Eine Fahne der Oppositionellen weht über Damaskus. © Shaam News Network/Reuters/Handout

In der syrischen Hauptstadt Damaskus sind erneut heftige Kämpfe zwischen Regierungsarmee und Rebellen ausgebrochen. Aktivisten berichteten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Messe im Westen der Stadt. Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung des wohlhabenden Viertels sei verängstigt und schockiert, hieß es. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hatten die Aufständischen vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder vereinzelt verschiedene Regierungs- und Funktionärswohnviertel an.

Aus Damaskus wurde zudem ein Fund von Dutzenden Leichen vermeldet. Wie der britische Sender BBC unter Berufung auf Aktivisten berichtete, wurden in einem Vorort der Hauptstadt mindestens 60 tote Menschen gefunden. Die Opposition sprach von einem "Massaker" der Regierungseinheiten. Den Aktivisten zufolge wurden die Leichen auf einer Müllhalde südwestlich von Damaskus gefunden, einem in seiner Authentizität unbestätigten Video zufolge hielten viele Tote die Arme hinter dem Rücken verschränkt.   

Kranke können kaum noch versorgt werden

In der nördlichen Großstadt Aleppo verstärkten die Regimetruppen ihren Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch großkalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher Rebellenkommandeur. Die Kämpfe um Aleppo dauern seit fast vier Wochen an. Weder die Rebellen noch die Regierungsarmee konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen.

Zugleich verschlechtert sich die humanitäre Lage im Land zunehmend, gerade die medizinische Versorgung für Kranke gestaltet sich immer schwieriger. Hilfsorganisationen berichteten von einer Zunahme potenziell lebensgefährlicher Durchfall-Erkrankungen. In ländlichen Gebieten in der Nähe von Damaskus seien bis Donnerstag 103 Diarrhö-Fälle registriert worden, sagte Richard Brennan von der Weltgesundheitsorganisation .

61 der betroffenen Patienten seien Kinder unter zehn Jahren. Bei Tests seien in Proben von Leitungswasser Verunreinigungen durch Abfälle und Fäkalien nachgewiesen worden. Durch die seit Monaten anhaltenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen wurden den Angaben zufolge 38 staatliche Krankenhäuser sowie 149 Gesundheitsstützpunkte zerstört. Hinzu komme, dass die Versorgung mit Medikamenten immer schwieriger werde.