Rede vom Balkon : Assange wirft den USA "Hexenjagd" vor

Vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft hat sich Assange erstmals seit zwei Monaten öffentlich geäußert. Barack Obama solle die "Hexenjagd" auf WikiLeaks beenden.
Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange spricht vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. © Carl Court/ AFP/ Getty Images

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat sich in einer öffentlichen Ansprache in London für die Unterstützung Ecuadors bedankt. Ecuador hatte dem Australier, der vor zwei Monaten in Ecuadors Londoner Botschaft geflohen war, am Donnerstag diplomatisches Asyl gewährt . Fragen über seine Zukunft ließ Assange jedoch offen.

Es war Assanges erster öffentlichen Auftritt seit seiner Flucht in die Botschaft. Er erschien auf dem Balkon der Botschaft und verließ damit nicht das Hoheitsgebiet Ecuadors. Hätte er das getan, wäre er Gefahr gelaufen, von der britischen Polizei festgenommen und an Schweden übergeben zu werden.

Assange werden in Schweden Sexualdelikte vorgeworfen, die er bestreitet. Gegen ihn läuft bisher noch kein Ermittlungsverfahren. Der WikiLeaks-Gründer fürchtet, bei einer Auslieferung an Schweden anschießend an die USA ausgeliefert und dort wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente auf der Plattform WikiLeaks zum Tode verurteilt zu werden. Nach übereinstimmenden Angaben aus den USA, Schweden und Großbritannien hat Washington jedoch bisher keine Schritte unternommen, um seine Auslieferung zu erreichen.

Die USA sei auf dem Weg, die Pressefreiheit zu unterdrücken

In seiner Rede forderte Assange den US-Präsidenten Barack Obama auf, die "Hexenjagd" auf seine Internetplattform WikiLeaks sowie auf Informanten zu beenden. Die USA seien auf bestem Wege, die Pressefreiheit weltweit zu unterdrücken. Wie WikiLeaks seien die Meinungsfreiheit und "die Gesundheit all unserer Gesellschaften" bedroht.

Vor der Botschaft Ecuadors standen mehrere Hundert Sympathisanten, Medienvertreter und Neugierige. Auch eine Hundertschaft der Polizei war vor Ort. Kurz vor dem Auftritt hatte Assanges Anwalt gesagt, ein weiterer juristischer Schritt sei geplant. Details dazu gab es nicht.

Die britische Sunday Times hatte zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertraute von Assange berichtet, er sei bereit, sich den schwedischen Behörden zu stellen, wenn er eine Garantie bekomme, nicht an die USA ausgeliefert zu werden. Das bestätigte auch ein Sprecher von WikiLeaks: Schweden müsse "ohne Einschränkung" garantieren, dass Assange niemals an die USA ausgeliefert werde. Eine solche Garantie wäre "eine gute Ausgangsbasis", sagte der Sprecher.

Er verwies zugleich auf die Gesprächsbereitschaft Assanges gegenüber den schwedischen Behörden. Assange sei "seit fast zwei Jahren" bereit, sich ihren Fragen zu stellen. Schweden habe seine Angebote bisher abgelehnt, ihn per Videoschalte oder persönlich in der ecuadorianischen Botschaft in London zu befragen, in die er vor acht Wochen geflüchtet war.

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Kommentare

184 Kommentare Seite 1 von 15 Kommentieren

Der Begriff "Verschwörungstheorie"

ist natürlich ein Totschlagargument, mit dem man jeder Diskussion aus dem Weg gehen kann. Aber so einfach sollte man es sich nicht machen. Zumindest sollte man die drängendsten Fragen beantworten können:

Wie wahrscheinlich ist es, dass ausgerechnet der Staatsfeind Nr.1 einer Weltmacht, die alle Hebel in Bewegung setzt, um seiner habhaft zu werden, zufällig auch zwei Frauen vergewaltigt hat?

