SyrienEntscheidungsschlacht um Aleppo steht bevor

Die syrische Opposition bereitet sich für den möglicherweise entscheidenden Kampf um die Wirtschaftsmetropole Aleppo vor. Die USA warnten Assad, ein Massaker zu begehen.

Syrische Rebellen und Regimetruppen haben sich nach tagelangen Kämpfen um die Millionenmetropole Aleppo für die entscheidenden Gefechte formiert. Die syrische Armee beschoss am gestrigen Donnerstag das von Rebellen gehaltene Viertel Salaheddin und andere Bezirke, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Das Militär bereitete mit massiven Artillerieangriffen in mehreren Stadtbezirken eine Bodenoffensive vor. Die Aufständischen schlugen nach eigenen Angaben Vorstöße der Regimetruppen zurück.

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Unter dem Motto "Aufstand der zwei Hauptstädte – der Befreiungskrieg geht weiter" rief die Opposition zu neuen Demonstrationen auf. Die der Regierung nahestehende Zeitung Al-Watan sprach von der "Mutter aller Schlachten" in Aleppo. Die Armee werde weiter "Terroristen" aufspüren und "vernichten" und dann werde Syrien die Krise überwinden, schrieb die Zeitung.

USA befürchten Massaker

Victoria Nuland, Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte, das Regime von Staatschef Baschar al-Assad scheine ein Massaker zu planen. Die Regierungstruppen hätten Panzer vor Aleppo stationiert, auch Hubschrauber und Flugzeuge seien mobilisiert worden. Man sehe darin eine ernste Eskalation des Konflikts. "Wir sprechen hier von einem Angriff auf enge Straßen in der Stadt, die von Zivilisten bevölkert werden", sagte sie. Man tue, was man könne, um den Druck auf das Assad-Regime zu erhöhen.

Zugleich schloss Nuland ein militärisches Eingreifen der USA aus. Die Lösung sei nicht mehr Gewalt, sondern ein Ende der Gewalt und der Beginn eines politischen Übergangsprozesses.

Die Kämpfe in Aleppo dauern seit dem Wochenende an. Das Regime von Präsident Assad hatte am Mittwoch damit begonnen, Tausende Soldaten für den Kampf um die Stadt in den Norden zu verlegen. Zugleich sollen Kampfjets die Nachschubwege der Aufständischen bombardiert haben, sagte Al-Halebi.

Kämpfe in Damaskus

In der Hauptstadt Damaskus lieferten sich Aufständische und Einsatzkräfte im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk Gefechte, wie Aktivisten berichteten. Auch im Stadtteil Al-Hadschar al-Aswad gab es Kämpfe. Aus allen anderen Teilen von Damaskus hatten die Regimetruppen in den letzten Tagen die Aufständischen weitgehend zurückgeschlagen.

Auch in anderen Landesteilen gingen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter. Gefechte und Angriffe der Regimetruppen wurden unter anderen aus Rastan bei Homs, Idlib, Deir as-Saur und Daraa gemeldet. Die lokalen Koordinierungskomitees sprachen von 200 Toten, darunter Frauen und Kinder.

Leser-Kommentare
  1. von einer "Entscheidungschlacht" zu sprechen, wenn sich eine Partei in Wohnhäusern versschanzt, in Hit and Run-Attacken Polizisten und Zivilisten ermordet und vor der regulären Armee flieht.

    Es ist ein Kampf Ordnungsmacht gegen Terroristen, denn um solche handelt eds sich auch aus Sicht der Einwohner von Aleppo, wie dieses Interview beweist:

    http://english.ruvr.ru/20...

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    Wir machen das jetzt wie die USA und bilden auch noch die eigenen späteren Gegner aus. Muslimbrüder made in Germany. Woher ich das habe? Natürlich von der ZEIT: http://www.zeit.de/2012/3...
    Kein so schönes Gefühl, wenn man weiß, dass mit unseren Steuergeldern Terroristen ausgebildet werden.

    Es ist sachlich richtig, von Entscheidungsschlacht zu sprechen, da Partisanen/Guerilla/Aufständische immer eine assymetrische Kriegsführung führen müssen. Ich habe darauf schon an anderer Stelle (Bsp. Vietnamkrieg - Tet-Offensive) hingewiesen.

