Konferenz in Genf Krieg ohne Ende in Syrien
Was hat der Syrien-Gipfel erreicht? Nur die Erkenntnis, dass Russland fest zu Assad hält. Die Welt wird dem Blutvergießen weiter zuschauen müssen, kommentiert A. Nüsse.
© Ali Abu Salahh/Reuters

Dieses Foto wurde von der syrischen Opposition veröffentlicht und soll ein Begräbnis von Opfern der Kämpfe in Deraa zeigen.
Es ist nicht überraschend, aber zum Verzweifeln. Die Syrien-Konferenz, zu der die Crème de la Crème des internationalen Politikbetriebs ins Genfer Völkerbundpalais gereist war, bewirkt nichts. Die Auslandsopposition lehnt den Plan für eine Übergangsregierung als "Zeitverschwendung" rundweg ab. Das Regime von Baschar al Assad lässt sich schon lange nicht mehr von der Weltmeinung beeindrucken. Das einzig greifbare Ergebnis ist die nicht neue Erkenntnis: Russland entzieht Assad nicht den entscheidenden Rückhalt und wird dies wohl nie tun.
Dabei wird es immer unbegreiflicher, dass Moskau sich so störrisch außerhalb der westlichen Zivilisation stellt. Denn je länger sein Verbündeter Assad mordet und schlachtet, desto hilfloser und schwächer steht auch das stolze Russland da, das offensichtlich absolut keinen Einfluss mehr auf den Despoten hat. Was es da um jeden Preis in Syrien retten will, wird immer unerklärlicher. Hätte Russland sich zur Ächtung des Assad-Regimes durchgerungen, wäre der Konflikt nicht beendet – aber es ist der einzige politische Schritt, der die Kräfteverhältnisse entscheidend verändern und den Konflikt verkürzen könnte. Doch er wird nicht kommen. Basta. Oder besser: Njet.
Daher ist es aus Sicht der Opposition die einzig mögliche Schlussfolgerung, den bewaffneten Kampf fortzusetzen. Genf hat immerhin dazu beigetragen, dass dies nun auch dem letzten Zweifler in ihren Reihen klar sein muss. Unrecht hat die Opposition allerdings, wenn sie schon jetzt einen Plan für eine Übergangsregierung ablehnt, in der auch Vertreter des altes Regimes sitzen sollen. Wie will sie denn den Übergang gestalten, wie soll jene Hälfte der Bevölkerung vertreten werden, welche sich dem Aufstand verweigert? Leider hat die zerstrittene Auslandsopposition bisher keinen eigenen Vorschlag vorgelegt. Sonst müssten sich die internationalen Spitzenpolitiker nicht selbst einen ausdenken – so utopisch er sein mag.
Und was folgt daraus? Wir werden dem Gemetzel in Syrien weiter zuschauen, mal wird die Zahl der täglichen Toten es in die Nachrichten schaffen, mal nicht. Und wir sollten jedes Mal lautstark die russische Regierung mitverantwortlich machen, nicht nur das Assad-Regime. Hilfe für Flüchtende, logistische Unterstützung, aber keine Waffen an die Rebellen: Die massive und ungeordnete Aufrüstung des Landes wäre eine zu schwere Hypothek für kommende Generationen.
- Datum 02.07.2012 - 11:33 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 80
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Entfernt. Bitte beachten Sie das Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/sh
als habe Bosnien nichts mit Syrien zu tun, und Herr Clinton nichts mit Frau Clinton. Vielleicht passt ihnen nicht, dass aufgrund der Analogie Bosnien/Syrien Washtington und Paris mitschuld am 'Gemetzel' sind.
Im übrigen haben Sie ein ziemliches Problem mit der Meinungsfreiheit.
als habe Bosnien nichts mit Syrien zu tun, und Herr Clinton nichts mit Frau Clinton. Vielleicht passt ihnen nicht, dass aufgrund der Analogie Bosnien/Syrien Washtington und Paris mitschuld am 'Gemetzel' sind.
Im übrigen haben Sie ein ziemliches Problem mit der Meinungsfreiheit.
Ich frage mich wirklich, wie man solche Artikel rechtfertigt.
Alles was Russland und China fordern, ist dass die Syrer selber entscheiden sollen wer in dieser Übergangsregierung sein soll. Sie sagen, dass es nicht Recht ist, Syrien als souveränes Land eine Regierung von aussen aufzuzwingen.
Und damit sind sie vollkommen im Recht. Genau wie sie als einzige Parteien noch das Völkerrecht achten.
Die NATO Länder, die Türkei und vorallem die Golfstaaten allerdings hatten NIE ein Interesse an einer friedlichen Lösung. Stattdessen liefern Sie tonnenweise Waffen an Milizen wie die FSA, deren Zusammensetzung sie nichtmal kennen! Da sind brutale islamisten dabei, die Massaker begehen und feige Terroranschläge mit Bomben!
