Nord-Mali : Tuareg verlieren letzte Stadt an Islamisten

Malis Norden ist unter Kontrolle der Islamisten, die Tuareg haben auch ihren letzten Rückzugsort verloren. In Timbuktu wurden erneut historische Bauwerke zerstört.
Islamistische Kämpfer in der Nähe der malischen Stadt Gao © Adama Diarra/Reuters

Die Tuareg-Rebellen haben im Norden Malis ihren letzten Rückzugsort an islamistische Kämpfer verloren. Die Kämpfer der MNLA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) seien am Mittwoch aus der Stadt Ansogo rund Hundert Kilometer nördlich der Stadt Gao verjagt worden, sagte ein örtlicher Regierungsbeamter. Die rivalisierenden Islamisten der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (Mujao) hätten erklärt, sie wollten der "Bevölkerung kein Leid zufügen".

Ein malischer Arzt bestätigte die Vertreibung der Tuareg. Die MNLA-Kämpfer befänden sich nicht mehr in Ansogo, die Kämpfer von Mujao hätten die Kontrolle übernommen und die städtischen Gebäude in Beschlag genommen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Tuareg-Rebellen seien in die Gegend um die Ortschaft Tassiga geflohen. Die Tuareg kontrollieren nun keine einzige Stadt im Norden mehr.

Nachdem Präsident Amadou Toumani Touré im März durch eine Gruppe meuternder Soldaten gestürzt worden war, hatten die Tuareg gemeinsam mit mehreren islamistischen Gruppen den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Seitdem wurden sie aber von den Islamisten aus den wichtigsten Städten Timbuktu, Gao und Kidal vertrieben. Während die MNLA für einen unabhängigen Staat im Norden Malis eintritt, wollen die Islamisten das islamische Recht der Scharia einführen.

Die Tuareg harren Berichten zufolge nun in kleinen Gruppen im Norden Malis aus. Der schwachen Übergangsregierung in Bamako fehlen die Mittel, um den Norden zurückzuerobern. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ( Ecowas ) berät seit Wochen über die Entsendung von Truppen , doch stößt sie damit sowohl in Bamako als auch beim UN-Sicherheitsrat auf Skepsis oder Ablehnung.

Islamisten zerstören weiter historische Bauwerke

In der nordafrikanischen Wüstenstadt Timbuktu haben die Islamisten derweil erneut Jahrhunderte alte Mausoleen zerstört . Zwei Grabstätten in der Nähe der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Djinger-ber-Moschee sind nach Angaben der örtlichen Behörden am Dienstag verwüstet worden. "Ich bin empört, aber wir haben nichts tun können", sagte der Tourismus-Direktor in der Wüstenstadt, Chirfi Alpha Sane. Er könne derzeit sein Amt nicht ausüben, sagte er. Er hoffe, dass es einmal gelingen werde, die zerstörten Mausoleen wiederherzustellen.

Die Islamisten zertrümmerten am Dienstag nach Berichten von Augenzeugen mit Schaufeln und anderem Werkzeug die Gräber der Heiligen . "Wir waren schockiert und wussten nicht, was wir machen sollen. Ich habe Menschen weinen sehen", berichtete ein Mann. Die Islamisten hätten nicht in der Sprache der Einheimischen gesprochen, vermutlich stammten sie aus dem Ausland.

Malis Kulturministerin Fadima Touré  Diallo hatte die Zerstörung von Weltkulturstätten in Timbuktu als "Barbarei" und "kriminellen Akt" verurteilt. Malis Zentralregierung hatte angekündigt, wegen der Verbrechen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzurufen. Auch die Unesco hatte die Zerstörungen als "widerwärtige Handlungen" verurteilt.

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Kommentare

40 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Womoeglich sehen wir die Geburt eines gross-arabischen Reiches

Strategische Missionierung war schon immer ein Hauptaugenmerk erfolgreicher Eroberer. Nicht nur die Salafisten in Mali, sondern schon Karl der Grosse hat fast das gleiche Prinzip schon in Deutshcland praktiziert. Was heute in Mali die sufi sind, das waren damals in Deutschland die Sachsen:
'Karl wollte die Sachsen christianisieren und ihr Gebiet in sein fränkisches Reich eingliedern. Die erste Aktion Karls des Großen war die Zerstörung der Irminsul, des heiligen Baumes der Sachsen'
http://www.deutschland-im...'

