BürgerkriegSyriens Opposition beklagt neues Massaker nahe Damaskus

Bei einem Angriff der Regierungstruppen in Daraja sollen mehr als 200 Menschen getötet worden sein. Die Opposition spricht von einer gezielten Massenhinrichtung. von afp und dpa

Truppen der syrischen Rebellen in Daraja

Truppen der syrischen Rebellen in Daraja  |  © AFP/Getty Images

In Syrien ist es laut Oppositionsangaben in der Nacht zum Sonntag erneut zu einem Massaker gekommen. In der Stadt Daraja seien mehr als 200 Tote gefunden worden, berichteten lokale Koordinierungskomitees der syrischen Opposition. 80 Tote konnten demnach identifiziert werden, 120 weitere noch nicht. Es soll sich um Opfer der Regierungstruppen handeln.

Die britische BBC berichtet von zahlreichen Leichen in der Abu Auleiman al-Darani Moschee, die in einem Internetvideo der Opposition zu sehen sind. Die Toten sollen mit Schüssen in Kopf und Brust aus kurzer Distanz getötet worden sein. Das Massaker soll während eines Angriffs des Militärs auf Daraja verübt worden sein. Zuvor wurde die Stadt im Südwesten von Damaskus tagelang bombardiert.

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Syriens Staatsfernsehen berichtete, ohne auf die Vorwürfe der Opposition einzugehen, Daraja sei von "terroristischen Subjekten gereinigt" worden. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

Insgesamt sollen am Samstag in Syrien etwa 440 Menschen getötet worden sein, berichtete die syrische Opposition. In den vergangenen Monaten wurde bereits mehrmals von Massakern der syrischen Regierungstruppen berichtet.

Syrische Raketen schlagen in Jordanien ein

Erstmals soll sich ein Kommandeur abgesetzt haben, der größere Kampfverbände befehligt hatte. Jordanische Medien meldeten, General Mohammed Mussa al-Chairat habe am Samstag die Grenze überquert. Der Kommandeur galt Anfang des Jahres noch als regierungstreu und soll an der Unterdrückung der Protestbewegung in Dschasim beteiligt gewesen sein.

Keine Bestätigung gab es für einen Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija, wonach sich auch Vizepräsident Faruk al-Scharaa nach Jordanien abgesetzt haben soll.

In Jordanien schlug am späten Samstagabend erneut eine Rakete ein. Nach jordanischen Angaben ging das Geschoss in der Nähe einer Grenzstadt nieder, ohne Schaden anzurichten. Die Regierung in Amman sei dennoch "sehr besorgt" über den Zwischenfall, erklärte Informationsminister Samih al-Maajta. "Dies ist eine Verletzung der nationalen Souveränität, und unabhängig davon, ob es absichtlich oder nicht war, ist der Vorfall inakzeptabel", sagte al-Maajta. Jordanien werde eine angemessene Antwort finden. Beim Einschlag von vier Raketen am vergangenen Sonntagabend waren mehrere Menschen in Jordanien verletzt worden.

 

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Leserkommentare
  1. Massaker wurden entweder (mit höchster Wahrscheinlichkeit) von ihnen selbst angerichtet (al-Hula) oder es handelte sich um militärische Niederlagen, mit Dutzenden von der Armee getöteter bewaffneten Rebellen/Terroristen. Es gibt wenig Anlaß zu der Annahme, daß es diesmal anders ist. Herr Todenhöfer bezeichnete diese perfide Strategie zu Recht als "Massaker- Marketing".

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    Entfernt. Verzichten Sie auf Äußerungen, die auch Spekulation und Diskriminierung beruhen. Die Redaktion/mak

    von renomierten deutschen Zeitungen verbreitet.

    Soso, Sie waren wohl dabei?

    Glauben Sie allen ernstes das syrische Staatsfernsehen würde sich die Gelegenheit entgehen lassen über ein Massaker zu berichten, dass durch die Rebellen angerichtet wurde?

    Sicherlich nicht. Also berichtet man halt über eine Säuberung die man in der Stadt veranstaltet hat.