Hier kämpft nicht das syrische Volk gegen die Regierung Assad, sondern die USA samt Anhang und Golf-Proxies.
Es ist dreist und manipulativ, die Weigerung der militanten Milizen hier als die Meinung "der Opposition" hinzustellen.
Diese Radikalen sind in der MINDERHEIT! Die demokratische Opposition in Syrien beachten wir doch garnicht. Die werden ignoriert. Weil sie Demokratie als Ziel haben und nicht Regime-Change mit folgender Anarchie.
Die Petrodollars, die Waffen, die einseitige Unterstützung der radikalen undemokratischen Opposition sowie solche Artikel hier lassen die Lage doch eskalieren!
als habe Bosnien nichts mit Syrien zu tun, und Herr Clinton nichts mit Frau Clinton. Vielleicht passt ihnen nicht, dass aufgrund der Analogie Bosnien/Syrien Washtington und Paris mitschuld am 'Gemetzel' sind.
Im übrigen haben Sie ein ziemliches Problem mit der Meinungsfreiheit.
Und was folgt daraus? Wir werden dem Gemetzel in Syrien weiter zuschauen, mal wird die Zahl der täglichen Toten es in die Nachrichten schaffen, mal nicht. Und wir sollten jedes Mal lautstark die russische Regierung mitverantwortlich machen, nicht nur das Assad-Regime.
Wie wärs mal damit, die Lieferanten der Waffen verantwortlich zu machen Frau Nüsse? Es ist ja nicht so, dass wir mit Saudi-Arabien und Katar als Hauptfinanziers und Hauptwaffenlieferanten die Vorkämpfer der Demokratie beobachten können. Diese Länder unterstützen in erster Linie die radikalen Sunniten/Wahabisten, die bekanntlich überhaupt keine Skrupel zeigen.
Frau Nüsse, Sie haben richtig erkannt, dass die Lieferung von Waffen keine Lösung sein kann. Warum geben Sie jetzt der Regierung Assad die Schuld? Warum bezeichnen Sie ihn propagandistisch als "Schlächter"? Warum nicht die Lieferanten des Totes?
Sie wissen doch sehr genau, dass die andere Version der Geschichte - Assad bekämpft vom Ausland finanzierte Terroristen - auch Teil der Wahrheit ist.
Sie können doch unmöglich Russland und China die Schuld geben, denn ihre Lösung ist die einzige Realistische. Der Clan der Alewiten (Assad ist nur ein teil davon) MUSS an der Übergangsregierung beteiligt werden. Genau wie die demokratische Opposition.
Wer keine Legitimation hat sind aggressive Milizen, die sich jeglicher Diplomatie und Demokratie verweigern.
"Propaganda und Wirklichkeit im Syrien-Krieg
Objektive Informationen über Ereignisse in Syrien sind schwer zu bekommen. Welchen Quellen kann man trauen?"
http://www.zeit.de/politi...
... dass die Unruhen von der bewaffneten Opposition und den dschihadistischen Kämpfern ausgehen, wirken auf mich, wie aus einer anderen Welt.
Was soll diese offene Unterstützung der Terroristen in Syrien?
Wieso dieses Rumgehacke auf Russland? Sollen da alte anti-russischen Reflexe geweckt werden?
Wer Frieden für die Syrer will, sollte seine Anstrengungen darauf verwenden, der syrischen Opposition klar zu machen, dass Demokratie kein Wunschkonzert ist, bei dem derjenige, der im Ausland die meiste freundliche Presse hat, den Takt vorgibt.
Wer im Ausland hockt, und gar keine Demokratie will, der kann es auch bei den alten Alleinherrschern belassen.
Oder gefällt bei denen die Nase nicht?
Die syrische Opposition sollte schleunigst lernen, dass wer schon in der Opposition Verhandlungen kategorisch verweigert, von Außenstehende als potentielle Verschlechterung für ein Land eingeschätzt wird.
Frau Nüsse bleibt uns leider die Gründe schuldig, wieso sie zu einer Opposition, die Verhandlungen komplett verweigert mehr Vertrauen hat, als zu einem Herrscher, der bereits bewiesen hat, dass er zu Reformen und mehr Verständigung bereit ist.
Der kleine Berichterstattungslichtblick, den Sie vor kurzem in diesem Artikel lieferten,
http://www.zeit.de/politi...
war wohl nichts mehr, als eine Eintagsfliege inmitten von von Hornissen und Wespen.
