Pressefreiheit: Deutsche China-Korrespondenten beklagen Schikanen
Einschüchterung, Willkür, Angriffe: Deutsche Journalisten in China berichten von deutlich verschlechterten Arbeitsbedingungen. Nun soll Kanzlerin Merkel helfen.
©Oliver Weiken/dpa

Ein Polizist in Zivil behindert einen Fotografen in Peking.
Die deutschen Korrespondenten in China haben Bundeskanzlerin Angela Merkel gebeten, sich bei ihrem Besuch diese Woche in Peking für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. In einem Brief an die Kanzlerin beklagen die Journalisten andauernde Einschüchterung und Willkür.
"Polizei und Staatssicherheit behindern unverändert unsere Arbeit und drohen unverhohlen damit, unsere Visa nicht zu verlängern, wenn wir über 'sensible' Themen berichten", heißt es in dem am Sonntag veröffentlichten Schreiben von 26 deutschen China-Korrespondenten. So habe im Mai die amerikanische Journalistin Melissa Chan das Land verlassen müssen.
Anlass für den Appell an die Kanzlerin sind auch eine Reihe von Angriffen auf ausländische Journalisten in jüngster Zeit. "Wir rufen alle Behörden auf, sicherzustellen, dass Journalisten vor Gewalt und Einschüchterung geschützt werden."
Korrespondenten angegriffen
Auslandskorrespondenten-Clubs in Peking, Shanghai und Hongkong zeigten sich alarmiert über Zwischenfälle, bei denen Journalisten bedroht, belästigt und selbst geschlagen wurden. Vor zwei Wochen etwa war ein ARD-Fernsehteam von aufgewiegelten Arbeitern attackiert, der Spionage bezichtigt und neun Stunden lang festgehalten worden.
Die Kanzlerin kommt am Donnerstag erstmals gemeinsam mit einem großen Teil ihres Kabinetts zu zweitägigen Gesprächen nach China. Bereits bei den Regierungskonsultationen im Juni 2011 in Berlin hatte sich Merkel für die deutschen Berichterstatter eingesetzt. Dennoch habe sich die Lage nicht verbessert, schreiben die Korrespondenten.
Die neuen Restriktionen hatten nach dem Ausbruch der Arabischen Frühlings Anfang 2011 begonnen. Die Regierung in Peking befürchtet, dass der Ruf nach Demokratie und Freiheit auch in China laut werden könnte.
Die Korrespondenten beklagten zudem, Informanten würden bedroht und weggesperrt. Die Staatssicherheit fordere ihre chinesischen Mitarbeiter auf, ausländische Journalisten auszuspionieren oder sich nicht mit kritischen Themen zu beschäftigen. "Bei Recherchen vor Ort werden sie besonders bedroht – in Einzelfällen kommt es sogar zu Gewalttätigkeiten."
Gesperrte Regionen
Viele Regionen seien für Journalisten gesperrt. Dazu zählten nicht nur Tibet, sondern auch andere von Tibetern besiedelte Gebiete und Teile der Region Xinjiang, wo die Minderheit der Uiguren lebt. Von dort könne oft nur "unter erheblichem Risiko" für Mitarbeiter und Quellen berichtet werden.
In einer Umfrage des Auslandskorrespondentenclubs in China (FCCC) sagten 98 Prozent der Befragten, internationale Standards für die Berichterstattung seien in China nicht gewahrt. Ein Viertel klagte über Probleme und Verzögerungen bei der Visumvergabe.
Chinas Außenministerium habe einen Kollegen von Spiegel Online fast ein Jahr lang hingehalten und ihm damit de facto die Akkreditierung verweigert. Chinesische Diplomaten forderten Heimatredaktionen auch auf, für weniger kritische Berichterstattung zu sorgen.
Schlimmer als in den 1990er Jahren
Die vor Olympia 2008 in Peking eingeführten Regeln, wonach nur die Zustimmung des Interviewten notwendig ist, werden seit Anfang 2011 restriktiv interpretiert: In heiklen Fällen werde Berichterstattung plötzlich nur erlaubt, wenn Genehmigungen von Behörden vorlägen, obwohl das Außenministerium beteuere, dass sich nichts geändert habe, heißt es in dem Brief. "Die Verunsicherung dient aus unserer Sicht der Einschüchterung."
Langjährige Korrespondenten sähen eine Verschlechterung der Lage selbst im Vergleich zu den 1990er Jahren. "Im Interesse einer guten und fairen Berichterstattung über China halten wir es für notwendig, diese Probleme auf höchster Ebene anzusprechen", schrieben die deutschen Korrespondenten an die Kanzlerin. "Wir fordern lediglich Arbeitsbedingungen, wie sie für chinesische Journalisten in Deutschland selbstverständlich sind."








