PRI-Kandidat Enrique Peña Nieto © Tomas Bravo/Reuters

Der Kandidat der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI), Enrique Peña Nieto, hat die Präsidentenwahlen in Mexiko klar gewonnen . Wie die nationale Wahlbehörde IFE bekannt gab, kam der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Estado de México auf rund 38 Prozent der Stimmen.

Er führt damit klar vor dem linksgerichteten Andrés Manuel López Obrador, der demzufolge mit 31 Prozent den zweiten Platz belegt. Josefina Vázquez Mota von der Regierungspartei PAN erhielt bis zu 26 Prozent der Stimmen. Gabriel Quadri von der Neuen Allianz erreichte gut 2 Prozent der Stimmen. Vázquez Mota und Quadri gestanden den Sieg der PRI bereits ein. López Obrados erklärte, das Ende der Zählung abwarten zu wollen.

Der Wahlerfolg Peña Nietos bedeutet ein Wiederaufleben der PRI, die das Land 71 Jahre lang von 1929 bis 2000 autoritär regierte, dann aber 2000 und 2006 zwei schwere Niederlagen einsteckte. Peña Nieto setzte sich Anfang dieses Jahres ohne interne Rivalen als PRI-Spitzenkandidat durch.

Fast 80 Millionen Mexikaner waren am Sonntag auch aufgerufen, die 500 Abgeordneten und 128 Senatoren zu bestimmen. Der Vorsitzende der Wahlbehörde IFE, Leonardo Valdés, sagte, es habe nur einige "kleinere Zwischenfälle" gegeben, die keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen hätten.

Mehr Sicherheit und Kampf gegen Drogenkrieg

Zu Peña Nietos Reformagenda gehören die Liberalisierung des Arbeitsmarkts und die umstrittene Öffnung des staatlichen Ölkonzerns Pemex für ausländische Investoren. Zudem will er mit einer Polizeireform für mehr Sicherheit sorgen und die Gewalt im Zuge des Drogenkriegs eindämmen .

Der scheidende Staatschef Calderon (PAN) ist mit seiner Strategie zur Bekämpfung der Drogenbosse weitgehend gescheitert. Zwar schickte der konservative Politiker gleich nach Amtsantritt Ende 2006 mehr als 50.000 Soldaten in den Kampf. Die Armee sollte nun die Arbeit der vielerorts korrupten Polizei erledigen, doch die Strategie ging nicht auf: Seit 2007 starben mehr als 55.000 Menschen in der Auseinandersetzung.

Nach der Verfassung wird der mexikanische Staatschef für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist nicht zulässig. Für einen Sieg reicht in Mexiko die einfache Mehrheit im ersten Wahlgang.