Bürgerkrieg in Syrien Bombe trifft Assads Führungszirkel

Vier Assad-Vertraute sind in Damaskus durch einen Bombenanschlag gestorben. Sie gehörten zu den wichtigsten Organisatoren des Krieges gegen die Rebellen.

Polizisten haben den Zugang zum Zentrum von Damaskus abgesperrt.

Polizisten haben den Zugang zum Zentrum von Damaskus abgesperrt.

Das blutige Finale in Syrien hat begonnen. Nach dem spektakulären Bombenanschlag auf den innersten Führungszirkel von Präsident Baschar al-Assad gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle. Wie das staatliche Fernsehen meldete, wurden Assads Sicherheitsberater Hassan Turkmani, Verteidigungsminister Daud Radscheha, dessen Stellvertreter Assef Schawkat – der Schwager Assads – sowie Innenminister Mohammed Schaar getötet. Alle vier zählten zu den wichtigen Planern des Regimes im Kampf gegen die Aufständischen. Der Sprengsatz explodierte in der Nationalen Sicherheitsbehörde bei einem Spitzentreffen von Ministern und Vertretern der Sicherheitskräfte, erklärte der TV-Sprecher und bezichtigte "Terroristen" der Tat. Die Behörde liegt nur 500 Meter von der amerikanischen Botschaft entfernt.

Zahlreiche weitere Mitglieder der Konferenz wurden verletzt. Einheiten der Republikanischen Garden sperrten das Gebäude sofort weiträumig ab, ebenso wie das nahe gelegene Shami-Hospital, in dem die Verwundeten versorgt werden. Ein weiterer Bombenanschlag soll der Kommandozentrale der Vierten Division gegolten haben, einer Eliteeinheit des Regimes, die von Assads Bruder Maher kommandiert wird. Hier gab es zunächst keine Informationen über mögliche Opfer.

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Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, erlag Assads Schwager Assef Schawkat im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Vize-Verteidigungsminister war seit 1995 mit Bushra, der Schwester des Diktators, verheiratet. Der getötete Verteidigungsminister Radscheha gehört der christlichen Minderheit an und war erst seit etwa einem Jahr im Amt.

Attentäter aus Assad-Leibgarde?

Zu dem Anschlag bekannte sich die Freie Syrische Armee. "Das ist der Vulkan, von dem wir gesprochen haben. Wir haben gerade erst begonnen", erklärte ein Vertreter. Bereits tags zuvor hatte der Sprecher der Rebellen in Homs, Oberst Kassem Saadeddine, für die kommenden Tage "Überraschungen" angekündigt. Wie der Fernsehsender Al Jazeera meldete, handelt es sich bei dem Attentäter möglicherweise um ein Mitglied aus der Leibgarde des Diktators.

Der Kommandeur der "Freien Syrischen Armee", Riad al-Asaad, erklärte dagegen gegenüber der Nachrichtenagentur AP, seine Mitkämpfer hätten einen Sprengsatz in dem Konferenzraum platziert und dann ferngezündet. "Alle, die das Attentat durchgeführt haben, sind in Sicherheit", sagte er. Zudem bekannte sich auch noch die islamistische Rebellen-Organisation Liwa al-Islam zu dem Anschlag. Sie teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, man habe das Krisenkontrollzentrum in Damaskus angegriffen. Die Erklärung wurde von einem Sprecher der Gruppe bestätigt.

Seit vier Tagen liefern sich Rebellen und Sicherheitskräfte schwere Kämpfe in der Hauptstadt, die sich jeden Tag auf weitere Stadtteile ausdehnen. Am Dienstag hatten die Aufständischen erstmals die "Schlacht zur Befreiung von Damaskus" ausgerufen. Sogar einige Häuser nahe des Präsidentenpalastes wurden von Granaten getroffen. In der Nacht zu Mittwoch griffen Rebellen ein Gebäude an, welches die gefürchteten Shabiha-Milizen als Hauptquartier benutzen.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen sachlichen Diskussionsbeitrag leisten möchten. Danke. Die Redaktion/ag

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    • joG
    • 18.07.2012 um 18:30 Uhr

    ....völlig gerechtfertigt ist den General zu töten im Krieg. Es ist nur ungewöhnlich.

