Syrien: Hidschabs Flucht ist nur ein Propaganda-Erfolg für die Rebellen
Syriens Ministerpräsident Hidschab hat die Seiten gewechselt – ein kleiner Sieg für die Rebellen. Nachhaltig geschwächt wird Assad dadurch nicht.
© Adem Altan/AFP/GettyImages

Soldaten der Freien Syrischen Armee mit einem Porträt von Präsident Assad
Zwei Monate hat sich Riad Hidschab auf seine Flucht vorbereitet. So erzählt es nun zumindest der Sprecher des Mannes, der bis zum Montagmorgen Syriens Ministerpräsident war. Begonnen hat Hidschabs Absetzbewegung demnach, als Präsident Baschar al-Assad ihn vor einigen Wochen zwang, das Amt des Regierungschefs zu übernehmen. Hidschab, damals noch Landwirtschaftsminister, sei von Assad vor die Wahl gestellt worden: Ministerpräsident – oder Tod.
Hidschab dachte sich eine dritte Alternative aus: Er nahm den Posten an und begann, so sein Sprecher, seine Flucht aus Syrien zu planen. Am Montag war es so weit: Der Regierungschef setzte sich mit mindestens zehn Familienmitgliedern, angeblich zwei weiteren Ministern und hochrangigen Offizieren nach Jordanien ab. Noch am Vormittag versuchte das Regime, Hidschab zu diskreditieren. Er sei aus dem Amt entlassen worden, teilte eine staatliche Nachrichtenagentur mit. Laut Berichten in arabischen Medien versuchte die Armee derweil mit allen Mitteln, den Flüchtenden aufzuhalten: Kampfhubschrauber sollten seinem Konvoi kurz vor der Grenze auflauern.
Doch am Ende konnte Hidschabs Sprecher in Jordaniens Hauptstadt Amman eine Verlautbarung im Namen seines Chefs verlesen: "Ich verkünde hiermit mein Überlaufen von dem mörderischen Terrorregime und erkläre, dass ich mich zu den Reihen der Revolution der Freiheit und Ehre geselle. Von heute an bin ich ein Soldat dieser gesegneten Revolution."
Der Premier ist das bisher prominenteste Mitglied des Regimes, das sich von Assad abgewendet hat. Zuvor hatten ein Minister, rund 30 hochrangige Generäle, acht Diplomaten, vier Parlamentarier und Zehntausende einfache Soldaten die Seiten gewechselt. Hidschab rief die in Syrien verbleibenden Funktionäre dazu auf, es ihm nachzutun. Gleichzeitig warnte er, dass das Regime "noch mehr Menschen morden wird. Jeder, der das Desertieren erwägt, muss weise handeln, sich und seine Familie schützen."
Für Assad, der am 18. Juli durch einen Bombenanschlag in einem Regierungsgebäude in Damaskus vier seiner engen Vertrauten verlor, ist die Flucht Hidschabs vor allem ein Rückschlag im Informationskrieg, der in Syrien neben dem Bürgerkrieg stattfindet. In manchen Straßen Damaskus feierten Regimegegner die Nachricht; die Rebellen werden sie in den kommenden Tagen vermutlich propagandistisch ausschlachten.
Hidschab war kein Entscheidungsträger
Doch Hidschab gehörte nicht zu Assads innerem Zirkel. Seine Stellung war die eines hochrangigen Beamten, er war kein Entscheidungsträger. Seine Flucht ist deshalb nur ein kurzfristiger Propaganda-Erfolg für die Rebellen.
Tatsächlich wird Assads Machtapparat durch Hidschabs Abgang nicht merklich geschwächt. Armee und Geheimdienst funktionieren nach wie vor, sie sind die Garanten des syrischen Regimes. Auch weiterhin werden sie mit aller Härte gegen Rebellen und andere Regimegegner vorgehen: Die Kampagne werde fortgesetzt, um "das ganze Land vom terroristischen Abschaum" zu säubern, hieß es dann auch in staatlichen Medien.
Derweil wurde bekannt, dass Hidschab von Jordanien aus nach Katar weiterreisen will – angeblich, weil dort "die internationalen Medien ansässig sind", wie es sein Sprecher ausdrückte. Gut möglich, dass Hidschab in Doha ganz anderes im Sinn hat: Das Scheichtum gilt als einer der Waffenlieferanten der Aufständischen.







Hidschab ist nach Jordanien geflohen, von dort aus soll es nach Katar gehen. Unter die "die Seiten wechseln" verstehe ich etwas anderes. Den Mut sich als Freiwilliger bei der FSA zu melden, wird Hidschab wohl aus zweierlei Gründen nicht aufbringen.
Ich würde ein halbes Ölfaß darauf verwetten, das dort schon ein Konto mit einer persönlichen Apanage des Emirs auf ihn wartet.
Nicht das erste Mal, dass Politiker dem Ruf des Geldes folgen. Schauen Sie sich diesen Typen doch mal an. Der wird durch seine Statments, die er jetzt gibt garantiert zum Millionär.
Nicht das erste Mal, dass Politiker dem Ruf des Geldes folgen. Schauen Sie sich diesen Typen doch mal an. Der wird durch seine Statments, die er jetzt gibt garantiert zum Millionär.
"Hidschab, damals noch Landwirtschaftsminister, sei von Assad vor die Wahl gestellt worden: Ministerpräsident – oder Tod."
Ja, so wird das wohl gewesen sein...
