BürgerkriegZehntausende Syrer fliehen vor Gefechten

Mehr als 30.000 Menschen in zwei Tagen: Die Kämpfe in Syrien haben eine Massenflucht in den Libanon verursacht. Insgesamt könnten dort inzwischen 60.000 Flüchtlinge sein. von afp, dpa und reuters

Flüchtlinge im Grenzgebiet zwischen Syrien und Libanon

Flüchtlinge im Grenzgebiet zwischen Syrien und Libanon  |  © AFP/Getty Images

Die anhaltenden Kämpfe in Syrien haben eine Massenflucht in das Nachbarland Libanon ausgelöst. Innerhalb von nur 48 Stunden haben mehr als 30.000 Menschen die Grenze zum westlichen Nachbarland Libanon überquert. Das sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR .

Die libanesische Zeitung Daily Star berichtete, am Checkpoint Masnaa hätten sich Autos fast einen Kilometer lang in Viererreihen gestaut. Masnaa ist etwa 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Für viele Menschen dauerte die Flucht der Zeitung zufolge sogar mit dem Auto bis zu zwölf Stunden, da sie wegen der Kämpfe zu Umwegen gezwungen wurden. 

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Inzwischen gehen Aktivisten von insgesamt etwa 60.000 syrischen Flüchtlingen im Libanon aus, heißt es in dem Bericht. Damit übersteigt die Zahl der Flüchtlinge sogar die in der Türkei . Dort sind nach Angaben der Behörden derzeit mehr als 43.000 Syrer als Flüchtlinge registriert. Sie sind in Zeltstädten und Containerlagern untergebracht.

Laut dem Bericht hatte der Ansturm schon am Mittwoch nach dem Anschlag auf ein Treffen von Regimegrößen in Damaskus begonnen. Bei dem Anschlag wurden mindestens vier wichtige Vertraute von Präsident Baschar al-Assad getötet. Ebenfalls am Mittwoch hatten sich die Kämpfe in der Hauptstadt Damaskus und in deren Umkreis stark ausgeweitet.

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Leserkommentare
  1. die hier bis vor kurzem ...
    das Assad-Regime als zivilisatorische Errungenschaft feierten,
    die bis gestern jede Mutmaßung über dessen möglicherweise jetzt bevorstehendes Ende hämisch als Verleumdung und Westpropaganda abtaten,
    die Rebellen, Aktivisten etc. in regimegestanzter Sprache stets nur als "Terroristen" bezeichneten,
    ich warte auf Ihre Kommentare.

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    nur als "Terroristen" bezeichneten, ich warte auf Ihre Kommentare."

    Ich würde vermuten, dass die Leute, die jetzt nachdem die "Aktivisten" in Damaskus die Flinten knallen lassen und Bomben zünden, diese Leute auch als Terroristen bezeichnen würden.

    Wieso sollten die Leute fliehen, wenn sie nicht in Angst und Schrecken um ihr Leben wären? Natürlich ist das Terror. Sie können für sich ja trotzdem entscheiden, dass Sie damit sympathisieren.

    Wenn Sie ein bisschen überlegen, werden Sie vielleicht zu dem Schluss kommen, dass sie ähnlich handeln würde, wenn Ihnen die bewaffneten Aktivisten immer näher kommen.

    In Damaskus sehen wir doch gerade, dass die offiziellen Nachrichten nicht so falsch waren. Irgendwo tauchen Bewaffnete auf, schaffen Unruhe (Terror?), ein paar Leute sterben, dann kommt die Polizei/Armee und versucht die Unruhestifter zu verhaften/verjagen/erschießen.

    Auch wenn die Stadtbewohner es nicht lustig finden werden, können wir durch die Nähe zu den UN-Beobachtern nun eindeutig sagen, ja die Gewalt geht von den Aktivisten aus, und wenn die Ordnungskräfte nicht nur zugucken wollen, müssen sie halt auch mal schießen. Den Ordnungskräfte dann den Schwarzen (Terror-)Peter zuzuschieben, liegt natürlich ganz auf der Linie der "Aktivisten".

    Ich werde die Terroristen auch weiterhin Terroristen nennen. Es ist der Terror dieser Terroristen und der daraus erwachsenden Kämpfe, die die Menschen in die Flucht treibt. Ohne Sie gebe es weder Kämpfe noch eine Gefahr für diese Menschen!

    Die Terroristen versuchen derzeit, den Eindruck zu erwecken sie seien in der Übermacht und würden den Kampf bald für sich entscheiden. Um zu verhindern dass Informationen auch der Gegenseite fließen werden Seiten wie www.sana.sy mit DDoS blockiert. Es findet zur Zeit vor Allem ein Informationskrieg statt.