Wir wissen das schon Karls Politik ueberaus erfolgreich war, daher auch der Titel 'der Grosse'. Nicht im Geringsten waere ich ueberrascht, wenn auch die derzeitigen Geschehenisse letzendlich nur Zeichen einer grossen Einigung im arabischen Raum waeren und der arabische Fruehling in der Schaffung eines demokratischen arabischen Reiches gipfelte, aehnlich der EU, nur eben mit einer Sprache und einer relativ homogenen Religion.

Arabien - die Superpower der Zukunft?

und wenn das geschieht, dann werde sogar ich anfangen arabisch zu lernen, denn solch ein Staat haette durchaus das Potential, ganz Europa kulturell und wirtschaftlich zu dominieren. Denn nicht nur sind jede Menge Geld und Resourcen vorhanden, sondern auch eine junge, gut ausgebildete Bevoelkerung. Dies steht im krassen Gegensatz zum hoch verschuldeten, vergreisten Europa der EU.

Veraenderungen von epochaler Bedeutung

Lieber Ostdeutschland,

sowenig wie der Goethes Zauberlehrling die Besen hat zurueckrufen koennen, so wenig wird es dem Westen gelingen, den arabischen Fruehling zu stoppen. Niemand weiss was kommt. Mit einer unkontrollierbaren Eigendynamik koennte vom arabisch-islamischen Grossreich und dauerhaftem Frieden bis hin zu furchtbaren Kriegen und Buergerkriegen wie in Libyen, Syrien und Mali so ziemlich alles auf der Tagesordnung stehen.

Wenn es aber Frieden ist, der kommt, dann sollte Europa sich auf gewaltige kulturelle, politische und wirtschaftliche Veraendeungen auch bei uns einstellen. Eine neue Epoche koennte anbrechen.

Sicher?

Kulturell und wirtschaftlich dominieren?
Öl ist so ziemlich die einzige Ressource die man da unten findet und nicht mal die haben alle Staaten abbekommen. Von Verschuldung braucht man gar nicht erst anfangen zu Reden, aber ohne Sozialstaat kann man auch einen Haufen Geld sparen.

Keinerlei Mittelstand, keine Industrie und das Handwerk ist am Eingehen. Nur weil da unten jeder Zweite Economics studiert hat heißt das nicht automatisch dass sie gut gebildet sind und wunderbare Jobaussichten haben.
Die arabische Welt ist durchsetzt von Kleinstaaterei und Überheblichkeit gegenüber anderen Arabern (bsp. Jordanier gegen Ägypter).

Maerchen aus 1001 werden wahr

Lieber Biertuose,

wir naehern uns Zeiten, in denen Oel mit Gold aufgewogen wird, Mali aufgrund seiner weiten Wuesten fuer die Solarindustrie interessant, das Handwerk weltweit von Robotern ersetzt und auch die deutsche Industrie zunehmend nach Fernost verlagert wird. Mit Dubai und Kuwait hat auch die arabische Ekonomie Epizentren, die sich hinter London und New York nicht mehr lange verstecken muessen. Und nachdem der Westen kriegerische Monster wie Saddam Hussein und Gadhafi ausgeschaltet hat, sehe ich eigentlich nichts mehr, was den arabischen Fruehling ernsthaft stoppen koennte.

Davon wird ganz gewiss auch Mali massiv profitieren. Dort wo heute noch dreckige kleine Haeuser mit bettelnden Kindern das Strassenbild beherrschen, werden schon bald glitzernde Palaeste aus dem Boden gestampft werden. Und wir werden froh und dankbar sein, wenn die Bevoelkerung Malis unsere Produkte kauft, anstatt die Chinas.

Über die Entwicklung in Afrika

http://www.ag-friedensfor...

Das zeigt klar die Strategie Afrika von Norden her zu besetzen um die Rohstoffe herauszuklopfen. Alqaida ist immer der Anlass, Rohstoffe immer der Grund und die leidende Bevölkerung immer die Rechtfertigung. China hingegen investiert in diese Länder und -natürlich nicht uneigennützeig- baut Infrastruktur und Kulturelle Institutionen mit auf. Deutschland sollte eine eigene Strategie entwickeln wirklich nachhaltige zivile Kooperationen mit möglichst vielen Ländern aufzubauen und nicht diese postkolonialistischen Besatzungskriege führen.