    • joG
    • 18.07.2012 um 18:30 Uhr

    ....völlig gerechtfertigt ist den General zu töten im Krieg. Es ist nur ungewöhnlich.

    • zorano
    • 18.07.2012 um 18:05 Uhr

    Ich werde mich nicht wundern, wenn Manche wie bisher wieder behaupten werden, daß das Attentat vom Sicherheitsdienst selbst inszeniert wurde.

    3 Leser-Empfehlungen
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    • Suryo
    • 18.07.2012 um 18:07 Uhr

    Und mich würde es nicht überraschen, wenn einige gleich behaupten, CIA/Mossad/Human Rights Watch habe die Bombe gelegt. Schließlich ist ja sonnenklar, wer in diesem Konflikt die Bösen sind und wer die Guten.

    ermitteln sein.

    Es herrscht dort ein Bürgerkrieg. Und wie immer stirbt im Krieg die Wahrheit eben zuerst.

    Es sieht nicht gut aus für Assad. Anscheinend hat die FSA den Entschluss gefasst, Assad dort anzugreifen, wo er am schwächsten ist: In Damaskus. Wenn die FSA dort mit einer Guerilla-Taktik Schläge gegen das Regime führt, dann kann Assad nicht viel dagegen tun.

    Die übliche Vorgehensweise der syrischen Armee, ganze Dörfer und Städte unter Granatbeschuss zu nehmen, ist in Damaskus nicht anwendbar.

    Panzer sind in Damaskus auch kaum einsetzbar. Dass er jetzt auch noch zwei hochrangige Vertraute verloren hat, die maßgeblich an der Planung der Kampfmaßnahmen gegen die Bürgerkriegsparteien beteiligt waren, verbessert Assads Lage auch nicht gerade.

    Schlimm ist das alles allerdings für die nicht an den Kämpfen beteiligten Zivilisten. Für die wird Damaskus ein Alptraum werden.

    • Suryo
    • 18.07.2012 um 18:07 Uhr

    Und mich würde es nicht überraschen, wenn einige gleich behaupten, CIA/Mossad/Human Rights Watch habe die Bombe gelegt. Schließlich ist ja sonnenklar, wer in diesem Konflikt die Bösen sind und wer die Guten.

    ermitteln sein.

    Es herrscht dort ein Bürgerkrieg. Und wie immer stirbt im Krieg die Wahrheit eben zuerst.

    Es sieht nicht gut aus für Assad. Anscheinend hat die FSA den Entschluss gefasst, Assad dort anzugreifen, wo er am schwächsten ist: In Damaskus. Wenn die FSA dort mit einer Guerilla-Taktik Schläge gegen das Regime führt, dann kann Assad nicht viel dagegen tun.

    Die übliche Vorgehensweise der syrischen Armee, ganze Dörfer und Städte unter Granatbeschuss zu nehmen, ist in Damaskus nicht anwendbar.

    Panzer sind in Damaskus auch kaum einsetzbar. Dass er jetzt auch noch zwei hochrangige Vertraute verloren hat, die maßgeblich an der Planung der Kampfmaßnahmen gegen die Bürgerkriegsparteien beteiligt waren, verbessert Assads Lage auch nicht gerade.

    Schlimm ist das alles allerdings für die nicht an den Kämpfen beteiligten Zivilisten. Für die wird Damaskus ein Alptraum werden.

    • Suryo
    • 18.07.2012 um 18:07 Uhr

    Und mich würde es nicht überraschen, wenn einige gleich behaupten, CIA/Mossad/Human Rights Watch habe die Bombe gelegt. Schließlich ist ja sonnenklar, wer in diesem Konflikt die Bösen sind und wer die Guten.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Wahrheit"
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    • zorano
    • 18.07.2012 um 18:26 Uhr

    Man aktiviert eine Bombe und avanciert zum Aktivisten.

