Assad-GegnerTreffen der syrischen Opposition endet im Chaos

Einig sind sie sich nur im Kampf gegen Assad. Ansonsten sind sich Syriens Oppositionelle überhaupt nicht grün: Auf ihrer Konferenz gingen sie mit Fäusten aufeinander los. von dpa und Reuters

Vertreter der syrischen Opposition bei ihrem Treffen in Kairo

Vertreter der syrischen Opposition bei ihrem Treffen in Kairo   |  © Asmaa Waguih/Reuters

Die ohnehin zerstrittene syrische Opposition hat bei ihrem Treffen in Kairo einen weiteren Beleg für ihre Zerrissenheit geliefert – die Konferenz endete im Chaos. Delegierte verprügelten einander und beschimpften sich derart wüst, dass Frauen im Saal zu weinen begannen. Beschäftigte des Tagungshotels brachten Tische und Stühle in Sicherheit, als aufgebrachte Gegner von Präsident Baschar al-Assad aufeinander losgingen.

Auslöser der Unruhe war die Entscheidung der syrischen Kurden, das Treffen zu verlassen. Vertreter der ethnischen Minderheit seien gegangen, weil die Konferenz ihren Status nicht habe anerkennen wollen, sagte Abdel Asis Othman vom Nationalen Kurdenrat. "Das ist einfach nur traurig und wird negative Folgen für alle Parteien haben", sagte der 27-jährige Oppositionelle Gawad al-Chatib. "Die Oppositionsbewegung steht dumm da und die Demonstranten auf der Straße werden demoralisiert." Auch die Gruppe Allgemeine Kommission der Syrischen Revolution verließ die Konferenz.

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Die Spaltung der Regierungsgegner gilt als einer der Gründe, warum sich Assad trotz des seit mehr als 16 Monaten andauernden Volksaufstands an der Macht halten kann. Weil es bislang nicht gelang, die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen hinter einer Führung zu versammeln, ringt die Opposition in Syrien weiter um internationale Anerkennung.

Einig nur gegen Assad

Einig sind sich die Oppositionsgruppen nur darin, dass das Regime von Assad gestürzt werden muss – und dass sie die Freie Syrische Armee unterstützen. "Wir sind übereingekommen, dass das Lösen des Problems mit dem Abgang des Assad-Regimes und seiner Regierung, dem Schutz der Zivilisten und der Unterstützung der Freien Syrischen Armee beginnt", sagte der Oppositionelle Kamal Labwani bei der Verlesung der Abschlusserklärung des Treffens.

Angesichts der tiefen Spaltung der Opposition sagte George Sabra, Sprecher des Syrischen Nationalrates: "Bei diesem Treffen haben wir versucht, die Ansichten trotz tiefer Differenzen zu vereinen." Die Arabische Liga, unter deren Schirmherrschaft die Konferenz stattfand, hatte die Opposition eindringlich ermahnt, ihre Streitigkeiten beizulegen, um international an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.

Der Chef des Syrischen Nationalrats, Abdel Baset Seida, sagte allerdings, es sei bedeutungslos, über eine Regierung des nationalen Einheit zu reden, solange Assad noch an der Macht sei.

Leserkommentare
  1. Das ist ein Vorgeschmack darauf was nach Assad ganz Syrien drohen wird. Die sprichwörtliche Alternative zwischen Pest und Cholera.

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    Pest ist schlimmer als Cholera. Also erst die Pest ausmerzen und sich dann um die Cholera kümmern.

  2. Denen merkt man jetzt schon die Machtgeilheit an, obwohl sie noch ewig weit davon entfernt sind. Wenn der Westen diese Typen an die Macht bomben will, pisst er sich über kurz oder lang wieder selbst ans Bein. Naja, was solls, ist schließlich alles alternativlos, wir sind die Guten, die Amis sowieso, wir sind alle reine Demokraten und so weiter und so fort.

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  3. ... soll die syrische Opposition dringend bekommen. Wie sollen sie sonst ihre eindrucksvolle friedliche Scharia-Demokratie in Syrien einführen?

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  4. Dazu gibt es einmal wieder nur auf den NachdenkSeiten Nachdenkendes... leider

    http://www.nachdenkseiten...

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    ... ist schlecht geschrieben und hat keinen roten Faden. Die Frage, wer die Bezeichnung Terrorist oder eben Freiheitskämpfer verdient, beantwortet er nicht (sie wird noch nichtmal richtig diskutiert).

    Klingt schön Ihre Frage und mit Sicherheit können sie diese auch allumfassend beantworten, nicht wahr?!

    Aber diese komischen nach"denk"seiten scheinen mit denken nicht viel am Hut zu haben. Das scheint mir doch eher ein Internetauftritt von irgendwelchen Hinterweltlern zu sein. Das erinnert mich doch irgendwie an den KOPP Verlag.
    Sind auf dieser Seite auch die neusten UFO-Sichtungen und Big-Food-Tagebücher veröffentlicht?!
    Bitte, verlinken sie so eine Seite nicht noch einmal in diesem Forum. Damit disqualifizieren sie sich nur selbst von jeder weiteren Diskussion.
    Also, in Ihrem Sinne...schönen Tag.

    Nun bezüglich der Antworten auf diesen Kommentar, was haben die USA denn bisher schon in Sachen Syrien so alles gemacht? Da hätte ich ja gerne mal n aktuelle Liste von. Auf meiner steht irgendwie nur, "vorerst halten wir uns raus".
    Überraschen sie mich. Danke!

  5. Wenn auch nur ein Teil des Artikels zutreffen, sollten wir uns KOMPLETT aus Syrien raushalten. Egal wohin man schaut, machtgeile Spinner überall, denen es nur um die eigene Macht geht.

    Zu viel Hitze und Sonne schaden wohl.

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  6. die verbrecher aus den den Reihen der sogenannten Oppostion ihre gerechte Strafe für die verbrechen an Christen und anderen unschuldigen Menschen erhalten!

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    Allen, die der Berichterstattung der westlichen Massenmedien so vertrauensvoll gefolgt sind, möchte ich einen kleinen Hoffnungsschimmer geben:

    Sicher eine Falschmeldung.

    Das kann nur von einem Schergen des Henkers Assad kommen.

    Hillary wird es schon richten.

  7. ... um so ein Krisengebiet richtig zu führen.

    Ich hoffe langsam macht sich bemerkbar dass diese sog. "Opposition" für Syrien keine Lösung ist und dass der Westen endlich die Füße still hält.

    7 Leserempfehlungen
    • zappp
    • 04. Juli 2012 8:40 Uhr

    nach der Eroberung von Damaskus. Man ist gemeinsam gegen etwas aber gemeinsam für nichts und in der Sache inkompetent, womit das Weiterbestehen der Diktatur aus Sicht der internationalen Gemeinschaft und der meisten Bürger zum geringeren Übel wird. Sagt man das heute nicht über den Irak, nach dem "Regime Change" von Saddam Hussein ins Chaos?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
  • Schlagworte Al-Dschasira | Opposition | Sergej Lawrow | Syrien | Russland | Kairo
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