Frieden schaffen durch Handel und Kooperation

Lieber wohneinbaum,

Ich teile Ihre Meinung voellig. Wir sollten uns aus den Differenzen zwischen den verschiedenen religioesen Fraktionen der islamischen Welt heraushalten soweit es nur geht, auch in Mali, und stattdessen mit allen Seiten kooperieren. Das, und nichts anderes, sollte der deutsche Beitrag zur Auseinandersetzung in Mali sein. Schliesslich wissen wir nicht mal, wer am Ende die Oberhand behalten wird.

Wieso das denn?

Glaube nicht, dass das kommen wird. Ausserdem stehen die Araber zu sehr unter dem Einfluss der Amerikaner, als das sie
anfingen hier ein Großreich zu errichten. Den Vergleich mit Kaiser Karl finde ich irgendwie unpassend. Letztenendes sind die arabischen Länder untereinander zu sehr zerstritten, als das es hier eine Einheit geben könnte, das vergessen sie dabei leider.....

Erstaunlich was teilweise zensiert wird und was durchkommt

Aber gut, dann eben in sehr gewählten Worten.

Ich halte ein kommendes arabisches Großreich mit starker kultureller Ausstrahlung für ungefähr so wahrscheinlich, wie einen Lottogewinn.

Schaut man sich die DAten aus den arabischen Ländern an, zB den Human Developmentindex, so scheint die region eher in Richtung afrikanischer Zustände zu driften, als einen Aufholprozess nach asiatischem Vorbild hinzulegen.

Das Prinzip der Nusskeule

Wenn der Mensch etwas aus seinem Zeitvertreib Krieg in den letzten 100000 Jahren gelernt hat, dann das intensiver Handel die beste Vorsorge vor einem kollektiven Keulenschlag ist.
Klar könnte man nun fragen warum musste der eine Mensch 2 Nüsse mehr sammeln auch wenn er sie nicht essen wird. Und warum ein anderer Mensch in der gleichen Zeit, statt zu sammeln, sich eine Keule baute um die Nüsse dem anderen Menschen abzujagen. Die Auflösung dieser Fragen endet erneut in einem Konflikt. Darum ist intensiver Handel und Kommunikation ein geeignetes Mittel diese Wechselwirkung aufzuhebeln.

Arabien - die Superpower der Zukunft? So ein Blödsinn

Wer seine Vergangenheit zerstört, hat keine Zukunft, schon gar nicht als Superpower. Renaissance, Luther, Aufklärung, Trennung von Staat und Kirche, "Gott ist tot", u.v.m., die westliche Welt hat 400 Jahre "historischen Vorsprung" vor diesen Kulturvernichtern. Arabien muss diese / ähnliche Schritte selbst noch gehen, begonnen hat die arabische Bevölkerung damit im arabischen Frühling. Dort liegt die Superpower aber sicher nicht in einem Gotteskriegerstaat.

Mali ist ein kleiner Baustein in einem grossen Puzzle

'Wer seine Vergangenheit zerstört, hat keine Zukunft, schon gar nicht als Superpower.'

Das Gegenteil ist doch der Fall.
-Frankreich musste das Joch des Ancien Regime und der katholischen Kirche abschuetteln, bevor es reif war fuer Nspoleon.
- die russische Revolution hat den Weg bereitet fuer das sowjetische Imperium
- Die USA mussten sich der britischen Kolonialherrschaft entledigen, bevor sie Superpower werden konnten
- Kaiser Konstantin &Co beseitigten radikal die alten Goetzen und deren Tempel, bevor sie mit dem byzantinischen Reich einen tausendjaehrigen Staat schufen.

Und ohne Zweifel auch dies:

- Arabien braucht Reformen
- Arabien, auch Mali, ist dabei sich mit Windeseile zu reformieren

Fuer mich die derzeit spannendste Entwicklung, die sich auf unserem Planeten bietet.

Weil man dort

richtig einen auf die Mütze bekommen würde, denn in der Wüste kann man nicht viel mit Bomben ausrichten und auch der Bodenkampf dürfte herbe Verluste bergen, denn die Leute dort haben nichts zu verlieren.
Über die Stripenzieher im Hintergrund (Saudi-Arabien kommt da in den Sinn) und deren Lobbyarbeit in der Politik und in den Medien, auch bei großen dt. Wochenzeitungen, gar nicht erst zu reden.