Wenn Schweden Herrn Assange ohnehin selbst einen Vergewaltigungsprozess machen will, warum kann es dann nicht garantieren, dass er nicht an einen Drittstaat ausgeliefert wird?

Ich weiß nicht wie viel Sie aus den Wikileaks....

.... Dokumenten gelesen haben. Aber Assange daher als besonders Feind zu sehen? Also wirklich nicht, zumal ein Hauptteil der amerikanischen politischen und Medien Elite solche Publikation durch die Medien als essentieller Bestandteil einer funktionierenden Demokratie verstehen, die die Gesellschaft stärkt. Etliche Meinungen gehen dahin, dass wiewohl Manning Verrat begangen haben mag, der Journalist seine legitime Funktion erfüllte. Ich glaube nicht, dass Sie die Amerikaner überhaupt oder im Ansatz verstehen. Wirklich nicht.

Die entscheidenden Punkte sind

1. Die USA, die Staatsfeinde fern jeden Rechts in ihren Spezialgefängnissen a la Guantanamo behandeln, klagen ihn trotz verstößen nicht offiziell an
2. Schweden sieht ihn plötzlich als Verdächtigen für eines der medienwirksamsten Verbrechen überhaupt, weigert sich ihn woanders zu befragen als in Schweden und garantiert nicht, ihn nirgendwo anders hin zu schaffen
3. GB droht mit einem Bruch internationalen Rechts und Verletzung der staatlichen Souveränität Ecuadors um einen in Schweden verdächtigen, nicht Angeklagten Sexualverbrecher zu verhaften...

Wer nicht sieht was da passiert ist blind, hier wird ein Systemgegner unter dem Vorwand der Rechtsstaatlichkeit aus der Öffentlichkeit entfernt!
Ihn wegen des Schwedischen Delikts zu verurteilen könnte schon ausreichen um ihm seine Öffentlichkeitswirkung zu entziehen - wie das in Schweden alles ablief allein spricht Bände.
Das hat mit Verschwöhrung nichts zu tun, es ist offensichtlich was da passiert, allein schon aufgrund Englands Verhalten - derartiges Verhalten wäre höchstens bei versteckten Kriegsverbrechern und nachweisbaren Terroristen angebracht...
Glaubt hier irgendwer ernsthaft wegen eines einzelnen Sexualdeliktes in Schweden würden sich die Lateinamerikanischen Staaten an einen Tisch setzen ???

Keiner Ihrer Punkte ist entscheidend.

Was werfen Sie GB vor? Herr Assange hatte Zeit und Gelegenheit sämtliche Rechtsmittel in GB auszuschöpfen.

Herr Assange war unter Auflage die Haft erspart worden und er durfte in einer Luxusumgebung die Verhandlungen abwarten.

Als auch die letzte Entscheidung gegen Herrn Assange gefallen war, da schieXX Herr Assange auf seine Zusagen für den Hausarrest und ging in die Botschaft von Ecuador.

Dass sich GB darüber ärgert, das Herr Assange das in ihn gesetzte Vertrauen enttäuscht hat kann ich nachvollziehen.

Was nun Ihre lateinamerikanischen Staaten angeht, so hat Ecuador die OAS angerufen aber bisher haben nur ein Teil nämlich die ALBA-Staaten sich für die Position Ecuadors entschieden. Ich bin gespannt ob Brasilien oder Argentinen folgen.

Ist gut

Sie haben mich bei einer Ungenauigkeit erwischt. Also: Warum kann kein Vetreter der zuständigen Justizbehörden die Rechtslage hinsichtlich einer möglichen Auslieferung öffentlich klarstellen?
Zumindest in Deutschland spielen bei einer möglichen Auslieferung die Fragen eine Rolle, ob dem Betroffenen die Todesstrafe drohen würde und ob das ihm vorgeworfene Delikt auch in Deutschland strafbar wäre. Gewiss gibt es in Schweden auch eine rechtliche Regelung der Auslieferung.

