Valérie Trierweiler: Frankreichs First Lady verspricht Zurückhaltung beim Twittern
Weil sie den Gegenkandidaten von Hollandes Exfrau auf Twitter unterstützt hat, erhob sich ein Skandal um Frankreichs First Lady. Nun versprach sie Zurückhaltung.
©dpa/Ian Langsdon

Valérie Trierweiler
Nach dem Eklat um eine Twitter-Botschaft hat die Lebensgefährtin von Frankreichs Präsident François Hollande versprochen, mehr Vorsicht walten zu lassen. "Künftig werde ich es mir dreimal überlegen, bevor ich etwas twittere", sagte Valérie Trierweiler dem Sender BFM-TV. Sie hatte Mitte Juni per Twitter Olivier Falorni unterstützt, den Kandidaten, der gegen Hollandes Ex-Frau Ségolène Royal in La Rochelle um einen Parlamentssitz kämpfte, und damit für eine Debatte über die Rolle der Première Dame im Staat gesorgt. Die Tageszeitung Le Monde kommentierte, Trierweiler habe in dem Interview ihr Mea Culpa vorgebracht.
Courage à Olivier Falorni qui n'a pas démérité, qui se bat aux côtés des rochelais depuis tant d' années dans un engagement désintéressé.
— Valerie Trierweiler (@valtrier) Juni 12, 2012
Hollande hatte wenige Stunden zuvor in einem TV-Interview zum Nationalfeiertag versprochen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen werde. "Ich bin der Ansicht, dass private Sachen privat geregelt werden. Und das habe ich denen gesagt, die mir nahestehen, damit sie sich peinlich genau an dieses Prinzip halten." Er sei für eine klare Abgrenzung zwischen öffentlichem und privatem Leben. Es war Hollandes erste öffentliche Reaktion auf die Debatte um den Tweet von Trierweiler, die – ebenso wie Deutschlands First Lady Daniela Schadt – früher als Journalistin arbeitete.
Hollande habe Verständnis dafür, dass seine Lebensgefährtin weiter als Autorin für Zeitungen tätig sein wolle und dass die neue Rolle für sie nicht einfach sei. Sie werde an seiner Seite sein, "wenn es das Protokoll erfordert", sagte er. Trierweiler war seit der Twitter-Affäre kaum öffentlich in Erscheinung getreten; am Samstag war sie aber beim Nationalfeiertag an der Seite des Präsidenten. Hollande hatte den Franzosen vor seiner Wahl versprochen, Privatsphäre und öffentliches Amt strikt zu trennen.
Besonders in der Sozialistischen Partei war die Kritik an Valérie Trierweiler heftig, da Ségolène Royal, die unterlegene Präsidentschaftskandidatin von 2007, wegen ihrer überraschenden Niederlage gegen den sozialistischen "Dissidenten" Olivier Falorni kein Mandat in der Nationalversammlung erringen konnte. Ihr Sohn Thomas Hollande hatte den Tweet von Valérie Trierweiler in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Le Point kritisiert: Er habe das im Wahlkampf aufgebaute Image eines "normalen" Präsidenten zerstört. François Hollande hatte Royals Kandidatur in La Rochelle unterstützt – somit herrschte öffentlich dokumentierte Uneinigkeit zwischen dem Präsidenten und seiner Lebensgefährtin, mit der er seit 2005 liiert ist.







ja ja, Deutschland hat einen schwulen Aussenminister mit Freund, einen Bundespräsident verheiratet mit Freundin, Frankreich einen Hollande der mit Segolene nie verheiratet war und nun wegen Twitter seiner Freundin, Journalistin,zofft es. Da sieht man wie kleinkarriert France ist
Wir bitten von der Austragung von Privatfehden abzusehen, und zu einer themenbezogenen Diskussion zurück zu kehren. Danke, die Redaktion/kvk
Wir bitten von der Austragung von Privatfehden abzusehen, und zu einer themenbezogenen Diskussion zurück zu kehren. Danke, die Redaktion/kvk
Zickenkrieg?
Dürfte es bei Valerie Trieweiler, Hollandes junger Schönen ev. nur darum gegangen sein, eine Position innerhalb der Soziallisten durchzusetzen, auch auf die Gefahr dieses öffentlichen Disputs hin?
Auffallend war bereits, dass der "think tank" der Sozialisten und Nachwuchsstar, Olivier Ferrand, überraschend gestorben ist.
Auch ist bis heute nicht geklärt, wer hinter der Affäre um Dominik Strauss Kahn stand. DSK scheint einer Intrige zum Opfer gefallen zu sein.
Wir sind nicht in den USA. Weder Deutschland noch Frankreich haben eine "First Lady". Wir haben unseren jeweiligen Präsidenten gewählt, und damit hat es sich. Ob er nun verheiratet ist, eine Lebensgefährtin hat, Junggeselle oder homosexuell ist, bleibt seine Privatsache.
Die Medien haben Madame Trierweiler zur "First Lady" hochstilisiert, wir haben kein Problem mit ihr in Frankreich... solange sie Diskretion wahrt, sich in nichts einmischt und bleibt, was sie ist: die Freundin des Präsidenten.
Wir bitten von der Austragung von Privatfehden abzusehen, und zu einer themenbezogenen Diskussion zurück zu kehren. Danke, die Redaktion/kvk
Wie sagte doch der große französische Frauenversteher Serge Gainsbourg?
"Man muss die Frauen für das halten, was sie nicht sind, und man muss ihnen das lassen, was sie sind." François Hollande muss ein großer Verführer sein, damit er bei seinen Geliebten solch gnadenlose Eifersucht auslösen kann, wie man sie sonst nur aus der Tudor-TV-Serie um das Leben und Treiben von Heinrich dem Achten kennt. Frau Royal muss auch offenbar mehr unter Francois gelitten haben als einst Simone de Beauvoir unter Jean-Paul Sartre. Monsieur le President kann nicht everybody's darling sein, oder? Nach der Comedie-Schau von Sarkozy-Bruni wird auch das neue Pariser Ensemble noch viel Unterhaltung für den Boulevard bieten. Und zwischendurch darf Francois mal eben schnell den Euro retten, oder die deutsch-französische Freundschaft oder Peugeot-Citroen, was auch immer.
Die Situation ist schwierig aber sehr unterhaltsam.
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