nur sehr eingeschränkt arbeiten können.
Aktivisten sprechen von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Revolte in Syrien im März 2011. Das staatliche syrische Fernsehen nannte die Offensive eine großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen". Der Kampf um das wirtschaftliche Zentrum des Landes, das nur 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt liegt, gilt als möglicher Wendepunkt des seit 16 Monaten andauernden Konflikts.
Internationale Gemeinschaft fürchtet Massaker
Die USA und die UN befürchten, dass Assads Truppen in der Stadt ein Massaker anrichten könnten. Tausende Menschen sind in die Nachbarländer geflohen.
Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan forderte arabische Länder und den Sicherheitsrat als Reaktion auf die Kämpfe um Aleppo zur Zusammenarbeit auf. Erdogan zeigte sich zudem besorgt über die Drohung Syriens, chemische Waffen einzusetzen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan sagte der britische Premierminister David Cameron, beide Länder fürchteten "wirklich entsetzliche Handlungen" der Regierungstruppen in und um die Metropole. Auch der französische Präsident François Hollande forderte ein rasches Eingreifen des Sicherheitsrats.





"Ich glaube nicht, dass man den Krieg dort allein auf einen konfessionellen, dschiadistischen Aspekt zurückführen kann."
Zu Ihrem verlinkten Artikel, dessen Inhalt Ihrer Behauptung hohnspricht:
"Von verschiedenen diplomatischen und humanitären Kreisen in Damaskus wird der bewaffnete Aufstand gegen das »System Assad« und dessen Machtapparat »zu 80 Prozent als religiös fundamentalistisch« von Seiten sunnitischer Muslime eingestuft. Dazu zählen Kämpfer der »Freien Syrischen Armee«, über deren Stärke nur spekuliert werden kann, und Kämpfer der Muslimbruderschaft, die zumeist aus der Türkei eingeschleust werden. Al Kaida ähnliche Gruppen und dogmatische Salafisten, die aus dem Libanon, Jordanien und Irak eingeschleust werden, zählen ebenfalls dazu.
...
Die restlichen 20 Prozent der bewaffneten Kämpfer setzen sich aus Milizen, Beduinen und Söldnern zusammen, die für ihre Teilnahme am bewaffneten Aufstand bezahlt werden oder am Schmuggel von Waffen oder anderem verdienen. Kriminelle nutzen das Geschehen vor allem durch Entführungen auf eigene Rechnung aus. Bewaffnete Angehörige von Großfamilien oder Stämmen tragen langjährige Streits untereinander oder mit den staatlichen Sicherheitskräften aus.
Die Finanzierung der bewaffneten Gruppen wird - nach Aussage der »Freien Syrischen Armee« - von reichen Geschäftsleuten aus den Golfstaaten getragen. Plünderungen und Zerstörungen werden aus Orten wie Zabadani gemeldet, nachdem dort bewaffnete Kräfte die Kontrolle übernahmen."
Ob der Westen die Geister wieder loswird, die er da gewähren lässt? Mir ist der Gedanke sehr unsympathisch, dass da eine Truppe Richtung Mittelmeer durchstoßen will, die von sunnitischen Radikalen durchsetzt ist. Warum stellen unsere Medien eigentlich Assad als Erzbösewicht dar? Gut, ein Engel ist der Mann auch nicht, aber wenigstens Alewit, also nicht zugänglich für islamischen Fundamentalismus, sondern christenfreundlich, und, wie die Russen auch wissen, ein stärkerer Garant der Stabilität im Orient als diese unberechenbaren Gemenge.
Hier der Beleg
http://www.hurriyetdailyn...
Wer hat den Dialog verhindert und die Lage eskaliert?
ab 1953, aber was solls. Dass dem ganzen ein zweijähriger Guerillakampf folgte, lassen Sie genauso weg, wie die Tatsache, dass das erste Kommandounternehmen völlig gescheitert ist.
Aber an unredlichen Umgang mit Quellen ist man hier im Forum ja leider schon gewöhnt.
Eine schöne Parallele zu den derzeitigen Ereignissen in Syrien ist eventuell die Tatsache, dass Batista damals gebetsmühlenartig versicherte, dass es gar keine Guerilla-Kämpfer gäbe.