P.S.: Dass Sie aufgrund einer ungenauen Formulierung oder eines Irrtums meinerseits sofort dazu übergehen, meine Schulbildung in Zweifel zu ziehen, spricht sehr dafür, dass Ihre Berufsangabe der Wahrheit entspricht.

Was ist denn jetzt die Verschwörungstheorie?

Ich bin völlig verwirrt!!!

Die einen schreiben, dass Assange ein Paranoiker ist.
Die anderen schreiben, dass die USA paranoid und panisch auf die Veröffentlichung von Wikileaks reagiert haben.
Dritte schreiben, dass die Lateinamerikaner paranoid gegenüber dem angeblichen Einfluss der USA sind.
Ein Vierter schreibt, dass die USA viel zu viel Einfluss in Lateinamerika haben.

Wir sollten das alles mal ordnen!

Lesen...

...sie eigentlich die Artikel, die Sie kommentieren? Argentinien hat bereits seine Unterstützung für Ecuador signalisiert. Insofern ist Ihre Spannung dahingehend unbegründet. Steht in einem anderem Artikel, bei dem Sie auch fleißig kommentiert haben. (http://www.zeit.de/politi...)

Anders als da geschrieben, melden das jedoch nicht nur ecuadorianische Staatsmedien, sondern auch die größten argentinische Zeitungen. (http://www.clarin.com/mun... oder auch http://www.lanacion.com.a...)

Vorwerfen möchte ich nicht viel,

die Ausmasse die das ganze annimmt sind nur viel zu groß für die offiziellen Vorwürfe, weswegen schwer zu vermuten ist, dass der Mann mit allen Mitteln vor der Öffentlichkeit unglaubwürdig gemacht oder abgestraft werden soll...
Wieweit GB da überhaupt was zu melden hat weis ich nicht, die Drohung die Botschaft zu stürmen ist aber höchstwahrscheinlich von aussen gedrängt worden, da GB ja kein eigenes "Problem" mit ihm hat.

Stellen sie sich zum Vergleich vor die russische Pussy Riot-Band rettet sich in die Moskauer US-Botschaft und Russland droht die Erstürmung dieser an - die Auswirkungen (allein so einer Drohung) sind kaum absehbar - und derartiges Risiko würde man wegen den schwedischen "Verbrechen" niemals eingehen.

Nach Russland

will man auch heute nicht unbedingt ausgeliefert werden. Und ich denke nicht, dass man großer Verschwörungstheoretiker sein muss, um zu wissen, dass ihn in Amerika wohl die nächste Anklage erwarten würde. Und in leere Versprechungen machen sind die doch ganz gut. Und ich würde mich auch nicht von Land zu Land weiterreichen lassen. Außerdem ist das ja auch eine Art Protest gegen die Einmischung der USA in alles und deren Angriffe auf die Presse- und Informationsfreiheit.

Was haben eigentlich manche Leute

für einen Spleen mit dem Begriff der "Verschwörungstheorie"?

Man wirft ihn in die Runde, und all diejenigen, die glauben, es besser zu wissen, fühlen sich dadurch ermächtigt, eine Unzahl von Fakten und Argumenten zu ignorieren.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, welch gewaltigen politischen Nutzen der Begriff der Verschwörungstheorie birgt? Man kann damit jeden, der eine abweichende Auffassung vertritt, mit einem Wort mundtot machen - ist ja eh alles nur konspirativer Quatsch.

Früher hat man diesen Begriff benutzt, um Ideen von Marsmenschen, Illuminaten oder einer jüdischen Weltverschwörung zu markieren, die auf Vermutungen über Vermutungen über Vermutungen aufbauten.

Heute sind immer häufiger diejenigen, die als erste "Verschwörungstheorie, lächerlich!" kreischen, auch diejenigen, die auf fatalste Weise evidente Fakten leugnen: daß Assange sich in nie dagewesener Weise mit Großmächten und Geheimdiensten angelegt hat, daß Diffamierungsversuche und falsche Anschuldigungen in der Geschichte x-mal benutzt wurde, um Kritiker mundtot zu machen - und daß die persönliche Eitelkeit und Arroganz eines Einzelnen rein gar nichts mit den positiven oder negativen Auswirkungen seiner Taten zu tun haben.

