Der 40-jährige Attentäter von Wisconsin hatte offenbar Kontakte zur rechten Szene. Der Fernsehsender CNN veröffentlichte ein Bild , das den als Täter identifizierten Wade Page vor einem Hakenkreuz-Banner zeigt. CNN zitiert einen Freund Pages, der ihn als klugen, ruhigen Menschen beschreibt, der vom "rassisch-heiligen Krieg" gesprochen habe.

Die Polizei bestätigte zunächst nur, dass Page früher Soldat war und 1998 – offenbar nach einer Reihe von Verstößen – entlassen wurde.

Nach Medienberichten war Page Mitglied einer Neonazi-Punk-Band. Die New York Times zitierte Vertreter der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center mit den Worten, man habe Page schon seit rund zehn Jahren wegen Verbindungen zur rechtsextremen Szene im Auge gehabt.

Foto von Wade Michael Page auf seiner myspace-Seite © myspace.com/Reuters

Spekuliert wird nun unter anderem von Angehörigen der Sikh-Gemeinde, Page habe die Terroranschläge vom 11. September 2011 rächen wollen und die Sikhs fälschlicherweise für Muslime gehalten. Augenzeugen des Attentats berichteten, Page habe eine "9/11"-Tätowierung gehabt.

Der ehemalige US-Soldat hatte am Sonntag in einem Tempel sechs Anhänger der religiösen Gemeinde der Sikh getötet , bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Drei bei der Attacke Verletzte waren nach Angaben des örtlichen Polizeichefs John Edwards auch am Montag in kritischem Zustand. Zu ihnen zählt ein Polizist, auf den der Schütze aus nächster Nähe acht bis neun Mal gefeuert hatte.

Schreckliche, tragische Vorfälle häufen sich

US-Präsident Barack Obama rief die Amerikaner dazu auf, in sich zu gehen und nach Möglichkeiten zur Gewalteindämmung im Land zu suchen. Er selbst wolle Vertreter der Strafverfolgungsbehörden, Gemeinde- und religiöse Führer sowie Politiker auf allen Ebenen zusammenbringen, "um zu sehen, wie wir weitere Fortschritte machen können", sagte Obama. "Schreckliche, tragische Vorfälle" wie in Wisconsin ereigneten sich zu häufig.

Die Schießerei geschah etwa zwei Wochen nach dem Massaker in einem Kino in Colorado . Dort hatte ein Amokläufer bei einer Batman-Premiere zwölf Menschen erschossen und knapp 60 verletzt. Der Angeklagte James Holmes muss sich wegen Massenmordes vor Gericht verantworten. Ihm droht die Todesstrafe. Seit dem Anschlag wird wieder über die freizügigen Waffengesetze in den USA debattiert.