Reykjavík Grímsson als Präsident in Island wiedergewählt

Die Mehrheit der Isländer hat für Präsident Grímsson gestimmt. Der Politiker ist seit 1996 im Amt, er ist anders als die Regierung in Reykjavík gegen einen EU-Beitritt.

Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson

Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson

In Island ist Präsident Ólafur Ragnar Grímsson für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden. Grímsson lag in einer Hochrechnung des Isländischen Rundfunks bei knapp 53 Prozent der Stimmen. Seine stärkste Rivalin, die 37-jährige Fernsehmoderatorin Thóra Arnórsdóttir, kam auf gut 33 Prozent. Arnórsdóttir räumte ihre Niederlage ein.

Wahlberechtigt waren rund 236.000 Isländer. Grímsson ist seit 1996 Präsident. Ursprünglich wollte er nach vier Amtsperioden ausscheiden, doch er wurde durch eine Petition von mehr als 30.000 Wählern umgestimmt.

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Das isländische Staatsoberhaupt hat weitgehend repräsentative Aufgaben. Grímsson aber stellte sich mehrfach gegen Regierungen in Reykjavík. So verhinderte er mit Vetos zwei Gesetze, die ausländische Investoren entschädigen sollten, die bei dem Kollaps des isländischen Bankensystems ihr Geld verloren hatten. Aktuell bekämpft Grímsson die links-grüne Regierung unter Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir bei dem Vorhaben, der EU beizutreten.

 
Leserkommentare
  1. Bitte beachten Sie, daß die (meisten) Isländer keinen Familiennamen haben; Grímsson ist deshalb kein Familienname, sondern ein Patronymikon (Vatersname), und bedeutet nur, daß sein Vater Grímur heißt. (Und seine Kinder haben genausowenig "Grímsson" als letzten Namensbestandteil, sondern - als Töchter - Olafsdóttir, also "Olaf(ur)s Tochter"). Es ist insofern sinnvoller, wenn man nur einen Namen nennt, ihn als "Olafur" abzukürzen, wie es im Isländischen auch konsequent gemacht wird. (Entsprechendes gilt für seine Gegenkandidatin, bei der Arnórsdóttir nur bedeutet, daß ihr Vater Arnór heißt).

    3 Leserempfehlungen
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    sie haben ja so recht, kleopatra!
    doch bezweifle ich, dass unsere westlichen medienschaffenden ihre interkulturelle gefühlslosigkeit je ganz ablegen und akzeptieren können, dass es menschen gibt, die eben nur einen vornamen tragen.
    von vigdís finbogadóttir, ólafurs vorgängerin, wird übrigens gerne kolportiert, dass sie bei einer internationalen konferenz ihren tischaufsteller mit der aufschrift "v. finbogadóttir" mit der bemerkung, ihr vater habe nur EINE tochter - womit sie nicht die fünfte (= v.) sein könne - quittiert habe. auch protokollchefs haben offensichtlich ihre liebe mühe mit allem, was nicht ins schema passt.

    bleibt noch eines: til hamingju, óli gamli!

    sie haben ja so recht, kleopatra!
    doch bezweifle ich, dass unsere westlichen medienschaffenden ihre interkulturelle gefühlslosigkeit je ganz ablegen und akzeptieren können, dass es menschen gibt, die eben nur einen vornamen tragen.
    von vigdís finbogadóttir, ólafurs vorgängerin, wird übrigens gerne kolportiert, dass sie bei einer internationalen konferenz ihren tischaufsteller mit der aufschrift "v. finbogadóttir" mit der bemerkung, ihr vater habe nur EINE tochter - womit sie nicht die fünfte (= v.) sein könne - quittiert habe. auch protokollchefs haben offensichtlich ihre liebe mühe mit allem, was nicht ins schema passt.

    bleibt noch eines: til hamingju, óli gamli!

  2. sie haben ja so recht, kleopatra!
    doch bezweifle ich, dass unsere westlichen medienschaffenden ihre interkulturelle gefühlslosigkeit je ganz ablegen und akzeptieren können, dass es menschen gibt, die eben nur einen vornamen tragen.
    von vigdís finbogadóttir, ólafurs vorgängerin, wird übrigens gerne kolportiert, dass sie bei einer internationalen konferenz ihren tischaufsteller mit der aufschrift "v. finbogadóttir" mit der bemerkung, ihr vater habe nur EINE tochter - womit sie nicht die fünfte (= v.) sein könne - quittiert habe. auch protokollchefs haben offensichtlich ihre liebe mühe mit allem, was nicht ins schema passt.

    bleibt noch eines: til hamingju, óli gamli!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Grímsson oder Olafur?"
  3. pardon: finnbogi schreibt sich natürlich weiterhin mit doppel- n, weshalb die dame vigdís finnbogadóttir heißt.

  4. Hoffentlich bleibt er noch etwas länger und hoffentlich wird der Nachfolger seine Linie fortsetzen. Was Thóra Arnórsdóttirs Meinung über Volksabstimmungen angeht bin ich etwas skeptisch, klingt mir zu sehr nach BRD:

    "Die 37-Jährige hat nichts gegen Volksabstimmungen einzuwenden. "Aber ich hoffe, dass dieses Instrument nicht häufig angewendet werden muss, weil es die Distanz zwischen Parlament und den Bürgern vergrößert.""

    Quelle: http://www.welt.de/politi...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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