Ich bin zunehmend geneigt, immer mehr Menschen oder Gruppierungen wenigstens anzuhören, denen verschwörungstheoretische Anliegen nachgesagt werden. Denn nichts ist blöder und blindsüchtiger, als jemanden "Verschwörungstheoretiker" zu nennen und danach mit dem Denken aufzuhören.

Gründe

"Heute sind immer häufiger diejenigen, die als erste "Verschwörungstheorie, lächerlich!" kreischen, auch diejenigen, die auf fatalste Weise evidente Fakten leugnen:.."

Meiner Ansicht nach hat das etwas mit Weltanschauung, geistiger Flexibilität und einer unterschwelligen Ahnung, eigentlich fast keine Argumente zu haben, zu tun.

All dem kann man mit so einem Label recht bequem ausweichen. Auch gibt es Menschen, die sich prinzipiell auf die Seite des vermeintlich Mächtigeren schlagen müssen.

Assange in Action

Vor allem gibt der verlinkte Artikel ausführlich Auskunft über Herrn Assanges narzisstische und unprofessionelle Auftritte.

Davon hat er heute ja wieder eine Kostprobe gegeben. Er hält sich für WikiLeaks, er instrumentalisiert Bradley Manning – dabei geht es doch nur um seinen eigenen „kleinen Mann“, resp. um die Frage, ob er diesen immer so unter Kontrolle hat, wie man das von zivilisierten Menschen erwartet.

Weil Sie aber auf das letzte Drittel dieses Artikels abheben: Dort wird auch die Aussage getroffen, dass es kein WikiLeaks braucht, um investigativen Journalismus weiterzuentwickeln. Das Internet schafft neue Möglichkeiten, nicht Herr Assange.

Nachdem er nun gezeigt hat, welche Kollateralschäden er in Kauf nimmt, um seine Geltungssucht auszuleben, muss man das wohl akzeptieren.

Lehrerbashing

macht doch immer wieder Spass. Jeder hat mal einen Lehrer gehabt. Man erinnert sich kaum an die guten, aber an die schlechten. Geht mir aber genauso.
Im übrigen, Herr Assange hat selbst gesagt, die USA und Schweden sollen ihm die Garantie geben. Also was ist bei ihm von der Schulbildung hängen geblieben? Oder formuliert er ungenau.
Erst wenn ein Auslieferungsbegehren gestellt wird, kann ein Gericht darüber entscheiden. Bei Offizialdelikten, also z.B. Mord kann zumindest ein Deutscher, der einen Mord in den USA verübt hat und wieder in Deutschland ist, auch in Deutschland zu lebenslang verurteilt werden. Bei Geheimnisverrat ist das womöglich anders. Denn ein USA-Geheimnis muss ja nicht auch gleich ein deutsches Geheimnis sein. Siehe Guillaume, in der BRD verhaftet, in der DDR gelobt!

Es gehört...

... zu den Mechanismen einer Verschwörungstheorie, dass die Verschwörungstheoretiker darauf hinweisen, dass die Indizien für die Verschwörung ganz offensichtlich sind und dass die Verschwörer ihr Handeln mit dem Begriff der Verschwörungstheorie nur relativieren wollen etcetera. So kann das immer weiter gehen. Und ich fürchte, dass wird es in diesem Fall auch.
Also: Wie wahrscheinlich das ist? Nicht wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher als alles andere, was sonst noch so passiert auf der Welt.

