Am 11. September erscheint in den USA der erste Augenzeugenbericht über die Tötung Osama bin Ladens . Demnach war der Al-Kaida-Gründer bereits tot, als eine US-Eliteeinheit sein Schlafzimmer stürmte.

In dem Buch No Easy Day schildert ein US-Soldat seine Sicht des Einsatzes. Erste Passagen aus dem Buch hat die Huffington Post nun veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Bin Laden unbewaffnet und bereits tot gewesen war, als die Eliteeinheit der Navy Seals sein Schlafzimmer in Abottabad betraten.

Die Darstellungen des Mannes, der unter dem Pseudonym Mark Owen schreibt, widersprechen in Teilen den offiziellen Angaben der Regierung . Vor allem in einem zentralen Punkt: Von Bin Laden sei zum Zeitpunkt seiner Tötung durch Mitglieder einer US-Spezialeinheit keine unmittelbare Gefahr ausgegangen.

Der damalige Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida sei von einer Kugel am Kopf getroffen worden, als er aus der Tür seines Schlafzimmers in einen Flur im Obergeschoss seines Anwesens geblickt habe, schreibt Owen. Der Vorfall ereignete sich demnach, als Mitglieder der US-Spezialeinheit Navy Seals eine schmale Treppe hoch in Richtung des Terrorchefs zueilten. Die Darstellung der Ereignisse in dem Buch widerspricht Angaben der US-Regierung, wonach die US-Spezialkräfte erst auf Bin Laden schossen, als dieser sich in das Schlafzimmer zurückgezogen hatte. Dort, vermuteten sie, habe er nach einer Waffe greifen wollen.

Pseudonym enthüllt

Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte über No Easy Day in US-Medien. In der Folge hat der US-Sender Fox News dessen Identität enthüllt. Das Buch stammt von Matt Bissonnette, der im letzten Sommer in den Ruhestand getreten ist. Laut Verlagsangaben drang der 36-Jährige im Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad als einer der ersten Elitesoldaten in das Zimmer ein, in dem sich der Kopf des Terrornetzwerks Al-Kaida befand, und war bei bin Ladens Tod anwesend.

Bin Laden auch Wahlkampfthema

Das US-Verteidigungsministerium hat mit der Überprüfung des Enthüllungsbuchs begonnen, um es auf möglichen Geheimnisverrat hin zu untersuchen.

Die Tötung von Bin Laden vor einem Jahr hat in den USA einen Wahlkampfstreit ausgelöst . Die Republikaner werfen Obama vor, die Aktion gegen Romney auszuschlachten.