Gedenkfeier: "Wir müssen den Euro verteidigen"
Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande haben die deutsch-französische Freundschaft beschworen. Sie versprachen zudem ein gemeinsames Vorgehen in der Euro-Krise.
© Francois Nascimben/AFP/GettyImages

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande in Reims
Bei einer Gedenkfeier in der Kathedrale von Reims haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande die vor 50 Jahren begründete deutsch-französische Freundschaft gewürdigt. Sie kündigten eine enge Zusammenarbeit für mehr politische Integration in der EU an.
Gleichzeitig unterstrichen sie bei dem Treffen ihren Willen, die Herausforderungen durch die Euro-Schuldenkrise gemeinsam und im Schulterschluss mit den anderen europäischen Partnern zu meistern. "Europa, das ist mehr als nur eine Währung", sagte Merkel. "Und unverzichtbar dafür sind die deutsch-französischen Beziehungen. Sie haben die europäische Einigung maßgeblich geprägt und vorangebracht."
Nun gehe es in Europa darum, Versäumnisse der Vergangenheit nachzuholen. "Und das ist die politische Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion. Das ist eine Herkulesaufgabe, ohne Frage. Aber Europa kann diese Herkulesaufgabe bewältigen", sagte Merkel. Europa könne stärker aus dieser Krise hervorgehen.
Die Beschlüsse des EU-Gipfels von Ende Juni, etwa zur Bankenunion und Finanztransaktionssteuer, seien ein "erster Schritt" gewesen. "Nun warten andere Etappen auf uns", sagte Hollande. Notwendig sei eine politische Union, die auf einer "solidarischen Integration" basieren müsse. "Wir müssen den Euro verteidigen", sagte Hollande. Dabei sei die Qualität der deutsch-französischen Beziehungen entscheidend. Vertrauen zwischen Deutschland und Frankreich sei notwendig, "damit es weitergehen kann".
Schändung deutscher Kriegsgräber
Überschattet wurde das Treffen von der Schändung deutscher Kriegsgräber im Ardennen-Dorf Saint-Étienne-à-Arnes. Unbekannte hatten auf dem Militärfriedhof der kleinen Gemeinde Dutzende Grabsteine und Kreuze deutscher Gräber herausgerissen. Hollande versicherte, "keine dunkle Gewalt und noch weniger die Dummheit" könne die tiefe deutsch-französische Freundschaft trüben.
Hollande und Merkel nahmen in der berühmten gothischen Kathedrale der ostfranzösischen Stadt an einer kurzen Gedenkfeier teil, die Erzbischof Thierry Jordan zelebrierte. In derselben Kirche hatten vor genau 50 Jahren, am 8. Juli 1962, der damalige französische Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) Seite an Seite bei einer "Messe für den Frieden" den Anstoß für die deutsch-französische Aussöhnung nach zwei Weltkriegen gegeben.
Die Arbeit von de Gaulle und Adenauer muss weitergeführt werden
Die von de Gaulle und Adenauer besiegelte Freundschaft zwischen ihren beiden Ländern sei zum "Sockel der europäischen Einigung" geworden, sagte Hollande. Nun gelte es, diese Freundschaft ständig zu erhalten und zu bereichern. "Dies ist unsere Aufgabe, unsere Verantwortung." Merkel würdigte die "historische Leistung" der beiden Politiker zu einem Zeitpunkt, wo der von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg noch durch "tiefe Spuren" im Gedächtnis der französischen Nation verankert gewesen sei. De Gaulle und Adenauer hätten mutig ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Gemeinsam mit Hollande eröffnete Merkel in Reims eine Ausstellung zur deutsch-französischen Wiederannäherung und Aussöhnung nach dem Ende des Krieges. Das Treffen in Reims bildete den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen, mit denen Deutschland und Frankreich bis Mitte Juli kommenden Jahres den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags feiern wollen. Der sogenannte Elysée-Vertrag wurde von de Gaulle und Adenauer am 22. Januar 1963 in Paris unterschrieben und bildet noch heute die Grundlage für die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.







gegen wen denn?
gegen die boesen spekulanten?
gegenueber dem volk/ den voelkern?
gegen die eigene uneinsichtigkeit?
"Europa, das ist mehr als nur eine Währung"
Wie wahr. Und es ist das Gegenteil von "Scheitert der Euro, scheitert Europa". Eine späte Einsicht zwar, aber immerhin ...
....aber ist die Wirklichkeit.
Europa ist mehr als der Euro, da wird jeder zustimmen. Das Problem daran ist eben nur, das man nunmal die Zeit nicht zurückdrehen kann. Gerade weil Europa mehr ist als nur eine Währung, kann man nicht zulassen das ein mögliches Scheitern des Euros Europa mitreißt.