An -Jog-

Also geht es noch? Meinten Sie tatsächlich ,daß es eine Verschwörungstheorie ist,wenn man das Gebahren der US-Justiz einschliesslich Militärjustiz auch nur ansatzweise infrage stellt oder auch berechtigenderweise kritisiert? Wo gibt es das,da werden Menschen nach 20 Jahren Einzelhaft und Todeszelle noch hingerichtet,weil es vielleicht dem Gouverneur stimmen bringt.Zurecht muss Assange um sein Leben fürchten,oder man packt ihn lebenslang in Einzelhaft in ein Militärgefängnis,sollte er in das -gelobte Land der Freiheit-ausgeliefert werden.Man muss übrigens keinem auf dem Leim gehen,wenn von Tatsachen die Rede ist.Es mag ja ehrenhaft sein,sich für die -USA -ins Zeug zu legen,aber bitte nicht mit Scheuklappen vor den Augen.

Interessanter Artikel.

Noch interessanter ist sein Verfasser, Bill Keller. Oho, ein Pulitzer-Preis-Gewinner!

Und nebenbei ein flammender Befürworter des Irakkrieges, der Colin Powells Rücktritt forderte, weil der sich 2003 für seine Begriffe zu diplomatisch in der Kriegsfrage engagierte. Anhand welcher "Beweismittel" dieser Krieg letztlich legitimiert wurde, ist ja bekannt.

Ein Mann, der die Journalistin Judith Miller protegierte, die in Berufung auf "regierungsnahe Kreise" falsche Kriegsgründe beschuf, die einen Einmarsch in den Irak gerechtfertigt erscheinen ließen.

Rein zufällig auch Sohn des Vorstandsvorsitzenden der Chevron Corporation, die 2009 mit der irakischen Regierung geheime Verhandlungen über Konzessionen für ein grenzüberschreitendes Ölfeld auf iranisch-irakischem Gebiet führte - wider geltendes US-amerikanischem Recht. Publik gemacht wurden diese Verhandlungen von?

Von Wikileaks, im Rahmen der US Embassy Cables. Voilà, der Kreis schließt sich.

- Tja, solche Personen sind sicherlich zuverlässige und überaus objektive Berichterstatter in Sachen Wikileaks und Assange, lieber joG. Man liest und informiert sich eben immer so weit, wie es die eigene Interessenlage und Lagerzugehörigkeit zulässt, um in ihren Prämissen nicht entkräftet zu werden. Aber Recherche tut not, und Google hilft.

ich weiss nicht ob mir übel werden soll

Ich möchte keinen auf diesem Planeten wissen der so agiert wie in den veröffentlichten Videos. Das ist wie bei den Braunen die sich aller auch schwarzhaariger Mitläufer bemaechtigt um Dinge zu erreichen bevor auch diese der Ideologie weichen müssen.

Was macht man mit unbemannten Waffen wenn es keine internationalen Feinde mehr gibt. Stilllegen und/oder verschrotten? Oder doch andere Dinge gegen die Freiheit des Menschen durchsetzen?

Sie sollten sich fragen ob ein gewisser Typus von Menschen nur in einer bestimmten Sache nicht ganz koscher sein kann und in allen anderen dann perfekt ist oder ob man seinen Charakter nur an dieser einen ausmachen kann?

Zu Verschörungstheorien. Solange man nur sagt das es welche sind und diese nicht stimmen macht man so einiges falsch. Es ist auch nicht hilfreich mit Argumenten alle wir waren auf dem Mond weil da oben Spiegel aufgebaut sind zu kommen um irgendwelche Verschwörungtheorien zu entkräften. So gesehen sind wir seit zwei Wochen bemannt auf dem Mars nicht wahr.

Denken Sie bitte daran das die Gegner dieser Verschörungstheorien mit Genuss andere Menschen dumm dastehen lassen wuerden um selbst gross und gut zu wirken. Warum nun in den meisten Fällen von Verschwörungstheorien nicht? Weil sie auf einmal altruistisch sind?

Ich bin nur neugierig auf die eine oder andere Theorie doch was mir auffällt ist wie damit umgegangen wird und das ist entlarvender als jede Theorie selbst.

ja was denn nun?

