Die syrischen Rebellen haben nach eigener Darstellung einen Kampfjet der Regierungstruppen abgeschossen. Das Flugzeug stürzte demnach in der östlichen Provinz Deir al-Sor nahe der Grenze zum Irak ab.

Im Internet kursiert ein Video, das den Absturz im Osten des Landes dokumentieren soll. Das staatliche Fernsehen berichtete dagegen, das Flugzeug sei wegen technischer Probleme bei einem normalen Übungsflug abgestürzt. Ein Bergungsteam sei unterwegs. Einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge konnte sich der Pilot mit dem Schleudersitz aus dem Jet katapultieren.

In Oppositionskreisen hieß es, die Rebellen hätten den Jet mit Flugabwehrgeschützen abgeschossen und den Piloten gefangen genommen. "Es war eine MiG-21, die von einem 14,5-Millimeter-Flugabwehr-Geschütz getroffen wurde, dem größten im Arsenal der Rebellen", sagte ein Oppositioneller. "Das Flugzeug ist zu tief geflogen und war in Reichweite." Allerdings lassen sich Meldungen kaum unabhängig überprüfen.

Für die Aufständischen wäre der Abschuss eines Jets der syrischen Armee ein seltener Triumph. Es fällt ihnen schwer, den Regierungstruppen mit ihren leichten Waffen die Stirn zu bieten. Kampfjets hatten zuletzt die Stadt Aleppo und auch Dörfer bombardiert, die von den Aufständischen kontrolliert werden.

Syrische Armee dringt in Aleppo vor

Angesichts der heftigen Kämpfe um die Wirtschaftsmetropole Aleppo haben die Rebellen erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. "Wir könnten mehr Gebiete unter unsere Kontrolle bringen, aber die Kampfjets des Regimes hindern uns mit ihren Bombardierungen daran", erklärte der Rebellenkommandeur Abu Alaa.

Deutschland lehnte derweil die nun auch von den USA und der Türkei ins Gespräch gebrachte Flugverbotszone über Syrien ab. "Wir glauben, dass die Diskussion über ein militärisches Eingreifen die Dinge eher erschweren könnte, da das die Gefahr eines regionalen Flächenbrandes heraufbeschwören könnte", sagte ein Sprecher des Außenministeriums.