Finde jedoch die unzensierten ersten beiden Kommentare herrlich, Islamisten und Demokratie in einem Satz, könnte von den Nahostexperten G und T der ZEIT kommen.
Obwohl sie wahrscheinlich nicht Unrecht haben werden, denn selbst die dt. Medien üben sich ja schon seit Jahren in Dhimitude und alle kritischen Ansätze zum Thema Eurabien (Bat Ye'or) werden gewissenhaft redigiert.
Manchmal fragt man sich ob einige Kommentatoren schon mal in islamischen Ländern unterwegs waren oder wenigsten bei ihren Ressorturlauben mal dort rausgegangen sind.

Bürgerkrieg ist das Mittel der Wahl

auch die USA haben bemerkt, dass es weniger kompliziert ist
Öl und Rohstoffe aus einem Bürgerkriegsland abzutransportieren, als aus einem Land mit einem Saddam oder Ghaddafi. Dabei speilt es keine Rolle, dass Gahddaffi auch bei demokratischen Wahlen die nächsten 50 Jahre jede Wahl gewonnen hätte. Feindesland ist Niemandsland und bevor man Afghanistan den Chinesen oder Iranern überlässt wird man auch dort eher auf Bürgerkrieg setzen. Schöne Neue Welt unser Europa wird am Hindukusch und an der WallStreet verschrottet und jede Moral und Demokratie gleich mit.

Tolle Kulturmacht

wenn ich das hier lese meine ich zu verstehen, dass hier uralte Kulturwerte zerstört werden.
Nicht, dass es mich wundert, dass diese "Vorbild" - Kultur zerstört, jetzt auch in Mali - in der angesagten Kulturwelt, die Sie hier meinen bejubeln zu wollen, entsinne ich mich der Kulturvorführungen der jüngsten Zeit: Ermordung einer jungen Frau unter Jubel der Kulturanhänger, Steinigung nach Vergewaltigung (nicht der Täter, sondern der Frauen!), Ruf nach Tod für Andersdenkende Mitgläubiger wegen Abfalls vom Kulturglauben resp. wegen Apostasie, Bomben Mord und Totschlag gegen Andersgläubige (oft selbst der eigenen Kulturreligion) -
das ist Ihre Vorbildkultur, Herr/Frau Friedensfürst?
Wie drücktes es ein deutscher Zeitgenosse vor einigen Monaten aus - dafür kann ich keinen Respekt zollen, beileibe nicht.

(leicht verwirrt) - Sie führen uns hier die Islamisten Malis

(internationale Gangs, wenn ich das richtig herauslese) als Ihre Vorbildkultur anpreisen und hochjubeln
da verstehe ich nicht, wie Sie Katya Koren da als Zeugnis für die böse westliche Welt anbringen.
Katya Koren wurde, wenn ich richtig informiert bin, von drei Muslimen wegen ihrer freien Lebensweise gesteinigt
also eben Vertreter Ihrer Kulturwerte denn westlicher. Die Steiniger finden Sie in dem Kultur-Abschaum, der hier als Islamisten oder Salafisten bezeichnet wird.
Was wollen Sie uns da nahebringen?

Der Islam gehoert zu Mali - und auch zu Eruopa

Lieber derkafir,

ich glaube nicht dass es fair ist, einerseits Karl den Grossen als Vater der Deutschen zu verehren, nachdem er die Heiligtuemer der Sachsen dem Erdboden gleichgemacht hat, und andererseits die bei uns und in Mali lebenden Islamisten als 'Kultur-Abschaum' zu bezeichnen, wenn diese in ihren Handlungen Karl dem Grossen nacheifern.

Alles, was wir Menschen tun, ist vergaenglich. So auch irgendwelche alten Graeber in Timbuktu.

