JemenSelbstmordattentäter tötet Dutzende

Der Anschlag galt den Teilnehmern einer Beerdigung im Süden Jemens. Mindestens 30 Personen starben, Dutzende wurden verletzt. Möglicherweise war es ein Al-Kaida-Racheakt.

Ein Soldat in einem Dorf im Süden Jemens nach einem Gefecht mit Al Kaida (Archiv)

Ein Soldat in einem Dorf im Süden Jemens nach einem Gefecht mit Al Kaida (Archiv)

Im Süden des Jemens  sind am Samstagabend mindestens 30 Menschen durch einen Selbstmordanschlag getötet worden. Mehr als 30 weitere Personen sollen bei dem Attentat in Dschaar verletzt worden sein. Über die Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben: Während die Deutsche Presse-Agentur die Zahl der Toten mit 30 angibt, berichtet die Nachrichtenangentur AFP, dass 42 Menschen getötet und 37 verletzt wurden. AFP beruft sich dabei auf Angaben von Krankenhäusern und örtlichen Behörden.

Offenbar richtete sich der Anschlag gegen die sogenannten Volkskomitees. Das sind Milizen, die die regulären Streitkräfte im Kampf gegen das Al-Kaida-Netzwerk unterstützen. Der Attentäter habe sich bei der Beerdigung eines Verwandten des Kommandeurs der Volkskomitees in die Luft gesprengt, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. Ein Anwohner sagte, Al Kaida habe sich an den Volkskomitees für ihre Unterstützung bei der Rückeroberung der Stadt rächen wollen.

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Die Armee hatte Mitte Juni gemeldet, Dschaar und Sindschibar wieder unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Im vergangenen Jahr, als die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh besonders stark waren, hatte der Al-Kaida-Ableger Partisanen der Scharia die Schwäche der Regierung genutzt, um ihre Macht im Süden und Osten auszubauen.

Im Osten des Jemens wurden unterdessen fünf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder beim Beschuss ihres Fahrzeugs durch eine Drohne getötet. Die Drohne habe in der Nähe des Dorfs Al-Kotn in der Region Hadramaut zwei Raketen auf den Geländewagen gefeuert, sagte ein Behördenvertreter. Der Angriffsort wurde umgehend von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Die USA haben die einzigen Drohnen in der Region. Die unbemannten Flugzeuge fliegen im Osten und Süden des Jemen immer wieder Angriffe auf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder.

 
Leserkommentare
  1. Ja. Da kann man jetzt nichts mehr machen. Die sind schon befreit. Und hatten ihre Ein-Personen-Wahl. Mehr geht nicht.

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    • TDU
    • 05.08.2012 um 10:13 Uhr
    2. Macht

    Eine weitere widerliche Vorgehensweise dieser Organisation. Haben die Volkskommitees wirklich Rückhalt bei der Mehrheit der Bevölkerung, zeigt das Handeln von Al Kaida Machterlangung als einziges Motiv.

    2 Leserempfehlungen
  2. 3. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Relativierung von Gewaltakten. Danke, die Redaktion/au.

    • ugarit
    • 05.08.2012 um 11:34 Uhr

    Sind es Terroristen oder "Aktivisten", "Rebellen", "Aufständige" wie dieselben in Syrien in der Presse gennant werden.

    2 Leserempfehlungen
  3. ... den Selbstmordattentäter die Drohnentoten anbeistellt.

    Selbstmordattentäter sind bestialische Mörder, die sich sogar noch selbst dabei strategisch und taktisch handlungsunfähig machen, während die Drohnen hoch-technologische Apparate sind, die bis zur letzten Sekunde vor dem Einschlag per Kommando ihren Explosionsradius und die Extinktionswirkung modifiziert können, die jedoch ein Selbstmordattentäter vermutlich nicht mal lenken könnte, weil er die Terminologie des Bedienungshandbuchs nicht versteht.

    Ich wünsche mir von der Redaktion zukünftig etwas mehr Geschmackssicherheit beim Entwurf von Attentatsreporten.

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  4. die solche Sebstmordattentate verüben. Es wundert nur
    immer wieder, daß die Leute die sowas inszenieren nicht
    selbst solche Attentate ausführen, schließlich warten im
    Jenseitz doch um die siebzig Jungfrauen auf sie. Es gibt sicher wenige Männer die sich sowas entgehen lassen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Kommentare 6
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