Israel-ReiseRomney erneuert alte Freundschaft mit Netanjahu

Der US-Republikaner Mitt Romney empfiehlt sich in Jerusalem als unbedingter Freund Israels. Mit Israels Premier Netanjahu zeigte er sich betont herzlich und vertraut.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfängt Mitt Romney in Jerusalem.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfängt Mitt Romney in Jerusalem.

US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat in Jerusalem Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu getroffen. Die beiden Politiker, die sich aus ihrer Arbeit in der Unternehmensberatung Boston Consulting Group in den 1970er Jahren kennen, begrüßten sich wie alte Freunde und nahmen sich halb in den Arm. Beide lächelten immer wieder breit – die Körpersprache war deutlich entspannter als bei Treffen zwischen Netanjahu und US-Präsident Barack Obama, deren Verhältnis als unterkühlt gilt. Romney hat wiederholt angekündigt, er wolle als US-Präsident ein "besserer Freund" Israels sein.

Netanjahu stimmte "voll und ganz" Romneys Ansicht zu, dass Nuklearwaffen in der Hand der iranischen Ajatollahs die größte Gefahr für die Welt darstellen würden. Romney sagte, es müssten alle diplomatischen und politischen Maßnahmen ergriffen werden, um Iran von seinem Nuklearkurs abzubringen. Er bekräftigte Israels Recht auf Selbstverteidigung.

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Israel ist nach Großbritannien die zweite Station von Romneys knapp einwöchiger Reise, anschließend steht Polen auf dem Programm. Der Republikaner versucht sich als Außenpolitiker zu profilieren. Bei seinen Gesprächen in Israel geht es um das iranische Atomprogramm, den Syrienkonflikt, die Umwälzungen in der arabischen Welt sowie den festgefahrenen Friedensprozess mit den Palästinensern.

Romney warf dem Regime in Syrien "undenkbare Horrortaten gegen das eigene Volk" vor. Bei einem Treffen mit Israels Staatspräsidenten Schimon Peres in Jerusalem sprach Romney von der Notwendigkeit, einen "Weg zu Frieden in Syrien" zu finden. Auch Peres äußerte Empörung über die große Brutalität des syrischen Regimes, das "auf seine eigenen Kinder schießt". Es müsse alles für eine Beruhigung der Lage unternommen werden.

"Militärische Option in Betracht ziehen"

Romney bekräftigte bei dem Treffen mit Peres, dass eine atomare Aufrüstung des Irans eine inakzeptable Bedrohung darstellen würde. In einem Interview der israelischen Zeitung Haaretz hatte Romney kurz vor seinem Besuch in Israel mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht: "Wenn wir erkennen, dass alle Mittel erschöpft und fehlgeschlagen sind, dann werden wir eine militärische Option in Betracht ziehen müssen."

Die Palästinenser sehen den Besuch des Republikaners mit unverhohlenem Unbehagen. In Ramallah war man enttäuscht, dass kein Gespräch mit dem Präsident Mahmud Abbas in dessen Amtssitz, sondern stattdessen ein Treffen mit dem Ministerpräsidenten Salam Fajad in Jerusalem vereinbart wurde. "Romney will sich nicht mit Abbas oder in Ramallah zeigen, um die jüdischen Wähler nicht zu verärgern", meinte der palästinensische Kommentator Hani Masri. Sollte Romney die Wahl gewinnen, wäre dies "sehr schlecht für die Palästinenser".
 

 
Leserkommentare
  1. ...in Betracht zieht, sollte man sich vergegenwärtigen, dass die Ölimporte China's zu 15% aus dem Iran stammen und China 3000 Nuklearsprengköpfe hat. Was die militärische Option für Konsequenzen für die ganze Welt (!) haben kann, ist wohl allen klar.