Wir sind ie heute lebenden Nachfahren der Menschen

des frühen Mittelalters - und wir leben nicht mehr frühes Mittelalter.
Sie bejubeln hier nachhaltig Menschen und deren Kulturwerte, die heute ein Leben aus jener Vorzeit durchsetzen wollen.
Wenn das Ihre Kultur ist - bitte.
Diejenigen, die ihr Seelenheit dann ausgelebt sehen, wenn sie Kulturwerte der Vorzeit zerstören oder Mitmenschen gemäß ihren Kulturwerten erniedrigen und wegtöten - und zwar klaren Verstandes - sind für mich keine Menschen sondern gemäß ihrer in der Jetztzeit begangenen frühmittelalterlichen Verbrechen einfach nur Abschaum.
Und wer Steinigungen, Tötungen, Zerstörungen als Kulturwerte betrachtet, die man gerne in Vormachtstellung sieht - wie gesagt - von meiner Seite aus nicht einen Handbreit an Respekt, nur Verachtung.

Noch Nachtrag zu "Hochkultur"

Ihre Aussage: "Alles, was wir Menschen tun, ist vergaenglich. So auch irgendwelche alten Graeber in Timbuktu."
Ja, frühes Mittelalter, passt.
Wenn man der Vergänglichkeit Beine macht und dabei Hand anlegt - Niederkultur.
Wenn man alte Kulturgüter pflegt und nachhaltig schützt und für die Zukunft instandhält - das ist Hochkultur.
Ihre Kommentare 1 + 2 fff - sie bejubeln Niederkultur.

Es geht auch um Nachhaltigkeit

Lieber derkafir,

was die Islamisten in Mali mit Steinen zerstoeren, das zertsoeren andere anderswo mit Raketen. Ist das Ihrer Meinung nach zivilisierter?

Und wenn Sie beklagen, ich bejubelte eine 'Niederkultur' und nicht die 'Hochkultur' der Welt, dann meine Frage zurueck an Sie: Was ist so schlimm daran? Wenn die 'Niederkultur' uns Frieden bringt wo die 'Hochkultur' Krieg verheisst, und die Hochkultur die Resourcen dieses Planeten mit atemberaubender Geschwindigleit verschlingt, waehrend die Niederkultur mit Respekt und Ehrfurcht nur das zum Ueberleben noetigste aus der Natur entnimmt, dann scheint mir die Niederkultur deutlich nachhaltiger zu sein.

Schon in wenigen Jahren werden wir nach Mali blicken, und uns fragen, wie wir den Erfolg des dortigen Modells kopieren koennen.

Nun gucken wir einmal auf die Länder des arabischen "Frühlings"

- Einfach toll, was dort geschafft wird! Einfach toll!
Und auf wessen Finanzspritzen hofft man dort? Und wohin flieht die Jugend von dort um überleben zu können?
Was ich so bei Ihnen lese - einfach ... toll!

"Schon in wenigen Jahren werden wir nach Mali blicken, und uns fragen, wie wir den Erfolg des dortigen Modells kopieren koennen." - Dürfen wir dann gemeinsam mit Ihnen davon ausgehen, dass die Jugend der Sahel- Zone dann nicht mehr den gefahrvollen Weg zum Überleben nach Europa auf sich nehmen muss?
Das mit arabischem Reichtum und arabischem Know How und Erfindungsreichtum dann bald, wie heute schon allenthalben - denn reich sind einige arabische Länder ja schon länger, arabische Produkte und arabisches Know How den Weltmarkt überschwemmen. Sptzentechnologie aus Mali, aus Tunesien, aus Algerien, aus Ägypten?
Das müsste doch heute schon gang und gäbe sein - oder kommt die Bildungsexplosien des arabischen Raums dann jetzt hier aus Mali; wir müssen nur geduldig warten.
So wie auf die größte arabische Errungenschaft - dem einzigen nachhaltigen Motor für Reichtum von dort - dem Öl.
In kluger Voraussicht vor Millionen Jahren in Produktion gegeben um es heute unter Einsatz des gesamten regionalen brainstorm auzubeuten - also jetzt auch wieder Millionen Jahre bis wir den arabischen Frühling von Mali ausgehend zum Nutzen der einfachen Bevölkerung auskosten können?
Wie gesagt, ich finde Ihre Ausführungen einfach ... toll!

Der arabische Fruehling wird auch fuer uns Folgen haben

'Dürfen wir dann gemeinsam mit Ihnen davon ausgehen, dass die Jugend der Sahel- Zone dann nicht mehr den gefahrvollen Weg zum Überleben nach Europa auf sich nehmen muss?'

Lieber derkafir,

in Kuerze werden wir bitten und betteln um jeden malischen Studenten und Arbeiter, der noch willens ist nach Deutschland zu kommen, um hier unsere Gesellschaft zu bereichern.

