Farc-GuerillaKolumbien führt Friedensgespräche mit Rebellen

Seit Jahrzehnten kämpft die Regierung gegen die Farc-Guerilla, nun will sie offiziell über einen Friedensschluss verhandeln. Die Gespräche sollen auf Kuba geführt werden. von afp und dpa

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos während seiner Fernsehansprache in Bogotá

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos während seiner Fernsehansprache in Bogotá  |  © Fernando Vergara/AP/dapd

Nach fast einem halben Jahrhundert der Gewalt gibt es neue Hoffnung auf einen Friedensprozess in Kolumbien . Die Regierung führe "Sondierungsgespräche" mit der linksgerichteten Farc-Guerilla, sagte Präsident Juan Manuel Santos in einer Fernsehansprache. Die Ergebnisse dieser Kontakte würden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

Es ist das erste Mal, dass Santos Gespräche mit den Farc-Rebellen bestätigt. Zugleich schloss der Staatschef aus, den Militäreinsatz gegen die Rebellen während der Gespräche auszusetzen. Die Präsenz der Armee werde "auf jedem Zentimeter" beibehalten.

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Santos betonte in der Ansprache, er habe seit seinem Amtsantritt 2010 seine in der Verfassung festgeschriebene Verpflichtung wahrgenommen, nach Frieden zu streben. Auch die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes, die prokubanische Guerilla Nationale Befreiungsarmee (ELN), sei bereit, an den Gesprächen über ein Ende der Gewalt teilzunehmen, sagte der Präsident.

Kontakt soll auf Kuba entstanden sein

Mehrere Landesmedien hatten zuvor bereits über Kontakte zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc berichtet, die auf Kuba geknüpft worden seien. Damit sollten Verhandlungen auf neutralem Boden vorbereitet werden, hieß es. Der frühere Vizepräsident und Journalist Francisco Santos hatte im Radiosender RCN berichtet, die Verhandlungen sollten am 5. Oktober in der norwegischen Hauptstadt Oslo beginnen und dann in Havanna weitergeführt werden.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) sind die größte und älteste Guerillagruppe Kolumbiens. Ihnen gehören nach offiziellen Angaben zwischen 8.000 und 11.000 Kämpfer an, die vor allem in den Grenzgebieten zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Schätzungen zufolge starben bei Kämpfen und Anschlägen, an denen auch andere linke und rechte Gruppen beteiligt waren, mehr als 200.000 Menschen.

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Leserkommentare
    • Ullli
    • 28. August 2012 8:22 Uhr

    http://de.wikipedia.org/w...

    Als ich vor Jahren das Daien Gap bereisen wollte, wurde mir dringend abgeraten, weil sich dort angeblich FARC und ELN durch Entführungen von Globetrottern finanzieren.
    In diesem Artikel werden nur die Grenzgebiete zu Venezuela und Ecuador erwähnt. Das relativ unerschlossene Darien Gap im Nordwesten Kolumbiens wird nicht erwähnt.

  1. Wie schon im Video gesagt, haben zu viele Präsidenten es leider nicht geschafft. Santos Politik war selbst für Linke/Grüne/Liberale eine angenehme Überraschung, jeder dachte er würde ein zweiter Uribe werden.
    Ich hoffe doch sehr, dass endlich diese Verhandlungen zu Frieden führen. Der verdammte Bürgerkrieg hindert Kolumbien nur am wirtschaftlichen Aufschwung und sorgt für Angst.

  2. Das größte Hindernis für Frieden in den letzten jahren war immer die Regierung Uribe. Bei uns werden die FARC ja immer gerne in die Schmuddelecke gestellt, wenn nicht sogar Terroristen genannt. Fakt ist aber, dass sie gegen die rechten Paramilitärs gekämpft haben, die (auch heftigst von den USA unterstützt) ihrerseits beispiellose Verbrechen gegenüber der Landbevölkerung, Gewerkschaftsmitgliedern, Journalisten udn linken Politikern begangen haben.

    Die Mehrheit der Komubianer steht hinter einem Friedensprozess mit den FARC. Sollte die Regierung Santos bereit sein, wieder das Steuer zu übernehmen in Kolumbien und schluss machen mit Selbstjustiz der US-Konzerne udn ihrer Schlägertrupps, steht dem Frieden auch nichts mehr im Wege. Die Verantwortlichen der rechten Paramilitärs sind soweiso in die USA geflohen. Diese wegen tausendfachem Massenmord in Kolumbien angeklagten wurden auf erheblichen Druck der USA in die USA ausgeliefert und wurden dort wegen "Drogenvergehen" angeklagt. Ich denke sie sind alle mit kleineren Strafen davongekommen.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Juan Manuel Santos | Anschlag | Farc | Frieden | Gespräch | Gewalt
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