Pussy-Riot-Prozess: Russlands Vize-Premier beleidigt Madonna
Vor Madonnas Konzert in St. Petersburg hat der russische Vizepremier den Popstar als Schlampe verunglimpft – wegen des Einsatzes für die Putin-Kritikerinnen Pussy Riot.
Nach Madonnas Kritik an dem Prozess gegen Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot wächst in Russlands Regierung offenbar die Nervosität. Vizepremier Dmitri Rogosin beleidigte den US-Popstar, weil sich Madonna für die Freilassung der inhaftierten Mitglieder einsetzte. "Jede frühere b." wolle "im Alter jedem moralische Lektionen erteilen, besonders bei Auftritten im Ausland", twitterte Rogosin.
Der Buchstabe "b." steht im Russischen für "Hure". Später fügte er seinem Eintrag an die Sängerin gerichtet hinzu: "Leg' das Kreuz ab oder zieh' dir eine Unterhose an."
Madonna hatte am Dienstag bei ihrem Konzert in Moskau Freiheit für die drei Mitglieder der Punkband gefordert, die derzeit wegen Rowdytums vor Gericht stehen. Die Musikerinnen hatten im Februar in der Erlöserkathedrale in Moskau in einer Aufsehen erregenden Aktion gegen Präsident Wladimir Putin protestiert – der Auftritt ist in einem Video dokumentiert. Die Staatsanwaltschaft hat für die Angeklagten drei Jahre Gefängnis beantragt. Das Gericht will sein Urteil am 17. August verkünden.
Sie sagte, sie bete für die Frauen. Für ihr Konzert am Donnerstagabend in St.Petersburg hatte sie außerdem angekündigt, damit die Homosexuellen in der Stadt unterstützen zu wollen. In St.Petersburg war im März ein Gesetz in Kraft getreten, das Kundgebungen Homosexueller vor den Augen Minderjähriger verbietet und Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt.
Каждая бывшая б. с возрастом стремится читать всем лекции о морали. Особенно во время зарубежных турне и гастролей
— Dmitry Rogozin (@Rogozin) August 8, 2012
Der Kommunalpolitiker Witali Milonow, einer der Initiatoren des umstrittenen Gesetzes, drohte Madonna mit Konsequenzen. Sollte sie das Gesetz gegen die Verbreitung "homosexueller Propaganda" verletzen, würden "Ermittlungen eingeleitet", sagte dessen Sprecherin. Sowohl kremltreue Demonstranten als auch Vertreter von Homosexuellen-Organisationen wollten vor dem Konzert Mahnwachen abhalten – letzteren geht Madonnas Unterstützung noch nicht weit genug.
Vor dem Konzert Madonnas in St. Petersburg warnte die US-Vertretung in Moskau vor Sicherheitsrisiken. Das US-Konsulat habe Informationen, dass Besuchern und Künstlern physische Gewalt drohe, zitierte CNN aus einer Mitteilung. US-Bürger sollten ihre Umgebung im Auge behalten und auf ihre persönliche Sicherheit achten. Das State Department in Washington nannte keine weiteren Details.






- Gut so.
Putin zittert schon.
Volle Solidarität mit Pussy Riot.
Russland braucht Meinungsfreiheit und Demokratie.
man kann von Herrn Putin halten was man will - aber der Spruch "Putin zittert schon" klingt in diesem Zusammenhang schon eher ironisch!
man kann von Herrn Putin halten was man will - aber der Spruch "Putin zittert schon" klingt in diesem Zusammenhang schon eher ironisch!
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und äußern Sie sich zum konkreten Artikelinhalt. Danke. Die Redaktion/kvk
man kann von Herrn Putin halten was man will - aber der Spruch "Putin zittert schon" klingt in diesem Zusammenhang schon eher ironisch!
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.
Es gibt im Russischen durchaus mehrere Wörter für "Hure", aber das mit "б." angedeutete ist die unterste Schublade, was auch Aufschluß über das Kulturniveau dieser Regierung gibt.
... darin zeigt sich erst, wie populistisch und eigentlich auch willkürlich die russische Regierung auftritt.
Das man sich mit solchen Aussagen wirklich Wählergunst erkaufen kann, verwundert mich sehr. Und ich hoffe wirklich, dass es bei uns anders wäre. Auch im Hinblick des faktischen Demonstrationverbotes für Homosexuelle.
Mir sind solche Politiker, die gerne mal etwas unüberlegtes sagen oder mal emotional reagieren lieber als die Politiker, die immer das gleiche Lächeln aufsetzen und das Volk hinters Licht führen.
Hier zeigt Herr Rogosin seine ganz persönliche Meinung. Natürlich hätte er dies für sich behalten sollen. Aber damit zeigt er die Gedanken von ganz vielen Menschen, die sich nicht trauen dies auszusprechen, weil dies Politisch nicht korrekt ist.
Ich denke bei solchen Sachen, die keine Außenpolitischen oder sonst schwerwigenden Konsequenzen haben, kann auch ein Politiker mal seine rein persönliche Meinung aussagen, ohne das ihn gleich die ganze Welt verurteilt. Schließlich sind Politiker auch nur Menschen.
Madonna wird dadurch nicht tot umfallen genausowenig wie ihre Fans.
