Die Palästinenser-Regierung hat einer Exhumierung Jassir Arafats zugestimmt, um die Todesursache des früheren Präsidenten zu klären. Ein Sprecher des Arafat-Nachfolgers Mahmud Abbas sagte, die Palästinenser-Behörde wolle den Weg für eine Untersuchung freimachen.

Es wird vermutet, dass Arafat durch eine Polonium-Vergiftung umgekommen ist. Das ergab eine vom arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira in Auftrag gegebene Untersuchung. Der Sender ließ Kleidungsstücke und andere Gegenstände, die der PLO-Führer in den Tagen vor seinem Tod benutzt oder getragen hatte, von einem Labor im Schweizer Lausanne untersuchen. Die Proben hätten eine erhebliche Konzentration des radioaktiven Stoffs Polonium-210 aufgewiesen, sagte der Schweizer Experte François Bochud in einer Dokumentation des Fernsehsenders.

Mit radioaktivem Polonium-210 war 2006 in London der russische Ex-Geheimdienstagent und Regimekritiker Alexander Litwinenko getötet worden. Das Institut erklärte, eine abschließende Beurteilung der Todesursache Arafats sei aber nur durch eine Untersuchung der sterblichen Überreste möglich.

Auch Arafats Witwe Suha müsste der Exhumierung zustimmen. Dann könnten Fachleute eine  Probe entnehmen, sagte Bochud. Sollte er tatsächlich vergiftet worden seien, müsste sein Körper eine hohe Konzentration Polonium aufweisen.

Die genaue Ursache von Arafats Tod ist bis heute unklar. Arafat war im Herbst 2004 in seinem Hauptquartier in Ramallah erkrankt. Da sich sein Zustand schnell verschlechterte, wurde er in ein Militärkrankenhaus im Süden von Paris gebracht, wo er am 11. November 2004 starb. Da die betreuenden Ärzte keine genaue Todesursache nannten, verdächtigten die Palästinenser Israel , Arafat vergiftet zu haben.