Waehrend in Deutschland die Altersheime bersten unter dem steten Zustrom buckliger Greise, liegt die grosse Hoffnung fuer unsere Demographie wie ein geheimer Goldschatz derzeit noch ungehoben in der Sahelzone. Bei derzeit noch etwas ueber 30 Millionen Muslimen in der EU kann ich mir bestens vorstellen, dass sich diese Zahl innerhalb weniger Jahrzehnte verdreifachen wird. Wobei dann schon jeder dritte EU Buerger muslimischen Glaubens sein duerfte.

Wenn Staaten wie Mali, Libyen, die Tuerkei und Algerien dann noch EU Mitglieder werden, dann werden schon 2 von 3 EU Buergern und mehr muslimisch sein.

Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis der arabische Fruehling uns alle in seinen Bann ziehen wird. Ein grosses arabisch-muslimisch gepraegtes Reich von Somalia bis Irland und von Timbuktu bis nach Uppsala koennte noch in unserer Generation Wirklichkeit werden.

Aha, soso, na dann. Trau, schau, wem.

Und dann noch: Glückauf, Kamerad.
Ich lese viel von Masse bei Ihnen - Erfolg bringt das aber nur in Zusammenhang mit Klasse.
Also, erst einmal europäische Bildung genießen, und dann islamischen Wohlstand mehren?
Gucken Sie einmal, was die buckligen europäischen Greise geschaffen haben, bevor sie jetzt ausgelebt ins Altersheim gehen - Europa hat Altersheime und Sozialsysteme "von der Wiege bis zur Bahre", denn erst einmal musste diese ganze Infrastruktur ja erst aufgebaut werden um jetzt den "Massen" islamischer Jungarbeiterheere eine Lebens- und Arbeitsumgebung zu bieten, die sie im Islam meist nicht finden; die ihre Chance zu Hause in den islamischen Staaten so scheint's nicht finden, denn sie müssen ja raus und mit (europäischen) Transferüberweisungen nach Hause zur Wirtschaftskraft der Heimat beitragen.
Wenn ich das mal so uminterpretiere: die europäische Vorleistung für den islamischen Wohlstand der Zukunft
ist dann in etwa das, was vorher die Natur in Form von fossiler Ressourcenbildung (Öl) für den jetzigen Islam geleistet hat?
Ein toller Ausblick - da fühlen Sie sich drin wohl? Ist mir ehrlich gesagt zu wenig Eigeninitiative und zuviel Verlass auf die Leistung Anderer, die dann noch verhöhnt werden (bucklige Greise auf dem Weg ...) wenn sie ihren Aufbauzoll für den islamischen Aufstieg geleistet haben.
Es gibt doch einen islamischen Begriff für die Extrasteuer für Ungläubige im Dienst des Islam; Bei uns heisst das "Sklaverei und Ausnutzung, Ausbeutung.

Die Jugend von Mali hat Moral - und eine goldene Zukunft

Lieber derkafir,

wenn ich mir Mali anschaue, mit seiner jugendlichen und vor Kraft strotzenden Bevoelkerung, ein Land mit ungeheurer Dynamik, niedriger Staatsverschuldung und unverbrauchten Resourcen, dann denke ich, davon haetten sich unsere Politiker eine Scheibe abschneiden koennen.

Und kein Zweifel, im Systemvergleich lassen sich auch Vorteile fuer Deutschland finden: Deutschland hat gut gelebt dank Marshallplan, dem Schutz seiner Industrieanlagen durch die NATO und der Moeglichkeit, sich tiefer und tiefer in Schulden zu stuerzen auf Kosten nachfolgender Generationen.

Aber irgendwann schnappt die Schuldenfalle auf fuer Deutschland zu, und dann geht das Licht aus. 35 Stunden Woche, Rente mit 50, Konsumismus bis zum geht-nicht-mehr und eine Arroganz gegenueber den Nachkommen, die denen schlicht die Luft zum Atmen abschnuert, mittels Umweltzerstoerung und massiver Verschuldung: ist das etwa, was Sie so stolz als 'Leistung' der buckeligen deutschen Greise anpreisen?

