Syrien : Assad ist am Ende

Die Rebellen rufen die Entscheidungsschlacht aus, der Anschlag auf Assads Führungszirkel trifft den Diktator hart. Sein Sturz wird kommen, kommentiert M. Gehlen.

Das Ende von Baschar al-Assad ist nahe. Nach 16 Monaten Blutvergießen, nach mehr als 17.000 Toten und mit Zehntausenden Opfern, die durch die Folterkeller des Regimes gegangen sind, stehen die Rebellen vor den Toren des Präsidentenpalastes in Damaskus .

Der verhasste Diktator kann froh sein, wenn er selbst mit dem Leben davonkommt. Kernfiguren aus seinem innersten Zirkel sind tot oder liegen schwer verletzt im Krankenhaus. Das ist ein Schlag, der Assad hart trifft, doch noch viel mehr hat der Bombenanschlag auf wichtige Funktionäre des Sicherheitsapparats symbolische Bedeutung.

An vielen Orten wird in der Hauptstadt gekämpft, die Rebellen sehen schon die Entscheidungsschlacht gekommen. Immer mehr Soldaten laufen über, der Glaube an die Überlebensfähigkeit des Regimes ist ihnen abhanden gekommen. Zwischen den Ruinen ihrer zerstörten Städte führen Menschen erste Freudentänze auf.

Die Stunde der Rache

Gleichzeitig, so ist zu befürchten, beginnt jetzt die Zeit der erbarmungslosen Abrechnung. Fast jede Familie hat einen Angehörigen verloren oder bestialisch gequält, mit ausgerissenen Fingernägeln zurückbekommen. Wenige Stunden nach dem Bombenanschlag in der syrischen Hauptstadt begannen die gefürchteten Shabiha-Milizen der Baath-Herrscher mit Messern und Gewehren in den Wohnvierteln Amok zu laufen. Sie wissen, was ihnen blüht, und werden vor nichts mehr zurückschrecken.

Kidnapping und gegenseitige Massaker zwischen der Regime-Sekte der schiitischen Alawiten und der sunnitischen Mehrheit gehören längst zur mörderischen Realität in diesem verheerenden Bürgerkrieg. Und in zahlreichen Landesteilen geben inzwischen radikale Islamisten, gefördert durch großzügige Waffen- und Finanzhilfen aus der Golfregion, den Ton an. Die politische Opposition aber, die die ruinierte Nation in nächster Zeit von Diktator Assad übernehmen muss, ist total zerstritten und praktisch handlungsunfähig.

Syriens Tragödie geht also weiter – und es könnte bald noch viel schlimmer kommen.

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Kommentare

94 Kommentare Seite 1 von 12 Kommentieren

Mit Ihrem Tipp

dürften Sie richtig liegen. Ich hätte mal gerne gewusst, woher Herr Gehlen seine Informationen bezieht, welche offensichtlich besagen, dass die Rebellen militärisch, logistisch und moralisch in der Lage sind einen wahrhaftigen Krieg zu kämpfen. Assad wird es machen wie einst sein Vater, mit voller Brutalität ein einmaliges, schreckliches Massaker an der eigenen Bevölkerung anrichten und für die nächsten Dekaden kommt vom Volk kein quiek mehr.

Medientsunami

Assad ist am Ende

Könnte es sein, dass die Medien glauben mit möglichst vielen Artikeln kann man das beschleunigen?

Ich beobachte gerade wieder so eine Welle. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass nach dem Tod von drei Ministern alles zusammenbricht. Ich glaube aber, dass man uns das glauben lassen will.

Warum?

Immer mehr Soldaten laufen über, der Glaube an die Überlebensfähigkeit des Regimes ist ihnen abhanden gekommen.

Langsam gehts zu Ende...

Sind sie jetzt traurig, dass Ihr Heilsbringer und Friedensengel langsam aber sicher vor dem Ende steht?
Auf ewig kann man sich halt nicht dem Freiheitswillen des eigenen Volkes entgegensetzen.
Und wer, wie im Falle von Assad, nicht hören will, der muss spüren.

Ich erinnere nur an Gaddafi, der nach dem Bürgerkrieg von jubelnden Menschen durch auf den Schultern durch die Straßen getragen wurde. Vielleicht steht diese Ehrung dem kleinen Bashi auch noch bevor...ehm Herrn Assad meine ich natürlich.

Assad noch lange nicht am Ende

Sind sie jetzt traurig, dass Ihr Heilsbringer und Friedensengel langsam aber sicher vor dem Ende steht?

Eine ziemlich naive Annahme. Ich bin eher traurig über die eweigen zivilen Opfer, wenn die Regierung Assad die Antwort für dieses feige Attentat liefert.

Meinen Sie enrnsthaft drei fette Bomben in Damaskus und drei tote Stabsangehörige reichen da auch um Assad zu stürzen?

Nur weil Al-Jazeera 15 in Kreis tanzende Turnschuhrebellen zeigt.

Völlig naiv.