    Was Wahrheit und was Lüge ist weiß ich genauso wenig wie sie und die Journalisten der Zeit. Wenn man aber die spärlichen Informationen die auch von der Gegenseite, der Regierung, kommen würdigt, dann scheint es vielmehr als seien die Angriffe in Damaskus mittelfristig eher Selbstmordkommandos, denn die Armee ist bereits dabei sie dort zu verdrängen. Die Überlebenschancen der an diesem Angriff beteiligten Terroristen ist abseits der Landesgrenzen eher gering. Insofern betrachte ich diesen Angriff eher als Verzweiflungstat der FSA um das Blatt zu wenden, dass bei weitem nicht so gut für die FSA steht wie hier in den Medien vermutet wird.

    Der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Es wird zeit das Kämpfen zu stoppen und zu reden. Dazu müssen die Waffen schweigen und zwar alle und nicht nur die der Regierung!

  2. ...Assad loszuwerden. Wenigstens scheint Israel auf der Hut zu sein, bei den Gefahren, die von dem Diktator nicht nur für seine Bevölkerung, sondern auch für Dritte ausgehen:

    "Israel schließt ein militärisches Eingreifen in Syrien nicht aus, falls die syrische Regierung Chemiewaffen oder Raketen an die radikal-islamische Hisbollah aus dem Libanon weiterreicht. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte dem TV-Sender "Channel 10", er habe das Militär angewiesen, sich auf eine solche Entwicklung vorzubereiten. In dem Moment, in dem der Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad beginne, werde Israel die Beobachtung durch Geheimdienste vorantreiben und mit anderen Diensten zusammenarbeiten."

    heute bei n-tv.de

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke. Die Redaktion/ag

  4. Und die "Aktivisten" tragen das vor sich her wie eine Errungenschaft.

    Es ist doch klar, dass die Leute aus Damaskus abhauen, wenn die "Aktivisten" jetzt dort aktiv werden. Wer hat schon Lust durch eine Bombe zerfetzt oder von verirrten(?) Kugeln getroffen zu werden.

    Ich bin einigermaßen empört, wie sich unsere Nachrichtenagenturen mit den Spielchen der "Aktivisten" gemein machen.

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    die Aktivisten trügen die Zahl der Flüchtlinge vor sich her wie eine Errungenschaft?

    Ich konnte dem Artikel derartiges nicht entnehmen.

    • Plor
    • 21. Juli 2012 9:50 Uhr

    Auf kurz oder lang wird Israel den Kontakt zu der FSA und den anderen oppositionellen Gruppen suchen müssen. Die bisherige Zurückhaltung des Konflikts ist mMn. vor allem einer (nachvollziehbaren) Angst vor radikalen antisemitischen/antizionistischen Strömungen innerhalb der Opposition geschuldet.

    Bleibt zu hoffen, dass das Hin- und Her im Sicherheitsrat und der Verzicht auf eine klare Unterstützung der Rebellen durch die UN nicht eine antiwestliche Stimmung innerhalb der Opposition befeuert. Bekanntermaßen ist bei einer solchen meistens Israel der Leidtragende...

  5. ... wenn es gelungen ist, die Rebellen aus Damaskus zurückzudrängen.

  6. Es bedürfte nur der Einsicht Assads, dass er am Ende ist. Es bedürfte massiven Drucks Russlands und Chinas auf Assad, zu dieser Einsicht zu gelangen und die Bühne zu räumen.

    Niemand hat sich in Sachen Syrien bisher mit Ruhm bekleckert.

    Die UN nicht, die gestern noch in ihrer der Blockadehaltung Russlands und Chinas geschuldeten Hilflosigkeit beschlossen hat, die "Beobachtermission" um weitere 30 Tage zu verlängern und dadurch das Leben der Beobachter gefährdet.

    Die syrische Opposition nicht, weil sie nicht zu einer einheitlichen Linie findet und sich durch ihre Zerstrittenheit selbst schwächt.

    Die syrische Armee nicht, weil sie sich ohne jeden Widerstand zum bedingungslosen Werkzeug für Assads Terrorregime hat machen lassen.

    China und Russland nicht, weil sie aus Partikularinteressen der beiden Länder eine starke Position der UN gegenüber dem Assad-Regime verhindern.

    Der Iran nicht, weil dort wieder mal ein eigenes Süppchen gekocht wird, in der Hoffnung die eigene Machtposition in der Region zu stärken.

    Assad nicht, weil er stur der Familientradition folgt, Widerstand gegen die Herrschaft seines Clans mit brutaler Gewalt brechen zu wollen, was - wie ein Blick in die Geschichtsbücher lehrt - noch nie dauerhaft funktioniert hat.

    Nur in einem Punkt herrscht parteiübergreifend Einigkeit: Das Leid der Zivilbevölkerung interessiert keine der Parteien.

    Ich hoffe, Assad, der ursprüngliche Verursacher dieser Misere, verschwindet so schnell wie möglich von Bildfläche.

  7. die Aktivisten trügen die Zahl der Flüchtlinge vor sich her wie eine Errungenschaft?

    Ich konnte dem Artikel derartiges nicht entnehmen.

    Antwort auf "60.000 Flüchtlinge"
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    Ein bisschen.

    Die Antwort steht hier:
    http://www.zeit.de/politi...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte Anschlag | Auto | Behörde | Flüchtling | Hauptstadt | Libanon
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