Der US-Republikaner Mitt Romney hält in der Altstadt von Jerusalem eine Rede. © Jason Reed/Reuters

Die Palästinenser sind zornig über eine Bemerkung des US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zum Status von Jerusalem . Dessen Behauptung, Jerusalem sei die Hauptstadt Israels , bezeichnete der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat als "völlig inakzeptabel". Damit habe Romney dem Friedensprozess geschadet und die Bemühungen um Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region gefährdet.

Der Republikaner hatte am Sonntag an der Seite von Bürgermeister Nir Barkat gesagt, er sei sehr bewegt, sich in "Jerusalem, Israels Hauptstadt" aufzuhalten. Romney hielt auf Einladung der Jerusalem-Stiftung vor der Kulisse der Stadtmauer einen Vortrag. Wie die New York Times berichtet, löste Romney mit diesem Satz stehende Ovationen im Publikum aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ es sich nicht nehmen, Romneys Echo zu sein: "Jerusalem wird immer die Hauptstadt von Israel sein."

Offiziell erkennen die USA Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels an; die amerikanische Botschaft befindet sich deshalb in Tel Aviv . Genauso halten es die meisten anderen Staaten, auch Deutschland. Der Ostteil Jerusalems wurde von Israel 1967 erobert. Seither zogen 200.000 jüdische Siedler dorthin.

Palästinenser beanspruchen Ostteil der Stadt

Israels Annexion des arabischen Ostteils von Jerusalem ist international nicht anerkannt. Die Palästinenser betrachten den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen eigenen Staates. Mit seiner Äußerung unterstütze Romney die israelische Besatzung des Ostteils der Stadt und die Siedlungspolitik, kritisierte Erekat.

Als US-Präsident Barack Obama sich 2008 in Israel aufhielt, hatte er ebenfalls von Jerusalem als Hauptstadt gesprochen, allerdings für die Zukunft. Obama verknüpfte die Aussage, Jerusalem werde die Hauptstadt Israels sein, mit einem Hinweis darauf, dass zunächst eine abschließende Einigung zwischen Israel und den Palästinensern über die umstrittenen Gebiete gefunden werden müsse. Die Obama-Regierung vermeidet es, Jerusalem als Hauptstadt zu bezeichnen, um die Palästinenser nicht zu provozieren.