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    • sibeur
    • 29.07.2012 um 18:39 Uhr

    Welche Konsequenz soll das haben? 15 % sind zunächst mal nicht mehr aktuell. China kauft schon lange kein Öl mehr aus Iran. Die versuchen momentan den Preis runterzudrücken, weil die wissen, dass Iran ansonsten niemanden das Öl verkaufen kann.

    Und es sind gerade mal 15 %. Das ist nichts. In wenigen Monaten ersetzbar. Durch neue Solaranlagen, durch neue Erdölanbieter. China hat größere Probleme als wegen so einer Lappalie sich mit USA anzulegen. Zumal mit dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftspartner.

    • sibeur
    • 29.07.2012 um 18:39 Uhr

    Welche Konsequenz soll das haben? 15 % sind zunächst mal nicht mehr aktuell. China kauft schon lange kein Öl mehr aus Iran. Die versuchen momentan den Preis runterzudrücken, weil die wissen, dass Iran ansonsten niemanden das Öl verkaufen kann.

    Und es sind gerade mal 15 %. Das ist nichts. In wenigen Monaten ersetzbar. Durch neue Solaranlagen, durch neue Erdölanbieter. China hat größere Probleme als wegen so einer Lappalie sich mit USA anzulegen. Zumal mit dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftspartner.

  2. Sollte Romney wider Erwarten im Herbst mit Hilfe der AIPAC und ein paar dreckigen Tricks (wie wärs zur Abwechslung mal mit einem Terroranschlag auf amerikanischem Boden?) Präsident werden, dürfen wir uns auf neue Kriege einstellen.

    Romney wird mit den Israelis wohl den Iran angreifen. So meine Vermutung.

    DEPKA berichtet, dass Israels Führung bei Romneys Besuch vorallem zwei Anliegen hatte:

    1. Den in den USA inhaftierten israelischen Spion Jonathan Pollard begnadigen. Dies hatte bisher jeder US-Präsident abgelehnt.

    2. Die CIA Angestellten in Israel abziehen, die jeden Schritt des israelischen Militärs verfolgen bezüglich dem Iran.

    Also anscheinend haben die Amis gerade große Sorgen, dass Bibi und Barak einen Alleingang starten gegen den Iran und sie in sowas mit reingezogen werden. Deswegen haben sie viele Agenten in Israel, die jede Vorbereitung in diese Richtung schnellstmöglich berichten sollen.

    http://www.debka.com/arti...

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    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte setzen Sie sich argumentativ mit den Inhalten des Artikels auseinander statt Verdächtigungen und Spekulationen anzustellen. Danke. Die Redaktion/kvk

    2 Leserempfehlungen
  4. "In einem Interview der israelischen Zeitung Haaretz hatte Romney kurz vor seinem Besuch in Israel mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht: "Wenn wir erkennen, dass alle Mittel erschöpft und fehlgeschlagen sind, dann werden wir eine militärische Option in Betracht ziehen müssen."

    wie viel Prozent seines Geldvermögens dieser "Friedensapostel" in Anteilen an amerikanischen Rüstungsfirmen investiert hat.

    Vielleicht ergeben sich aus diesem Zusammenhang ja wenigstens ein paar logische Erklärungen für das unverantwortliche Kriegsgefasel dieses - nun ja, sagen wir mal vorsichtig - Politikers?

    MfG
    biggerB

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  5. Dass es Romney lediglich um jüdische Stimmen bei der kommenden Wahl geht, dürfte selbst den Israelis nicht entgangen sein. Zudem entscheidet in den USA der Kongress und nicht der Präsident über Krieg und Frieden, womit Romneys Meinung ohnehin bedeutungslos ist. Da das amerikanische Volk keinen Krieg will, kann diese Geste Romney wohl eher schaden als nutzen.

    2 Leserempfehlungen
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    • 2M
    • 29.07.2012 um 17:36 Uhr

    War Präsident Bushs Meinung vor dem Irak-Krieg auch bedeutungslos?

