ChinaFrau des gestürzten Spitzenpolitikers Bo Xilai des Mordes angeklagt

Gegen die Frau von Bo Xilai ist Mordanklage erhoben worden. Gemeinsam mit ihrem Hausangestellten soll sie den britischen Geschäftsmann Neil Heywood vergiftet haben. von afp, dpa und reuters

Bo Xilai und seine Frau Gu Kailai in Peking (Archivbild)

Bo Xilai und seine Frau Gu Kailai in Peking (Archivbild)  |  © Stringer/Reuters

Die chinesische Justiz hat Mordanklage gegen die Ehefrau des entmachteten Politikers Bo Xilai erhoben. Es gebe "unwiderlegbare und substanzielle" Beweise dafür, dass Gu Kailai und ihr ebenfalls angeklagter Hausangestellter den Briten Neil Heywood vergiftet hätten , berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua . Demnach soll es Streit zwischen Gu, ihrem Sohn und dem Geschäftsmann gegeben haben.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass es zwischen Gu und ihrem Sohn Bo Guagua auf der einen Seite sowie Heywood auf der anderen "Konflikte" gegeben habe, berichtete Xinhua. Demnach soll Heywood die "persönliche Sicherheit" des jungen Bo bedroht haben, hieß es in dem Bericht ohne nähere Angaben weiter. Der Termin für den Prozessbeginn müsse noch festgelegt werden.

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Bo Xilai war im März vom Amt des Parteichefs in Chongqing entbunden worden , ihm wird Korruption vorgeworfen. Am 11. April verlor er seinen Sitz im Politbüro der Partei, während seine Frau am gleichen Tag unter Mordverdacht festgenommen wurde . Bo galt bis dahin als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im neunköpfigen Ständigen Ausschuss des Politbüros. Er gehört weiter der KP an, soll aber wegen der Korruptionsermittlungen unter Hausarrest stehen.

In welchem Verhältnis Heywood und Bo Guagua zueinander gestanden haben, ist unklar. Angeblich soll der Geschäftsmann ihm einen Platz an der renommierten britischen Harrow School verschafft haben. Vor Kurzem schloss der junge Bo sein Studium an der Elite-Universität Harvard ab.

Der in China lebende Heywood war im November tot in einem Hotelzimmer gefunden worden. Nachdem zunächst Alkoholkonsum für seinen Tod verantwortlich gemacht wurde, gerieten Monate später Gu und ihr Hausangestellter Zhang Xiaojun in Verdacht.

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Leserkommentare
  1. Wie kann "der Westen" wirklich glauben, das China die Neue Führende Weltmacht ist?
    Importstatistiken sagen wenig.
    China ist hinter der Fassade ein Drittweltland - wie auch Indien, das nur auf Grund seiner Einwohnerzahl und deren Konsum GROSS ist.
    Wenn der Westen allerdings sein know how weiter verschleudert - wird China riesengross.
    Dann beginnt eine Neue Weltepoche, die ich nicht mehr erleben möchte.

    2 Leserempfehlungen
  2. ... als laufe hier ein rechtsstaatliches Verfahren. Zur Einordnung der Ereignisse müsste m. E. auch ein grober Blick darauf gehören, in wie vielen "politischen" Fällen denn chinesische Angeklagte nach Anklageerhebung freigesprochen wurden. Da wünsche ich schon jetzt viel Spaß beim Suchen.

    Es ist nicht so, das Frau Gu mir schrecklich leid täte - von eben dem System, unter dessen Räder sie jetzt gerät, hat sie ja selbst lange profitiert. Aber dies ist kein Prozess - es ist Teil eines politischen Machtkampfs.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte China | Bo Xilai | Alkoholkonsum | Ermittlung | Justiz | Korruption
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