    Der Begriff "ermorden" ist hier sachlich falsch, da es sich um einen Bürgerkrieg handelt (was einzelne Mordaktionen nicht ausschließt). Dieser Krieg ist durch die Unterdrückung von Freiheitswünschen der Bevölkerung (sprich: Forderungen nach Reformen und Beseitigung diktatorischer Regierungsformen) ausgelöst worden. Bei Bürgerkriegen und Aufständen erfolgt nun einmal keine formale Kriegserklärung.

    Dass es sich bei den Aufständischen um "Terroristen" handelt, wird hier seit Wochen von Foristen behauptet, ohne Nachweise zu erbringen.

    Wer Medienkritik üben möchte (und diese Pose werfen sich alle Pro-Assad-Foristen hier), möge bitte die gleiche kritische Perspektive auch auf syrische und russische Staatsmedien richten.

    Der billige Positivismus derjenigen, die die "Terroristen"-Lüge hier immer noch verbreiten, ist erstaunlich - und das Niveau erschreckend.

    Frau B., Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wovon Sie da eigentlich reden.

    Damit wir uns nicht missverstehen: Ich gehe davon aus, dass die Rebellen und die politische Opposition in Syrien und im Exil heterogene Gruppen sind. Das schließt nicht aus, dass sich Extremisten darunter befinden. Dass schließt auch nicht aus, dass aus dem Kreis der Rebellen Verbrechen begangen werden. Aber Ihre einseitige Sichtweise ist unangebracht.

    Wir machen das jetzt wie die USA und bilden auch noch die eigenen späteren Gegner aus. Muslimbrüder made in Germany. Woher ich das habe? Natürlich von der ZEIT: http://www.zeit.de/2012/3...
    Kein so schönes Gefühl, wenn man weiß, dass mit unseren Steuergeldern Terroristen ausgebildet werden.

    Es ist sachlich richtig, von Entscheidungsschlacht zu sprechen, da Partisanen/Guerilla/Aufständische immer eine assymetrische Kriegsführung führen müssen. Ich habe darauf schon an anderer Stelle (Bsp. Vietnamkrieg - Tet-Offensive) hingewiesen.

    Der Begriff "ermorden" ist hier sachlich falsch, da es sich um einen Bürgerkrieg handelt (was einzelne Mordaktionen nicht ausschließt). Dieser Krieg ist durch die Unterdrückung von Freiheitswünschen der Bevölkerung (sprich: Forderungen nach Reformen und Beseitigung diktatorischer Regierungsformen) ausgelöst worden. Bei Bürgerkriegen und Aufständen erfolgt nun einmal keine formale Kriegserklärung.

    Dass es sich bei den Aufständischen um "Terroristen" handelt, wird hier seit Wochen von Foristen behauptet, ohne Nachweise zu erbringen.

    Wer Medienkritik üben möchte (und diese Pose werfen sich alle Pro-Assad-Foristen hier), möge bitte die gleiche kritische Perspektive auch auf syrische und russische Staatsmedien richten.

    Der billige Positivismus derjenigen, die die "Terroristen"-Lüge hier immer noch verbreiten, ist erstaunlich - und das Niveau erschreckend.

    Frau B., Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wovon Sie da eigentlich reden.

    Damit wir uns nicht missverstehen: Ich gehe davon aus, dass die Rebellen und die politische Opposition in Syrien und im Exil heterogene Gruppen sind. Das schließt nicht aus, dass sich Extremisten darunter befinden. Dass schließt auch nicht aus, dass aus dem Kreis der Rebellen Verbrechen begangen werden. Aber Ihre einseitige Sichtweise ist unangebracht.

  2. Wir machen das jetzt wie die USA und bilden auch noch die eigenen späteren Gegner aus. Muslimbrüder made in Germany. Woher ich das habe? Natürlich von der ZEIT: http://www.zeit.de/2012/3...
    Kein so schönes Gefühl, wenn man weiß, dass mit unseren Steuergeldern Terroristen ausgebildet werden.

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  3. ... der Menschenfreund, Gaddafi der Menschenfreund ..."

    Ich sage ja nicht, dass die Opposition besser ist, aber ich kann derartig euphemistisch ausgerichtete Kommentare diverser Foristen nicht mehr hören.