UPnd genau aus diesem GRund muß auch unter allen Umständern verhindert werden, dass der Euro zerbricht. Merkel und Hollande haben also genau das gensagt, was sie immer gesagt haben. Von daher Viel Erfolg, Fr. Merkel!
....aber ist die Wirklichkeit.
Europa ist mehr als der Euro, da wird jeder zustimmen. Das Problem daran ist eben nur, das man nunmal die Zeit nicht zurückdrehen kann. Gerade weil Europa mehr ist als nur eine Währung, kann man nicht zulassen das ein mögliches Scheitern des Euros Europa mitreißt.
UPnd genau aus diesem GRund muß auch unter allen Umständern verhindert werden, dass der Euro zerbricht. Merkel und Hollande haben also genau das gensagt, was sie immer gesagt haben. Von daher Viel Erfolg, Fr. Merkel!
DeGaulle wollte die Union der Vaterländer. Wenn der sehen würde, was seine Nachfolger so treiben würde er sich ihm Grabe umdrehen.
... Und was ist gemeint ? Eine Integration, in der Deutschland die Schulden der Südländer und Frankreichs abpuffert und letztlich übernimmt und bezahlt.
Vorsicht vor solcherlei "Solidarität" - das kennen wir von früher; im Comecon wurde das täglich gebetet und hiess nichts anderes als die relativ leistungsfähige DDR auszulutschen.
Mit dieser "solidarischen Integrationsvariante" kann man nur Unzufriedenheit fördern - wie sie gerade schon heranwächst. Hätten wir das wunderbare bunte Europa der 90er Jahre wieder, ginge es uns gut ! Als Deutscher wurde ich überall mit offenen Armen empfangen. Die D-Mark wurde mir überall aus der Hand gerissen. Heute dagegen hat Deutschland gezahlt wie noch nie und ich stosse in Europa auf neue Ressentiments. Frau Merkel wird in Uniform des Herrn A.H. gezeigt. Das hatten wir noch nie. Man sieht, welch verhängnisvolles Ding dieser dämliche Euro ist.
..., aber die Meinung der Völker die ist ihnen ziemlich egal. Ich kann mit wirklich nicht vorstellen, dass eine weitere Zwangsvereinigung und Entdemokratisierung diese Völkerfreundschaft unbeschadet lässt. Zu bedenken ist auch, dass nicht nur die Briten, sondern auch Finnland, die Niederlande, Tschechien und vielleicht bald noch mehr Länder diesen Weg nicht mitgehen werden. Wie wird sich die die Beziehung zu diesen Ländern wohl entwickeln? Ist schon ein neuer eiserner Vorhang geplant, der diejenigen aufhält, die frei sein wollen?
mit dieser Überschrift setzt sich offenbar die tendenziöse Berichterstattung fort.
Einer Gedenkfeier wird der notwenige Respekt verweigert, die Journalistik offenkundig
zur Indoktrination zweckentfremdet.
Es geht auch anders, was der wahrhaften Unterrichtung sicher näher kommt:
““ 50 Jahre deutsch-französische Versöhnung - Hollande: Unsere Freundschaft
beflügelt Europa -
.... Hollande sagte an die Kanzlerin gerichtet: „Ich möchte Ihnen vorschlagen, dass wir gemeinsam eine neue Türschwelle überschreiten.“ Die Freundschaft müsse weiter vertieft werden. Wichtig sei, jungen Menschen Werte zu vermitteln, die beide Länder teilten, etwa Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Würde und Gleichheit. ““
http://www.faz.net/aktuel...
Die augenscheinlichen Desinformationen zeigen sich auch hier,
Herr Hollande wird in Misskredit gebracht. Frankreich ist unser wichtigster Handelspartner.
““ Hollande warnt vor "deutsch-französischem Direktorium"
– er warnt gar vor einer Dominanz beider Länder in Europa. ““, 07. 07. 2012
Leserbeitrag Nr. 16
http://www.zeit.de/politi...
““ Champagner ist out Frankreich ist hoch verschuldet. Wird François Hollande die Sparkeule da ansetzen, wo es richtig wehtut? ““, 06. 07. 2012
Leserbeitrag Nr. 6
http://www.zeit.de/2012/2...
.. ist nur schwer vorstellbar. Die Deutschen werden sich es etwas kosten lassen müssen, wenn sie ein wirtschaftlich halbwegs homogenes Nord-Euro-Gebilde unter Einbeziehung von Frankreich anstreben. Die Franzosen müssten dabei einen erheblichen "romanischen Machtverlust" inkauf nehmen, wenn Italien, Spanien und Portugal ausgeschieden (wurden) sind, aber der "Stabilitätsgewinn" Frankreichs wäre dabei ziemlich sicher ganz enorm. Nur leider wird man sich einem solchen Szenario erst nähern, wenn der Neuaufbau aus den Trümmern erfolgt.