    Man kann nur hoffen, dass die amerikanischen Bürger wirklich keinen Krieg wollen. Dennoch sehe ich viele Parallelen zu den Vorkommnissen im Rahmen der Besetzung der US-Botschaft in Teheran. Carter setzte sich natürlich für die Geiseln ein und ordnete sogar einen gewaltsamen Befreiungsversuch an, aber all das misslang. Einen Tag nach der Vereidigung Ronald Reagens wurden die Geiseln aber freigelassen.

    Dass die Geiseln freigekauft wurden spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass die Menschen den Eindruck hatten, dass der Iran nachgab, weil Reagen schon als Gouverneur von Kalifornien den Ruf hatte, nicht vor massiver Gewaltanwendung zurück zu schrecken. Ob das der Wahrheit entspricht, ist hierbei egal. Viele US-Bürger hatten und haben genau diesen Eindruck von Reagen. Genau darum halte ich es auch für möglich, dass viele Menschen gerade deswegen Romney wählen werden. Diese Menschen könnten einfach davon ausgehen, dass dieselbe Drohung von Romney ausgesprochen einfach glaubwürdiger und erschreckender wäre, als es der Fall wäre, wenn Obama genau die gleiche Drohung aussprechen würde. In der öffentlichen Wahrnehmung hat man diesen Unterschied ja schließlich schon bei Carter und Reagen bestätigt gesehen.

    sehr scharfsinnig!
    der anteil der jüdischer bürger an der us-bevölkerung beträgt ca. 2%. die mehrheit davon wählt traditionell liberal.
    ganz sicher wäre romney ohne die zustimmung der handvoll konservativer juden völlig aufgeschmissen!

    • sibeur
    • 29.07.2012 um 18:52 Uhr

    Der Präsident kann auch ohne den Kongress einen Krieg starten. Nach 60 Tagen muss er den Kongress fragen. Falls Romney aber nicht vorhat Iran anschließend zu besetzen, dürften diese 60 Tage völlig ausreichen um den iranischen Präsidenten zu stürzen und alle Atomanlagen zu zerstören. Für Sadam hat man ja die Hälfte dieser Zeit gebraucht.

    • 2M
    • 29.07.2012 um 17:36 Uhr

    War Präsident Bushs Meinung vor dem Irak-Krieg auch bedeutungslos?

    Man kann nur hoffen, dass die amerikanischen Bürger wirklich keinen Krieg wollen. Dennoch sehe ich viele Parallelen zu den Vorkommnissen im Rahmen der Besetzung der US-Botschaft in Teheran. Carter setzte sich natürlich für die Geiseln ein und ordnete sogar einen gewaltsamen Befreiungsversuch an, aber all das misslang. Einen Tag nach der Vereidigung Ronald Reagens wurden die Geiseln aber freigelassen.

    Dass die Geiseln freigekauft wurden spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass die Menschen den Eindruck hatten, dass der Iran nachgab, weil Reagen schon als Gouverneur von Kalifornien den Ruf hatte, nicht vor massiver Gewaltanwendung zurück zu schrecken. Ob das der Wahrheit entspricht, ist hierbei egal. Viele US-Bürger hatten und haben genau diesen Eindruck von Reagen. Genau darum halte ich es auch für möglich, dass viele Menschen gerade deswegen Romney wählen werden. Diese Menschen könnten einfach davon ausgehen, dass dieselbe Drohung von Romney ausgesprochen einfach glaubwürdiger und erschreckender wäre, als es der Fall wäre, wenn Obama genau die gleiche Drohung aussprechen würde. In der öffentlichen Wahrnehmung hat man diesen Unterschied ja schließlich schon bei Carter und Reagen bestätigt gesehen.

    sehr scharfsinnig!
    der anteil der jüdischer bürger an der us-bevölkerung beträgt ca. 2%. die mehrheit davon wählt traditionell liberal.
    ganz sicher wäre romney ohne die zustimmung der handvoll konservativer juden völlig aufgeschmissen!

