Ein Soldat der Freien Syrischen Armee in Aleppo © Goran Tomasevic/Reuters

Im Kampf um die nordsyrische Stadt Aleppo haben die Rebellentruppen einen Angriff gestartet. Mit einem erbeuteten Panzer haben sie den Luftwaffenstützpunkt Menakh, etwa 35 Kilometer nördlich von Aleppo , unter Beschuss genommen. "Wir haben den Flughafen mehrmals angegriffen, aber dann entschieden, uns zurückzuziehen", sagte ein Kämpfer, der sich Abu Ali nannte, der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörte aus Richtung des Flughafens Explosionen. Rebellen sagten ihm, sie wollten den Flughafen erobern, da von dort Angriffe auf Aleppo geflogen würden . Seit Tagen kämpfen Rebellen und die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad um die strategisch wichtige Stadt. Eigenen Angaben nach kontrollieren die Aufständischen inzwischen die Hälfte der Stadt sowie weite Teile des Umlands. Derzeit versuchen sie, die Zentralen des Geheimdienstes in der Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Aktivitäten des syrischen Militärs konzentrierten sich auf den Vorort Salaheddine. Der strategisch wichtige Distrikt lag unter Dauerfeuer von Panzern und Artillerie. Das Kappen von Handy-Verbindungen am Mittwoch und die militärischen Aktivitäten der Armee wurden als Hinweis dafür gesehen, dass ein Großangriff auf Aleppo , wo sich mehrere Tausend Rebellen verschanzt haben, unmittelbar bevorstand.

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Sondergesandter Annan gibt Amt auf

Angesichts der andauernden Kämpfe gab der internationale Syrien-Sondergesandte Kofi Annan sein Amt auf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gab diese Entscheidung in New York "mit tiefem Bedauern" bekannt. Annan war am 23. Februar von den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga damit beauftragt worden, im Syrien-Konflikt zu vermitteln. Seine Bemühungen führten jedoch nicht zu einer Befriedung des Landes.

Stattdessen gehen auch in der syrischen Hauptstadt Damaskus die Kämpfe weiter. Aktivisten berichten von einem Massaker der Armee in der Ortschaft Dschdaidet Artus südwestlich von Damaskus. Mehr als 40 junge Menschen sollen in einer Schule von regimetreuen Soldaten hingerichtet worden sein. Die Aussagen lassen sich ohne unabhängige Berichterstattung aus dem Land nicht bestätigen.

Die Rebellen bekommen zunehmend Unterstützung von den USA . Der Fernsehsender CNN berichtete, US-Präsident Barack Obama habe dem Auslandsgeheimdienst CIA die verdeckte Unterstützung der syrischen Aufständischen erlaubt. Das Weiße Haus wollte die Berichte nicht kommentieren, stritt aber nicht explizit ab, dass die Rebellen verstärkt mit Geheimdienstinformationen versorgt würden.

Unabhängig von der geheimen Anordnung des Präsidenten hatte die US-Regierung am Mittwoch bekannt gegeben, insgesamt 25 Millionen Dollar für syrische Oppositionelle bereitzustellen, zehn Millionen mehr als zunächst geplant. Die Summe sei vorgesehen für Unterstützung wie etwa Kommunikationstechnik, teilte das Außenministerium mit.