    • FLH80
    • 26. August 2012 9:53 Uhr

    Es ist zunächst eine unendliche Katastrophe, dass so viele Menschen sterben mussten und so viel unsägliches Leid über die Hinterbliebenen gebracht wurde!
    Aber bei den Schuldzuweisungen sollten wir doch vorsichtig sein!
    Die syr. Regierung bekommt keine Presse, die "Opposition" dagegen um so mehr.
    Einzige Quellenangabe für das Video mit den Leichen ist, dass es ein "Video der Opposition" ist.
    Es könnte genauso gut eins sein, das der Opposition zugespielt wurde, die es den Medien übergeben hat, mit der - für sie eindeutigen - Festlegung, wer die Toten auf dem Gewissen hat.
    Wie schon in der F.A.Z. vom 21.08.2012 (S. 8) in Bezug auf Hula im Mai erwähnt, gibt es hier überhaupt keinerlei Gewissheiten - dafür aber um so mehr Schuldzuweisungen...

  2. Natürlich ist es schlimm, wenn so viele Menschen unnütz sterben. Mein Beileid an die Familien der Opfer.

    Was mir aber in der Berichterstattung vieler Medien fehlt, sind die Opfer, die die Opposition zu verantworten hat. Da erden teilweise ganze Dörfer "gesäubert" von christlichen und Alawitischen Familien. Frauen, Kinder, Alte, Zivilisten jeder Couleur werden von der Opposition getötet und kein Blatt berichtet darüber.

    Wo bleibt da die Objektiviät? Warum wird nur die eine Seite der Medaille gezeigt? Will man etwa Krieg legitimieren? Würde man auch diese Seite zeigen, müsste man sich eingestehe, dass es eben nicht so leicht ist.

    Ein böser Despot unterdrückt sein Volk. Das Volk begehrt auf und will endlich die Maht im eigenen Land übernehmen. Demokratie treibt es an.
    Das ist die Version, die in den Medien verkauft wird. Vielleicht lautet es aber auch so: Staatsoberhaupt und von ihm beschützte Minderheiten werden von islamistischen Rebellen angegriffen und mit dem Tode bedroht. Islamistische Rebellen exekutieren religiöse Minderheiten im Land und fordern die Scharia!

    Ob da eie oder das andere stimmt oder es vielleicht doch eine Nuance dazwischen ist, können wir Leser nicht beurteilen, denn uns wird nur die eine, unkritische Variante verkauft.

    Sollten wir nicht mit allen Informationen beliefert werden? Gbietet das nicht die journalistische Informationspflicht? Will man es uns nicht selber überlassen dann zu urteilen?

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    • Dakra
    • 26. August 2012 13:29 Uhr

    wenn Sie ein wenig googeln. Es macht doch ziemlich stark den Eindruck, dass Assad eine zunächst hauptsächlich friedliche Demonstration brutal nieder schießen hat lassen. Trotzdem gefällt mir Ihr Kommentar, er setzt sich kritisch mit der Sache auseinander. :)

    Lesetip: Noah Chomsky - Manufactoring Content

    ---

    Ansonsten haben Sie natürlich Recht, die Berichterstattung der westlichen Medien ist etwas einseitig.

  3. ... Opposition die Rede ist.

    Es ist nicht die reguläre Opposition, die da berichtet, es sind die parteiischen Darstellungen der bewaffneten Aufständischen, die wieder und wieder versuchen durch gefälschte Nachrichten die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen zu ihren Gunsten zu verleiten.

    Nach den Erfahrungen, die bereits mit anderen solchen "Nachricht" gemacht wurden, sind nun verschiedene Deutungen möglich.

    Wenn überhaupt ein Massaker stattgefunden hat (der Bericht der arabischen Liga hat gezeigt, dass Vieles einfach erfunden wird) ist nicht geklärt, wer es verursacht hat (siehe Bericht Arabische Liga) und es ist nicht geklärt wer tatsächlich die Opfer sind. Die ominöse Londoner Syrienberichtsstelle, durch die die meisten der Nachrichten laufen, deklariert alle bewaffneten Aufständischen zu Zivilisten.

    http://www.ag-friedensfor...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Beobachtungsstelle_für_Menschenrechte

  4. was wohl in einem europaeischen Staat los waere, gingen dort Aktivisten in der Form wie in Syrien, zur Sache. Und wuerden dann die Aktivisten derart vom Ausland unterstuetzt und die Regierung der Art unterminiert, bedroht und sanktioniert.