    • sibeur
    • 29.07.2012 um 18:52 Uhr

    Der Präsident kann auch ohne den Kongress einen Krieg starten. Nach 60 Tagen muss er den Kongress fragen. Falls Romney aber nicht vorhat Iran anschließend zu besetzen, dürften diese 60 Tage völlig ausreichen um den iranischen Präsidenten zu stürzen und alle Atomanlagen zu zerstören. Für Sadam hat man ja die Hälfte dieser Zeit gebraucht.

    • 2M
    • 29.07.2012 um 17:36 Uhr

    War Präsident Bushs Meinung vor dem Irak-Krieg auch bedeutungslos?

    Eine Leserempfehlung
  6. Man kann nur hoffen, dass die amerikanischen Bürger wirklich keinen Krieg wollen. Dennoch sehe ich viele Parallelen zu den Vorkommnissen im Rahmen der Besetzung der US-Botschaft in Teheran. Carter setzte sich natürlich für die Geiseln ein und ordnete sogar einen gewaltsamen Befreiungsversuch an, aber all das misslang. Einen Tag nach der Vereidigung Ronald Reagens wurden die Geiseln aber freigelassen.

    Dass die Geiseln freigekauft wurden spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass die Menschen den Eindruck hatten, dass der Iran nachgab, weil Reagen schon als Gouverneur von Kalifornien den Ruf hatte, nicht vor massiver Gewaltanwendung zurück zu schrecken. Ob das der Wahrheit entspricht, ist hierbei egal. Viele US-Bürger hatten und haben genau diesen Eindruck von Reagen. Genau darum halte ich es auch für möglich, dass viele Menschen gerade deswegen Romney wählen werden. Diese Menschen könnten einfach davon ausgehen, dass dieselbe Drohung von Romney ausgesprochen einfach glaubwürdiger und erschreckender wäre, als es der Fall wäre, wenn Obama genau die gleiche Drohung aussprechen würde. In der öffentlichen Wahrnehmung hat man diesen Unterschied ja schließlich schon bei Carter und Reagen bestätigt gesehen.

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    das der amerikanische Wähler solche Feinheiten gutiert? Doch wohl nicht. Es wird so sein, daß die Ami's noch nicht einmal wissen wer einen Kreig vom Zaun brechen kann. Wobei ich persönlich, kann mir auch nicht vorstellen, daß ohne die massive Einwirkung von Presd. Bush jun., der Irakkrieg nicht stattgefunden hätte. Wie auch immer, ob das Volk kriegsmüde ist oder nicht, interessiert die Waffenlobby überhaupt nicht. Hier fällt die Entscheidung!!!

    das der amerikanische Wähler solche Feinheiten gutiert? Doch wohl nicht. Es wird so sein, daß die Ami's noch nicht einmal wissen wer einen Kreig vom Zaun brechen kann. Wobei ich persönlich, kann mir auch nicht vorstellen, daß ohne die massive Einwirkung von Presd. Bush jun., der Irakkrieg nicht stattgefunden hätte. Wie auch immer, ob das Volk kriegsmüde ist oder nicht, interessiert die Waffenlobby überhaupt nicht. Hier fällt die Entscheidung!!!

    • Lieps
    • 29.07.2012 um 18:09 Uhr

    wird die Welt nicht sicherer. Obama ist gegenüber Rommney bei aller Kritik in ZO doch immer noch die gemäßigte US-Variante. Sollte Rommney neuer Präsident werden, wird dieser unter Umständen eine Botschaft mittels Kampfdrohnen nach Teheran senden. Auf den Friedensnobelpreis legt der Republikaner eher keinen Wert. Da ist er sich mit Netanjahu gewiss einig. So ist das, wenn zwei alte Freunde sich treffen, da wird schon mal mit dem Säbel gerasselt.

    Lieps
    Preußischer Diplomat

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