Nach Protesten gegen die Festnahme von gut 20 Studentenführern haben die Behörden in Birma alle Aktivisten wieder freigelassen. Die studentischen Anführer seien vor etwa einer Stunde freigekommen, sagte ein Regierungsvertreter. Die Studenten waren im Vorfeld der Gedenkveranstaltung für die brutale Niederschlagung eines Studentenprotestes festgenommen worden. Die Demonstration habe verhindert werden sollen, sagte die Regierung. Es war die größte Verhaftungswelle in Birma seit der formellen Auflösung der Militärjunta im März 2011.

Mehr als 300 Demonstranten hatten die Freilassung der Festgenommenen gefordert. "Wir werfen der Regierung vor, einen Schritt rückwärts zu machen", sagte Studentenführer Kyaw Ko Ko in der ehemaligen Hauptstadt Rangun. Festnahmen ohne Grund schadeten nicht nur der "Würde der Regierung", sondern auch der "nationalen Versöhnung". Die Demonstranten erinnerten in Rangun an die Niederschlagung eines Studentenprotests gegen die Militärherrschaft von 1962.

Sie versammelten sich trotz zahlreicher anwesender Polizisten in Zivil, die die Teilnehmer fotografierten, vor dem Sitz der Studentenbewegung Generation 88. "Die Festnahmen sind ein Hindernis auf dem Weg zur Demokratie", sagte Mie Mie, eine Veteranin der Generation 88, deren Name an den brutal niedergeschlagenen Studentenprotest von 1988 erinnert.

Nach Angaben der Studentenbewegung Generation 88 waren die 20 Studentenaktivisten in mehreren Städten des Landes in Gewahrsam genommen worden. Sie seien in Rangun, in Shwebo, Mandalay und Lashio abgeführt worden.

Gedenken an Gewalt gegen Studenten

Am 7. Juli 1962 waren an der Universität von Rangun Studentenproteste blutig niedergeschlagen worden, die sich gegen die kurz zuvor an die Macht geputschte Führung von General Ne Win richteten. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet. Einen Tag später sprengte die Junta damals ein Gebäude der Studentenbewegung in die Luft. In den Jahren darauf leisteten die Studenten immer wieder Widerstand gegen die Herrschaft der Junta.

Nach dem Ende der jahrzehntelangen Herrschaft der Militärjunta wird das südostasiatische Land inzwischen von einer formal zivilen Regierung unter Ex-General Thein Sein geführt. Die Regierung leitete erste Schritte zur Öffnung des Landes ein. Unter anderem ermöglichte der neue Präsident Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi eine Rückkehr in die Politik .