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    • scrut
    • 27. August 2012 11:56 Uhr

    >>was wohl in einem europaeischen Staat los waere, gingen dort Aktivisten in der Form wie in Syrien, zur Sache. Und wuerden dann die Aktivisten derart vom Ausland unterstuetzt und die Regierung der Art unterminiert, bedroht und sanktioniert.

    Da braucht man sich nur mal ein Land anschauen, in dem Europa militärisch aktiv ist: Irak beispielsweise.
    Als ausländische Initiativen zu Beginn des Krieges begannen, Iraker in der Ausübung ihres Selbstverteidigungsrechts zu unterstützen, wurden die Irakis (also die "Opposition" bzw. die "Rebellen") insbesondere von den USA und Europa samt und sonders als "Terroristen" bezeichnet und die Staaten, aus denen die Hilfe kam, als "Unterstützer des Terrors" gebrandmarkt und mit Sanktionen belegt.

    Daraus lernen wir:
    Wenn Europa oder die USA Terroristen oder Diktatoren unterstützen ist das gut.
    Wenn irgendwer sonst exakt dieselben Terroristen oder Diktatoren unterstützt, ist das schlecht.

  5. Eine unabhängige Berichterstattung ist in Syrien nur aus dem einzigen Grund unmöglich, dass Assad sie nicht zulässt. Zumindest darüber wurde und wird ja wohl noch unabhängig berichtet. Wären diese Massaker alle von der Opposition zu verantworten, könnte er doch unabhängig darüber berichten lassen? Oder will er seine Todfeinde vor der Presse schützen?
    Mannomann...

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    • Mardi12
    • 26. August 2012 11:37 Uhr

    Sie sagen es, werter Mitforist. Eine simple Feststellung, die das gesamte Geschwätz hier der letzten Monate zerbröseln lässt. Würde daher eine Redaktionsempfehlung verdienen.

    Als ich heute früh die Nachricht über die neuen Massaker-Opfer zum ersten Mal auf TV-Text las, habe ich schon erwartet, wie sich hier wieder die Betonkopffraktion der islamophoben Pseudo-Antiimperialisten versammelt und von "Massaker-Marketing" kräht. Erwartung erfüllt. Danke & schönen Sonntag, liebe Übelkrähen, und wetzen Sie Ihre Schnäbel.

    Sie meinen unabhängige Medien wie Die Zeit oder der SPIEGEL?

    • 1 2 3
    • 26. August 2012 11:13 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf krude und spekulative Äußerungen. Die Redaktion/mak

    • Mardi12
    • 26. August 2012 11:37 Uhr
    8. Danke

    Sie sagen es, werter Mitforist. Eine simple Feststellung, die das gesamte Geschwätz hier der letzten Monate zerbröseln lässt. Würde daher eine Redaktionsempfehlung verdienen.

    Als ich heute früh die Nachricht über die neuen Massaker-Opfer zum ersten Mal auf TV-Text las, habe ich schon erwartet, wie sich hier wieder die Betonkopffraktion der islamophoben Pseudo-Antiimperialisten versammelt und von "Massaker-Marketing" kräht. Erwartung erfüllt. Danke & schönen Sonntag, liebe Übelkrähen, und wetzen Sie Ihre Schnäbel.

    Antwort auf "Alles Lüge?"
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    Entfernt. Diskutieren Sie den Inhalt des Artikels. Die Redaktion/mak

    die Anonymität -zumindest in den großen Foren- aufgehoben wird, denn eines ist ja klar: Fast jeder der hier sein Senf zu Besten gibt, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Position nicht mehr vertreten können (und wollen), wenn bekannt ist, wer man ist. Zumindest wäre dann auch im Internet eine vernünftige Diskussion möglich ohne die üblichen islamophoben, anti-amerikanischen und verschörungsparanoiden Postings, die jedes große deutschsprachige Forum zumüllen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte BBC | Medien | Militär | Jordanien | Moschee | Opposition
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