Ein "wirtschaftlich halbwegs homogenes Nord-Euro-Gebilde unter Einbeziehung von Frankreich" wird nicht funktionieren. Dazu sind Deutschlands und des "Nordens" Vorstellungen und Grundüberzeugungen von der Rolle des Staats und von der Wirtschafts- und Finanzpolitk zu verschieden. Es sind unterschiedliche und miteinander unvereinbare Kulturen.
Dieses Aufeinanderprallen der europäischen Kulturen wird gerade jetzt deutlicher als jemals zuvor. Und weil Frankreich aufgrund objektiver ökonomischer Daten unter dem Euro hinter Deutschland zurückgefallen ist, sucht es jetzt auch, Reims hin oder her, den engeren Schulterschluss mit dem ClubMed, um Druck auf Deutschland in Richtung einer "solidarischen Integration" auszuüben. Was aus meiner Sicht nichts anderes heißt, als dass Deutschland in seiner Entwicklung eingebremst werden und die Anpassungsleistungen der anderen, namentlich Frankreichs, finanzieren soll. Freilich möglichst ohne jedwede Einschränkung deren politischen Handlungsfähigkeit.
Merkels Feststellung, dass Europa mehr sei als nur eine Währung, ist womöglich eine erste öffentliche Andeutung, dass Deutschland vielleicht doch nicht bereit ist, sich mittels des Euro politisch erpressen zu lassen.
Ein "wirtschaftlich halbwegs homogenes Nord-Euro-Gebilde unter Einbeziehung von Frankreich" wird nicht funktionieren. Dazu sind Deutschlands und des "Nordens" Vorstellungen und Grundüberzeugungen von der Rolle des Staats und von der Wirtschafts- und Finanzpolitk zu verschieden. Es sind unterschiedliche und miteinander unvereinbare Kulturen.
Dieses Aufeinanderprallen der europäischen Kulturen wird gerade jetzt deutlicher als jemals zuvor. Und weil Frankreich aufgrund objektiver ökonomischer Daten unter dem Euro hinter Deutschland zurückgefallen ist, sucht es jetzt auch, Reims hin oder her, den engeren Schulterschluss mit dem ClubMed, um Druck auf Deutschland in Richtung einer "solidarischen Integration" auszuüben. Was aus meiner Sicht nichts anderes heißt, als dass Deutschland in seiner Entwicklung eingebremst werden und die Anpassungsleistungen der anderen, namentlich Frankreichs, finanzieren soll. Freilich möglichst ohne jedwede Einschränkung deren politischen Handlungsfähigkeit.
Merkels Feststellung, dass Europa mehr sei als nur eine Währung, ist womöglich eine erste öffentliche Andeutung, dass Deutschland vielleicht doch nicht bereit ist, sich mittels des Euro politisch erpressen zu lassen.
Dieses Harmoniegesäusel bei solchen Gelegenheiten fördert nicht unerheblich die Politikerverdrossenheit der Bürger. Ich denke es gibt inzwischen Niemand mehr, der diese hohlen Phrasen glaubt. Natürlich war die europäische Integration bis zur überhasteten und dilettantischen Einführung des Euros eine Erfolgsgeschichte auf die man stolz sein kann und hinter die auch kein vernünftiger Mensch mehr zurück möchte. Die Vergemeinschaftung der Schulden, die die Südländer und auch Frankreich möchten um an die deutsche Kreditkarte zu kommen versucht Merkel zu verhindern, aber es ist absehbar, dass sie schrittweise scheitern wird. Diese Situation müsste bei solcher Gelegenheit offen kommuniziert werden. Der Euro-Raum wird unter den gegebenen Bedingungen mittelfristig auseinanderbrechen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die deutsche Kreditkarte nicht mehr zieht. An eine kurzfristige weitere Integration mit Durchgriffsrechten in die Haushalts- Wirtschafts- und Finanzpolitik der Nationalstaaten kann ich nicht glauben. Gerade die auf Finanzhilfe angewiesenen Länder haben kein Interesse an einer solchen Integration. Der sogenannte „Fiskalpakt“ kann eben nicht gegenüber sich sperrenden Nationalstaaten durchgesetzt werden. Er ist nur eine Beruhigungspille für den deutschen Bürger und wird genau so wenig eingehalten werden –auch von Deutschland nicht-wie die Maastricht-Kriterien.
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