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  4. Fast auf den Tag genau vor 152 Jahren gab es schon einmal ein Massaker in Aleppo und in ganz Syrien und Libanon, bei dem fanatische Islamisten zehntausende Christen ermordeten, waehrend die tuerkische Besatzungstruppen den Christen trotz anderslautender Versprechen jeglichen Schutz verweigerten: 'They put to death every male, even the infants at the breast, and enslaved as many of the women and girls as they chose.

    The Turkish garrison at first simply looked on; then they urged the Christians to take refuge in the castles on condition of delivering up whatever weapons they might possess. They swore by the Koran that no harm should be done them. But no sooner were they thus entrapped than the Druses were called in and every one of these helpless victims was shot down or his throat cut in cold blood. '
    http://www.freerepublic.c...

    Die Christen und Aleviten Syriens haben ihre juengere Geschichte nicht vergessen. Es ist die nackte Angst um das Ueberleben ihrer Familien, die sie so hartnaeckig und oft auch grausam gegen die sunnitisch dominierte Opposition kaempfen laesst. Dass sie dabei auch der tuerkischen Regierung nicht ueber den Weg trauen, ist irgendwie auch verstaendlich, angesichts der Historie.

    Frieden zu schaffen in Syrien, das wird schwierig. Tief sitzt das Misstrauen zwischen den Angehoerigen der verschiedenen konfessionellen Gruppen.

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  5. Die USA warnt die Regierung vor einem Massaker in Alepppo...

    Jetzt bleibt uns nur abzuwarten wann die friedlichen Rebellen diese Steilvorlage auffasst und nach "Made in Hollywood" umsetzt.

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    wenn diese Meldung von PressTV richtig ist:

    Terroristen in den Uniformen der syrischen Armee ...

    http://www.presstv.ir/det...

    Jetzt brauch wir nur noch auf die politische und mediale Ausschlachtung des Vorfalls zu warten.

    wenn diese Meldung von PressTV richtig ist:

    Terroristen in den Uniformen der syrischen Armee ...

    http://www.presstv.ir/det...

    Jetzt brauch wir nur noch auf die politische und mediale Ausschlachtung des Vorfalls zu warten.

  6. wenn diese Meldung von PressTV richtig ist:

    Terroristen in den Uniformen der syrischen Armee ...

    http://www.presstv.ir/det...

    Jetzt brauch wir nur noch auf die politische und mediale Ausschlachtung des Vorfalls zu warten.

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  7. Die Antwort gab gestern das ZDF! Noch vorgestern korrigierte der Reporter (Ossenberg) jeden Interviewten, der von Terroristen sprach, mit "natürlich meint sie die Aktivisten". Gestern, in seltener Offenheit, sprach der selbe Reporter von einer "feststehenden Tatsache", daß tausende "Kämpfer" der Opposition aus dem Ausland stammen, darunter islamistische Glaubenskrieger aus Libyen. Wenn man die tendenziöse Berichtestattung des ZDF der vergangenen Monate berücksichtigt, mag man sich das wahre Ausmaß der ausländischen Einmischung gar nicht vorstellen! So kommt die wahre Opposition, und das meine ich auch so, in den Medien nicht mehr vor. Diese fordert ja "nur" Demokratie!

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    Ich hatte den selben Eindruck. Der ZDF-Reporter entblödete sich nicht, für das geneigte Publikum, die von den Interviewten so genannten "Terroristen" atemlos in "Aktivisten" "umzusprechen", damit der GEZ-Gebührenzahler auch ja nicht zum Selberdenken eingeladen wird. Das war wirklich bester "Aktuelle Kamera"-Stil.
    Was den - in der westlichen Mainstream-Presse - und der Zeit fast ausschließlich benutzten Begriff des "Aktivisten" angeht, so ist er ein wunderschönes Beispiel für Orwelschen "Neusprech", den ein Aktivist ist im westlichen Bewusstsein maximal ein ein Greenpeace- Held, der sich todesmutig vor ein japanisches Walfangschiff wirft, aber doch keinesfalls Mörsergranaten abfeuert. Selbst der Begriff "Kämpfer" wird tunlichst vermieden, suggeriert er doch eine gewisse Gewalttätigkeit.....
    Ich kann nicht wirklich beurteilen, was tatsächlich in Syrien vorgeht. Ich kann aber sehr wohl beurteilen, ob man mich manipulieren möchte.....