In Ihrem ersten Absatz trauen Sie den Amerikanern offenbar jedes Mittel zu, um ihre Gegner zur Strecke zu bringen.

Dann halten Sie es aber für reinen Zufall, dass der Wikileaks-Gründer, der die USA mit der Sabotage ihrer Geheimhaltung an einer empfindlichen Stelle getroffen hat (seinem Informanten Manning droht gerade lebenslange Haft, Assange selbst gar die Todesstrafe), auch ein Vergewaltiger sein soll.

Daran, dass den USA einiges zugetraut wird, sind sie leider nicht ganz unschuldig. Ich erinnere hier nur an das Schmierentheater (Colin Powell mit seinen Fotokopien in der UNO), mit dem der Welt der Angriff auf den Irak plausibel gemacht werden sollte.

Darauf will ich auch immer heraus

Dieses Schmierentheater erzeugte viele Todesopfer und Gräueltaten. Assange hat darüber schonungslos berichtet und der Welt die Realität des Krieges vorgeführt. Keine "Top Gun" mässig verherrlichender Pseudo-Embedded-Journalism über Kriege à la Fox TV.

Für mich hat dies wenig mit Verschwörungen zu tun, als eher um machtpolitische Interessen. Die USA möchte den Irakkrieg so gut und sauber wie möglich darstellen. Jegliche Informationen, die gegen diese Kommunikation sprechen, sind nicht erwünscht. Es ist auch keine Verschwörungstheorie, wenn man sagt, dass hinter Kriegen auch handfeste wirtschaftliche Interessen stehen (Militärindustrie und Öl waren beim Irakkrieg grosse Treiber).

Infolgedessen ärgere ich mich um das Wort "Assange-Anhänger" als sei er mein Guru. Die Idee von Wikileaks, dafür steht Assange und ich bin sicher, dass diese Technik die Welt verändert, genau wie es Wikipedia geschafft hat. Der nächste Assange, bzw. Openleaks wird Geschützter vonstatten gehen.

Für alle Nachfolger von Assange, denkt dran, geht juristisch abgesichert in die kommunikative Aufklärung. Ich denke, nach der epochalen "technischen" Aufklärung ist nun die kommunikative Aufklärung das grösste Potential der Menschheit.

"Was macht man mit unbemannten Waffen wenn es keine ...

...internationalen Feinde mehr gibt."

Kümmern wir uns darum den nächsten Schritt zu tun. Dann schau'n wir, was wir mit den übrig gebliebenen Waffen tun.

Also hopp! Abgeordneten anrufen und verlangen, dass Deutschland am internationalen Frieden und an deren neuen Architektur den seiner Größe und seinem Profit daraus entsprechenden Anteil mit bestreitet.

Um die Wahrheit zu sagen, nein.

Denn ich achte, was sich auch für Sie lohnen könnte, auf das Datum: Die besagte Bitte hat er Bush im Jahre 2005 abgeschlagen, zu einer Zeit, als Wikileaks noch gar nicht existierte (und es ging damals im Oval Office auch um etwas völlig anderes, nämlich eine illegitime Überwachungspraxis der NSA) - die Seite ging erst 2006 online, Assange betrieb ab 2007 Öffentlichkeitsarbeit, folglich hatte Keller noch kein persönliches Problem mit Wikileaks oder Assange und es gab keinen Grund, sich an der Veröffentlichung der Leaks nicht zu beteiligen.

Die Veröffentlichung der US Embassy Cables begann im Februar 2010 - ein Jahr, nachdem die Chevron Corp. illegale Geheimverhandlungen mit der irakischen Regierung um eine Bohrkonzession auf iranisch-irakischem Boden geführt hatte. Eben diese Verhandlungen wurden durch eine Notiz in den Embassy Cables publik. Das gefiel Keller nun gar nicht, denn dieser nette Energiekonzern, den schon sein Herr Papa geleitet hatte, machte nun richtig schlechte Schlagzeilen und musste mit Strafverfolgung rechnen.