Ich frage mich manchmal, ob die Chinesen auch unser Forum kontrollieren, und unliebsame Kommentare aussortieren. Vorstellbar waers schon.
und in D sollte man sich über Zensur nicht aufregen, wenn man die Online Medienlandschaft so sieht.
Alternative, man macht ein Büro in Tokio auf und berichtet dann vom Hören Sagen, klappt aus Istanbul heraus ja auch und da decken Experten teilweise den ganzen Nahen Osten ab, ohne jemals in den Ländern oder Krisengebieten gewesen zu sein..
"Andere Länder andere Sitte" (Zevel_Ofot)
Ihre Wortwahl relativiert die Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Informationsgewinnung in China auf schwer erträgliche Weise.
Das Vorgehen der Behörden hat mit "Sitte" rein gar nichts zu tun, sondern entspricht dem üblichen Unterdrückungsverhalten von Diktaturen, die sich darin und in anderen Un-Sitten gleichen.
Das ist die Methode des Westens... Der Westen kann im Iran nichts bewegen, da der Iran den Einfluss der westlichen Medien auf die Bevölkerung minimalisiert.
"Andere Länder andere Sitte" (Zevel_Ofot)
Ihre Wortwahl relativiert die Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Informationsgewinnung in China auf schwer erträgliche Weise.
Das Vorgehen der Behörden hat mit "Sitte" rein gar nichts zu tun, sondern entspricht dem üblichen Unterdrückungsverhalten von Diktaturen, die sich darin und in anderen Un-Sitten gleichen.
Das ist die Methode des Westens... Der Westen kann im Iran nichts bewegen, da der Iran den Einfluss der westlichen Medien auf die Bevölkerung minimalisiert.
Die Journalisten sollten auch untereinander solidarisch sein und auf die Ausweisung von kollegen (z.Bsp. Die Al-Jazeera-Korespondentin, die über chinesische Arbeitslager berichtet hat) entschieden reagieren. Z.Bsp. mit dem nicht berichten aus China für einen Monat (incl. der Wirtschaftsnachrichten.
China hat mittlerweile so viel Geld angehaeuft, die koennten sich glatt die halbe europaeische Presse kaufen, und locker mehr. Vorgemacht haben sie es mit Oel- und Rohstoffkonzernen.
China hat mittlerweile so viel Geld angehaeuft, die koennten sich glatt die halbe europaeische Presse kaufen, und locker mehr. Vorgemacht haben sie es mit Oel- und Rohstoffkonzernen.
China hat mittlerweile so viel Geld angehaeuft, die koennten sich glatt die halbe europaeische Presse kaufen, und locker mehr. Vorgemacht haben sie es mit Oel- und Rohstoffkonzernen.
über China ist von Seiten der akkreditierten Journalisten absolut Nachvollziehbar. Nur der
Adressat des Briefes ist wohl nicht ganz richtig ausgewählt. Merkel wird die Pressefreiheit Nachrichten tauglich in einem Nebensatz fordern. Ob dieser die Chinesen erreicht oder ob er der Zensur zum Opfer fällt? Ich denke das die Zensur da Ganze Arbeit macht.
China ist eine Staats Diktatur, Pressefreiheit wird dort Strafrechtlich verfolgt. Das ist hinreichend bekannt. Für uns währe es viel Interessanter wer noch alles in den "Steuergeld Fliegern" sitzt.
Wirtschaftsvertreter, Lobbyisten die sich eine solche Reise nicht "leisten" können?
Die Menschenrechte werden in China ständig verletzt. Kritik wird als "Einmischung" empfunden. Merkels "Nebensatz" wird die schlechte Situation der freien Journalisten kaum verbessern.
Wenn die B-Zeitung auf einer Außenseite ihres Blattes von einer vieräugigen Spinne berichtet, die im Ohr einer Chinesin lebt, dann hat das für mein Empfinden auch nicht nur Nachrichtenwert. Wenn dann auf der online-Seite zu diesem Artikel noch ein abstruser Leser-Kommentar dazu erscheint, dessen Urheber auch woanders regelmäßig abstruse Kommentare zu abstrusen Artikeln hinterläßt, frage ich mich auch, ob die "neunzig Prozent", die immer beteuert, morgens müde in der U-Bahn wahr und falsch bei der B-Zeitung auseinanderhalten zu können wirklich glaubt, den manipulativen Wert deutscher tabloids abschätzen zu können. In Deutschland wird jedenfalls auch Stimmung gemacht.