Einige Leute wollen hier ja auch wieder und wieder versichern, es handele sich bei den Kämpfern gegeen das Assad Regime nur um ein paar Hundert oder Tausend Pistoleros, während uns andere Mitforisten versichern, der größte Teil der Kämpfer sei dem Dschihad zuzuordnen und dabei auf eine Quelle verweisen, in der das so gar nicht steht.
"die gesamte Vorgeschichte" zur kubanischen Revolutionen gehört doch überhaupt nicht hierher, Einar, die Frage ob eine echte Revolution viele Kämpfer braucht oder ob nicht doch der wohl wichtigste Anteil am Gelingen in der Unterstützung der Revolutionäre durch die Bevölkerung liegt, haben wir beide doch am Beispiel Kuba beantworten können, soweit....
Was wollen Sie eigentlich aussagen? Mir wäre es ziemlich egal ob nun 10 oder 10000 Idioten mein Land zerstören, meine Familienangehörigen entführen und überall brandschatzen. [...]
Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/lv
"die gesamte Vorgeschichte" zur kubanischen Revolutionen gehört doch überhaupt nicht hierher, Einar, die Frage ob eine echte Revolution viele Kämpfer braucht oder ob nicht doch der wohl wichtigste Anteil am Gelingen in der Unterstützung der Revolutionäre durch die Bevölkerung liegt, haben wir beide doch am Beispiel Kuba beantworten können, soweit....
Was wollen Sie eigentlich aussagen? Mir wäre es ziemlich egal ob nun 10 oder 10000 Idioten mein Land zerstören, meine Familienangehörigen entführen und überall brandschatzen. [...]
Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/lv
die Realität sieht ein bisschen anders aus:
http://www.ardmediathek.d...
wer Lebensmittellager und Kinder mit Artillerie beschießt hat jegliche Legitimation in meinen Augen längst verloren
"wer Lebensmittellager und Kinder mit Artillerie beschießt hat jegliche Legitimation in meinen Augen längst verloren"
Das ist Ihre Realität von Gut und Böse, wie Sie sie gerne sehen möchten, wer sich tiefergehend mit den Vorgängen in Syrien beschäftigt, kommt zu einer anderen Sichtweise.
Nämlich der, dass es unmöglich ist, den Interessen der Handelnden die eindeutigen Etiketten "gut" oder "böse" zuzuordnen, wohl aber einfach festzustellen, welche Partei unter Missachtung der Regeln des Völkerrechts versucht, ihre Machtinteressen durchzusetzen.
...Sie gerne den Rebellen gerne glauben.
http://www.youtube.com/wa...
"wer Lebensmittellager und Kinder mit Artillerie beschießt hat jegliche Legitimation in meinen Augen längst verloren"
Das ist Ihre Realität von Gut und Böse, wie Sie sie gerne sehen möchten, wer sich tiefergehend mit den Vorgängen in Syrien beschäftigt, kommt zu einer anderen Sichtweise.
Nämlich der, dass es unmöglich ist, den Interessen der Handelnden die eindeutigen Etiketten "gut" oder "böse" zuzuordnen, wohl aber einfach festzustellen, welche Partei unter Missachtung der Regeln des Völkerrechts versucht, ihre Machtinteressen durchzusetzen.
...Sie gerne den Rebellen gerne glauben.
http://www.youtube.com/wa...
"Während um Aleppo gekämpft wird, verhandeln syrische Kurden einem Medienbericht zufolge mit der Regierung von Assad über einen unabhängigen Staat im Norden des Landes."
Ihre Anmerkung dazu: "Erst der autonome Nordirak, jetzt auch noch Nordsyrien - das wird Druck auf die Türkei und ihr "kurdische Dauerproblem" schaffen."
Das sehe ich genauso, Syrien, Irak und auch Iran müssten nur Kleingebiete an einen kurdische Staat abgeben, Erdogan hingegen kann fast die gesamte Osttürkei verlieren oder als antidemokratischer Grossschlächter in die Geschichte eingehen.
Herr Erdogan hat sich selbst in die Ecke getrieben, ob es schon während des Aufruhrs in Syrien beginnt oder kurz danach, - alle anderen Staaten verlieren höchstens wenig, er aber viel, so oder so.
