Das Urteil gegen die Mitglieder der regierungskritischen russischen Punkband Pussy Riot wird erst Ende kommender Woche fallen. Das Gericht setzte als Termin für die Urteilsverkündung den 17. August fest. Bislang war erwartet worden, dass das Gericht an diesem Mittwoch das Urteil spricht.

Die drei angeklagten Band-Mitglieder hatten im Februar mit einem Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale kurz vor der Präsidentenwahl gegen Wladimir Putin und dessen Beziehungen zur mächtigen russisch-orthodoxen Kirche protestiert. Sie sind wegen Rowdytums angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hat in dem Verfahren jeweils drei Jahre Haft für die Frauen gefordert .

Die Musikerinnen hatten vor Gericht noch einmal die Gelegenheit, sich zu ihrem Protest gegen Putin zu äußern. "Wir sind nicht schuldig. Die ganze Welt spricht darüber", sagte Maria Alechina nach Angaben der Journalistin Miriam Elder , die den Prozess vor Ort verfolgte. "Wenn wir Putin sagen, meinen wir nicht Wladimir Putin, sondern das System der vertikalen Macht, die nicht auf die Meinung des Volkes hört."

Madonna fordert Freiheit bei Konzert in Moskau

Angesichts der Kritik am Prozess im Ausland rechnet Verteidiger Nikolai Polosow mit einem milden Urteil: " Russland ist ein nach Westen orientiertes Land. Weil sich die Beziehungen durch ein scharfes Urteil gegen Pussy Riot verschlechtern dürften, erwarten wir einen milden Richterspruch."

Prominente und Politiker im Ausland bekunden seit Tagen ihre Unterstützung für die Frauen. US-Popstar Madonna hatte am Dienstagabend während ihres Konzerts in Moskau Freiheit für Pussy Riot gefordert. "Sie verdienen das Recht, frei zu sein", rief Madonna ihren Fans zu. "Ich bete für eure Freiheit."

Madonna soll am Mittwoch auch in St. Petersburg auftreten. Sie forderte bereits bei ihrer Ankunft auf dem Moskauer Flughafen milde Strafen für die Frauen. Dagegen wollen Unterstützer der russisch-orthodoxen Kirche Madonnas Konzert verbieten lassen.