"Andere Länder andere Sitte" (Zevel_Ofot)
Ihre Wortwahl relativiert die Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Informationsgewinnung in China auf schwer erträgliche Weise.
Das Vorgehen der Behörden hat mit "Sitte" rein gar nichts zu tun, sondern entspricht dem üblichen Unterdrückungsverhalten von Diktaturen, die sich darin und in anderen Un-Sitten gleichen.
die 'guten' Länder in denen die Menschenrechte nicht ständig verletzt werden. USA (Guantanamo)? Russland (Chodorkowsky)? Israel (Palästinenser)? Deutschland (Asylanten)? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
China ist auf einem guten Weg, sich an die Spitze der Wirtschaftsmächte zu setzen. Die große Masse der Menschen lebt glücklich und zufrieden. Die armen Menschen hier werden von Chinas Aufstieg mehr und mehr profitieren. Allerdings drohen China Gefahren von vielen Seiten. So gibt es viele Neider und insbesondere die USA bereiten sich im großen Stil darauf vor, China militärisch daran zu hindern die führende Rolle in der Welt zu übernehmen. Rings um China wird versucht, die Nachbarländer dafür einzuspannen. Ist es nicht logisch, dass China wachsam sein muss, um sich zu schützen und um Umsturzbewegungen zu verhindern?
http://www.hintergrund.de...
Ich finde viele Kommentare hier gegen zu Leichtfertig mit Menschrechtsverletzungen um.
"Die große Masse der Menschen lebt glücklich und zufrieden."
Dieser üble Zynismus ist menschenverachtend. Die Menschen in Tibet oder die Uiguren sehen das nämlich sicher anders.
Aber das macht ja nichts. Hauptsache die meisten Menschen leben glücklich und zufrieden?!
Mit der Logik bringt man es weit in der Welt. Könnte man nämlich doch darauf aufbauend Unterdrückung in jedem Land auf die Tagesordnung setzen. Solange es eben um Minderheiten geht, ist das dann schon in Ordnung.
Menschrecht ist Mehrheitsrecht! So in etwa ihr Weltbild, wenn man es konsequent zu ende denken würde.
Es sind im übrigen Kommentare wie ihrer, die es einem Verleiden überhaupt noch die Kommentare unter Artikeln zu lesen.
Dabei haben sie durchaus recht. Viele Staaten auf der Welt die sich für besonders zivilisiert halten, sind es bei näherer Betrachtung eben nicht.
Mit ihrem Ansatz würde die Welt aber keinen Zentimeter vorwärts kommen, da man jedes "Verbrechen" dann mit den "Verbrechen" der anderen relativieren würde.
Sie selber haben Asylanten in Deutschland angesprochen. Warum soll Deutschland sich da ändern? Gibt doch viel schlimmere Zustände in anderen Ländern! So argumentieren viele. Aber so zu argumentieren schafft Stillstand.
Also ob Rußland, die USA, Deutschland oder China. Das anprangern von Menschenrechten sollte niemals Relativiert werden!
mfg
Ich finde viele Kommentare hier gegen zu Leichtfertig mit Menschrechtsverletzungen um.
"Die große Masse der Menschen lebt glücklich und zufrieden."
Dieser üble Zynismus ist menschenverachtend. Die Menschen in Tibet oder die Uiguren sehen das nämlich sicher anders.
Aber das macht ja nichts. Hauptsache die meisten Menschen leben glücklich und zufrieden?!
Mit der Logik bringt man es weit in der Welt. Könnte man nämlich doch darauf aufbauend Unterdrückung in jedem Land auf die Tagesordnung setzen. Solange es eben um Minderheiten geht, ist das dann schon in Ordnung.
Menschrecht ist Mehrheitsrecht! So in etwa ihr Weltbild, wenn man es konsequent zu ende denken würde.
Es sind im übrigen Kommentare wie ihrer, die es einem Verleiden überhaupt noch die Kommentare unter Artikeln zu lesen.
Dabei haben sie durchaus recht. Viele Staaten auf der Welt die sich für besonders zivilisiert halten, sind es bei näherer Betrachtung eben nicht.
Mit ihrem Ansatz würde die Welt aber keinen Zentimeter vorwärts kommen, da man jedes "Verbrechen" dann mit den "Verbrechen" der anderen relativieren würde.
Sie selber haben Asylanten in Deutschland angesprochen. Warum soll Deutschland sich da ändern? Gibt doch viel schlimmere Zustände in anderen Ländern! So argumentieren viele. Aber so zu argumentieren schafft Stillstand.
Also ob Rußland, die USA, Deutschland oder China. Das anprangern von Menschenrechten sollte niemals Relativiert werden!
mfg
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