GrenzkonfliktSudan und Südsudan einigen sich im Erdöl-Streit

Die beiden afrikanischen Länder haben laut einem Vermittler eine Einigung im Streit um gemeinsame Erdölreserven erreicht. Die Öl-Förderung soll wieder aufgenommen werden. von afp und dpa

Ein Mann steht vor einer verlassenen Tankstelle in der südsudanesischen Hauptstadt Juba.

Ein Mann steht vor einer verlassenen Tankstelle in der südsudanesischen Hauptstadt Juba.  |  © Adriane Ohanesian/Reuters

Die Regierungen des Sudan und Südsudans haben sich im Streit um die Erdölvorkommen geeinigt. Beide Staaten hätten ein Abkommen über die finanziellen Details getroffen, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Thabo Mbeki , in der Nacht nach einer Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes in Addis Abeba . Auch die Öllieferungen sollen wieder aufgenommen werden. Bestätigungen der beiden Länder waren zunächst nicht zu erhalten.
 
Mbeki zufolge haben der Sudan und Südsudan nun bis zum 22. September Zeit, andere strittige Punkte zu klären. Er kündigte ein Treffen zwischen Sudans Präsident Omar al-Baschir und seinem südsudanesischen Kollegen Salva Kiir im September an, um über den Status der erdölreichen Grenzregion Abyei zu sprechen.
 
Trotz der Einigung warf der südsudanesische Chefunterhändler Pagan Amum dem Norden vor, die Gespräche untergraben zu wollen. Insbesondere warf er dem Sudan vor , weiter Luftangriffe auf Ziele im Süden zu fliegen.
 
Südsudan hat 98 Prozent seiner Einnahmen verloren
 
Der UN-Sicherheitsrat hatte den beiden Staaten eigentlich eine Frist bis zum 2. August gesetzt , um den Streit zu regeln. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte nach Ablauf des Ultimatums bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba beide Seiten aufgerufen, sich friedlich auf einen Kompromiss zu einigen.

US-Präsident Barack Obama begrüßte die Einigung. Das Abkommen ermögliche den Menschen in beiden Ländern "größeren Wohlstand", sagte er. Für den erzielten Kompromiss "in so einer wichtigen Frage" hätten die Regierungen in Khartum und Juba "Glückwünsche verdient".
 
Der Südsudan erhielt bei der Teilung des Landes vor etwa einem Jahr drei Viertel der Erdölreserven. Zum Export ist er aber weiter auf die Ölpipelines des Nordens angewiesen. Angesichts von Differenzen über die Transitgebühren hatte die sudanesische Regierung entschieden, als Bezahlung selbstständig Öl abzuzweigen. Der Süden hatte daraufhin im Januar die Produktion gestoppt.
 
Damit verlor der junge Staat jedoch 98 Prozent seiner Einnahmen, während die Inflation in die Höhe schnellte. Auch die Wirtschaft des Nordens litt unter dem Produktionsstopp . Zu dem Streit um die Transitgebühren kommen eine Reihe ungeklärter Grenzfragen, die vor allem die Ölfelder betreffen. Die beiden Staaten lieferten sich wiederholt militärische Kämpfe im Grenzgebiet. Zudem werfen sie einander vor, feindliche Rebellengruppen zu unterstützen.

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Leserkommentare
    • chino1
    • 04. August 2012 15:27 Uhr

    Das peinliche Werben für den Süd-Sudan ist eine reine Pleite.
    Die korrupte Kaste der Politiker um Süd-Sudan haben mehrere Mrd. Euro unter anderem in die Schweiz transferiert und den Staat vollkommen ausgeraubt und die Kassen restlos geleert.

    Wenn die Öleinnahmen wieder fließen, werden die Korrupten wieder ihre Transfers in die Schweiz aktivieren. Dem einfachen Süd-Sudanesen geht es nach wie vor elendig, daran kann auch ein George Clooney nichts ändern, auch wenn er sich mir einem kleinen dunkelhäutigem Baby fotografieren lässt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Thabo Mbeki | Barack Obama | Sudan | UN-Sicherheitsrat | Inflation | Regierung
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