Frankreichs Präsident François Hollande hat von der Regierung in Athen Beweise für die Glaubwürdigkeit ihrer Reformanstrengungen gefordert. Er sagte zwar nach einem Treffen mit dem griechischen Premierminister Antonis Samaras in Paris , dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse. Die griechische Regierung müsse jedoch beweisen, dass sie entschlossen sei, ihre Ziele zu erreichen und dazu "den gesamten Weg gehen".

Samaras war nach Frankreich und zuvor nach Deutschland gereist, um eine Lockerung des Sparpakets zu erwirken. In mehreren Zeitungen hatte er für einen Aufschub geworben und "Luft zum Atmen" für sein Land gefordert.

Doch wie bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel am Vortag machte auch Hollande Griechenland keine Hoffnungen. Der französische Präsident vermied in seiner Stellungnahme nach dem Treffen inhaltliche Festlegungen. Auch zur Diskussion über neue Fristen für Griechenland sagte Hollande nichts.

Warten auf den Troika-Bericht

Vor weiteren Entscheidungen solle der Bericht der sogenannten Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank über die Fortschritte in Griechenland abgewartet werden, sagte Frankreichs Präsident. Die Troika prüft die Reformanstrengungen Athens derzeit. Ihr Bericht wird für September erwartet.

Samaras gab sich bei dem Treffen mit Hollande selbstbewusst. Er sagte, sein Land werde im Euroraum bleiben, auch wenn "einige weiterhin gegen Griechenland" spekulierten. "Ich glaube auch, dass wir unsere Ziele erreichen und unsere Verpflichtungen erfüllen können – das Defizit und unsere Schulden zu reduzieren sowie den begonnen Strukturwandel zu vollziehen."

Seit März bekommt Griechenland ein zweites Hilfsprogramm über insgesamt 130 Milliarden Euro. Eine neue Tranche von knapp 31,5 Milliarden Euro, ohne die dem Land die Staatspleite droht, soll nach der neuen Prüfung der Troika ausgezahlt werden. Zudem muss Griechenland noch Sparanstrengungen im Umfang von mindestens 11,5 Milliarden Euro für die kommenden beiden Jahre beschließen.