Nein, lieber joG, in diesem Fall wundert mich nicht, daß Keller sich vor 2010 an der Veröffentlichung der Leaks beteiligte und seitdem versucht, die gesamte Bedeutung von Wikileaks auf die persönliche Eitelkeit von Assange zu reduzieren - und ihm als Sahnehäubchen noch ein wenig Spinnerei und Paranoia zu unterstellen. Erkenntnisleitendes Interesse in seiner übelsten Form nennt man das.

Sie denken wirklich

Der Waffenhersteller verzichtet dann auf Profit? Dann verstehe ich natuerlich Ihre Kommentare weiss aber auch jetzt schon wie ueberrascht Sie sein werden weil das so nicht kommen wird.

Der Händler ist die niedrigste Stufe des Menschens by Konfuzius. Und er hat Recht. Die meisten wuerden ales tun um im Geschaeft zu bleiben. Also wird mir immer noch etwas uebel. :)

PS Und Abgeordnete rufe ich an bei Dingen bei denen die mir helfen koennen, wie zum Beispiel bei der Frage des Kaffees und der Toilette im Bundestag. Alles andere wie Gesetze werden ja eh nur durchgewunken und von anderen danach noch veraendert.

Wir sollten uns eher um die Vergewaltiger dieser Demokratie genauso kuemmern

Es ist offensichtlich, dass....

....sie sehr wenig US Medien aufnehmen und ganz und gar die Einstellung der amerikanischen Elite zu Informationen und deren Ausbreitung verstehen. Weitgehend waren die Amerikaner ok mit den Enthüllungen, wenn auch einige Aufregung in manchen Kreisen herrschte. Generell ist die Qualität und der Grad der Meinungsfreiheit in den USA so viel hoher als hier, dass man sich das hier kaum Glauben könnte. Da dürfen Sie sich durch das Geschwafel kirre machen lassen. Das sehen Sie nur uninformiert aus..

Die Freiheit

wäre -bis auf Nazi-Themen- wohl schon da. Sie wird nur irgendwie nicht genutzt, was an den schablonenhaften Befindlichkeiten der zahlenden Zeitungsnachfrager in D. liegen mag.
Deutsche Medien sind sehr auf die deutsche (Parteien-)Brille fixiert, auch wenn sie Auslandsthemen behandeln.
Ob das in U.S.A. wirklich anders ist, vermag ich nicht zu sagen. Der Diskurs verläuft auch dort in recht (landes-)typischer Art und Weise, wäre mein Eindruck.

Eine Aufgabe für die SPD

Freie Meinungsäusserung für alle und Offenlegung aller Daten der Staaten.

Das ist doch das mindeste, für einen Rechtsstaat.

Zumindest verlangt man das doch von der Schweiz betreffend der Geheimen Daten der Banken oder?

Also soll Borjans, Steinbrück und der Sigi mal Tacheles reden, mit den Amis.

hier haben wir es ja nur mit einem Datenverbreiter zu tun, das ist doch erlaubt.

Er könnte sogar jemanden beauftragen und dafür bezahlen und das wäre völlig legitim.

Warum also sind die Amerikaner hinter ihm her?

Er hat recht ...

denn gäbe es die mediale Aufmerksamkeit für seinen Fall nicht, wäre die Botschaft schon lange gestürmt.

Und genau diese Aufmerksamkeit ist es, die uns noch verblieben ist und oft genug auch leidet, weil sie immer erst dann einsetzt, wenn prominente Namen betroffen sind.

Die Spieltriebe der Politik, ihrer Gegner und die wenig demokratischen Mitteln dazwischen sind so neu nicht, aber man tut sich in den Zeiten des Internets schwerer damit, sie zu verstecken.

Man muss Assange wirklich nicht mögen, aber es lohnt sich enorm, den Spielfeldrand zu beobachten. Um die Vorwürfe aus Schweden geht es schon lange nicht mehr.