Wenn Assad den Kurden jetzt den kleinen Finger reicht, hat Erdogan kürzlich die Faust im Nacken...
Das wäre dann blöd gelaufen für den grössten Ottomanen aller Zeiten.
Und Syrien und Iran lächeln nett dazu, Demokratie, Selbstbestimmungsrecht der Völker, und so, wohlklingend, findet die UNO sicherlich auch gut.
Aber noch muss Assad ja fürchten ermordet zu werden, das sollten wir auch nicht vergessen. Der muss erstmal noch gehörig aufpassen.
Die Situation spricht eher dafür, dass Assad die kurdischen Ansprüche nicht mehr ablehnen kann und nicht dafür, dass er dieses Angebot unterbreitet. Denn damit bringt er die Trükei unweigerlich in Bedrängnis, noch härter an der Seite der Radikalen zu stehen. Die Türkei kann bei einem solchen Szenario nur darauf setzen, dass die Radikalen die Macht erhalten und sich für die Unterstützung erkenntlich zeigen, indem sie das kurdische Aufbegehren unterdrücken. Die Politik Erdogans ist ohnehin nicht klug, aber das merkt er reichlich spät und ist in einem Konflikt gefangen, den die USA mit andern Grossmächten in Syrien austragen. Natürlich könnte die Türkei Assaad unterstützen, doch das werden die NATO-Partner nicht zulassen.
Die Situation spricht eher dafür, dass Assad die kurdischen Ansprüche nicht mehr ablehnen kann und nicht dafür, dass er dieses Angebot unterbreitet. Denn damit bringt er die Trükei unweigerlich in Bedrängnis, noch härter an der Seite der Radikalen zu stehen. Die Türkei kann bei einem solchen Szenario nur darauf setzen, dass die Radikalen die Macht erhalten und sich für die Unterstützung erkenntlich zeigen, indem sie das kurdische Aufbegehren unterdrücken. Die Politik Erdogans ist ohnehin nicht klug, aber das merkt er reichlich spät und ist in einem Konflikt gefangen, den die USA mit andern Grossmächten in Syrien austragen. Natürlich könnte die Türkei Assaad unterstützen, doch das werden die NATO-Partner nicht zulassen.
"wer Lebensmittellager und Kinder mit Artillerie beschießt hat jegliche Legitimation in meinen Augen längst verloren"
Das ist Ihre Realität von Gut und Böse, wie Sie sie gerne sehen möchten, wer sich tiefergehend mit den Vorgängen in Syrien beschäftigt, kommt zu einer anderen Sichtweise.
Nämlich der, dass es unmöglich ist, den Interessen der Handelnden die eindeutigen Etiketten "gut" oder "böse" zuzuordnen, wohl aber einfach festzustellen, welche Partei unter Missachtung der Regeln des Völkerrechts versucht, ihre Machtinteressen durchzusetzen.
dass es keinen kurdischen Staat in Syrien oder der Nord Irak zulassen werde, und ggf. militärisch eingreift, sollte eine sicherheitsbedenkliche Situation der türkischen Grenzgebiete ergeben.
Sollte Assad also fallen, wird der Kireg in Syrien noch lange nicht aufhören, wenn es dann um die Verteilungskämpfe geht.
http://www.faz.net/aktuel...
"Der Erdogan hat in den türk. Nachrichten dass es keinen kurdischen Staat in Syrien oder der Nord Irak zulassen werde"
Herr Erdogan hat auch mal "betont":
“Selbst wenn die Kurden in Argentinien ein Kurdistan gründen wollten, würde die Türkei dies bekämpfen.“
Wer wird Erdogan schon um Erlaubnis bitten, die Kurden wollen ihr Land.
"Der Erdogan hat in den türk. Nachrichten dass es keinen kurdischen Staat in Syrien oder der Nord Irak zulassen werde"
Herr Erdogan hat auch mal "betont":
“Selbst wenn die Kurden in Argentinien ein Kurdistan gründen wollten, würde die Türkei dies bekämpfen.“
Wer wird Erdogan schon um Erlaubnis bitten, die Kurden wollen ihr Land.
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