Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras verspricht den Deutschen, dass sein Land die Hilfskredite von weit mehr als 100 Milliarden Euro zurückzahlen wird. "Das garantiere ich persönlich", sagte Samaras der Süddeutschen Zeitung .

Vor seinem Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel am Freitag kündigte Samaras zugleich neue Reformen an, etwa bessere Investitionsbedingungen und Privatisierungen von Staatsbetrieben . "Ich versichere Ihnen: Wir werden liefern", sagte der Parteichef der Nea Demokratia.

Durch die Privatisierungen will Samaras innerhalb von vier Jahren insgesamt 30 Milliarden Euro einnehmen. "Aber wir werden noch mehr tun", fügte Samaras hinzu. "Ich sage, warum verkaufen wir nicht auch die Eisenbahn? Oder : Warum etwa soll der Staat Wettbüros besitzen?" Griechenland sei "sehr reich an Ressourcen".

Kritik aus Deutschland erschwere Reformen

Samaras wies zugleich auf Schwierigkeiten bei den Privatisierungen hin. "Jedes Mal, wenn ein deutscher, niederländischer oder österreichischer Politiker unseren Euro-Austritt ins Gespräch bringt, denke ich: Wie soll ich da Staatsbetriebe privatisieren?", sagte der Ministerpräsident. "Welcher Unternehmer investiert Euros bei uns, wenn er vielleicht Drachmen zurückkriegt?"

Samaras sagte weiter, sollte die nächste Kredittranche von 31 Milliarden Euro bis Oktober nicht kommen, könne Griechenland theoretisch eine Zeit überbrücken. "Aber wenn wir diese Tranche überhaupt nicht mehr erhalten, ist Griechenland pleite", warnte er. Ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nannte er "für uns katastrophal, aber auch schlecht für Europa ".

Um über die Zukunft des Landes zu verhandeln, traf Samaras in Athen mit Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude zusammen. Er forderte: "Der Privatisierungsprozess, der versprochen wurde, muss neu gestartet werden." Mehrfach betonte Juncker, das Land leide unter einer Glaubwürdigkeitskrise.

Dennoch erteilte Juncker den Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone eine Absage. Allerdings verlangte er weitere Anstrengungen zur Bewältigung der hohen Verschuldung. Außerdem müsse die Regierung in Athen endlich bei Strukturreformen etwa am Arbeitsmarkt aktiver vorgehen.