Was Pussy Riot angeht ist es schon eine riesen Frechheit.Mir persönlich ist es relativ egal was die in einer Kirche treiben, jedoch bin ich mir bewusst das es Menschen gibt (Millionen in Russland), welche dies als tiefste Beleidigung empfinden. Deswegen muss die Tat auch stark sanktioniert werden, wobei ich 3 Jahre doch ziemlich hart finde.
... nach den Katastrophen des letzten Jahrhunderts gelernt, dass ethisches Handeln nicht dasselbe ist wie Eifern gegen weibliche Unterhosen.
... darin zeigt sich erst, wie populistisch und eigentlich auch willkürlich die russische Regierung auftritt.
Das man sich mit solchen Aussagen wirklich Wählergunst erkaufen kann, verwundert mich sehr. Und ich hoffe wirklich, dass es bei uns anders wäre. Auch im Hinblick des faktischen Demonstrationverbotes für Homosexuelle.
Mir sind solche Politiker, die gerne mal etwas unüberlegtes sagen oder mal emotional reagieren lieber als die Politiker, die immer das gleiche Lächeln aufsetzen und das Volk hinters Licht führen.
Hier zeigt Herr Rogosin seine ganz persönliche Meinung. Natürlich hätte er dies für sich behalten sollen. Aber damit zeigt er die Gedanken von ganz vielen Menschen, die sich nicht trauen dies auszusprechen, weil dies Politisch nicht korrekt ist.
Ich denke bei solchen Sachen, die keine Außenpolitischen oder sonst schwerwigenden Konsequenzen haben, kann auch ein Politiker mal seine rein persönliche Meinung aussagen, ohne das ihn gleich die ganze Welt verurteilt. Schließlich sind Politiker auch nur Menschen.
Madonna wird dadurch nicht tot umfallen genausowenig wie ihre Fans.
Was Pussy Riot angeht ist es schon eine riesen Frechheit.Mir persönlich ist es relativ egal was die in einer Kirche treiben, jedoch bin ich mir bewusst das es Menschen gibt (Millionen in Russland), welche dies als tiefste Beleidigung empfinden. Deswegen muss die Tat auch stark sanktioniert werden, wobei ich 3 Jahre doch ziemlich hart finde.
... nach den Katastrophen des letzten Jahrhunderts gelernt, dass ethisches Handeln nicht dasselbe ist wie Eifern gegen weibliche Unterhosen.
http://www.spiegel.de/fot...
Sehenswert!
"Jede frühere b." wolle "im Alter jedem moralische Lektionen erteilen, besonders bei Auftritten im Ausland", twitterte Rogosin."
Ja, das fällt auch mir auf, dass mehrhundertfache Millionäre wie Madonna immer dort ganz mutig sind, wo sie ihre eigene Popularität, d.h. ihre ökonomischen Interessen, nicht gefährden.
Zu kritikwürdigen Vorgängen in ihrem Land habe ich von der Dame selten etwas gehört. Ich finde das so wohlfeil, was diese Stars machen, daheim im Glied, in der Ferne "mutig".
Ich bin kein Fan von Madonna, auch nicht von ihrer Musik, aber soweit ich weiß wurde sie selbst in den USA und in Europa über Jahrzehnte und gerade am Anfang Ihrer Karriere vielfach wegen sehr ähnlichen "Vergehen" angegriffen, hatte auch Prozesse von religiösen Gruppen am Hals und wurde von Konservativen Machthabern heftig und publikumsheischend beschimpft. Insofern finde ich es nicht ganz unlogisch, dass sie sich gerade in diesem Fall einmischt.
Dass der platte Sexismus bzw. die Altersdiskriminierung des russischen Vizepräsidenten auch hier von einigen Kommentatoren offenbar noch gut geheißen wird, spricht übrigens auch dann vor allem gegen ebendiese selbst, wenn Madonna die Personifikation des US-Imperialismus sein sollte, den hier offenbar schon einige wieder wittern...
Ich bin kein Fan von Madonna, auch nicht von ihrer Musik, aber soweit ich weiß wurde sie selbst in den USA und in Europa über Jahrzehnte und gerade am Anfang Ihrer Karriere vielfach wegen sehr ähnlichen "Vergehen" angegriffen, hatte auch Prozesse von religiösen Gruppen am Hals und wurde von Konservativen Machthabern heftig und publikumsheischend beschimpft. Insofern finde ich es nicht ganz unlogisch, dass sie sich gerade in diesem Fall einmischt.
Dass der platte Sexismus bzw. die Altersdiskriminierung des russischen Vizepräsidenten auch hier von einigen Kommentatoren offenbar noch gut geheißen wird, spricht übrigens auch dann vor allem gegen ebendiese selbst, wenn Madonna die Personifikation des US-Imperialismus sein sollte, den hier offenbar schon einige wieder wittern...
Die Tatsache, dass der Vizepräsident so reagiert, spricht für sich. Dass Putin zittert, so weit würde ich (leider) nicht gehen. Aber ein gewisses Unbehagen muss da schon sein. Dass die Masche "vom Teufel besessen" in heutiger Zeit doch nicht mehr so ganz zieht, könnte vielleicht Grund für eine leicht frustrierte Haltung sein. Man hat ja fast den Eindruck, als müsse die Richterin sich bei seiner "Majestät" noch mal rückversichern. Wenn der Hintergrund nicht so traurig wäre, könnte man diese Peinlichkeit glatt lustig finden.
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