Nicht unvorstellbar, dass nachfolgende Generationen auch in Deutschland die Graeber dieser buckeligen Greise von heute zerstoeren, aus lauter Wut darueber, was diese angerichtet haben mit Deutschland. Die Jugend von Mali ist meiner Ansicht nach voellig hip, und schreitet mutig zur Tat. Beim Zerstoeren der Graeber von Sklavenjaegern, was jetzt in Timbuktu geschieht, wuerde ich vielleicht auch mitmachen, wenn ich da waere. Nicht weil ich historische Gemaeuer nicht achten wuerde, sondern aus Prinzip und Moral.

Deutschland kann helfen

Wobei ich jegliche Gewalt gegen Menschen verabscheue, auch in Mali. Die Ruinen von Staetten abzutragen, die symbolisch stehen fuer die Knechtung, die Jagd, und den Tod von hunderttausenden, wenn nicht Millionen von Schwarzafrikanern, finde ich jedoch nicht verkehrt.

Die malische Jugend setzt mit dem Abreissen der Sklavenjaegertempel auch ein Zeichen gegen Rassismus, Sklaverei, Unfreiheit, Menschenhandel und erzwungene Armut. Man muss in ihrem Akt der Zerstoerung auch das Symbolische erkennen, und nicht nur das Oberflaechliche. Den Sufi wuensche ich, dass sie neue Tempel bekommen, die nicht mit Sklavenjagd und -handel assoziiert werden koennen. Moeglicherweise kann ja Deutschland helfen mit Architekten und Ingenieueren, um etwas voellig Neues, moralisch Unbedenkliches in den Wuestensand von Timbuktu zu setzen.

Was denn nun -

ich denke die kulturelle und sowieso die Zukunft der Welt heißt Islam? Der moderne Neuaufbau heißt Islam?
Und Deutschland soll's richten?
Und die islamische Welt ist reich.
Und Deutschland soll zahlen?

Aber da warten ja auch noch andere glorreiche arabische Frühlingsmächte auf Segen spendenden Öl- Mammon

http://www.zeit.de/wirtsc...

Aber ich verstehe, besser man hält sein Geld zusammen, nicht wahr.
Ich liebe Ihre Kommentare - sie sind so nüchtern bedacht.

Der Sklavenhandel in Schwarzafrika - beruhte der nicht auch auf arabische Aktivität - wie heute der Islamismus?
Aber egal. Später sind wir friedlich. Heute ist Vorfreude auf morgen. Zerstörung von Kultur zur Schaffung neuer, weltverbindender.
Das was an Früher und an Mord, Unterdrückung und Sklaverei erinnert wird zum besseren Vergessen zerstört.
Wollen Sie das für die deutschen Holocaust- Gedenkstätten auch vorschlagen? Weg damit und vergessen?
Einfach köstlich.

Freiheit und Menschenwuerde fuer ALLE Menschen

Lieber derkafir,

Auch in Deutschland haben wir Staetten wie den 'Fuehrerbunker', die 'Reichskanzlei', und diverse andere Staetten, die der Satanei auf Erden huldigten, dem Erdboden gleichgemacht, weil diese Symbole abscheulicher Barbarei und grausiger Unmenschlichkeit waren. Deutschland hat auch das Glueck gehabt, 1945 von der Tyrannei der Sklavenhalter befreit zu werden und damals ist im Zuge der Befreiung viel Unheil von uns genommen worden. Timbuktu dagegen, so scheint ist, muss sich vom schweren Ballast seiner Geschichte als Hauptstadt der arabischen Sklavenjaeger selber befreien.

Die Wuerde schwarzafrikanischer Menschen wurde durch Sklaverei ueber viele Jahrhunderte ruecksichtslos in den Dreck getreten und sie haben ein moralisches Recht darauf, dass ihren Peinigern nicht laenger in Tempeln gehuldigt wird. Auch und vor allem in Timbuktu, dem Epizentrum der Sklavenjaeger.

Stattdessen sollten vor den Ruinen ihrer Tempel Schilder angebracht werden, aehnlich den 'Stolpersteinen' und Holocaustmahnmaelern in Deutschland: 'Hier stand ein Palast der Sklavenjaeger Afrikas. Die malische Jugend raeumte auf im Jahre 2012 (und/oder dem Equivalent islamischer Zeitrechnung).'

Gerade als Deutscher wuerde ich mich freuen, solche Schilder durch Steuergelder mitfinanzieren zu duerfen.