Der ist aber auch ein brutaler Kerl dieser Assad, das ist ja noch deutlich schwieriger als die Wahl zwischen:
Prinzessin - oder Putzfrau...
Für mich hört das sich auch unglaubwürdig an trotzdem ist so ein Wechsel zu begrüßen. Vielleicht wechselt ja der Rest des Regimes demnächst assad aus... Die Opposition hat ja Verhandlungen unter den Voraussetzungen zugesagt. Fragt sich wo das Problem für assad ist sich für den Frieden in seinem Land zur Ruhe zu setzen? Aleppo muss nicht brennen assad du hast genügend zerstört geh!
Für mich hört das sich auch unglaubwürdig an trotzdem ist so ein Wechsel zu begrüßen. Vielleicht wechselt ja der Rest des Regimes demnächst assad aus... Die Opposition hat ja Verhandlungen unter den Voraussetzungen zugesagt. Fragt sich wo das Problem für assad ist sich für den Frieden in seinem Land zur Ruhe zu setzen? Aleppo muss nicht brennen assad du hast genügend zerstört geh!
Das klang jetzt in der Tagesschau aber ganz anders, als in diesem Artikel. Klang eher so wie, die letzten Getreuen verlassen ihren Führer und es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass das Regime fällt. Was denn nun?
Sind schon das letzte kann den ein Staat nicht mit seinen mitbewohnern verhandeln? Für mich ist es so ein terrorregime das nicht das Recht hat Syrien zu regieren.
nicht gegen die Bewohner von Aleppo oder anderer Städte, sondern gegen bewaffnete Rebellen/Terroristen mit einem sehr hohen Anteil an teils ausländischen Dschihadisten. Das sollte bei aufmerksamer Lektüre selbst der Mainstream-Medien schon erkennbar sein.
von Verhandlungen mit Gegnern halten wird.
nicht gegen die Bewohner von Aleppo oder anderer Städte, sondern gegen bewaffnete Rebellen/Terroristen mit einem sehr hohen Anteil an teils ausländischen Dschihadisten. Das sollte bei aufmerksamer Lektüre selbst der Mainstream-Medien schon erkennbar sein.
von Verhandlungen mit Gegnern halten wird.
es wurde noch gesagt, dass er auf die Seite der Opposition gewechselt ist. Opposition? Rebellen? Stellt er sich jetzt an die Spitze der Opposition, wie unterstützt er sie, kämpft er auf deren Seite? Oder verlässt er nur rechtzeitig noch das sinkende Schiff, um seine schon ins trockene gebrachten Schäfchen in aller Ruhe und allem F r i e d e n genießen zu können? Fragen über Fragen. Ich guck jetzt mal weiter Olympiade, das Fest des Friedens ... gurgelgurgel
....das Sie anführen. Aber helfen kann er sicherlich. Er wird sehr viele Dinge wissen, die nicht allgemein zugänglich sind.
....das Sie anführen. Aber helfen kann er sicherlich. Er wird sehr viele Dinge wissen, die nicht allgemein zugänglich sind.
Man muss sich nicht gleich der fsa stellen wenn man die Verbrechen des Regimes nicht mehr mitmacht. Ich finde es stark wenn man sich so lossagt. Armeeangehörige die ihre Waffen niederlegen tun auch etwas für ihr Volk da muss man sich nicht den kämpfen anschließen. Am besten wären Verhandlungen und ein waffenstillstand um weitere Massaker gerade vom Regime in aleppo zu verhindern da es einfach schwer ist ziviltode in so einer verfahrenen Situation auszuschließen. Die Diplomatie sollte über den Konflikt siegen.
....das Sie anführen. Aber helfen kann er sicherlich. Er wird sehr viele Dinge wissen, die nicht allgemein zugänglich sind.
wenn sie Recht haben, dann werden wir vielleicht davon noch hören, ich möchte nichts unterstellen, aber irgendwie fehlt mir da ein wenig der Glaube, denn bisher hat er ja die Kriegsverbrechen, die schon ziemlich lange stattfinden als Angehöriger der Regierung mit zu verantworten, oder? Da gibt es viele Beispiele aus der Vergangenheit, mir fällt dazu Joseph Fouche ein oder ein gewisser Stauffenberg ... . Ich möchte das nicht beurteilen, Stauffenberg hat sich dafür geopfert, Fouche hat Zeit seines Lebens immer im rechten Moment die Seite gewechselt und immer davon provitiert obwohl er immer auch mitschuldig war. Alles nicht leicht zu beurteilen, will ich auch gar nicht, sind nur so Gedanken, die mir zu diesem aktuellen Fall von "Verrat" einfallen.
wenn sie Recht haben, dann werden wir vielleicht davon noch hören, ich möchte nichts unterstellen, aber irgendwie fehlt mir da ein wenig der Glaube, denn bisher hat er ja die Kriegsverbrechen, die schon ziemlich lange stattfinden als Angehöriger der Regierung mit zu verantworten, oder? Da gibt es viele Beispiele aus der Vergangenheit, mir fällt dazu Joseph Fouche ein oder ein gewisser Stauffenberg ... . Ich möchte das nicht beurteilen, Stauffenberg hat sich dafür geopfert, Fouche hat Zeit seines Lebens immer im rechten Moment die Seite gewechselt und immer davon provitiert obwohl er immer auch mitschuldig war. Alles nicht leicht zu beurteilen, will ich auch gar nicht, sind nur so Gedanken, die mir zu diesem aktuellen Fall von "Verrat" einfallen.
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