Bei einem Angriff auf einen ägyptischen Kontrollposten an der Grenze zu Israel sind 16 Soldaten getötet und sieben weitere verletzt worden. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, eine "Gruppe von Terroristen" habe den Posten im Norden Sinais angegriffen und versucht, die Grenze zu Israel zu überwinden.

Die Grenzsoldaten wurden demnach nach Einbruch der Dunkelheit beim Fastenbrechen angegriffen – derzeit ist Ramadan. Mit entwendeten Patrouillenfahrzeugen fuhren die Eindringlinge zum Grenzübergang Karm Abu Salem und beschossen israelisches Territorium. Der Grenzübergang befindet sich auch in der Nähe des Gaza-Streifens.

Die israelische Luftwaffe griff daraufhin ein Fahrzeug an, das auf israelisches Gebiet vordringen wollte. Ein zweites Fahrzeug sei an dem Grenzübergang explodiert, sagte die Sprecherin.

Nach Angaben des Krankenhauses der Provinzhauptstadt Al-Arisch behandeln Ärzte in dem Hospital vier mit Schusswunden verletzte Soldaten.

Die israelische Zeitung Jerusalem Post berichtete, sechs der Angreifer seien von israelischen Soldaten getötet worden. Der israelische Onlinedienst Ynet berichtete, vier Leichen seien auf der israelischen Seite gefunden worden, drei auf der ägyptischen.

In der israelischen Grenzregion seien am Abend zudem Dutzende Raketen und Mörsergranaten eingeschlagen, berichtete die Zeitung Haaretz . Die israelischen Bewohner des Gebietes wurden aufgefordert, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi traf sich zu einer Krisensitzung mit dem Militärrat, dem Chef des Geheimdienstes und dem Innenminister, berichtete die ägyptische Zeitung Al-Ahram . Mursi kündigte eine harte Antwort auf den Anschlag an. Die Sicherheitsorgane würden die Kriminellen, die den Anschlag verübt hätten, fassen, sagte er. Ägypten werde den Sinai wieder unter seine Kontrolle bringen.

Ein Sprecher des Präsidialamts in Kairo sagte im Staatsfernsehen, der Sicherheitsapparat versuche mit Hochdruck, die Identität der Attentäter zu klären. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Überfall.