    • zorano
    • 18.07.2012 um 18:26 Uhr

    Man aktiviert eine Bombe und avanciert zum Aktivisten.

  2. 4. hallo

    was macht jetzt bitte die attentäter besser wie assad selbst.die sind doch genauso ,terror gegen terror ,ich kann nicht glauben das das jemand gutheißen kann.

    7 Leser-Empfehlungen
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    positv gewertet.

    Ich habe das schon gar nicht getan. Es geht aber auch nicht um Terror, sondern darum, dass Assad die Kontrolle über sein Land entgleitet, was bei seinem Umgang mit der Situation in seinem Land eigentlich auch kein Wunder ist.

    positv gewertet.

    Ich habe das schon gar nicht getan. Es geht aber auch nicht um Terror, sondern darum, dass Assad die Kontrolle über sein Land entgleitet, was bei seinem Umgang mit der Situation in seinem Land eigentlich auch kein Wunder ist.

  3. ermitteln sein.

    Es herrscht dort ein Bürgerkrieg. Und wie immer stirbt im Krieg die Wahrheit eben zuerst.

    Es sieht nicht gut aus für Assad. Anscheinend hat die FSA den Entschluss gefasst, Assad dort anzugreifen, wo er am schwächsten ist: In Damaskus. Wenn die FSA dort mit einer Guerilla-Taktik Schläge gegen das Regime führt, dann kann Assad nicht viel dagegen tun.

    Die übliche Vorgehensweise der syrischen Armee, ganze Dörfer und Städte unter Granatbeschuss zu nehmen, ist in Damaskus nicht anwendbar.

    Panzer sind in Damaskus auch kaum einsetzbar. Dass er jetzt auch noch zwei hochrangige Vertraute verloren hat, die maßgeblich an der Planung der Kampfmaßnahmen gegen die Bürgerkriegsparteien beteiligt waren, verbessert Assads Lage auch nicht gerade.

    Schlimm ist das alles allerdings für die nicht an den Kämpfen beteiligten Zivilisten. Für die wird Damaskus ein Alptraum werden.

    7 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Wahrheit"
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    • joG
    • 18.07.2012 um 18:41 Uhr

    ...Kämpfen beteiligten Zivilisten. Für die wird Damaskus ein Alptraum werden."

    Daher wäre es wirklich Zeit für Assad zu gehen.

    Eine multinationale Blauhelmtruppe soll Sicherheit für die Bevölkerung durchsetzen, während man eine Verfassung schreibt und Wahlen abhält. Von mir aus unter chinesisch/europäisch/arabischer Führung sollte die Leute beruhigen, aber man könnte da kreativ sein.

    • joG
    • 18.07.2012 um 18:41 Uhr

    ...Kämpfen beteiligten Zivilisten. Für die wird Damaskus ein Alptraum werden."

    Daher wäre es wirklich Zeit für Assad zu gehen.

    Eine multinationale Blauhelmtruppe soll Sicherheit für die Bevölkerung durchsetzen, während man eine Verfassung schreibt und Wahlen abhält. Von mir aus unter chinesisch/europäisch/arabischer Führung sollte die Leute beruhigen, aber man könnte da kreativ sein.

    • zorano
    • 18.07.2012 um 18:26 Uhr

    Man aktiviert eine Bombe und avanciert zum Aktivisten.

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    Antwort auf "Oder auch...."
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    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/ls

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  4. ... hätte ich gerne, wie viele Menschen, die zu einer bestimmten Religionsgruppe gehören, haben sich schon in die Luft gesprengt, um andere zu ermorden.

    Und natürlich aus anderen Religionen auch. Es wäre ein interessanter Ausblick.

    2 Leser-Empfehlungen
    • joG
    • 18.07.2012 um 18:30 Uhr

    ....völlig gerechtfertigt ist den General zu töten im Krieg. Es ist nur ungewöhnlich.

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    Antwort auf "[...]"

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