    • Bashu
    • 27.07.2012 um 14:44 Uhr

    gibt, kann man nicht alle Oppositionellen als Terroristen hinstellen und damit der Assad-Propaganda folgen, man würde nur Terroristen ausmerzen.

    Würde Sie es etwa gutfinden, wenn jemand behaupten würde, alle Deutsche seien Nazis, nur weil es unter den Deutschen Nazis gibt?

    Die Relativisten in diesem Forum klagen oft die Schwarz-weiß-malerei der Medien an (Assad Böse, Opposition Gut), aber betreiben Ähnliches in entgegengesetzter Richtung. Bitte sagt es: Assad ist nicht gut, und Russland und China ist auch nicht gut. In diesem Konflikt steht niemand gut da.

    Ich hatte den selben Eindruck. Der ZDF-Reporter entblödete sich nicht, für das geneigte Publikum, die von den Interviewten so genannten "Terroristen" atemlos in "Aktivisten" "umzusprechen", damit der GEZ-Gebührenzahler auch ja nicht zum Selberdenken eingeladen wird. Das war wirklich bester "Aktuelle Kamera"-Stil.
    Was den - in der westlichen Mainstream-Presse - und der Zeit fast ausschließlich benutzten Begriff des "Aktivisten" angeht, so ist er ein wunderschönes Beispiel für Orwelschen "Neusprech", den ein Aktivist ist im westlichen Bewusstsein maximal ein ein Greenpeace- Held, der sich todesmutig vor ein japanisches Walfangschiff wirft, aber doch keinesfalls Mörsergranaten abfeuert. Selbst der Begriff "Kämpfer" wird tunlichst vermieden, suggeriert er doch eine gewisse Gewalttätigkeit.....
    Ich kann nicht wirklich beurteilen, was tatsächlich in Syrien vorgeht. Ich kann aber sehr wohl beurteilen, ob man mich manipulieren möchte.....

    • Bashu
    • 27.07.2012 um 14:44 Uhr

    gibt, kann man nicht alle Oppositionellen als Terroristen hinstellen und damit der Assad-Propaganda folgen, man würde nur Terroristen ausmerzen.

    Würde Sie es etwa gutfinden, wenn jemand behaupten würde, alle Deutsche seien Nazis, nur weil es unter den Deutschen Nazis gibt?

    Die Relativisten in diesem Forum klagen oft die Schwarz-weiß-malerei der Medien an (Assad Böse, Opposition Gut), aber betreiben Ähnliches in entgegengesetzter Richtung. Bitte sagt es: Assad ist nicht gut, und Russland und China ist auch nicht gut. In diesem Konflikt steht niemand gut da.

  8. "Victoria Nuland, Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte, das Regime von Staatschef Baschar al-Assad scheine ein Massaker zu planen". Scheine zu planen...! Können die Gedanken lesen? Verüben die sogenannten Rebellen nicht selber Massaker?Und die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" ist die nicht längst als zweifelhafter Ein-Mann-Betrieb aus London enttarnt?

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

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    "Oder lässt der online-Druck keine Zeit mehr für intensive Eigenrecherche?"
    Eine Reporterlegende sagte kürzlich sinngemäß, es gibt keinen seriösen Journalismus mehr. Jeder Redakteur hat im IT-Zeitalter Angst, mit seiner Meldung zu spät zu kommen und greift deshalb auf jede, auch zweifelhafte, Information zurück. Das Prizip, eine Nachricht durch eigene seriöse Recherche zu untermauern, existiert nicht mehr! Dem kann man nichts mehr hinzufügen.

    "Oder lässt der online-Druck keine Zeit mehr für intensive Eigenrecherche?"
    Eine Reporterlegende sagte kürzlich sinngemäß, es gibt keinen seriösen Journalismus mehr. Jeder Redakteur hat im IT-Zeitalter Angst, mit seiner Meldung zu spät zu kommen und greift deshalb auf jede, auch zweifelhafte, Information zurück. Das Prizip, eine Nachricht durch eigene seriöse Recherche zu untermauern, existiert nicht mehr! Dem kann man nichts mehr hinzufügen.

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