Maskierte Mitglieder der "Real IRA" bei der Beerdigung eines ihrer Mitglieder in Belfast (Archivbild) © Paul McErlane/Reuters

In Nordirland haben sich offenbar mehrere militante Splittergruppen zu einer neuen IRA zusammengeschlossen. Wie der britische Guardian berichtet , hätten sich drei der vier verbliebenen Gruppierungen in einer Erklärung unter einer einheitlichen Führung vereint. Es wäre das erste Mal seit dem Karfreitagsabkommen von 1998, dass sich die republikanischen Militanten zusammenschließen.

Mit dem Abkommen hatten Protestanten und Katholiken den Nordirland-Konflikt beendet , in dem mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen waren. Doch die Gewalt hatte sich nie gänzlich eindämmen lassen: Immer wieder gab es gewalttätige Zwischenfälle und Bombendrohungen , die sich gegen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien richteten.

Dem Friedensprozess drohen nun schwere Rückschläge. Die neue Organisation plant dem Guardian zufolge Anschläge auf Sicherheitskräfte und andere Ziele, die als Symbole der britischen Herrschaft in Nordirland gelten – etwa Vertretungen der Ulster Bank und die Feier der britischen Kulturhauptstadt 2013 in Derry. Die militanten Republikaner sollen über mehrere Hundert bewaffnete Kämpfer verfügen.

In ihrer Erklärung schreiben die Militanten, es habe in den vergangenen Jahren "Rückschläge im Kampf für ein freies und unabhängiges Irland " gegeben. Die Organisation verdammt den politischen Arm der früheren IRA, die Partei Sinn Féin. "Das irische Volk wurde für einen falschen Frieden verkauft, abgesegnet von einem symbolischen Parlament in Stormont", heißt es unter Anspielung auf den Sitz des nordirischen Parlaments.