Mit dieser fragwürdigen und verallgemeinernden Behauptung:
"Denn je länger sein Verbündeter Assad mordet und schlachtet,.."
ist Ihr Artikel, wieder voll auf Linie und jeder kann sich über "Propaganda und Wirklichkeit im Syrienkrieg" sein eigenes Bild machen.
"..logistische Unterstützung, aber keine Waffen an die Rebellen: Die massive und ungeordnete Aufrüstung des Landes wäre..."
Aber werte Frau Nüsse, die Rebellen werden seit Monaten auf allen Ebenen unterstützt und aufgerüstet.
Sollte dieses "wäre" durch Unwissenheit enstanden sein, so wäre das die einzige, wenn auch blamable Entschuldigung für diesen Artikel.
Also, so gesehen, im Westen nichts Neues.
Ist Ihnen klar, was in Genf beschlossen wurde?
1. Der Grund der Sitzung
"Kofi Annan.. suggest the idea of an international “contact group” that can influence both sides in Syria – including regional players such as Iran..”
Fazit: Die Beteiligten sollen ihren Einfluss ausüben auf Regierung bzw. Opposition
2.Das Ergebnis
Mr. Annan emphasized that the conflict must be resolved through peaceful dialogue and negotiation alone, noting that Action Group members are “opposed to any further militarization of the conflict.”
The Group, also agreed on actions that they would take to implement the steps and measures outlined in the statement, and to support Mr. Annan's work in bringing the relevant parties together.
“The Action Group members will engage as appropriate, and apply joint and sustained pressure on, the parties in Syria .."
“The hard work starts now. We must work together to implement what has been agreed."
Die Konsequenz: Die USA etc müssen u.a. ihren Einfluss auf die Opposition und deren Unterstützer ausüben, den Dialog aufzunehmen.
Russland und China müssen auf Assad einwirken!
Hinweis: die Quellen habe ich ausgelassen. Soviel Kenntnis erwarte ich von einer Zeit-Journalistin.
Ist Ihnen klar, was in Genf beschlossen wurde?
1. Der Grund der Sitzung
"Kofi Annan.. suggest the idea of an international “contact group” that can influence both sides in Syria – including regional players such as Iran..”
Fazit: Die Beteiligten sollen ihren Einfluss ausüben auf Regierung bzw. Opposition
2.Das Ergebnis
Mr. Annan emphasized that the conflict must be resolved through peaceful dialogue and negotiation alone, noting that Action Group members are “opposed to any further militarization of the conflict.”
The Group, also agreed on actions that they would take to implement the steps and measures outlined in the statement, and to support Mr. Annan's work in bringing the relevant parties together.
“The Action Group members will engage as appropriate, and apply joint and sustained pressure on, the parties in Syria .."
“The hard work starts now. We must work together to implement what has been agreed."
Die Konsequenz: Die USA etc müssen u.a. ihren Einfluss auf die Opposition und deren Unterstützer ausüben, den Dialog aufzunehmen.
Russland und China müssen auf Assad einwirken!
Hinweis: die Quellen habe ich ausgelassen. Soviel Kenntnis erwarte ich von einer Zeit-Journalistin.
Ihr Artikel geht wieder von der alten Polemik aus: "Assad macht dies und jenes und ist für alles verantwortlich". Nein falsch. Beide Konfliktparteien müssen verpflichtet werden und nicht nur eine.
"Und wir sollten jedes Mal lautstark die russische Regierung mitverantwortlich machen, nicht nur das Assad-Regime."
Vielleicht machen Sie ja lautstark diejenigen verantwortlich, die in unverantwortliche Art und Weise diesen Konflikt angeheizt haben, als da wären SA, USA, Türkei. Vielleicht betrachten Sie ja alle externen Einflussfaktoren. Was hat denn Libyen bisher gebracht?
Es ist das gute Recht Russlands dem Druck nicht nachzugeben, nur weil einige Westler der Meinung sind, den alleinigen Schuldigen zu kennen. Blut hat nicht nur Assad an den Händen kleben.
Ach und bevor ich es vergesse. Wo blieb nochmal der Aufschrei zu Hula, als sich herausgestellt hat, dass es wohl eher doch nicht auf Assads Kappe ging? Das Massaker wurde solange verurteilt, solange Assad als Schuldiger feststand, aber als sich das Gegenteil abzeichnete wurde es totgeschwiegen.
Vielleicht verehrte Frau Nüsse, sollte man den Konflikt ausgeglichener betrachten in Hinsicht auf Unterstützung und die Frage stellen. Welche Legitimation hat eigentlich der SNC soetwas zu entscheiden? Keine. Geht es dem wirklich um Frieden, oder um Macht? Macht. Die richtige Opposition sitzt nicht in der Türkei, Paris, London sondern in Syrien selbst und leistet unbewaffneten Widerstand und den sollte man unterstützen!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren